Kingdom Come: Deliverance – Test / Review (PC)

Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde

Was wäre ein Mittelalter-Spiel ohne ein Fortbewegungsmittel. Das es damals keine Autos sondern nur Pferde gab, dürfte soweit klar sein. Anfangs muss man zwar ohne das mittelalterlische Fortbewegunsmittel klar kommen und die Strecken zu Fuß zurücklegen, aber nach einigen Quests bekommt man sein erstes Pferd, oder sollte ich eher sagen, seinen ersten Klepper als Belohnung. Natürlich gibt es noch viele, verschiedene und andere Pferde, welche man bei verschiedenen Pferdehändlern in Dörfern kaufen kann. Diese untergliedern sich in 5 Preisklassen und die Pferde haben unterschiedliche Stats bze. Werte wie beispielsweise Ausdauer, Geschwindigkeit und Traglast.

Um diese Standard-Stats zu verbessern, kann man das Pferd noch mit besseren Satteltaschen ausstatten, die Hufeisen austauschen, ein besseres Zaumzeug anlegen und dieses auch mit Rüstungen und Schabracken ausstatten. Jedes Pferd hat natürlich auch, je nachdem, welche Werte es hat, unterschiedliche Preise. Daher sollte man es sich gut überlegen, welche Pferde man wann kauft. Zumal man immer nur ein Pferd gleichzeitig besitzen kann.

Vor allem die Satteltaschen sind aber recht praktisch, da Heinrich natürlich nur eine bestimmte Menge an Gewicht mit sich herum tragen kann. Diese Menge kann man natürlich durch das Skillsystem noch erhöhen, aber das Gewicht, welches man mit sich tragen kann, hält sich in Grenzen. Daher ist es gut, wenn man aktuell unwichtige Gegenstände wie Rüstungen und Waffen ins Inventar legen kann!

Kleider machen Leute

In Kingdom Come: Deliverance gibt es viele verschiede Rüstungen, Kleidungsstücke und Waffen, mit welchen man sich auseinander setzen muss. Die verschiedenen Waffen sind natürlich gegen unterschiedliche Feinde je nachdem wirksam oder nicht wirksam. Eines jedoch haben sowohl die Waffen als auch die Rüstung gemeinsam: Unterschiedliche Werte!

Bei den Waffen geht es hier vorwiegend um den Schaden, welche man mit dem Zuschlagen oder dem Zustechen verursacht, während die Rüstungsteile den eingehenden Schaden blockieren oder verringern sollen. Es ist dafür wichtig, für sein „Gameplay“ die richtige Rüstung zu finden. Ferner gibt es im Spiel insgesamt 20 Ausrüstungsslots! Dazu zählten unter anderem folgende Gegenstände

  • Nahkampfwaffe
  • Bogen
  • Pfeile
  • Halskette
  • Ring
  • Schild
  • Kopfteile
  • Sporen
  • Halsberge
  • Brustrüstungen
  • Handschuhe
  • Handgelenksschutz
  • Hose
  • Stiefel
  • etc.

Jeder Rüstungsslot ist natürlich zu etwas zu gebrauchen. Vor allem ein Handgelenksschutz ist am Anfang Pflicht, wenn man mit dem Bogen umgehen will, da dieser einem bis Level 5 beim Spannen Schaden verursacht.

Ferner gilt es auch, auf die 3 Werte zu achten: Sichtbarkeit, Auffälligkeit und Geräusche. Die Sichtbarkeit zeigt an, in welcher Entfernung man euch entdeckt und die Geräusche gelten hierfür ebenso. Die Auffälligkeit ist ein Indiz dafür, wie schnell euch Wachen anhalten und durchsuchen wollen. Letzteres kann beispielsweise hoch sein, wenn ihr Rüstungen und Waffen der Kumanen, also die Rüstung der Feinde, tragt. Diese ist in Böhmen nicht gern gesehen. Hält euch also eine Wache an und ihr habt Diebesgut dabei, habt ihr ein Problem. Nun könnt ihr nur flüchten, eine Strafe zahlen, in den Kerker wandern oder versuchen, euch mit einer hohen Redekunst herauszureden. Seid ihr ein lautloser Jäger und versucht Gegner lieber bewusstlos zu schlagen oder zu ermorden, dürft ihr natürlich keine Geräusche machen und so gut es geht „unsichtbar“ bleiben. Dies funktioniert logischerweise nicht mit einer glänzenden Plattenrüstung, die Lärm macht und welche man von weitem sieht, sondern mit einer dezenten Lederrüstung. Theoretisch könnt ihr euch sogar mit einer Feindesrüstung ausstatten und sich so eventuell im gegnerischen Lager bewegen zu könne, ohne das man euch entdeckt

Auf in die Schlacht…nur mit welchen Waffen?!

Natürlich gibt es Kämpfe in Kingdom Come: Deliverance, wie ihr es mittlerweile schon gelesen haben dürftet. Aber auch diese unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht. Zunächst einmal gibt es die Faustkämpfe. Diese sind relativ einfach zu verstehen und Umzusetzen. Hier macht man härtere, aber auch langsamere Schläge mit der linken Maustaste. Jedoch muss man auch auf die Körperteile zielen. Man hat die Möglichkeit, sowohl in Richtung Kopf zu schlagen, es ist aber auch möglich, nach oben links, oben rechts, unten links oder unten rechts zu schlagen. Mit der rechten Maustaste macht man einen schnellen Schlag, der den Gegner aber nur minimal verwundet. Wichtig ist, niemals hintereinander in die gleiche Richtung zu schlagen, da der Gegner darauf vorbereitet ist. Ferner kann man gegnerischen Angriffen ausweichen, diese Kontern und den Gegner mit einem Tritt zum Taumeln bringen.

Bei Kämpfen mit Waffen funktioniert dies natürlich nach dem gleichen Schema, allerdings haben die unterschiedlichen Waffen natürlich jeweils andere Reichweiten und verursachen unterschiedlichen Schaden. Ferner ist es hier möglich, insofern man mit einem Schwert kämpft, auch ein Schild zum Blocken von Schaden anzuziehen. Anfangs hat man noch Probleme mit den Kämpfen, da der Gegner alles zu Blocken scheint. Aber im Laufe der Zeit wird man immer besser und je besser der Skill in den Bereichen wird, desto besser wird Heinrich in den Kämpfen. Außerdem kann man bei den Waffen verschiedene Kombo-Attacken erlernen. Neben dem Schwert gibt es noch Äxte, Streitkolben, Knüppel, Lanzen und Langschwerter. Jede Waffe muss unabhängig voneinander geskillt werden, um damit besser zu werden. Dies funktioniert, wie bereits gesagt, bei einem Trainingsfeld oder durch Übung in der Praxis.

Wie oben bereits versprochen, sagen wir hier noch etwas zu dem Bogenschießen und Jagen. Im Vergleich zu anderen Spielen hat das Bogenschießen hier wirklich einen viel höheren Schwierigkeitsgrad. Dies liegt unter anderem daran, dass es kein Fadenkreuz gibt und man so wirklich nach Augenmaß zielen muss. Des Weiteren wackelt der Arm anfangs leicht und im Laufe der Zeit während man den Bogen spannt immer stärker und das Zielen wird unmöglich. Je mehr man jedoch mit dem Bogen schießt, desto besser wird man und desto höher steigt auch das Level in Agilität. Ab einer Stufe von 5 in dem Skillbaum fügt man sich mit einem Bogen auch keinen Schaden mehr selber zu und desto weniger wackelt der Arm beim Schießen. Um den Skill schnell zu erhöhen, rentiert es sich, einfach im Wald auf Hasenjagd zu gehen.

Zu guter Letzt haben wir hier noch einige Tipps für euch, was das Schleichen und Meuchelmorden beinhaltet. Grundsätzlich könnt ihr Gegner nur hinterrücks töten, wenn ihr in Heimlichkeit einen bestimmten Rang erreicht und den Skill „Meuchelmörder“ gelernt habt. Nun ist es möglich, einen Gegner hinterrücks zu ermorden, wenn ihr einen Dolch im Inventar habt. Es empfiehlt sich bei einigen Missionen aber auch, nichts anzugreifen, sondern in der Nacht einfach die Kessel mit Nahrung oder Wasserflaschen zu vergiften, wofür ihr natürlich Gift braucht, welches erst gekauft oder gebraut werden muss. In der Nacht schlafen viele Wachen oder Banditen grundsätzlich, wodurch sowohl das Vergiften als auch das Ermorden einfacher wird.

Was dein ist, soll nun mein sein!

Natürlich gibt es neben den verschiedenen Quests und Kämpfen auch verschiedene andere Aufgaben. Darunter zählen unter anderem Taschendiebstahl, Jagen, Schlösser knacken und
Alchemie. Natürlich gibt es noch die Heimlichkeit, Redekunst, Lesefertigkeit, Reiten, Kräuterkunde, Trunkenheit und viele andere Skillbäume.

Während man unter dem Skillbaum Trunkenheit lediglich diverse negative Effekte von einem Kater nach einem Saufgelage verhindern und nur wenig positive Effekte mit sich bringen. Beim Reiten erhöht sich beispielsweise die Geschwindigkeit oder die Ausdauer eines Reittiers. Eine Lesefertigkeit wird für manche Quests definitiv benötigt und sich im Spiel zumindest meist recht nützlich. Zunächst einmal lernt man hier viel über die Hintergründe in Böhmen und die damaligen Könige. Ferner kann man auch Skillbücher lesen, welche einem Erfahrungspunkte in bestimmten Bereichen wie Taschendiebstahl oder Jagen gewähren. Die Redekunst ist, wie wir bereits erklärt haben, dazu gedacht, bestimmte Quests anders anzugehen oder sich bei Wachen herauszureden.

Unter Jagen erlernt man vorrangig, wie man Tiere töten kann und dessen Fell, Geweih oder Zähne zu entfernen. Weiterhin kann man durch einen höheren Level in dem Bereich erlernen, dass Tiere nicht so schnell flüchten und man an diesen mehr Schaden verursacht. Es ist definitiv angebracht, regelmäßig auf die Jagd zu gehen und das Fleisch zu grillen, um nicht immer auf fremde Kochtöpfe angewiesen zu sein. In Kingdom Come: Deliverance ist es nämlich Pflicht, regelmäßig zu Essen und zu schlafen, da man sonst weniger Ausdauer zur Verfügung hat. Isst man dagegen zu viel, ist man Vollgefressen und hat einen Debuff, der die Ausdauer ebenfalls für einige Stunden verringert.

Taschendiebstahl und Schlösser knacken passen perfekt zusammen, denn es ist meist leichter, die Menschen im Spiel im Schlaf auszurauben. Dafür muss man jedoch in deren Haus gelangen. Das Schlossknacken ist anfangs etwas knifflig und man braucht ein wenig Übung, um besser damit zurecht zu kommen. Hier gilt es, mit dem Dietrich den richtigen Punkt im Schloss zu finden. Dieser leuchtet dann in goldener Farbe auf. Nun muss man den Dietrich mit dem Schloss zusammen in die richtige Richtung drehen, um das Schloss zu öffnen. Dafür ist es wichtig, mit der Maus den Dietrich an der richtigen Stelle mit dem Schloss mitzuführen. Je höher der Skill in Schloss knacken ist, desto besser Schlösser kann man knacken. Diese unterscheiden sich in Sehr leicht, leicht, schwer und schwer schwer. Hat man einen hohen Skill erreicht, kann man beispielsweise erlernen, dass sich sehr leichte und mit Glück auch leichte Schlösser beim Knacken automatisch öffnen und dass Dietriche eine längere Haltbarkeit besitzen. Zerbricht euch anfangs ein Dietrich, hören andere Bewohner eventuell das Geräusch und wachen auf. Auch Truhen werden auf diese Art und Weise geöffnet.

Taschendiebstahl ist da schon leichter, wenn auch anfangs arg Glückabhängig. Am besten schleicht man sich nachts mit einem geringen Geräuschpegel an eine schlafende Person und startet den Taschendiebstahl. Je länger man wartet, desto mehr Zeit hat man, die Taschen zu durchsuchen. Diese sind wie eine Uhr angeordnet und in einigen runden Fenstern sind ? zu sehen. Nun müsst ihr den goldenen Kreis auf den Gegenstand bewegen, diesen umdrehen und anwählen. Möchte man mehrere Gegenstände wiederholen, wiederholt man das so lange bis man alle Gegenstände ausgewählt hat. Anschließend bewegt man den Kreis auf die Tür und betätigt diese. Ist dies getan, hat man einen gelungenen Diebstahl absolviert. Achtet aber darauf, dass die Zeit abläuft und seid ihr nicht aus den Taschen draußen, entdeckt man euch und ihr habt die Wachen an euch kleben.