Rund 3 Jahre ist es nun schon her, dass das Spiel The Evil Within uns und Detective Castellanos in die Beacon-Nervenklinik und gleichzeitig in einem der schlimmsten Psycho-Alpträume schlechthin führte, in welcher ein grausamer Massenmord begangen wurde. Das Spiel begeisterte 2014 viele Fans von Horror-Adventure Spielen und daher entschloss sich Bethesda bzw. Zenimax dazu, einen Nachfolger-Titel zu dem Spiel zu veröffentlichen. Dies geschah nun am 13.Oktober 2017 und das Spiel schlug praktisch ein wie eine Bombe. Auch wir haben uns das neue Survival Horror Spiel genauer angeschaut, um euch darüber berichten zu können.

Aus allen Wolken gefallen…

Nachdem Detective Castellanos Tocher Lily bei einem Hausbrand gestorben ist und auch seine Frau nicht mehr da ist, versinkt der ehemalige Cop in eine Art Depression und er besäuft sich jeden Abend in einer der verschiedenen Bars, um sich nicht durchgehend die Schuld an Lilys Tod zu geben. Es ist nicht perfekt, aber es ist nun einmal, wie es ist. Allerdings auch nur solange, bis auf einmal Juli Kidman mit 2 Bodyguards auftaucht, die scheinbar allesamt zu Möbius gehören oder zumindest für diese Firma arbeiten. Nach einem kleinen Gespräch mit ihr fällt Sebastian aus allen Wolken. Dies liegt daran, dass seine Tochter scheinbar nicht tot ist, sondern von Möbius entführt und als Kern für den STEM genutzt wurde, welches eine andere Realität erschaffen soll. Allerdings gibt es seit einiger Zeit Probleme. Ein Einsatztrupp und auch Lily sind verschwunden und nicht aufzuspüren. Abschalten können sie STEM nicht, da dadurch auch das Kind sterben würde, da dieses fest mit dem STEM verbunden ist. Daher bleibt nur eine Möglichkeit: Sebastian muss sich (erneut) in das STEM begeben, den Einsatztrupp finden und natürlich Lily retten.

Aus diesem Grund steigt Sebastian schlussendlich auch mehr oder weniger freiwillig in die Maschine. Allerdings landet er nicht, wie vorhergesehen, in der Kleinstadt Union…sondern in einer Art Gebäudekomplex, welches dem Verstand schon den ein oder anderen Streich spielen mag. Dies liegt auch an dem Setting des Games. Meist sind die Räume oder Gegenden düster und unheimlich gehalten, um den Spieler permanent voll auf das Spiel fokussieren zu können, da man jederzeit mit dem schlimmsten rechnen muss.

Von unserem Gang zweigen Räume und Gänge ab, die allerdings allesamt verschlossen sind. Weit entfernt hören wir leise eine klassische Melodie, welcher wir natürlich folgen. Dies führt uns zu einer halb geöffneten Tür, durch welche ein unheimliches blaues Licht zu leuchten scheint. Die Umgebung wäre ja nicht so schlimm, wenn da nicht die Bilder wären.

Ja, ihr lest richtig. Uns „schockten“ hier vor allem die Bilder. Schreiende Münder, große Augen, aufgeschnittene Pulsadern, Blut…all dies war darauf zu sehen und das sind noch die harmlosen Bilder. Vor allem die Augen wirkten hier sehr unheimlich, da man praktisch einen Verfolgungswahn entwickelte, durch welchen einen die Augen zu beobachten schienen. Okay, ruhig durchatmen und weiter. Viel schlimmer konnte es ja nicht werden. Also öffnen wir die Tür.

… und in der Hölle gelandet

Auch hier warten wieder eine Menge grausige Bilder auf den Spieler, allerdings nicht in einem dunklen Raum, sondern in einer Art Ausstellungssaal. Parkettboden, edle Tapeten und auch Deckenleuchten. Aber etwas anderes zieht unseren Blick auf sich: Ein Objekt, welches beleuchtet und von roten Kordeln geschützt wird. Zunächst denkt man, es handelt sich hier um eine Statue, aber das ist in diesem Falle natürlich nur Wunschdenken. Ein Mann wurde erschossen und schwebt förmlich in der Luft und die Zeit scheint zumindest in dem leicht durchsichtigen Kasten, welcher sich um diesen befindet, eingefroren zu sein. Mit klopfendem Herzen betreten wir natürlich den Kubus und erleben die Todesszene des Mannes hautnah mit. Wie die Kugel in seinen Kopf drang, er hinten über kippte und das Blut und Gehirnteile nur so aus der Schusswunde spritzten. Auch der Todesschrei des Mannes ist zu hören. Diese Szene wiederholt sich in dem Kubus immer und immer wieder. Das Ganze ist das Werk eines Wahnsinnigen, welchen ihr auch noch im Laufe des Spiels leider häufiger zu Gesicht bekommen werdet.

Nach einigen weiteren Horror- und Angstsequenzen, welche das Adrenalin in die Höhe schießen lassen, befinden wir uns nun endlich verletzt in Union wieder oder zumindest in der Nähe. Auch hier ist das Setting wieder düster und unheimlich gehalten, um den Spieler an den Monitor zu fesseln. Unsere Hauptaufgabe ist es, wie bereits erwähnt, Lily zu finden und zu retten. Natürlich sollen wir auch den Einsatztrupp wiederfinden. Das all dies nicht so einfach ist, wie es sich anhört, ist nur verständlich. Aber das, was uns in Union erwartet, kommt sehr nahe an die Geschehnisse in der Beacon Nervenklinik heran und diese waren schon arg grenzwertig. Obwohl nie wieder so etwas passieren kann, scheint ein Psychopath in dem STEM sein Unwesen zu treiben und die „Welt“ zu verändern. Daher werdet ihr nun in vielen Stunden durchgehend von den „The Lost“, den „Spawn“ und auch von „Hysterics“ gejagt, wobei diese drei noch die einfachsten Gegner darstellen, welchen ihr mit „Glück“ begegnen könnt. Ihr werdet von den vielen Stunden, welche ihr in Union und auch in der Umgebung verbringen wird, die meiste Zeit mit dem Weglaufen und dem Schlachten eben jener Monstrositäten verbringen.

Das Gameplay ist ansich leicht zu verstehen. Natürlich kann Sebastian normal laufen, rennen oder auch schleichen. Rennen benötigt jedoch Ausdauer und diese benötigt man auch noch im Kampf, daher sollte man sich gut überlegen, ob und wann und auch wo man rennt. In den meisten Fällen ist normales Gehen oder auch schleichen in unentdeckten Räumen, Häusern oder Gebieten zu empfehlen. Dies macht sich auch bei den Gegnern bemerkbar. An einige kann man sich anschleichen und diese je nach Schwierigkeitsgrad, von welchen es im Übrigen mehrere verschiedene gibt, sofort töten. Wichtig ist auch, die Taschenlampe in der Nähe von Gegnern auszuschalten und keinen Lärm zu verursachen, damit diese nicht auf euch aufmerksam werden. Neben dem Dolch oder auch Äxten, welche sofort beim Benutzen zerbrechen, gibt es natürlich noch diverse Waffen wie Pistolen, ein Scharfschützengewehr, eine Schrotflinte oder eine Armbrust mit verschiedenen Bolzen. Je nach Gegnertyp empfehlen sich bestimmte Waffen und Vorgehensweisen eher als andere. Dies lernt man allerdings erst im Laufe der Zeit.

Von getöteten Gegnern sammelt ihr des Weiteren auch Munitionen oder andere Kleinigkeiten auf und, was am wichtigsten ist, ihr absorbiert Grünes Gel. Dieses investiert ihr in Verbesserungen für euren Charakter, welche eure Schleichfähigkeiten, das Leben oder auch die Ausdauer erhöhen können. Jede Verbesserung kostet mehr Grünes Gel und es wird eine Weile dauern, bis ihr diese allesamt freigeschaltet habt. An der Werkbank verarbeitet ihr diverse Materialien zu Munition für eure Waffen oder auch zu Spritzen, welche eure Gesundheit bei dem Benutzen auffüllen. Rotes Gel, welches ab und zu auch gefunden wird, wird benötigt, bestimmte Skillbereiche freizuschalten, welche sonst geblockt wären. Es empfiehlt sich daher grundsätzlich, die komplette Karte abzusuchen und alle Materialien einzusammeln, welche sich finden lassen. An einigen Stellen findet man sogar Munitions- oder Spritzentaschen, welche die maximal mitführbare Menge erhöhen. Um die Schießkünste zu verbessern, empfehlen wir hier den Schießstand, welcher sich nach einigen Stunden Spielzeit freischalten lässt. Dort könnt ihr natürlich eure Schießkünste verbessern, aber auch nützliche Dinge wie Grünes Gel, Waffenteile zum Verbessern der Waffen oder sogar Leichenschrank-Schlüssel erspielen. Letztere öffnen diese Leichenschränke, worin Hilfsobjekte wie Munition enthalten sein können. Diese Schlüssel finden sich auch in Statuen, welche ihr zerschlagen müsst. An der Werkbank könnt ihr die bereits erwähnten Waffenteile nutzen, um die Waffen zu verbessern. Dies erhöht beispielsweise den Schussschaden, die Genauigkeit oder verringert die Streuung einiger Waffen. Jede Waffe muss separat verbessert werden und die Verbesserungen gelten nicht für andere Waffenarten. Daher sollte man sich vor allem am Anfang genau überlegen, was ihr verbessern möchtet.

Neben der Hauptmission könnt ihr anhand eures Radars auch noch Nebenquests ausfindig machen. Wir empfehlen definitiv, diese zu erfüllen, da hier oft gute Objekte als Belohnung winken oder auch spannende Sequenzen auf euch warten. Außerdem werden bei dem Radar auch tote Soldaten angezeigt und welche Munition ihr bei dieser bekommt. Die Entfernungsanzeige und auch die Karte helfen hier dabei, den Überblick nicht zu verlieren. Auf der Karte lassen sich im Übrigen auch Markierungen setzen, um beim Laufen den Überblick nicht zu verlieren.

Blut, Zombies und Antagonisten

In der kompletten STEM Welt befinden sich natürlich viele Feinde, aber auch einige, wenige euch freundlich gesinnte Menschen, die mehr oder weniger freiwillig in diese Welt gelangt sind. Diese geben euch kleinere Einblicke in die Geschehnisse vor diesem Horrorszenario, neue Quests und auch Hinweise auf den Verbleib eurer Tochter. Allerdings sollte man jede Information mit Vorsicht genießen und angehen. Besonders begeistert waren wir allerdings wieder von der Vielfalt der Gegner und auch von den „Boss“-Gegnern, wobei es die normalen schon in sich haben. Die oben erwähnten Gegner lassen sich noch verhältnismäßig leicht töten. Allerdings gibt es auch Gegner, welche ihr nicht töten, sondern nur umgehen könnt durch eure Schleich- oder Rennfähigkeiten. Hier müsst ihr euch auf euer Gefühl und auch auf eure Erfahrungswerte verlassen. Manche Zombies tragen Molotov-Cocktails mit sich herum, andere Zombies explodieren in der Nähe des Spielers… es gibt eine Vielfalt an verschiedenen Monstern, die man im echten Leben bestimmt nicht gerne zu Gesicht bekommen würde. Besonders begeistert waren wir beispielsweise von der Kreatur mit dem Namen „Obscura“. Dieses von dem Wahnsinnigen erfundene Wesen ist eine Art Zombie, welche mit den vielen Beinen auch an der Decke laufen kann und sogar eine Kamera als Kopf besitzt. Sobald diese Obscura ein Foto schießt, friert die Welt ein und man ist ihr schutzlos ausgeliefert. Natürlich gibt es Möglichkeiten, sie zu besiegen, allerdings solltet ihr diese selbst herausfinden.

Die gesamte Welt ist riesig und sie ist in viele verschiedene Areale unterteilt, welche sich fast komplett frei erforschen lassen. Der Großteil des Spiels läuft allerdings wie bereits erwähnt in Union ab, die auch der Schauplatz und das Zentrum von dem STEM bildet. Der Kern eben jener Stadt ist Sebastians Tochter und da diese sich in Gefahr und auf der Flucht befindet, gerät dort natürlich alles durcheinander und die Welt zerbricht im Laufe der Zeit, was sich dort auch wortwörtlich bemerkbar macht, wie ihr sehen werdet. Teile der Stadt brechen weg, es gibt komische Wettereffekte, es ist fast durchgehend dunkel…aber all dies verstärkt das gruselig wirkende Setting noch weiter.

Neben den Quests kann man noch viele andere Dinge erkunden. In Mülltonnen findet man werfbare Flaschen zum Ablenken von Zombies, Materialien oder ähnliches. Auch in und unter Autos und Lastwagen können nützliche Objekte gefunden werden. Achtet aber darauf, dass sich dort auch Zombies verstärken können. Den Getränke-Automaten, an welchen ihr vorbeilaufen werdet, solltet ihr unbedingt einen Tritt verpassen, da dort Grünes Gel oder andere sehr wichtige Objekte herauspurzeln können. Auch Sammelgegenstände gibt es hier einige, aber nicht so viele wie in anderen Spielen. Ein Beispiel sind hier die erwähnten Schlüssel oder auch Dias, welche euch kleine Hintergründe zu Sebastians Leben und Grünes Gel gewähren. In den sicheren Zonen findet ihr Speichermöglichkeiten und Kaffeemaschinen, welche euren Lebensbalken sofort auffüllen.

Grafisch gut aussehend, Sound packend

Grafisch sieht The Evil Within 2 auf jeden Fall sehr gut aus und weiß zu überzeugen, auch wenn es an einigen Stellen Verbesserungsbedarf gegeben hätte. Grundsätzlich sieht alles sehr gut und auch detailreich aus, aber an einigen Stellen hätte man vor allem im Außenbereich definitiv nachbessern müssen. Dies gilt vor allem für die Vegetation. Das Gras wirkt nicht passend zur Hintergrundkulisse und es hätte vielleicht farblich anders angepasst werden sollen. Es wirkt auf der PC-Version definitiv nicht realistisch genug.

Schade fanden wir übrigens auch, dass man bei der PC Version die Texturen nicht verbessern kann. Diese bleiben vom Stand auf der Xbox One und Playstation 4 Version. Wenigstens ist es möglich, die Bewegungsunschärfe und andere Kleinigkeiten zu verändern. Allerdings wäre es besser gewesen, die Textureneinstellung in dem Spiel einzufügen.

Soundtechnisch wirkt das ganze Spiel sehr packend. Dies gilt für die klassische Musik in dem bereits erwähnten Ausstellungssaal aber auch für Hintergrundgeräusche wie das Wetter oder umfallende oder herumrollende Objekte wie Flaschen. Die Melodie im Hintergrund passt sich genau an das Geschehen an und ein plötzlich umgestoßenes Glas oder eine nicht berührte sich bewegende Flasche kann dem Spieler einen Adrenalinschub verpassen, was im Endeffekt ja auch das Ziel des Spiels ist. Alles in allem waren wir abgesehen von wenigen Kleinigkeiten durchaus von The Evil Within 2 begeistert.

Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
83 %
QuelleThe Evil Within 2
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Bevor ich das neue Online-Gamingmagazin Alpha-Omegagaming mit aufgebaut habe / am Aufbauen bin, war ich ca. 2 Jahre bei Game2gether als Redakteur dabei. Toni und ich haben uns nach reichlicher Überlegung dazu entschlossen, ein eigenes Magazin auf die Beine zu stellen. Meine Interessen liegen hauptsächlich im MMO und RPG Bereich.