Football Manager 2022 – Test / Review (PC)

Quelle: Sports Interactive, SEGA

Auch in diesem Jahr testen wir mit dem Football Manager 2022 den aktuellen Ableger der Serie.

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, denkt sich in diesem Jahr der ein oder andere Fußballfan. Zuviele Titel konnten nicht wirklich überzeugen und ließen oftmals ratlose Fans sowohl an den Monitoren als auch an den TV-Bildschirmen zurück.

Bereits die vergangen Jahren konnte allerdings der Football Manager einige Dinge wett machen und verbesserte sich auch von Jahr zu Jahr. Somit ist es selbstverständlich, dass wir auch in diesem Jahr einen genauen Blick auf den neuesten Ableger des Titel, welcher mit der stärkste im Fußballmanager-Genre sein dürfte, werfen wollten.

Unsere Football Manager Testreihe:

Wie in jedem Jahr hat auch beim Football Manager 2022 wieder jeder Hobbytrainer die Möglichkeit, seinen Lieblingsverein zu dem sportlichen Höhenflug zu verhelfen, welcher dieser aus unserer Sicht verdient hat.

Natürlich kommt der Erfolg nicht von alleine. So gilt es Taktiken auszuklügeln, Transfers lange Zeit vorzubereiten, der eigene Nachwuchs will gefördert und umgarnt sein und das Training sollte bis ins kleinste Detail ausgetüfftelt sein.

Aber das Spiel hat nach wie vor seine Ecken und Kanten. Nennen wir den Einstieg in unsere virtuelle Fußballwelt. Er könnte einfach schöner sein. Lieblos wirken die erstellbaren Avatare, vieles passt nicht. Auch, falls man seinem Alter Ego einen Bart verpassen möchte. Schön sieht anders aus, denn diese haben blaß wirkende Haut inklusive, fast schon tot wirkende Augen, und nein, wir reden hier nicht von Skeletor und sind bei Masters of the Universe.

Quelle: game7days

Hat man aber diesen ersten Schock erst einmal überstanden, werden wohl auch in diesem Jahr, abermals vor allem doch der ein oder andere Neuling, erst einmal erstaunt sein, was sie dann erwartet. In der Vereinszentrale angekommen, eben dem Dreh- und Angelpunkt des Managerdaseins, über welchen wir an verschiedensten Stellschrauben die Geschicke unsere Versiens steuern.

Immer noch Menü über Untermenü, ein wahres Freudenfest für Fans von Statistiken und Grafiken. Man fühlt sich fast in die gymnasiale Oberstufe zurückversetzt, als wir den täglichen Kampf mit der höheren Mathematik ausgesetzt waren.

Am linken Bildrand steuern wir über 16 Bereiche unser weiteres Vorgehen und wir bekommen eine Fülle an Informationen. Denn auch diese verzweigen nochmals in Unterbereiche, was einem zu Beginn natürlich, gerade als Beginner, zu viel des Guten sein kann. Da wir aber die letzten Jahre bereits unser Können in dem jeweiligen Ableger des Football Manager unter Beweis gestellt haben kann uns das nicht wirklich mehr erschrecken. Uns fallen Neuerungen ins Auge: Datencenter und Deadline Day. Dazu später etwas mehr.

Über so viele Punkte, welche auch durchaus ihren Sinn und ihre Daseinsberechtigung haben, steuern wir unseren Verein. Es gibt viel für uns zu tun. Was wir davon selbst in Angriff nehmen wollen, können wir selbst bestimmen. Man kann sich beispielsweise die eigene Mannschaft per Knopfdruck genauer bis in kleinste Detail anschauen. Ob Leistungsdaten eines Schlüsselspielers, ausführliche Statistiken von diesem, seine Entwicklung in der Vergangenheit oder seine Vertragsdetails. Sind wir damit diesem nicht zufrieden oder wollen wir ihn einfach nach einem guten Spiel mal loben oder nach einer schwachen Leistung aufbauen, führen wir einfach ein Gespräch mit ihm.

Auch die Trainingspläne können wir selbst ausarbeiten oder delegieren dies an einen unserer vielen, aber passenden Assistenten einfach weiter. Man kann individuelle Trainingsgruppen zusammenfassen oder stellt Mentoring-Gruppen, welche schwächeren helfend ihr Wissen weitergeben können. Man kann seine Fußballspieler kritisieren nach schwachen Leistungen oder baut sie auf, motiviert sie durch Lob. Oder man lässt den Quälix Magath raushängen, stellt die Intensitäten der Trainingseinheiten auf ein höheres Niveau, welches allerdings den Spieler auch einem erhöhten Verletzungsrisiko aussetzen wird.

Quelle: game7days

Natürlich gibt es auch in diesem Jahr die ein oder andere Erneuerung oder gar Verbesserung zu verzeichnen. Warum sind wir bei Distanzschüssen so schlecht und schießen wir evtl. deshalb weniger Tore als unsere Konkurrenten? Antworten auf unsere Frage erhalten wir vom neuen Analysetool von Scisports, den Spezialisten und einem angesehnen internationalen Sportanalyseunternehmen. So kommt mit dem Datencenter ein Tool daher, welches uns Analysen unserer Mannschaft offenbart im Vergleich zur Ligakonkurrenz. Natürlich ist dies auch eine Wissenschaft für sich, aber Abhilfe bekommen wir durch das Spiel. Denn wie wir bereits seit Jahren wissen, bekommen wir durch durchaus umfangreiche Tutorials Tipps und einen leichteren Einstieg in den Alltag eines Fußballtrainers durch den Entwickler vermittelt.

Ob beim Umgang mit dem Vorstand oder der nervigen Presse. Ob Vertragsverhandlungen mit den Kickern, den Umgang mit unserem Budget oder bei Anstellungen von Assistenten. Bei nahezu allen wichtigen Fuktionen werden wir, insofern wir das möchten, einen umfangreichen Text erhalten, welcher uns bei unseren jeweiligen Situation helfend unter die Arme greifen wird. So erlangen wir immer mehr Wissen über die Funktionen des Football Managers 2022, welches wir auch in diesem Jahr nicht missen möchten. Ein reines Tutorial gibt es immer noch nicht, aber auch so erlangen wir das nötige Wissen, welches uns helfen kann. Wer das alles in den Wind schlägt, gerade als Anfänger, braucht sich von daher nicht unbedingt wundern, wenn der Ball eben nicht rund läuft, wie man so schön sagt.

Man kann durchaus sagen, dass der Football Manager dem Alltag eines Fußballtrainers ziemlich auf die Pelle rückt. Realismus wird groß geschrieben, was man auch in diesem Jahr an den Lizenzen bemerkt. In knapp zweihundert Ländern sowie über einhundert Ligen können wir unser Glück als National- oder Vereinstrainer versuchen. Machen wir das an unserem Land fest, kommt die Managersimulation mit Lizenen von den ersten drei Ligen samt DFB-Pokal daher, was man durchaus beeindruckend nennen kann. Die Konkurrenz packt da zwar die Frauenbundesliga und Regionalligen noch dazu. Und wenn man dann auch mal genauer hinschaut, auf die Insel in die Premier League, stellt man dann fest, das hier dann nötige Lizenzen wohl fehlen. Man kann aber durch den Steamworkshop beispielsweise, solche “Lücken” widerum problemlos schließen. Von daher drücken wir da mal ein Auge zu.

Die Datenbank platzt eh aus den Nähten. Diese enthält Informationen zu ungefähr 800.000 Personen, darunter Spieler, Funktionäre und auch Journalisten und schmücken diese samt deren Fähigkeiten und anderen Eigenschaften bis ins kleinste Detail aus. Aber auch für das Vereinsumfeld samt deren Angestellten, über den Vorstand oder den Trainer-Assistenten. Man kommt der Realität damit ziemlich nah. Auch das Fußballregelwerk ist aktuell gehalten. So darf man in der Bundesliga fünfmal wechseln. Und natürlich, wie man es mittlerweile seit Jahren gewohnt ist, dürfen Videoassistenz samt Torlinientechnik auch nicht fehlen. Aber auch die Pressekonferenzen sind wieder mit von der Partie und nach dem Spiel dürfen die Fans des Vereins ihre Eindrücke viral ergießen.

Wie man den Football Manager erleben möchte, bleibt einem selbst überlassen. Man kann vieles an Mitarbeiter weiter delegieren und genießt ein angenehmeres Managerdasein oder man legt eben selbst Hand an. In wöchentlichen Meetings, was ebenfalls neu ist in diesem Jahr, tritt unsere Assistenz mit Vorschlägen an uns heran. Diese lassen sich dann einfach per Klick auch so umsetzen, wenn wir das möchten. Wie weit wir Dinge herunterbrechen möchten und wir persönlich eingreifen, bleibt uns überlassen.

Transfers sind übrigens in diesem Jahr auch nochmals überarbeitet worden. Denn ein sogenannter Deadline Day untermalt nun noch durch zusätzliche Spannung einen bevorstehenden Transfer am letzten Tag des Transferfensters. Unterstrichen wird dieses Event auch durch eine Änderung des Aussehens des Interface und ein Liveticker berichtet über das aktuelle Geschehen. Ab 10 Stunden explodiert der Transfermarkt buchstäblich. TZransfergerüchte halten sich im Umlauf, transfers finden statt. Auch an den Transfersummen wurde gefeilt, denn in der Vergangenheit waren diese schon mal fernab der Realität. Insgesamt wirkt gerade hier die Managersimulation aufgefrischt und hat den nötigen Pepp erhalten, um Spannung zu erzeugen.

Und endlich wurde die Match-Engine überarbeitet. Die Animationen wirken endlich flüssig und die KI nagiert nicht mehr so unglücklich. Aus dem tristen Menü-, Statistik-, Dschungelalltag entflohen finden wir bei den simulierteb Partien die nötige Abwechslung, welche wir uns erhofft hatten. Diese bietet nicht nur was fürs Auge, sondern lädt auch immer noch zum handeln unsererseits ein. An verschiedenen Stellschrauben wie Strategie, Zuruf oder Spielerwechel legen wir von daher nur allzugerne Hand an oder lassen es in der Kabine mal ordentlich krachen und reden unserer Truppe einmal deftig ins Gewissen. Gute Manager können sich auch daran versuchen, Trainingspläne oder Taktiken von renomierten Spitzenclubs zu Eigen zu machen. Oder man geht komplett neue Wege, warum auch nicht?

Der Football Manager 2022 lädt auch in diesem Jahr wieder zum fröhlichen experimentieren ein. Denn die Managersimulation entpuppte sich, wie auch die letzten Jahre, wieder zu einem absoluten Zeitfresser für uns. Der Preis ist zwar erneut unserer Meinung nach mit über 50€ sehr hoch angesetzt, bietet aber auch mit dem Online-Multiplayer oder dem Fantasy Draft noch zusätzliche Anreize zum Kauf. Was allerdings etwas nervt sind Dinge, wie das Abgreifen der Nutzerdaten sowie die Ingame-Kauf Aufforderungen. Muss das denn wirklich sein, auch unter dem Gesichtspunkt der passenden Bandenwerbung für uns?

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Projektleiter und Redakteur von game7days, ehemals Alpha-Omegagaming seit 2014. Ich betreue die Infrastruktur, als auch die Gewinnspiele der Webseite.