The Adventures of Elliot: The Millennium Tales – Test / Review (PC)

Mit The Adventures of Elliot: The Millennium Tales schlägt Square Enix ein neues Kapitel auf. Das Studio bleibt seiner Vorliebe für klassische Rollenspiele treu, geht spielerisch diesmal aber einen anderen Weg. Statt rundenbasierter Kämpfe setzt das Abenteuer auf direkte Action, frei erkundbare Gebiete und Dungeons, in denen nicht nur Gegner, sondern auch Rätsel den Fortschritt bestimmen. Die Reise von Elliot und seiner kleinen Begleiterin Faie beginnt zunächst wie ein klassisches Fantasy-Abenteuer, entwickelt sich jedoch Stück für Stück zu einer Geschichte, in der Vergangenheit und Zukunft enger miteinander verbunden sind, als es zunächst den Anschein hat. Dabei lebt das Spiel weniger von großen Spektakelmomenten als von der Freude am Entdecken. Wer gerne jeden Winkel einer Spielwelt absucht, Geheimnisse entschlüsselt und sich langsam immer stärker entwickelt, findet hier schnell einen Grund, noch ein Stück weiterzuspielen.


Jeder Schritt führt zu einer neuen Entdeckung

Die Spielwelt wirkt von Anfang an lebendig, ohne den Spieler mit unzähligen Symbolen oder Aktivitäten zu überfordern. Stattdessen setzt das Abenteuer darauf, dass Neugier belohnt wird. Hinter einem kleinen Waldpfad verbirgt sich plötzlich eine verlassene Ruine, ein unscheinbarer Wasserlauf führt zu einer versteckten Höhle und auf einer Anhöhe wartet eine Truhe, die man zunächst gar nicht erreichen kann. Genau diese kleinen Entdeckungen sorgen dafür, dass man den eigentlichen Weg immer wieder freiwillig verlässt. Die Welt fühlt sich dadurch nicht wie eine Ansammlung einzelner Gebiete an, sondern wie ein zusammenhängender Ort, in dem es ständig etwas Neues zu entdecken gibt. Besonders schön ist dabei, dass das Spiel den Spieler nicht permanent an die Hand nimmt. Vieles entdeckt man ganz einfach, weil man aufmerksam bleibt und seiner eigenen Neugier folgt.

Mit jeder neuen Fähigkeit verändert sich außerdem der Blick auf bereits bekannte Gebiete. Türen, die anfangs verschlossen waren, lassen sich später öffnen, Abgründe können plötzlich überwunden werden und manche Rätsel ergeben erst Stunden später überhaupt einen Sinn. Dadurch lohnt es sich regelmäßig, in ältere Regionen zurückzukehren. Dieses Prinzip kennt man zwar aus anderen Action-Rollenspielen, hier wird es jedoch angenehm unaufdringlich eingesetzt. Es entsteht nie das Gefühl, künstlich aufgehalten zu werden. Vielmehr wächst die Welt gemeinsam mit den Möglichkeiten des Spielers und vermittelt dadurch ein schönes Gefühl von Fortschritt, das über das bloße Sammeln besserer Ausrüstung hinausgeht.


Mehr als nur schnelle Schwertkämpfe

Die Kämpfe machen bereits früh klar, dass unüberlegtes Draufschlagen selten zum Erfolg führt. Zwar reagiert Elliot angenehm direkt auf jede Eingabe, dennoch verlangen viele Gegner ein wenig Geduld. Einige verteidigen sich mit Schilden, andere greifen aus sicherer Entfernung an oder wechseln ständig ihre Position. Wer ihre Angriffsmuster beobachtet, passende Momente zum Ausweichen nutzt und Gegenangriffe gezielt setzt, kommt deutlich entspannter durch die Gefechte als jemand, der lediglich auf möglichst hohen Schaden setzt. Gerade stärkere Gegner entwickeln dadurch einen angenehm taktischen Charakter, obwohl das Spiel vollständig in Echtzeit abläuft. Diese Mischung sorgt dafür, dass Kämpfe auch nach vielen Stunden nicht zur Routine werden.

Im weiteren Spielverlauf wächst nicht nur Elliots Ausrüstung, sondern auch die Zahl der Möglichkeiten im Kampf. Neue Waffen unterscheiden sich nicht ausschließlich durch höhere Werte, sondern verändern oftmals das gesamte Spielgefühl. Manche erlauben schnelle Kombinationen, andere setzen auf größere Reichweite oder besonders kraftvolle Treffer. Hinzu kommen Fähigkeiten, die sinnvoll mit normalen Angriffen kombiniert werden können und den Kämpfen zusätzliche Tiefe verleihen. Dadurch entsteht ein stetiger Lernprozess. Mit jedem neuen Werkzeug eröffnen sich weitere Möglichkeiten und genau das motiviert dazu, unterschiedliche Ausrüstungen auszuprobieren, statt sich dauerhaft auf eine einzige Spielweise festzulegen.


Vergangenheit und Zukunft gehören untrennbar zusammen

Zeitreisen sind längst kein neues Thema in Videospielen, doch The Adventures of Elliot: The Millennium Tales nutzt dieses Element auf eine angenehm bodenständige Weise. Es geht nicht darum, ständig zwischen verschiedenen Epochen hin und her zu springen, sondern darum, nach und nach zu verstehen, wie eng die Ereignisse miteinander verbunden sind. Entscheidungen aus einer Zeit wirken sich auf eine andere aus, bekannte Orte verändern ihr Erscheinungsbild und manche Rätsel lassen sich erst lösen, wenn man beide Zeitebenen miteinander verknüpft. Dadurch entsteht immer wieder das Gefühl, einer größeren Geschichte auf der Spur zu sein, deren Zusammenhänge sich erst langsam offenbaren. Das sorgt für viele kleine Überraschungen und motiviert dazu, aufmerksam auf Details zu achten, die zunächst völlig belanglos erscheinen.

Besonders gelungen ist dabei, dass die Zeitreisen nicht wie ein aufgesetztes Gimmick wirken. Sie greifen direkt in das Leveldesign ein und verändern häufig den Weg durch bekannte Gebiete. Eine eingestürzte Brücke existiert in einer anderen Epoche vielleicht noch, während ein dichter Wald Jahrhunderte später einer Ruinenlandschaft gewichen ist. Dadurch schaut man bekannte Orte immer wieder mit anderen Augen an und entdeckt Bereiche, die zuvor unerreichbar waren. Dieses Konzept wird konsequent genug eingesetzt, um spannend zu bleiben, drängt sich aber nie so sehr in den Vordergrund, dass andere Spielelemente darunter leiden. Stattdessen wird es zu einem festen Bestandteil des gesamten Abenteuers und trägt viel dazu bei, dass sich die Reise angenehm abwechslungsreich anfühlt.


Kein Dungeon gleicht dem anderen

Wer klassische Action-Rollenspiele mag, wird sich in den Dungeons schnell zuhause fühlen. Jeder Abschnitt besitzt seinen eigenen Aufbau und verfolgt eine andere Idee. Mal stehen Schalterrätsel und bewegliche Plattformen im Mittelpunkt, ein anderes Mal versperren Fallen oder verschlungene Wege den Fortschritt. Dabei reicht es selten aus, einfach nur den direkten Weg zum Ausgang zu finden. Immer wieder laden versteckte Räume dazu ein, genauer hinzusehen oder einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen. Häufig wartet dort eine neue Waffe, ein wertvoller Ausrüstungsgegenstand oder ein hilfreiches Upgrade, das den weiteren Spielverlauf erleichtert. Gerade diese Mischung aus Kämpfen, Erkundung und Rätseln sorgt dafür, dass sich die Dungeons angenehm abwechslungsreich spielen und nie wie reine Kampfarenen wirken.

Auch die Bosskämpfe setzen auf mehr als bloße Ausdauer. Viele Gegner besitzen mehrere Angriffsphasen und zwingen den Spieler dazu, ihre Bewegungen genau zu beobachten. Wer gedankenlos angreift, wird meist schnell bestraft. Stattdessen lohnt es sich, den richtigen Moment abzuwarten und die eigenen Fähigkeiten gezielt einzusetzen. Dadurch fühlen sich Siege verdient an und hinterlassen ein deutlich größeres Erfolgserlebnis als Kämpfe, die ausschließlich über hohe Schadenswerte entschieden werden. Gleichzeitig bleibt der Schwierigkeitsgrad fair. Das Spiel fordert Aufmerksamkeit und Geduld, überfordert den Spieler aber nur selten und belohnt sauberes Spielen deutlich stärker als pures Glück.


Elliot wächst mit jeder Herausforderung

Ein großer Teil der Motivation entsteht durch das stetige Gefühl, stärker zu werden. Neue Waffen, verbesserte Ausrüstung und zusätzliche Fähigkeiten sorgen dafür, dass sich Elliot im Verlauf der Geschichte spürbar weiterentwickelt. Dabei setzt das Spiel nicht einfach nur auf größere Zahlenwerte, sondern gibt dem Spieler regelmäßig neue Werkzeuge an die Hand, die den eigenen Spielstil verändern können. Manche Ausrüstungsgegenstände verstärken offensive Fähigkeiten, andere erleichtern das Ausweichen oder verbessern bestimmte Spezialangriffe. Dadurch lohnt es sich immer wieder, verschiedene Kombinationen auszuprobieren, anstatt ausschließlich zur Ausrüstung mit den höchsten Werten zu greifen.

Auch das Fortschrittssystem wirkt angenehm ausgewogen. Neue Fähigkeiten werden in einem Tempo freigeschaltet, das ständig kleine Erfolgserlebnisse schafft, ohne den Spieler mit zu vielen Möglichkeiten gleichzeitig zu überfordern. Dadurch entsteht ein stetiger Lernprozess, bei dem jede neue Fähigkeit sinnvoll in den bisherigen Spielablauf eingebunden wird. Gleichzeitig motivieren versteckte Truhen und optionale Herausforderungen dazu, auch abseits der Hauptgeschichte aktiv zu bleiben. Wer sich Zeit nimmt und gründlich erkundet, wird regelmäßig mit nützlichen Verbesserungen belohnt, die sich im weiteren Verlauf durchaus bemerkbar machen.


Ein Stil, der sofort ins Auge fällt

Square Enix beweist einmal mehr, warum der HD-2D-Look inzwischen zu den schönsten Grafikstilen im Genre gehört. Die Kombination aus detailreichen Pixelcharakteren und dreidimensionalen Umgebungen sorgt für einen ganz eigenen Charme, der klassische Rollenspiele auf moderne Weise interpretiert. Lichtstrahlen brechen durch dichte Baumkronen, Wasserflächen spiegeln ihre Umgebung und kleine Partikeleffekte verleihen selbst unscheinbaren Orten deutlich mehr Atmosphäre. Gleichzeitig bleibt das Bild angenehm übersichtlich, sodass sich Gegner, Wege und interaktive Objekte jederzeit gut erkennen lassen. Besonders in ruhigeren Momenten lohnt es sich, einfach stehen zu bleiben und die Umgebung auf sich wirken zu lassen. Viele Landschaften wirken fast wie handgemalte Dioramen und zeigen, wie viel Liebe zum Detail in der Gestaltung steckt.

Auch technisch hinterlässt das Spiel einen überzeugenden Eindruck. Die Übergänge zwischen den Gebieten verlaufen flüssig, Ladezeiten halten sich angenehm kurz und selbst in größeren Kämpfen bleibt das Geschehen jederzeit gut nachvollziehbar. Hinzu kommen zahlreiche kleine Animationen, die der Welt zusätzlich Leben einhauchen. Tiere reagieren auf Elliots Anwesenheit, Vegetation bewegt sich im Wind und selbst scheinbare Kleinigkeiten tragen dazu bei, dass die Spielwelt glaubwürdig wirkt. Gerade diese vielen kleinen Details sorgen dafür, dass man sich gerne Zeit nimmt, die Umgebung zu erkunden, anstatt lediglich von einer Aufgabe zur nächsten zu laufen.


Musik, die den richtigen Ton trifft

Der Soundtrack begleitet das Abenteuer nahezu durchgehend, drängt sich dabei aber nie unangenehm in den Vordergrund. Ruhige Melodien unterstreichen die Erkundung der Spielwelt, während Kämpfe und Bossbegegnungen mit deutlich dynamischeren Kompositionen untermalt werden. Die Musik passt sich den jeweiligen Situationen hervorragend an und trägt viel dazu bei, dass einzelne Orte ihren ganz eigenen Charakter erhalten. Manche Stücke bleiben schon nach kurzer Zeit im Gedächtnis, andere entfalten ihre Wirkung eher unauffällig und schaffen vor allem Atmosphäre. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass sich die Reise durch Elliots Welt angenehm stimmig anfühlt.

Ebenso gelungen präsentiert sich die Klangkulisse. Das Klirren der Waffen, das Rauschen eines Wasserfalls oder das leise Zirpen in einem Wald wirken zwar unscheinbar, machen die Welt aber deutlich glaubwürdiger. Auch die Vertonung der wichtigsten Figuren trägt ihren Teil dazu bei, die Geschichte lebendiger wirken zu lassen. Die Dialoge werden angenehm natürlich präsentiert und unterstützen die Charaktere, ohne sie künstlich in den Mittelpunkt zu rücken. Gerade im Zusammenspiel mit der Musik entsteht dadurch eine Atmosphäre, die viele Szenen emotional wirkungsvoller macht und den Spieler noch stärker in das Abenteuer hineinzieht.


Nicht jede Idee entfaltet ihr volles Potenzial

So gelungen das Gesamtpaket auch ausfällt, ganz ohne Schwächen kommt The Adventures of Elliot: The Millennium Tales nicht aus. Vor allem im mittleren Abschnitt verliert die Handlung zeitweise etwas an Tempo. Nach spannenden Storymomenten folgen gelegentlich längere Passagen, in denen hauptsächlich neue Gebiete erkundet oder Aufgaben erledigt werden, bevor die Geschichte wieder deutlich an Fahrt gewinnt. Diese ruhigeren Phasen passen zwar grundsätzlich zum entschleunigten Abenteuergefühl, hätten stellenweise aber etwas straffer ausfallen dürfen. Auch manche Nebenaufgaben bleiben recht klassisch und beschränken sich darauf, bestimmte Gegenstände zu sammeln oder Gegner auszuschalten, anstatt neue spielerische Ideen einzubringen.

Hinzu kommt, dass einige Spielmechaniken mehr Potenzial besitzen, als letztlich ausgeschöpft wird. Das Zeitreisesystem sorgt immer wieder für spannende Momente, wird im späteren Verlauf jedoch etwas seltener für größere Überraschungen genutzt. Man wünscht sich an manchen Stellen noch mutigere Rätsel oder komplexere Veränderungen der Spielwelt. Das schmälert den Spielspaß zwar kaum, zeigt aber, dass hier noch Luft nach oben gewesen wäre. Trotzdem bleiben diese Kritikpunkte vergleichsweise klein, denn sie ändern nichts daran, dass das Spiel seine größten Stärken konsequent ausspielt und bis zum Ende motiviert.

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Unsere Meinung

The Adventures of Elliot: The Millennium Tales verbindet klassische Action-Rollenspiele mit modernen Ideen und schafft dabei eine angenehm ausgewogene Mischung aus Erkundung, Kämpfen und Rätseln. Die Spielwelt lädt dazu ein, jeden Winkel zu erforschen, während das Kampfsystem genügend Tiefe bietet, um auch nach vielen Stunden abwechslungsreich zu bleiben. Besonders das Zusammenspiel aus Zeitreisen, clever aufgebauten Dungeons und einer stetigen Charakterentwicklung sorgt dafür, dass das Abenteuer immer wieder neue Akzente setzt. Gleichzeitig trägt der wunderschöne HD-2D-Look entscheidend dazu bei, dass nahezu jeder Schauplatz einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Nicht jede Idee wird bis zum Ende vollständig ausgereizt und gerade die Geschichte verliert zwischenzeitlich etwas an Dynamik. Dennoch überwiegen die positiven Eindrücke deutlich. Square Enix liefert ein Action-Rollenspiel ab, das sich seiner Vorbilder bewusst ist, gleichzeitig aber genügend eigene Identität besitzt, um nicht wie eine bloße Hommage zu wirken. Wer Freude daran hat, geheimnisvolle Welten zu erkunden, sich durch abwechslungsreiche Dungeons zu kämpfen und nach und nach immer neue Geheimnisse aufzudecken, findet hier ein Abenteuer, das über viele Stunden hinweg fesselt und noch lange nach dem Abspann in Erinnerung bleibt.
Unsere Gesamtbewertung
80%

„Ein charmantes Action-Rollenspiel mit starker Erkundung, cleveren Dungeons und einem wunderschönen HD-2D-Look.” – game7days

Game7Days Award Silber
Silber
ProContra
  • Wunderschöner HD-2D-Look
  • Abwechslungsreiche Spielwelt
  • Gelungene Mischung aus Kämpfen und Rätseln
  • Clever aufgebaute Dungeons
  • Motivierende Charakterentwicklung
  • Zeitreisen setzen interessante Akzente
  • Nicht jede Idee wird vollständig ausgereizt
  • Geschichte verliert stellenweise an Dynamik
  • Einige Abschnitte wirken etwas vertraut
Name: The Adventures of Elliot: The Millennium Tales
Genre: Action-Rollenspiel
USK/PEGI: 12 / 12
Entwickler: Claytechworks
Publisher: Square Enix
Plattform: Nintendo Switch 2
Veröffentlichung: 18. Juni 2026
Anmerkung: The Adventures of Elliot: The Millennium Tales wurde game7days für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

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