theHunter: Call of the Wild – Peru Hunting Reserve – Test / Review (PC)

Nach mittlerweile unzähligen Reservaten könnte man meinen, dass theHunter: Call of the Wild langsam alles gezeigt hat. Neue Karten bringen meistens ein paar weitere Tierarten, eine schöne Landschaft und vielleicht noch eine neue Waffe mit. Das funktioniert zwar seit Jahren erstaunlich gut, wirklich überrascht wurde ich zuletzt aber nur noch selten. Genau deshalb bin ich an das Peru Hunting Reserve mit eher zurückhaltenden Erwartungen herangegangen. Nach einigen Stunden war allerdings ziemlich schnell klar, dass diese Karte nicht einfach nur eine weitere Jagdregion sein möchte. Peru fühlt sich anders an. Nicht unbedingt, weil hier plötzlich alles neu erfunden wird, sondern weil die Landschaft einen ständig dazu zwingt, ihre Eigenheiten zu berücksichtigen. Gerade wenn man glaubt, einen guten Überblick zu haben, verschwindet das Gelände wieder hinter dichtem Dschungel oder steilen Berghängen. Dadurch verändert sich automatisch auch die Art zu jagen. Vieles funktioniert hier nicht mehr so selbstverständlich wie auf offenen Karten. Man muss häufiger improvisieren, langsamer vorgehen und die Umgebung deutlich genauer lesen. Genau dadurch wirkt das Reservat angenehm frisch, obwohl die grundlegenden Spielmechaniken natürlich dieselben geblieben sind.


Zwischen Nebelwald und dichtem Dschungel

Schon die ersten Schritte durch Intisuyu haben bei mir einen ziemlich starken Eindruck hinterlassen. Statt riesiger offener Ebenen oder endloser Wälder wechselt die Landschaft ständig ihr Gesicht. Mal läuft man durch höher gelegene Bergregionen, in denen man erstaunlich weit blicken kann. Wenige Minuten später verschwindet die Sicht fast vollständig zwischen dichtem Pflanzenbewuchs, Flüssen und tropischem Wald. Genau diese Abwechslung sorgt dafür, dass sich Erkundung nie eintönig anfühlt. Ich hatte mehr als einmal den Moment, dass ich eigentlich nur einem Tier folgen wollte und plötzlich völlig woanders gelandet bin, weil mich irgendein kleiner Pfad oder eine interessante Felsformation neugierig gemacht hat. Das Reservat belohnt genau diese Art des langsamen Entdeckens. Wer einfach nur von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt rennt, übersieht einen großen Teil dessen, was die Karte eigentlich ausmacht.

Besonders gefallen hat mir, dass sich die unterschiedlichen Regionen nicht nur optisch voneinander unterscheiden. Sie beeinflussen auch die Jagd selbst. In den offeneren Bereichen kann man Wild oft schon aus größerer Entfernung beobachten und seine Route planen. Im Dschungel sieht das komplett anders aus. Dort hört man Tiere häufig deutlich früher, als man sie überhaupt sehen kann. Mehr als einmal stand ich mitten im dichten Grün, wusste ganz genau, dass irgendwo in der Nähe ein Tier unterwegs sein musste, konnte es aber einfach nicht entdecken. Dadurch entsteht eine ganz andere Spannung als auf den älteren Karten. Man verlässt sich deutlich stärker auf Geräusche, Spuren und Geduld. Gerade diese Mischung sorgt dafür, dass sich Peru angenehm eigenständig anfühlt und nicht einfach wie ein optisch anderer Ableger bereits bekannter Reservate.


Eine Tierwelt, die ständig überrascht

Natürlich lebt jede neue Karte vor allem von ihren Tieren, und genau hier liefert Peru ordentlich ab. Schon nach kurzer Zeit begegnet man Arten, die es bisher im Spiel noch nicht gab. Capybaras laufen gemütlich durch sumpfige Gebiete, Tapire ziehen durch den Wald und immer wieder entdeckt man Tiere, die man zunächst gar nicht erwartet hätte. Gleichzeitig bleibt die Jagd abwechslungsreich, weil die unterschiedlichen Arten völlig verschiedenes Verhalten zeigen. Manche lassen sich mit etwas Geduld gut beobachten, andere verschwinden beinahe lautlos im dichten Bewuchs, bevor man überhaupt eine vernünftige Schussmöglichkeit bekommt.

Besonders spannend sind allerdings die größeren Raubtiere. Allein das Wissen, dass irgendwo zwischen den Bäumen Jaguare unterwegs sein könnten, verändert die Atmosphäre spürbar. Natürlich springt nicht hinter jedem Busch sofort ein Raubtier hervor, trotzdem bewegt man sich automatisch etwas vorsichtiger durch bestimmte Gebiete. Gerade bei Dämmerung oder in den dichter bewachsenen Bereichen entsteht dadurch eine ganz eigene Stimmung. Es geht nicht nur darum, möglichst viele Tiere zu erlegen. Viel häufiger verbringt man Zeit damit, Spuren zu lesen, Geräusche richtig einzuordnen und überhaupt erst einmal herauszufinden, was sich gerade in der Umgebung bewegt. Genau diese ruhigeren Momente machen für mich seit jeher den größten Reiz von theHunter aus, und Peru nutzt dieses Spielprinzip besonders gut.


Nicht jede Jagd läuft nach Plan

Wer schon länger Call of the Wild spielt, wird wahrscheinlich relativ schnell merken, dass sich gewohnte Abläufe hier nicht immer problemlos anwenden lassen. Auf anderen Karten konnte ich mich häufig auf größere Sichtweiten verlassen oder Tiere bereits aus weiter Entfernung beobachten. Peru zwingt einen deutlich häufiger dazu, näher heranzugehen. Das klingt zunächst nach einem kleinen Unterschied, verändert die Jagd aber spürbar. Plötzlich wird jeder Windwechsel wichtiger und selbst kleine Bewegungen können dafür sorgen, dass das Wild verschwindet, bevor überhaupt ein sauberer Schuss möglich ist.

Genau deshalb hatte ich während meiner Spielzeit einige Situationen, die zwar zunächst frustrierend wirkten, rückblickend aber zu den spannendsten Momenten gehörten. Mehrmals war ich überzeugt, ein Tier bereits sicher vor mir zu haben, nur damit es wenige Sekunden später lautlos im Dickicht verschwand. Dann begann die Suche von vorne. Neue Spuren tauchten auf, alte verschwanden wieder und irgendwann stellte sich heraus, dass das Tier längst eine komplett andere Richtung eingeschlagen hatte. Genau dieses ständige Wechselspiel sorgt dafür, dass die Jagd niemals komplett vorhersehbar wird. Man kann planen, man kann vorsichtig vorgehen, aber eine Garantie auf Erfolg gibt es trotzdem nie.


Kleine Neuerungen mit spürbarem Einfluss

Neben der neuen Karte bringt das DLC auch einige zusätzliche Inhalte mit, die sich überraschend gut in den normalen Spielfluss einfügen. Besonders die neuen Missionen sorgen dafür, dass man die verschiedenen Regionen nicht einfach nur oberflächlich besucht. Stattdessen führen sie immer wieder in Gebiete, die man vielleicht zunächst komplett ignoriert hätte. Dadurch entsteht fast automatisch das Gefühl, das Reservat Stück für Stück kennenzulernen, anstatt einfach wahllos durch die Landschaft zu laufen.

Auch die neue Armbrust passt erstaunlich gut zum gesamten Setting. Sie verändert das Spiel nicht grundlegend, bietet aber eine angenehme Alternative für Jäger, die möglichst unauffällig unterwegs sein möchten. Gerade in den dichter bewachsenen Regionen fühlte sie sich oft wie die passendere Wahl an als ein klassisches Gewehr. Solche Ergänzungen wirken auf den ersten Blick vielleicht unspektakulär, tragen aber dazu bei, dass sich Peru nicht nur optisch von den bisherigen Reservaten unterscheidet. Statt einfach eine neue Kulisse zu liefern, verändert das DLC an mehreren Stellen den gewohnten Jagdrhythmus.


Die Karte verlangt Geduld

Peru gehört definitiv nicht zu den Reservaten, die einem ständig Erfolgserlebnisse schenken. Wer möglichst schnell viele Tiere erlegen möchte, dürfte auf offeneren Karten wahrscheinlich glücklicher werden. Gerade der dichte Bewuchs und die teilweise eingeschränkten Sichtverhältnisse sorgen dafür, dass erfolgreiche Jagden oft deutlich mehr Vorbereitung benötigen. Gleichzeitig macht genau das einen großen Teil des Reizes aus. Jeder erfolgreiche Abschuss fühlt sich etwas verdienter an, weil häufig deutlich mehr Zeit und Geduld investiert werden mussten.

Natürlich bringt das auch kleinere Nachteile mit sich. An manchen Stellen hätte ich mir etwas bessere Sichtlinien gewünscht, weil bestimmte Bereiche fast schon zu dicht bewachsen wirken. Hin und wieder verliert man Tiere einfach deshalb aus den Augen, weil zwischen einem selbst und dem Ziel plötzlich mehrere Schichten Vegetation liegen. Das gehört zwar zum Charakter der Karte, kann in einzelnen Situationen aber auch etwas frustrieren. Insgesamt überwiegt für mich trotzdem der positive Eindruck. Gerade weil Peru nicht versucht, möglichst bequem zu sein, sondern seine eigene Identität entwickelt, bleibt das Reservat lange interessant.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Unsere Meinung

theHunter: Call of the Wild – Peru Hunting Reserve erweitert das bekannte Jagderlebnis um eine abwechslungsreiche Region, die vor allem durch ihre Landschaften und ihre ruhige Atmosphäre überzeugt. Zwischen offenen Ebenen, felsigen Abschnitten und dichter bewachsenen Gebieten entsteht schnell dieses typische Gefühl, einfach noch ein Stück weiterlaufen und nach der nächsten Spur suchen zu wollen. Die Tierwelt fügt sich gut in die Umgebung ein und sorgt dafür, dass sich viele Jagden angenehm anders anfühlen als in bereits bekannten Reservaten.
Ganz ohne bekannte Schwächen kommt aber auch Peru Hunting Reserve nicht aus. Lange Wege, ruhige Phasen und gelegentlich etwas zähe Spurensuche gehören weiterhin fest zum Spielprinzip. Wer damit schon beim Hauptspiel Probleme hatte, wird auch hier nicht plötzlich überzeugt. Fans erhalten dagegen eine stimmige neue Region, die genügend Abwechslung bietet und das entschleunigte Jagdgefühl sauber fortführt. Nicht jede Ecke überrascht, doch als Erweiterung funktioniert das Reservat insgesamt gut und liefert viele ruhige, spannende Momente.
Unsere Gesamtbewertung
75%

„Ein stimmungsvolles neues Jagdgebiet, das mit abwechslungsreichen Landschaften und dem bekannten ruhigen Spielfluss überzeugt.” – game7days

Game7Days Award Silber
Silber
ProContra
  • Abwechslungsreiche Landschaften
  • Stimmungsvolle und ruhige Atmosphäre
  • Neue Tierarten und Jagdmöglichkeiten
  • Gelungene Ergänzung zum Hauptspiel
  • Viele spannende Momente bei der Spurensuche
  • Passt gut zum entschleunigten Spielprinzip
  • Teilweise sehr lange Laufwege
  • Ruhige Phasen können sich ziehen
  • Grundlegendes Spielprinzip bleibt unverändert
Name: theHunter: Call of the Wild – Peru Hunting Reserve
Genre: Jagd-Simulation / Open World
USK/PEGI: 16 / 16
Entwickler: Expansive Worlds
Publisher: Avalanche Studios Group
Plattform: PC, PlayStation 5, PlayStation 4, Xbox Series X|S, Xbox One
Veröffentlichung: 16. Juni 2026
Shop: Shop
Anmerkung: theHunter: Call of the Wild – Peru Hunting Reserve wurde game7days für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein