Pizza backen ist leicht gemacht: Teig anrichten, ausrollen, Zutaten verteilen, Backen, Servieren und Essen. Aber wie sieht es mit dem Pizza verkaufen aus? Dies ist natürlich um einiges schwieriger, vor allem dann, wenn man eine ganze Pizzakette anführen muss oder will. Das hat man schon in Pizza Connection 1 und Pizza Connection 2 gemerkt. Der letzte Teil, also Pizza Connection 2 wurde im übrigen im Jahr 2001 veröffentlicht und begeisterte viele Spieler aufgrund seines Gameplays und dem hohen Schwierigkeitsgrad. Hier ist es nun einmal nicht getan, einfach eine Salami-Käse Pizza zu entwerfen und reich zu werden, sondern vielmehr eine Vielzahl an verschiedenen Pizzen, einem guten Restaurant, dem richtigen Standort und einem guten Management abhängig. Ob Pizza Connection 3 den Erwartungen gerecht werden kann, könnt ihr in unserem Review nachlesen!

Money, Money, Money…

Zunächst einmal ist es möglich, zwischen der Kampagne und dem Freien Spiel auszuwählen. Zu letzterem kann man nicht viel sagen. Dort wählt man zu Beginn die Stadt aus, legt dann die Bevölkerungsgröße, das Startkapital und die Konkurrenten fest, um danach zu versuchen, ein Imperium aufzubauen.

Folgende Städte stehen im freien Spiel zur Verfügung:

  • Berlin
  • Sydney
  • Rom
  • Paris
  • London
  • Washington

Die Kampagne machte uns hier aber schon um einiges mehr Spaß und auch dort erlebt man die Städte nach und nach! Wer nun glaubt: Hey ich starte mit einem Imperium und werde reich, hat sich (zum Glück getäuscht). Zu Beginn startet man mit einem kleinen Food-Truck mitten in Rom, welchen wir von unserem Onkel übernommen haben. Damit wird man zwar nicht reich, aber man kann sich ein Geldpolster aufbauen, um ein richtiges Lokal zu übernehmen! Natürlich hat so ein kleiner Truck auch einen Vorteil. Diesen kann man platzieren wo man möchte und er ist nicht auf Dauer an diesen Ort gebunden. Man kann ihn also nach Belieben neu platzieren. Hunger und Durst hat ein Mensch, daher haben wir ihn zumeist morgens bei einer U-Bahn Station stehen, um Arbeiter anzulocken. Nachmittags wiederum bei einer Schule oder Abends beim Kolosseum, da Touristen nicht gerade wenig Zahlen.

Simpel oder Speziell

Was wäre ein Pizza Connection Teil ohne den Pizza Creator. Diesen findet man natürlich auch in Pizza Connection 3 wieder. Sowohl der Pizza-Truck als auch ein angemietetes Restaurant benötigen Pizzen zum Verkaufen. Diese müssen aber erst einmal erstellt werden. Natürlich gibt es vorgefertigte Pizzen. Diese sprechen die Zielgruppen aber nicht immer an. Von diesen Zielgruppen gibt es insgesamt 6 verschiedene:

  • Arbeiter
  • Touristen
  • Teenager
  • Studenten
  • Gruftis
  • Bonzen

Jede Zielgruppe mag andere Kategorien an Lebensmittel lieber und dies unterscheidet sich ebenfalls von Stadt zu Stadt. Das bedeutet, dass Teenager zum Beispiel in Rom andere Lebensmittel mehr lieben als jene in Sydney. Der Teig kann im übrigen auch nach Belieben geformt werden! Daher sollte man gute Rezepte immer im Rezeptbuch abspeichern. Es gibt die Kategorien Gemüse, Käse, Fleisch, Fisch, Obst und Gewürze. Ferner kann man diese auch noch in 3 Stufen verkleinern oder vergrößern. Es ist also beispielsweise möglich, ein Würstchen komplett auf die Pizza zu legen, eine halbe Wurst darauf zu packen oder kleine Scheiben auf der Pizza zu verteilen. In der Rezeptliste sieht man die genaue Grammanzahl der genutzten Materialien, dein Einkaufspreis und auch, ob die jeweilige „Fraktion“ die Pizza mag. Ferner ist es hier auch möglich, den Verkaufspreis festzulegen oder die Kundenkommentare durchzulesen. So erfährt man beispielsweise, ob die Gruppe die Zutatenmenge und den Belag an sich mag und der Preis in Ordnung ist. Außerdem kann man einen Chefkoch für eine bestimmte Pizza anheuern, damit er diese erstellt. Je mehr ihr diesem zahlt (maximal 5.000$), desto besser wird die Pizza. Es macht aber grundsätzlich mehr Spaß, diese selbst zu erstellen!

Unser Ziel ist es also, eine Menükarte zusammenzustellen, um die verschiedenen Zielgruppen anzulocken. Hier muss man schon aufpassen: Je mehr verschiedene Pizzen man hat, desto mehr Kundengruppen lockt man an, aber desto mehr Zutaten müssen gekauft werden. Wir haben zumeist eher so agiert, dass wir uns zuerst die Statistiken angeschaut haben. Somit erfuhren, welche Zielgruppe um wieviel Uhr eher bei dem Restaurant vorbeischaut und statt 6 oder 7 Pizzen haben wir nur 2 oder 3 angeboten, die jedoch perfekt auf die Zielgruppe abgestimmt war. Diese Zutaten fliegen aber nicht von selbst ins Restaurant, sondern müssen von Lieferanten herangeschafft werden!

Es bedarf aber einiger Übung und Zeit, um festzustellen, wieviel die Kunden wirklich gewillt sind, zu zahlen. Teilweise sind die Zahlen astronomisch hoch und selbst Teenager zahlen viel zu viel für eine Pizza (über 30$), obwohl diese natürlich nur eine kleine Menge an Geld zur Verfügung haben. Dies sollte sich im Laufe der Zeit jedoch einpendeln.

Wer darf es sein?

In Pizza Connection 3 haben sowohl der Food Truck als auch das Restaurant einen Schichtdienst, welcher festgelegt werden muss. Eine Schicht dauert immer 6 Stunden. Es ist also möglich, 4 Schichten festzulegen. Davon raten wir aber meist ab, weil jedes Restaurant zu einer bestimmten Uhrzeit so gut wie keine Besucher haben wird und man somit ein Verlustgeschäft finanziert. Des Weiteren ist es anfangs schwierig, festzustellen, welche Angestellten sich lohnen. Jeder Angestellte hat seine Vor- und Nachteile. Meist ist es aber so: Je mehr Geld diese verlangen, desto schneller und effizienter arbeiten diese allerdings.

Nun muss man schauen, zu welcher Zeit ein guter, teurer Koch beispielsweise besser ist, als ein mittelmäßiger oder langsamer, um nach Möglichkeit die meisten Kunden zu versorgen. Selbiges gilt natürlich auch für die Servicekräfte. Natürlich ist es auch möglich mehrere Köche und Servicekräfte in einer Schicht arbeiten zu lassen, allerdings sind dies natürlich doppelte Kosten und man muss genau im Auge behalten, ob man einen Gewinn daraus ziehen kann.

Neben den Köchen und Servicekräften gibt es auch noch Lieferanten und Zusteller. Letztere schaltet man erst ab einer Restaurantgröße 2 frei, welche man im Laufe der Kampagne erforschen- und dann auch das jeweilige Restaurant vergrößern muss. Anschließend kann man dann einen Zustell-Raum festlegen und eine bzw. mehrere Rollerstationen hineinsetzen. Die Zusteller liefern dann je nach Einstellung im Schichtplan in den 6 Stunden Pizzen an die Kunden.

Die Lieferanten stellen jedoch einen wichtigen Punkt in Pizza Connection 3 dar. Zunächst einmal liefern diese bei einer höheren Bezahlung mehr Lebensmittel und sind grundsätzlich zuverlässiger. Außerdem muss man darauf achten, dass die Versorgung vor der ersten Schicht geschieht, damit während den Öffnungszeiten gewährleistet ist, dass der Koch arbeiten kann. Sinnvoll ist es auch, so bald wie möglich ein Lagerhaus anzumieten und dieses einem oder mehreren Restaurants zuzuweisen, damit der Lieferant kürzere Lieferzeiten hat. Außerdem kann man hier auch die Qualität der Zutaten einstellen. Diese sind zwar teurer, allerdings verderben sie nicht so schnell und die Kunden sind zufriedener.

Kampagne klassisch gehalten

Viele, auch wir, sehen die Kampagne eher als Tutorial für die freie Spielwelt, welches einige Stunden in Anspruch nimmt. Die Hintergrundgeschichte ist eine Familiengeschichte mit bekannten und unbekannten Freunden und Feinden und meist relativ leicht vorherzusehen. Sie macht ansich zwar Spaß, ist an einigen Stellen aber etwas trocken erzählt. Hat meinen eine bestimmte Aufgabe erledigt, erhält man einen neuen Brief, in welchem Hintergründe erläutert und eine neue Aufgabe zugeteilt wird. Manche der Aufgaben sind leicht und sogar relativ lustig designt. Beispielsweise muss Pizzen einen britischen Namen geben wie „Pizza Queen“ oder „Fab Four“ oder aber auch eines von drei verschiedenen Restaurants übernehmen!

Aber es gibt auch schwierige Missionen. Diese beinhalten meist, dass man einen bestimmten Gewinn innerhalb von wenigen Tagen erwirtschaften muss oder auch eine bestimmte Anzahl Pizzen in 3 Tagen verkaufen soll, ohne Rücksicht auf Verluste. Hier sind die Feineinstellungen vom Verkaufspreis der Pizzen von Vorteil, da man diesen jederzeit noch ändern kann! Ab und zu gibt es noch Nebenaufgaben wie zum Beispiel das Steigern der Zufriedenheit der Kunden oder auch auch dem Starten von Marketing-Kampagnen! Hier hätte man sich mehr einfallen lassen können wie zum Beispiel regelmäßige Kontrollen vom Gesundheitsamt (Pizza Connection 2) oder Feste in Städten, welche mehr Touristen anlocken.

Forschung will gelernt sein

Wie bereits gesagt, muss man diverse Dinge im Spiel erforschen. In dem freien Spiel kann man dies nach Belieben tun, aber in der Kampagne geschieht das im Laufe der Zeit nach und nach automatisch. Darunter zählen zum Beispiel der Lieferservice oder die Vergrößerung des Restaurant. Aber auch neue Werbeflächen lassen sich freischalten, neue Möbel erwerben, Maskottchen freischalten und so weiter!

Zu Beginn ist es beispielsweise gerade einmal möglich, ein einziges Maskottchen anzuwerben, welches in einem Kostüm, passend zum Logo, Kunden anwirbt. Dafür können wir dieses wie auch den Pizza Truck nach Belieben zu einem bestimmten Ort schicken und dort arbeitet es dann. Nachts zeltet das Maskottchen dann an der jeweiligen Stelle. Weitere Marketing-Werbungen geschehen über Säulen oder diverse Medien. Hier wählt man das jeweilige Medium aus, zum Beispiel Zeitung oder Fernsehen, wählt das Werbethema aus (z.B. Preise, Pizza, Service etc.) und stellt die Reichweite ein. Je höher eingestellt ist, desto mehr kostet euch die Werbung. Jede Zielgruppe reagiert auf eine andere Werbungsart. Gruftis sind zum Beispiel Radio-Fans und Studenten mögen Social Media am liebsten.

Schade ist aber, dass dieses Marketing nicht wirklich nachvollziehbar ist. Man kann nur grob anhand der Besucherzahl abschätzen, ob und inwiefern die Werbung neue Besucher angelockt hat, da es keine direkte Statistik gibt, welche dies darstellt.

Feinde meines Feindes sind meine Freunde..oder nicht?

Neben unseren Restaurants gibt es natürlich auch Konkurrenten. Diesen kann man nicht immer mit legalen Mitteln beikommen. Dafür können wir Mafiosi, Handlanger oder auch Vandalen einstellen, welche man in einem kleinen Echtzeit-Strategiespiel durch die Stadt seuern müssen. Mit diesen können wir Ratten im gegnerischen Lokal aussetzen, Küchen sabotieren oder auch andere Maskottchen verprügeln. Natürlich gibt es in Pizza Connection 3 auch Polizisten. Daher ist es wichtig, dass man aufpasst, um von diesen nicht erwischt zu werden. Diese patrouillieren regelmäßig durch die Stadt und sind diese zu nah, während man den Gegner sabotiert, nehmen sie diesen natürlich fest, was nicht gut für den eigenen Ruf sein dürfte. Im freien Spiel ist es aber auch möglich, komplett friedfertige Konkurrenten auszuwählen, damit man auf solche Aktionen nicht zurückgreifen muss!

Wenn man darauf nicht verzichten will, muss man aber damit rechnen, dass die Aktionen des Konkurrenten teils eintönig wirken können. Deren Aktionen wiederholen sich oft, wenn nicht sogar täglich und können auf Dauer als sehr störend empfunden werden. Wenn man jeden zweiten Tag Ratten im Restaurant vorfindet, rollt man irgendwann schon genervt mit den Augen. Vielleicht reagiert man ja darauf und implementiert vielleicht eine Art Aufpasser oder auch Rausschmeißer in Pizza Connection 3.

Alles in allem hat man Gameplay-technisch auf jeden Fall viel Spaß.

Grafik und Sound in Ordnung

Alles in allem kann man über den Sound und die Grafik definitiv nicht meckern. Man sollte natürlich keine realistische Darstellung erwarten, da es bei Pizza Connection seit jeher eher um das Gameplay ansich ging. Allerdings funktioniert das ganze Spiel weitgehend lagfrei und Grafikfehler konnten wir so auch nicht bemerken. Schön ist es auch, dass man das Restaurant von der Einrichtung her komplett anpassen kann und die verschieden geformten Pizzen auch so im Spiel dargestellt werden. Auch den Sound empfanden wir nicht als störend. Dieser lief in einer geringen Lautstärke im Hintergrund und man hat jetzt keine Soundfehler entnehmen können. Schön fanden wir hingegen, dass die Briefe komplett vertont wurden!

Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
75 %
QuellePizza Connection 3
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Bevor ich das neue Online-Gamingmagazin Alpha-Omegagaming mit aufgebaut habe / am Aufbauen bin, war ich ca. 2 Jahre bei Game2gether als Redakteur dabei. Toni und ich haben uns nach reichlicher Überlegung dazu entschlossen, ein eigenes Magazin auf die Beine zu stellen. Meine Interessen liegen hauptsächlich im MMO und RPG Bereich.