Sniper Ghost Warrior Contracts 2 – Test / Review (PC)

Quelle: CI Games

Wer lieber leise und schleichend vorgehen will, um seine Feinde gezielt auszuschalten, eher  einem offenen und teils hektischen Kampfes eines beispielsweise Call of Duty aus dem Weg gehen möchte, der ist bei Sniper Ghost Warrior Contracts 2 von CI Games genau richtig. Natürlich ist ferner unser Ziel, möglichst unentdeckt als auch unverletzt von Missionen zurückzukehren. Das geschilderte macht den besonderen Reiz für diesen Stealth-Shooter aus.

Natürlich ist die Anzahl der Spiele überschaubar, aber CI Games hat sich die Kritik des Vorgängers zu Herzen genommen und doch ein über weite Strecken solides Spiel abgeliefert. Nach wie vor hakt es hier und da doch noch ein wenig, aber im Grundprinzip überwiegt bei weiten Strecken das positive Erlebnis dem negativen aus unserer Sicht.

Pulverfass Mittlerer Osten

Die Story spielt sich in einem fiktiven Staat, genannt Kuamar, ab. Angesiedelt ist dies bei bekannten Ländern wie Syrien, um eine genauere Vorstellung des Schauplatz zu bekommen. In Kuamar wurde der dortige Machthaber umgebracht und Angehörige sind auf Rache aus. Natürlich hinterlässt auch ein Diktator eine Lücke im instabilen Machtgefüge, es droht ein aufziehender Krieg in der eh so instabilen Region im Mittleren Osten und gleicht einem Pulverfass. Hier greifen wir und unser Scharfschützengewehr als Retter in der Not dann ein und es gilt für uns, eine weitere Eskalation der aktuellen Situation zu unterbinden.

Unser Primärziel ist es in jeder Mission, so leise aber auch unentdeckt vorzugehen und nicht unseren Gegner über unser Vorhaben im Vorfeld zu alarmieren. Insofern wir scheitern, müssen wir uns mit MG, Schrotflinte & Co. in offenem Kampf gegen unseren Feind zur Wehr setzen. Die Kunst eines guten Scharfschützen ist es demnach, seinen Gegner unentdeckt einen nach dem anderen und am Besten gleichzeitig auch lautlos, zu eliminieren. Man muss seine Gegner und deren Verhalten genau beobachten und studieren. Oftmals ist ein langsameres und bedachtes Vorgehen gefragt, sonst kann eine Mission scheitern. Auch sollte man eventuell eigene Positionen im Vorfeld auskundschaften um dann im richtigen Moment überraschend und gnadenlos zuschlagen zu können. Was ärgerlich ist,

Des Weiteren sind einige Dinge zu beachten. Hierzu zählen dann beispielswiese auch der Wind, den es mit einzukalkulieren gilt, um auch aus über einem Kilometer Distanz zuschlagen zu können. Des Weiteren haben wir Zugriff auf allerhand nützliche Dinge und Gadgets, welche ein gut ausgerüsteter Soldat hinter den feindlichen Linien einsetzen kann. Ob ein mobiles Geschütz, welches markierte Ziele ausschalten kann oder eine Drohne, welche Gegner markiert oder Sicherheitssysteme umgehen kann. Auch Granaten und Giftpfeile ergänzen unser Arsenal an Möglichkeiten, um Feinde auszuschalten.

Seine Umgebung sollte man lernen, sich zu Nutze zu machen. Durch Einsatz unseres Fernglases entdecken wir so manch nützlichen Gegenstand beim auskundschaften einer feindlichen Basis. So können wir auf unserem Weg zum Primärziel, welches wir natürlich auch auf große Distanz ausschalten möchten, Gegner ablenken oder explosive Fässer für unseren Zweck benutzen. Oder man lässt einfach dank eines gezielten Schusses einen Container auf seinen Feind herabfallen, welcher dann seinen Zweck mehr als erfüllen kann.

Sniper Ghost Warrior Contracts 2 bietet hierfür fünf Karten zum austoben und ausprobieren von unterschiedlichem, taktischen Vorgehen an. Oftmals begegnet man während der Abarbeitung der Hauptmission auch Nebenmissionen oder auffindbaren Sammelobjekten, welche mehr oder weniger auch für ein wenig Abwechslung sorgen können.  Man kann sich nahezu frei auf der Karte bewegen, kann aber nicht, wie in einem Open-World Titel, jeden Ort ansteuern. Trotzdem wirken diese, dank der eingesetzten CryEngine, schon beeindruckend und bieten viel Freiraum zum probieren. Denn man kann unterschiedlichste Taktiken bei Missionen einsetzen, wie man ein Ziel ausschalten kann und laden gerade dazu ein, diese zu wiederholen, bis man die Arbeit des eigenen Scharfschützen nahezu perfektioniert hat.

Mit unserem verdienten Geld, welches wir für erfüllte Missionen erhalten, können wir andere Aufsätze für unsere Waffe kaufen. Auch vergeben wir fleissig Skillpunkte und verbessern unsere Fähigkeiten, bis wir nahezu einem Terminator gleichen. Wobei nicht ganz, dann trotz verbesserten Skills gilt es weiterhin, von Mission zu Mission, mit Ruhe und Sorgfalt vorzugehen.

Denn das Speichersystem von Sniper Ghost Warrior Contracts 2 erweist sich oftmals als zusätzliche Hürde. man darf nicht jederzeit abspeichern. Einerseits gut, da man wirklich über sein Vorgehen nachdenken muss und nicht einfach drauf losstürmt, da man ja wieder auf den Speicherstand zurückgreifen kann. Andererseits eine Quicksave Funktion wäre gut gewesen. Es kann durchaus vorkommen, dass man aufgrund unglücklicher Umstände gezwungen wird, auch ein Neustart des Gebiets in Betracht zu ziehen, da der letzte Autospeicherpunkt zwar vorhanden ist, aber getötete Wachen beispielsweise wieder leben oder man sich sogar in einer komplett alarmierten Basis wiederfindet und chancenlos ist.

Auf unserem PC wirkt Sniper Ghost Warrior Contracts 2 über weite Strecken grafisch sehr beeindruckend und glänzt mit detaillierten und scharfen Texturen. Bietet aber auch nicht jene Kost, welche uns so beeindruckt, um andere Titel vergleichsweise zu dominieren oder in den Schatten zu stellen. Auch die Feind-KI verhält sich überwiegend den Umständen entsprechend durchschnittlich, zeigt aber auch ab und zu kleine Aussetzer, wo sie uns eigentlich bemerken oder vermuten könnte. Man kennt es ja, das alte Kopf hoch-Kopf runter Spielchen, bis die Kugel letztendlich doch einschlägt. Oder aber die Feind-KI stürmt vor, obwohl schon mehrere Kameraden von dieser an einer Stelle den Tod gefunden haben.

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Für mich persönlich mal wieder ein purer Schlag ins Gesicht stellt der Umstand dar, dass die Deutsche Version zensiert ist. Dies ist was halt wieder einmal typisch für dieses Land, sich als volljähriger Mensch bevormunden lassen zu müssen und wirkt, wie bei manch anderem Titel auch, geradezu lächerlich und vor allem nicht mehr Zeitgemäß. Wie wirkt sich dies aus? Bei normalen Treffern gibt es eher kaum Blutspritzer, hingegen bei Zeitlupeneinstellungen etwas mehr Blut zu sehen. Allerdings werden weder die Gliedmaßen noch die Köpfe des Gegners abgetrennt.

Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
83 %
QuelleSniper Ghost Warrior Contracts 2
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Projektleiter und Redakteur von game7days, ehemals Alpha-Omegagaming seit 2014. Ich betreue die Infrastruktur, als auch die Gewinnspiele der Webseite.