Ranch Simulator – Test / Review (PC)

Wer hat noch nie davon geträumt, einen eigenen Bauernhof oder eine eigene Ranch zu besitzen? Ich würde vermuten: So gut wie niemand. Nicht umsonst gibt es viele Spiele dieser Art in Pixelgrafik oder in einer Art Chibi-Design. Natürlich gibt es auch Spiele mit realistisch gehaltener Grafik, aber dies betrifft zumeist nur einen Teil der „Landwirtschaft“. Dem Entwickler Twin Dog war dies jedoch zu wenig. Aus diesem Grund hat der Publisher Excalibur Games nun vor wenigen Tagen den „Ranch Simulator“ veröffentlicht. Wir haben uns das Spiel genauer angeschaut, um euch darüber berichten zu können.

Was für eine Bruchbude

Bei Spielstart müssen wir erst einmal unseren Charakter erstellen. Hier stehen dem Spieler neben der Auswahl zwischen „Männlein“ und „Weiblich“ viele verschiedene Optionen zur Verfügung. Angefangen bei der Körperstatur, über die Frisur, das Gesicht, dem Alter und viele andere Kleinigkeiten. Schon hier macht sich bemerkbar, dass man versucht hat, das Aussehen so realistisch wie möglich zu halten.

Nachdem man seinen Charakter erstellt hat, geht es ins Spiel. Hier kommen wir beim ersten Mal an der Bushaltestelle an, bei welchem wir ein kleines Tutorial durchführen müssen. Durch dieses lernt man die Steuerung weitgehend kennen, welche man im Spiel benötigt. Ferner startet hier eine kleinen Questreihe, welche uns die Grundlagen des Spiels beibringen soll. Mitten in einer heruntergekommenen Bruchbude finden wir einen Brief, welcher besagt, dass wir eine Ranch geerbt haben, welche allerdings komplett heruntergekommen ist. Unsere Aufgabe ist, diese Ranch wieder auf Vordermann zu bringen.

Alles mit den Händen?

Natürlich müsst ihr dies nicht mit euren bloßen Händen tun. Nachdem man im Spiel ein Auto bekommen hat, führt die Quest den Spieler zunächst einmal zur Tankstelle. Dort angekommen kann der Spieler nun das Auto auftanken und später auch die Reservekanister. Hierfür gilt es einfach nur, den Zapfhahn aus der Säule zu nehmen und diesen am Kanister zu platzieren oder eben beim Auto-Tank. Ein Klick anschließend auf die Zapfsäule reicht und schon wird getankt. Das Geld wird sofort von eurer Haushaltskasse abgezogen, welche ihr am oberen rechten Bildschirmrand im Glossar sehen könnt.

Der zweite Punkt ist jedoch der wichtigste, dem ihr häufig ein Besuch abstatten werdet. Hierbei handelt es sich um eine Art „Markt“ oder „Laden“. Dort angekommen könnt ihr zunächst einmal an einem Schalter Objekte, Gegenstände oder auch Tiere erwerben. Am wichtigsten sind zu Beginn auf jeden Falle ein Hammer, eine Axt und ein Brecheisen. Auch ein Eierkorb wird empfohlen. Aber natürlich gibt es hier auch andere Objekte wie zum Beispiel ein sogenanntes Ovoskop. Was es damit auf sich hat, erklären wir euch später noch. Auch könnt ihr im Laden Munition, Eimer, Milchkannen oder ähnliche Gegenstände kaufen. Tiere bekommt ihr, wie bereits geschrieben, ebenfalls hier. Angefangen bei verschiedenfarbigen Hühnern, über Hähne, Schweine, Schafe bis hin zu Kühen ist alles dabei.

Der dritte, und aktuell letzte Stop, wird bei dem Autohaus gemacht. Hier könnt ihr mit einer bestimmten Menge Geld neue Fahrzeuge und Vehikel kaufen. Dies ist auch erforderlich, denn größere Nutztiere können selbstverständlich nicht mit einem kleinen Fahrzeug transportiert werden. Natürlich könnt ihr hier auch die Lackierung ändern, ein Radio einbauen oder andere Kleinigkeiten erledigen.

Schaffe, schaffe, Häusle‘ baue!

Wieder auf der Ranch geht es nun daran, sich eine Lebensgrundlage aufzubauen. Aber zuerst muss der Schandfleck einer Hütte verschwinden. Hierfür könnt ihr über das Aktionsrad das Brecheisen auswählen und diese Hütte von oben nach unten Abreißen. Wichtig ist hier, immer zuerst die Kleinigkeiten wie Türen, Türrahmen, Lampen, Matratzen etc. zu zerstören, anschließend die Tapete zu entfernen und dann wie Decke und Wände einzureißen. So arbeitet man sich Stück für Stück ins Erdgeschoss, bis das Haus ganz abgerissen ist.

Hier kommt nun der Hammer ins Spiel. Wenn der Spieler diesen ausrüstet, kann er nun an der Stelle eines von vielen Fertighäusern auswählen. Zu unserem Testzeitpunkt stand nur eines zur Verfügung. Hat man dieses ausgewählt, sieht man nur noch ein blaues Grundgerüst und muss nun Holzbretter hinschaffen zum Aufbau. Diese zu bekommen, ist einfacher, als es klingt. Hackt hierfür einfach Bäume ab, bringt sie zur Sägemaschine im Nachbarhaus, schaltet diese an und die Stämme, welche ihr platziert, werden automatisch zu Brettern. Falls die Säge nicht anspringt, müsst ihr sie natürlich zunächst mit Benzin aus dem Kanister auftanken.

Schafft ihr nun die Bretter zum Haus, könnt ihr diese an den blauen „Stellen“ platzieren und beobachten, wie euer Haus Stück für Stück entsteht, bis es ganz fertig ist. Auf die gleiche Weise erschafft ihr im Übrigen auch die Scheune.

Tiere gehören nicht in die Wohnung

Damit ihr Tiere halten könnt, müsst ihr natürlich für deren Unterbringung sorgen. Dafür steht euch eine große Wiese zur Verfügung, auf welcher ihr diverse Unterbringungen errichten könnt. Um dies zu tun, müsst ihr vorher immer mit dem Rasenmäher den Rasen mähen, sonst funktioniert dies nicht. Aktuell gibt es hier einen kleinen Baugrund, 2 mittlere und einen großen.

Die wichtigsten für euch sind zunächst einmal sowohl der kleine als auch die beiden mittleren Baugründe. Mit eurem ersten Geld könnt ihr bei dem kleinen Baugrund einen kleinen oder einen mittleren Hühnerstall platzieren. Dies kostet euch lediglich Geld, Material müsst ihr jedoch nicht hinbringen. Ist der Stall gebaut, könnt ihr gekaufte Hühner in diesen platzieren und diese kennen sofort den jeweiligen Stall ans „Heimat“ an. Sorgt nun noch mit Weizen aus dem Laden für Futter und mit einem Eimer und Wassertank für genug Wassernachschub, damit eure Tiere nicht an Durst und Hunger sterben können. Relativ schnell beginnen die Hühner nun auch, Eier zu legen. Anfangs könnt ihr diese einfach sofort mit dem Korb einsammeln und diese anschließend im Verkaufsbereich beim Laden verkaufen.

Habt ihr genug Geld eingenommen, könnt ihr dieses nun investieren, um auf einem der mittleren Plätze entweder einen großen Hühnerstall zu bauen oder sogar ein Luxus-Hühnerstall zu platzieren. Beide umfassen jeweils 20 Plätze für Tiere. Der Unterschied hier ist, dass bei dem großen Hühnerstall möglich ist, Eier sofort einzusammeln, indem man eine Schublade öffnet. Bei dem Deluxe Hühnerstall hingegen gibt es dafür einen „Außenbereich“. Mit genügend Geld könnt ihr diese Ställe auch „erweitern“ bzw. verbessern, indem ihr Futter- und Wasserstellen hinzufügt. Sammelt regelmäßig auch die Hinterlassenschaften der Tiere ein, damit es nicht zu dreckig wird. Nachwuchs oder weitere Hühner könnt ihr entweder kaufen oder selbst dafür sorgen. Dazu aber später mehr.

Der große Bauplatz jedoch ist für die Scheune. Diese könnt ihr mit einem Gehege vergrößern, Türen hinzufügen, einen Wassertrog und Futtertrog anbauen, ein Silo für Futter anlegen oder den Stall sogar mehrmals im Allgemeinen vergrößern. Je größer der Stall ist, desto mehr Tiere könnt ihr natürlich erwerben. Im Gegensatz zu den Hühnern müsst ihr diesen Stall jedoch von Hand aufbauen. Allerdings geht dies schnell von der Hand.

Züchten leicht gemacht!

Aktuell ist es lediglich möglich, bei Hühnern durch Nachwuchs Geld zu sparen. Hierfür benötigt man zunächst einen Hahn, welchen man für 250$ aus dem Laden erwerben kann. Diesen steckt ihr zu euren Hennen in den Hühnerstall setzen. Ab diesem Moment kann es passieren, dass die Eier befruchtet sind. Ab sofort gilt: Vorsicht ist geboten! Hebt ihr befruchtete Eier auf, greifen euch die Hennen an, welcher das Ei gehört. Achtet also darauf, dass diese nicht in der Nähe ist oder setzt sie kurzzeitig in einen sicheren Bereich.

Um zu Überprüfen, ob ein Ei befruchtet ist, könnt ihr ein Ovoskop nutzen. Platziert darauf die Eier, schaltet ihn an und betrachtet diese anschließend. Am besten funktioniert das in der Ego-Perspektive. Seht ihr nun an den Eiern eine Art „Markierung“, wisst ihr automatisch, dass das Ei befruchtet ist. Wir empfehlen nun, diese Eier wieder in den Stall zu legen und nur die unbefruchteten zu Verkaufen. So erhaltet ihr Küken, welche zu Hühnern werden nach einer gewissen Zeit und ihr bekommt so natürlich mehr Eier jeden Tag.

Kühe sind natürlich dafür da, Milch zu geben, welche ihr ebenfalls verkaufen könnt und Schweine werden im Laufe der Zeit dick und prall genug, um guten „Bacon“ abzugeben, welchen ihr natürlich anschließend ebenfalls verkaufen könnt.

Auf zur Jagd

Da dies aber Geld kostet, was nicht auf Bäumen wächst, gibt euch das Spiel zwei Möglichkeiten an die Hand, um genug Geld zu verdienen. Die erste wäre hier: Fällt Bäume, verarbeitet die Stämme zu Brettern. Diese könnt ihr nun für Geld verkaufen.

Die weitaus lukrativere Methode ist es, in den Wäldern jagen zu gehen. Dort gibt es die schreckhaften Rehe und Hirsche, aber auch aggressive Bären. Mit eurer Schusswaffe könnt ihr beides erlegen, diese dann häuten und das Fleisch der Tiere verkaufen. Rehe und Hirsche geben jeweils 3 Fleischbrocken, Bären normalerweise 4. Letztere sind natürlich gefährlicher, weil diese euch „ausschalten“ können, wodurch ihr den Tag von neuem beginnen müsst. Mit ein wenig Übung lässt sich so aber genug Geld verdienen.

Das Geld investiert ihr dann natürlich wieder Tierfutter, kauft neue Autos, baut auf eurer Farm den Brunnen neu auf und einen Signalturm, welcher euch mehr Radiosender gewährt. Am meisten macht der Farmalltag aber mit mehreren Spaß.

Zu zweit „farmt“ es sich besser

Es ist in Ranch Simulator möglich, mit bis zu drei anderen Spielern zusammenzuspielen. Diese können mit ihrem eigenen erstellten Charakter eurem Spiel beitreten und dort auch alles machen, was ihr ebenfalls könnt. Auch ist es so möglich, sich den Tag besser einzuteilen. Ein Spieler geht jagen, einer versorgt die Hühner, der dritte Spieler kümmert sich um das Vieh und der vierte kümmert sich um den Kauf oder Verkauf von Tiergütern.

Achtet aber immer darauf, dass ihr nicht jede Nacht „durchspielt“, sondern irgendwann ins Bett geht und damit speichert. Stirbt man aktuell als Hauptspieler, werden alle anderen Spieler aus der Lobby geschmissen. Ob dies noch geändert wird, wissen wir nicht.

Kommende Inhalte? Ja bitte!

Viele bemängeln aktuell, dass es zu wenig Inhalt im Spiel gibt und teilweise stimmt dies auch, dass es schnell eintönig wird. Allerdings muss man sich vor Augen halten, dass es sich um ein relativ günstigen Early Access Titel handelt. Wenn man jedoch der „Roadmap“ glauben schenkt, ist noch einiges an Updates geplant.

Den Anfang wird laut aktueller Planung im April das Fleisch und Molkerei-Update machen, ebenso wie neue Quests. Im Juni folgt dann der „Hardware“-Store, welchen man jetzt schon im Spiel sieht, diesen aber nicht betreten kann. Ferner kommt dann die Möglichkeit, Schweine zu züchten und tägliche Quests anzunehmen. Im August folgen dann die Pferde.

Alles in allem können wir euch weder zu dem Spiel raten, noch euch davon abraten. Aber mehr hierzu im Fazit.

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Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
70 %
QuelleRanch Simulator
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Bevor ich das neue Online-Gamingmagazin Alpha-Omegagaming mit aufgebaut habe / am Aufbauen bin, war ich ca. 2 Jahre bei Game2gether als Redakteur dabei. Toni und ich haben uns nach reichlicher Überlegung dazu entschlossen, ein eigenes Magazin auf die Beine zu stellen. Meine Interessen liegen hauptsächlich im MMO und RPG Bereich.