Where Winds Meet gehört inzwischen zu den Spielen, die man auf einer gamescom nicht mehr groß erklären muss. Das Open-World-Action-RPG von Everstone Studio hat sich seit seinem weltweiten Start Ende 2025 enorm entwickelt und war auch auf der gamescom 2026 prominent vertreten. Während unseres rund 30-minütigen Termins konnten wir uns die aktuelle Demo rund um die Erweiterung Hidden Mountain genauer ansehen. Weitere Eindrücke direkt aus Köln sammeln wir wie gewohnt in unserer gamescom-Rubrik auf GAME7DAYS.
Dabei trafen wir nicht mehr auf das Where Winds Meet vom ursprünglichen Release. Inzwischen ist das kostenlos spielbare Wuxia-RPG auf mehreren Plattformen vertreten und wurde seit dem Start kontinuierlich erweitert. Rund um die gamescom machte zusätzlich die Marke von mehr als 100 Millionen Spielern die Runde. Technisch bleibt der Titel ebenfalls interessant: Where Winds Meet gehört zu den Spielen, für die moderne NVIDIA-Techniken vorgesehen sind. Mehr dazu hatten wir bereits in unserem Artikel zu DLSS 5 und den kommenden unterstützten Spielen zusammengefasst.
Hidden Mountain zieht die Spielwelt stärker in die Höhe
Gerade Hidden Mountain zeigt ziemlich deutlich, wohin Everstone Studio mit Where Winds Meet inzwischen möchte. Statt einer Landschaft, die hauptsächlich in die Breite gezogen wird, arbeitet die neue Region wesentlich stärker mit unterschiedlichen Höhenebenen. Berge, schmale Pfade, Gebäude und tiefer gelegene Bereiche greifen ineinander. Das kommt dem ohnehin sehr beweglichen Charakter entgegen und sorgt dafür, dass die Erkundung nicht einfach nur aus dem Weg von einem Questmarker zum nächsten besteht.

Where Winds Meet lebt davon, dass wir Mauern überwinden, durch die Landschaft springen und uns teilweise fast schwerelos durch die Umgebung bewegen. Innerhalb der Bergregion bekommt dieses Bewegungssystem deutlich mehr Raum. Gleichzeitig bleibt die typisch chinesische Gestaltung erhalten, wird hier aber mit technischen Konstruktionen der Mohisten verbunden. Dadurch entsteht stellenweise ein ungewöhnlicher Mix aus klassischer Wuxia-Optik und beinahe schon ostasiatischem Steampunk.
Gerade bei der Erkundung erinnert Where Winds Meet daran, wie unterschiedlich offene Spielwelten inzwischen umgesetzt werden. Auch Honkai Nexus Anima auf der gamescom 2026 setzte bei unserem Messebesuch stark auf eine farbenfrohe Welt, die zum Erkunden einlädt, verfolgt spielerisch allerdings einen völlig anderen Ansatz.
Visuell macht Hidden Mountain gerade in den größeren Panorama-Szenen einiges her. Der Detailgrad der Umgebung, die Sichtweite und die teilweise massiven Konstruktionen sorgen dafür, dass man während einer kurzen Messe-Demo durchaus einmal stehen bleiben möchte. Die Spielwelt wirkt nicht einfach nur groß, sondern an vielen Stellen bewusst inszeniert.

Drunken Master bringt kontrolliertes Chaos in die Kämpfe
Noch interessanter wurde unser Termin beim Kampfsystem. Where Winds Meet besitzt ohnehin eine umfangreiche Auswahl an Waffen, Kampfkünsten und sogenannten Mystic Arts. Schwerter, Speere, Doppelklingen, Fächer und ungewöhnlichere Waffen gehören längst zum Repertoire. Für die gamescom-Demo stellte Everstone Studio zusätzlich einen neuen Kampfstil in den Vordergrund, der sich am klassischen Drunken Master orientiert.
Die Bewegungen wirken auf den ersten Blick beinahe unkontrolliert. Die Figur schwankt, kippt zur Seite und lässt Angriffe teilweise absichtlich unbeholfen aussehen. Dahinter steckt natürlich ein bewusst choreografierter Kampfstil. Genau dadurch unterscheidet er sich angenehm von vielen der eleganteren Techniken im Spiel. Where Winds Meet kann ohnehin ziemlich spektakulär werden, hier wirkt das Ganze aber noch einmal verspielter.

Dass ausgefallene Kampfsysteme auf der diesjährigen Messe häufiger im Mittelpunkt standen, zeigte auch unser Hands-on zu Castlevania Belmont’s Curse auf der gamescom 2026. Dort sorgt unter anderem das neue Arkana-System für zusätzliche Möglichkeiten, während Where Winds Meet stärker auf die Kombination aus Martial Arts, Bewegung und Spezialfähigkeiten setzt.
Die Demo führte uns außerdem gegen einen stärkeren Gegner aus der Vergangenheit des Protagonisten. Solche Begegnungen passen gut zu einem Spiel, das seine Bosskämpfe oftmals wie kleine Martial-Arts-Filme inszeniert. Ausweichen, Konter, schnelle Positionswechsel und Spezialfähigkeiten wechseln sich in kurzer Folge ab. Gerade während hektischer Szenen kann allerdings sehr viel gleichzeitig auf dem Bildschirm passieren. Effekte, Bewegungen und Partikel sehen eindrucksvoll aus, erschweren gelegentlich aber auch das Lesen eines Kampfes.
Einen deutlich bodenständigeren, aber ebenfalls aktiveren Ansatz beim Kämpfen konnten wir bei Resonance A Plague Tale Legacy auf der gamescom 2026 sehen. Der Vergleich zeigt ganz gut, wie unterschiedlich Action-Adventures und Rollenspiele inzwischen mit direkten Konfrontationen umgehen.
Ein Free-to-Play-RPG mit immer größerem Umfang
Where Winds Meet gehört inzwischen zu den Spielen, bei denen eine halbe Stunde eigentlich kaum reicht. Waffen, Kampfstile, Charakterentwicklung, Open-World-Aktivitäten, Koop-Elemente und zahlreiche Erweiterungen treffen aufeinander. Neue Spieler bekommen entsprechend viel geboten, müssen sich allerdings auch erst einmal in eine Menge Systeme einarbeiten.
Gerade das Free-to-Play-Modell macht den Titel für viele Spieler interessant. Dieses Thema begleitet uns auf der gamescom inzwischen regelmäßig. Bei Aniimo auf der gamescom 2026 war beispielsweise ebenfalls entscheidend, wie kostenlose Inhalte und Monetarisierung miteinander verbunden werden. Where Winds Meet verfolgt hier einen anderen Ansatz und setzt vor allem auf den stetigen Ausbau seiner vorhandenen Welt.
Für unseren kurzen Messe-Termin funktionierte der unmittelbare Einstieg erstaunlich gut. Die Steuerung reagierte direkt, die Bewegungen gingen flüssig ineinander über und gerade in den Kämpfen entsteht schnell ein angenehmer Rhythmus. Wer sämtliche Systeme verstehen möchte, braucht allerdings deutlich mehr Zeit als die 30 Minuten, die uns auf der gamescom zur Verfügung standen.
100 Millionen Spieler und ein gamescom Award
Dass Where Winds Meet längst kein kleiner Geheimtipp mehr ist, zeigte sich spätestens rund um die Messe. Mehr als 100 Millionen Spieler sind inzwischen eine Größenordnung, mit der sich das Wuxia-RPG klar unter den großen internationalen Free-to-Play-Titeln einordnet.
Dazu kam in Köln eine weitere Auszeichnung: Bei den gamescom awards 2026 gewann Where Winds Meet die Kategorie Best Mobile Game. Besonders interessant ist dabei, wie weit Everstone Studio das ursprünglich stark auf PC und Konsole wahrgenommene Erlebnis inzwischen über unterschiedliche Plattformen hinweg ausgebaut hat.
Auch im Vergleich zu vielen anderen Titeln unseres diesjährigen Messeprogramms fiel Where Winds Meet damit etwas aus dem Rahmen. Während etwa Turok Origins auf der gamescom 2026 auf kompakte Koop-Action und direkte Gefechte setzt, möchte Where Winds Meet eine dauerhaft wachsende Welt bieten, in der Erkundung, Geschichte und Martial-Arts-Kämpfe ineinandergreifen.
Die 30 Minuten in Köln konnten naturgemäß nur einen Ausschnitt davon zeigen. Hidden Mountain hinterließ dabei vor allem durch seine vertikalere Gestaltung und den Drunken-Master-Kampfstil einen guten Eindruck. Gleichzeitig wird deutlich, wie umfangreich Where Winds Meet mittlerweile geworden ist – und dass Everstone Studio offenbar noch längst nicht am Ende seiner Reise durch das Jianghu angekommen ist.






