
Nur wenige Wochen trennen Transport Fever 3 noch von seiner Veröffentlichung. Entsprechend interessant war der diesjährige Auftritt von Urban Games auf der gamescom 2026. In Halle 8.1 konnten Besucher an mehreren Demo-Stationen selbst Hand anlegen und dafür sogar Sessions von bis zu einer Stunde einplanen. Ein ungewöhnlich großzügiger Zeitrahmen für eine Messe und gleichzeitig eine gute Gelegenheit, sich nicht nur oberflächlich durch ein paar Menüs zu klicken.
Dabei zeigte sich recht schnell, wie sehr Urban Games den Schwerpunkt gegenüber dem Vorgänger erweitert hat. Natürlich spielen Eisenbahnen, Lastwagen, Busse, Flugzeuge oder Schiffe weiterhin eine zentrale Rolle. Einfach möglichst profitable Linien aufzubauen und anschließend dem Verkehr zuzusehen, beschreibt Transport Fever 3 inzwischen aber nur noch teilweise. Wirtschaft, Städte, Infrastruktur und die Zufriedenheit der Bevölkerung greifen stärker ineinander und machen aus der bekannten Transportsimulation zunehmend einen umfangreichen Tycoon.
Bereits bei unserem ersten Hands-on mit Transport Fever 3 auf der gamescom 2025 konnten wir uns einen Eindruck davon verschaffen, wohin Urban Games mit dem dritten Teil möchte. Ein Jahr später ist aus vielen damals noch einzeln vorgestellten Ideen ein deutlich klarer erkennbares Gesamtbild geworden.
Vom Verkehrsunternehmen zum richtigen Tycoon
Ein funktionierendes Streckennetz bleibt das Fundament von Transport Fever 3. Profit allein soll allerdings nicht mehr ausreichen. Städte entwickeln sich abhängig davon, wie gut sie angebunden und versorgt werden. Gleichzeitig spielen Faktoren wie Lieferzeiten, Verkehrsaufkommen, Lärm, Umweltbelastung und die Qualität des eigenen Transportnetzes eine größere Rolle.
Dadurch entsteht eine deutlich engere Verbindung zwischen den einzelnen Systemen. Eine schnell wachsende Stadt erzeugt neue Verkehrsströme, zusätzliche Nachfrage und irgendwann auch neue Probleme. Der kleine Busbahnhof, der zu Beginn vollkommen ausgereicht hat, kann einige Jahre später mitten in einer stark gewachsenen Stadt zum Flaschenhals werden. Genau dieses ständige Anpassen dürfte langfristig einen großen Teil des Reizes ausmachen.
Auch die Industrie wurde deutlich ausgebaut. Warenströme und Produktionsketten verlangen mehr Aufmerksamkeit, während Spieler mehr Kontrolle darüber erhalten, wie Güter durch das eigene Netzwerk transportiert werden. Unterschiedliche Frachttypen besitzen zudem verschiedene Anforderungen an ihre Lieferzeiten. Lebensmittel sollten beispielsweise wesentlich schneller ihr Ziel erreichen als robuste Rohstoffe wie Stein oder Kohle.
Gerade dadurch wird die Fahrzeugwahl wichtiger. Ein besonders günstiger Transportweg bringt wenig, wenn die Ware viel zu lange unterwegs ist oder sich an einer überlasteten Station stapelt. Transport Fever 3 versucht damit stärker als seine Vorgänger, Transportplanung und Wirtschaft miteinander zu verbinden.
Straßen und Schienen lassen sich genauer planen
Mit einem wachsenden Unternehmen wächst zwangsläufig auch der Verkehr. Urban Games gibt Spielern dafür deutlich mehr Möglichkeiten an die Hand. Straßen lassen sich flexibler gestalten und Kreuzungen genauer beeinflussen. Selbst der Verkehrsfluss einzelner Bereiche kann stärker kontrolliert werden.
Das klingt zunächst nach einer kleinen Komfortverbesserung, könnte im späteren Spiel aber entscheidend werden. Wer Transport Fever 2 länger gespielt hat, kennt das Problem: Eine einzelne ungünstige Kreuzung kann ausreichen, damit Lastwagen, Busse und privater Verkehr einen halben Stadtteil lahmlegen.
Auch das Schienennetz erhält zusätzliche Werkzeuge. Linien und verschiedene Verkehrsmittel sollen sich genauer organisieren lassen, während Straßenbahnen stärker in komplexe Nahverkehrssysteme eingebunden werden können. Brücken, Tunnel und unterschiedliche Streckenführungen gewinnen gleichzeitig durch die verschiedenen Landschaften an Bedeutung.
Transport Fever 3 bietet vier unterschiedliche Umgebungen. Neben gemäßigten, tropischen und trockenen Regionen kommt erstmals eine subarktische Umgebung hinzu. Landschaft und Terrain sind dabei mehr als reine Hintergrundkulisse. Berge, Wasserflächen oder andere natürliche Hindernisse beeinflussen unmittelbar, wie sinnvoll und teuer eine Verbindung letztendlich wird.
Mehr als 300 Fahrzeuge aus über 120 Jahren
Bei einer Transport-Simulation gehört der Fuhrpark selbstverständlich zu den wichtigsten Bestandteilen. Transport Fever 3 bringt inzwischen offiziell mehr als 300 Fahrzeuge aus über 120 Jahren Transportgeschichte mit.
Neben Zügen, Straßenbahnen, Bussen, Lastwagen, Schiffen und Flugzeugen kommen erstmals auch Hubschrauber dazu. Damit wächst nicht nur die reine Anzahl an Fahrzeugen. Unterschiedliche Epochen sorgen dafür, dass sich das eigene Netzwerk über Jahrzehnte hinweg verändert und ältere Fahrzeuge Schritt für Schritt durch modernere Alternativen ersetzt werden.
Über viele dieser Neuerungen hatten wir bereits nach der fünften First-Look-Episode ausführlicher berichtet. Unseren Überblick über mehr als 300 Fahrzeuge, neue Gameplay-Systeme und weitere Features von Transport Fever 3 findet ihr ebenfalls bei GAME7DAYS.
Spannend ist dabei vor allem das Zusammenspiel zwischen Fahrzeug und Aufgabe. Geschwindigkeit allein entscheidet nicht darüber, welches Transportmittel sinnvoll ist. Kapazität, Strecke, Lieferzeit, Verkehrsaufkommen und Kosten müssen zusammenpassen. Ein riesiges Transportnetz aufzubauen bleibt damit vergleichsweise einfach – ein wirklich effizientes Netzwerk zu betreiben, dürfte dagegen wesentlich anspruchsvoller werden.
Städte reagieren stärker auf das Verkehrsnetz
Transport Fever 3 wird dadurch noch lange kein klassischer City-Builder. Gebäude werden weiterhin nicht einzeln gesetzt und ganze Wohnviertel lassen sich nicht wie in Cities: Skylines frei planen. Trotzdem erhalten Städte eine deutlich größere spielerische Bedeutung.
Sie reagieren auf das Netzwerk, das um sie herum entsteht. Gute Anbindungen, zuverlässige Warenlieferungen und funktionierende Verkehrswege schaffen Voraussetzungen für weiteres Wachstum. Schlechte Planung kann dagegen dafür sorgen, dass sich Probleme über mehrere Bereiche hinweg ausbreiten.
Damit bekommen selbst kleinere Entscheidungen langfristige Folgen. Eine neue Straße kann zunächst einen Engpass beseitigen, gleichzeitig aber zusätzlichen Verkehr in einen anderen Stadtteil bringen. Eine erfolgreiche Zugverbindung sorgt für Wachstum, wodurch wiederum mehr Menschen dieselbe Verbindung nutzen möchten.
Gerade dieser Kreislauf wirkt interessant. Transport Fever 3 möchte nicht nur belohnen, wenn etwas funktioniert. Das Spiel erzeugt aus einem erfolgreichen Verkehrsnetz gleichzeitig neue Herausforderungen.
Wirtschaft und Infrastruktur wachsen zusammen
Auch Produktionsbetriebe und Industrien reagieren stärker auf ihre Umgebung. Urban Games möchte weg von einem System, bei dem Transportketten weitgehend unabhängig voneinander existieren.
Stattdessen entstehen gegenseitige Abhängigkeiten. Mehr Produktion benötigt zusätzliche Transportkapazität. Zusätzliche Kapazität verlangt größere Bahnhöfe, längere Züge oder mehr Fahrzeuge. Dadurch steigt wiederum das Verkehrsaufkommen und irgendwann muss die Infrastruktur angepasst werden.
Damit verschiebt sich Transport Fever 3 ein gutes Stück in Richtung Tycoon. Nicht der Bau einer einzelnen perfekten Zugstrecke entscheidet über den Erfolg, sondern die Frage, ob das gesamte Unternehmen über Jahrzehnte mit dem Wachstum mithalten kann.
Genau diese Ausrichtung hatte sich bereits bei der ursprünglichen Vorstellung abgezeichnet. In unserem Artikel zur Ankündigung von Transport Fever 3 findet ihr noch einmal die ersten Informationen und den damaligen Stand des Projekts.
Kampagne und Sandbox für unterschiedliche Spielweisen
Nicht jeder möchte direkt auf einer riesigen Karte ein komplettes Verkehrsunternehmen aus dem Boden stampfen. Deshalb wird Transport Fever 3 erneut verschiedene Möglichkeiten bieten, sich mit seinen Systemen zu beschäftigen.
Neben dem freien Spiel gibt es historische Kampagnenmissionen. Gleichzeitig bleibt die Sandbox ein wichtiger Bestandteil der Reihe. Spieler können ihre Welten über lange Zeiträume entwickeln und unterschiedliche Verkehrsepochen erleben.
Besonders interessant dürfte erneut die nahezu schon klassische Modelleisenbahn-Spielweise werden. Nicht jeder Transport-Fever-Spieler möchte permanent Gewinne maximieren oder die effizienteste Lieferkette bauen. Manche verbringen Stunden damit, Strecken möglichst schön in die Landschaft einzufügen, Bahnhöfe zu gestalten oder einfach dem Verkehr zuzusehen.
Urban Games versucht beide Spielweisen miteinander zu verbinden. Wer wirtschaftliche Herausforderungen sucht, bekommt mehr Systeme und Abhängigkeiten. Wer lieber kreativ baut, erhält gleichzeitig zusätzliche Werkzeuge.
Modding gehört ab dem ersten Tag dazu
Einer der wichtigsten Faktoren für die langfristige Lebensdauer der Reihe war schon immer die Modding-Community. Daran ändert sich auch mit Transport Fever 3 nichts.
Urban Games hat bestätigt, dass Mod-Unterstützung bereits zum Release vorhanden sein soll. Besonders interessant ist die geplante plattformübergreifende Unterstützung. Damit sollen Community-Inhalte nicht ausschließlich PC-Spielern vorbehalten bleiben.
Zusammen mit erweiterten Kreativwerkzeugen und dem Karteneditor dürfte sich der ohnehin große Umfang nach der Veröffentlichung schnell weiterentwickeln. Gerade Transport Fever 2 hat gezeigt, wie stark Mods ein solches Spiel über viele Jahre erweitern können.
Für Transport Fever 3 könnte das noch wichtiger werden. Mehr Fahrzeuge, zusätzliche Gebäude, neue Karten oder ganze Verkehrssysteme passen ideal zum Sandbox-Charakter der Reihe und geben Spielern die Möglichkeit, ihr eigenes Transportnetz weit über die Inhalte des Basisspiels hinaus auszubauen.
Paradox Interactive übernimmt das Publishing
Auch abseits des eigentlichen Gameplays hat sich seit der ursprünglichen Ankündigung etwas verändert. Urban Games arbeitet für Transport Fever 3 inzwischen mit Paradox Interactive zusammen.
Die Partnerschaft betrifft das Publishing des Spiels. Die Rechte an Transport Fever bleiben weiterhin vollständig bei Urban Games und auch die kreative Ausrichtung des Projekts verbleibt beim Schweizer Entwickler.
Für Urban Games bedeutet die Zusammenarbeit zusätzliche Unterstützung bei Veröffentlichung und Vermarktung. Gleichzeitig bleibt Transport Fever 3 das Projekt des Studios, das bereits für Train Fever sowie die beiden vorherigen Transport-Fever-Spiele verantwortlich war.
Release bereits Ende September
Lange müssen Spieler nach dem gamescom-Auftritt nicht mehr warten. Urban Games und Paradox Interactive haben inzwischen den endgültigen Veröffentlichungstermin bestätigt.
Transport Fever 3 erscheint am 29. September 2026.
Der Release erfolgt gleichzeitig für Windows-PC, macOS und Linux sowie PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Auf dem PC wird das Spiel über Steam, Epic Games Store und erstmals innerhalb der Reihe auch über GOG erhältlich sein.
Damit liegen zwischen der gamescom und dem Release gerade einmal wenige Wochen. Für Urban Games beginnt damit die entscheidende Phase eines Projekts, das die bekannten Grundlagen der Reihe nicht komplett auf den Kopf stellt, sie aber deutlich stärker miteinander verzahnt.
Unser gamescom-Eindruck zeigt vor allem eines: Transport Fever 3 möchte nicht einfach Transport Fever 2 mit schöneren Fahrzeugen und größeren Karten werden. Die einzelnen Systeme sollen sich gegenseitig stärker beeinflussen. Wirtschaft, Städte, Infrastruktur, Verkehr und langfristiges Unternehmensmanagement rücken näher zusammen.
Ob dieses Zusammenspiel auch nach mehreren Dutzend Stunden noch funktioniert und wie gut die Simulation bei sehr großen Städten und Verkehrsnetzen skaliert, werden wir spätestens nach dem Release am 29. September genauer beurteilen können.
Transport Fever 3 – Spielinfos
Entwickler: Urban Games
Publisher: Paradox Interactive
Genre: Transport- und Wirtschaftssimulation / Tycoon
Release: 29. September 2026
Plattformen: Windows-PC, macOS, Linux, PlayStation 5, Xbox Series X|S
Mod-Support: ab Veröffentlichung
Offizielle Webseite: Transport Fever 3
Steam: Transport Fever 3 bei Steam
Mehr zu Transport Fever 3 bei GAME7DAYS
- Transport Fever 3 von Urban Games beeindruckt auf der gamescom 2025
- Transport Fever 3 zeigt mehr als 300 Fahrzeuge und neue Features
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Quellen und Bildnachweis
Quellen: Urban Games / Transport Fever 3, Paradox Interactive und Steam.
Bildnachweis: © Urban Games – offizielles Presse- und Bildmaterial.





