AION 2 auf der gamescom 2026 – NC lässt Atreia wieder abheben

Alt-Text: Die zerbrochene Welt Atreia aus AION 2 vor dunklem Weltraumhintergrund
AION 2 führt zurück nach Atreia und setzt beim globalen PC-Start wieder stark auf die bekannte Welt und das freie Fliegen.

Mit AION 2 hatte NC auf der gamescom 2026 einen Titel im Gepäck, bei dem man kaum lange erklären muss, woher er kommt. Flügel, die beiden Fraktionen Elyos und Asmodier und natürlich Atreia gehören auch im Nachfolger wieder zum festen Fundament. Trotzdem will sich AION 2 nicht darauf verlassen, einfach nur das alte MMORPG mit moderner Grafik zurückzubringen. Bei unserem rund 30-minütigen Termin stand deshalb vor allem die Frage im Raum, wie viel vom ursprünglichen AION noch vorhanden ist und was NC fast zwei Jahrzehnte später daraus gemacht hat.

Neu ist AION 2 dabei natürlich nicht mehr im klassischen Sinne. In Korea und Taiwan läuft das MMORPG bereits seit November 2025, nun steht jedoch die globale Version unmittelbar vor dem Start. Schon im Juni hatten wir bei GAME7DAYS über den ursprünglich für September angekündigten weltweiten Release von AION 2 berichtet. Auf der gamescom folgte schließlich die Konkretisierung: Am 5. Oktober 2026 öffnet Atreia weltweit über Steam und PURPLE seine Tore.

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Fliegen ist wieder mehr als nur Fortbewegung

Das auffälligste Merkmal von AION 2 bleibt wenig überraschend das Fliegen. NC will die Flügel diesmal aber noch wesentlich stärker mit der eigentlichen Spielwelt verbinden. Die mit Unreal Engine 5 entwickelte Version von Atreia soll rund 36-mal größer als die Welt des ursprünglichen AION sein und wurde gezielt für vertikale Erkundung und Luftkämpfe ausgelegt. Höhenunterschiede sind dadurch nicht nur hübsche Kulisse. Fliegen gehört zur Fortbewegung, zur Erkundung und ebenso zum Kampf.

Gerade das passt erstaunlich gut zu AION. Andere MMORPGs setzen Fliegen irgendwann als Komfortfunktion oben drauf, hier gehört es seit jeher zur Identität der Reihe. Die Präsentation vermittelte entsprechend weniger den Eindruck eines komplett neu erfundenen MMOs, sondern eher einer wesentlich größer gedachten Weiterentwicklung der alten Idee. Dazu kommt ein schnelleres Kampfsystem, bei dem Positionierung, Timing und das Verketten von Fähigkeiten stärker in den Vordergrund rücken sollen. NC möchte damit weg vom stumpfen Abarbeiten einer festen Rotation und Kämpfe stärker davon abhängig machen, wie Spieler auf Gegner und Situationen reagieren.

Auch die alte Rivalität zwischen Elyos und Asmodiern bleibt bestehen. Der Abyss verbindet dabei PvE und Fraktionskrieg miteinander, während die offene Welt zusätzlich mit Events und weiteren Aktivitäten gefüllt wird. Wer das ursprüngliche AION gespielt hat, wird deshalb ziemlich schnell vertraute Bausteine erkennen – nur eben in deutlich modernerer Verpackung.

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Dungeons Klassen und überraschend viel Charaktergestaltung

NC hat AION 2 gleichzeitig ziemlich massiv mit PvE-Inhalten vollgepackt. Für die globale Version spricht der Entwickler von mehr als 200 Dungeons und Instanzen, angefangen bei Herausforderungen für Einzelspieler bis zu Gruppeninhalten und größeren Begegnungen. Hinzu kommen saisonale Herausforderungen, Ranglisten und Open-World-Events. Wie gut diese enorme Menge an Content langfristig trägt, lässt sich in einer halbstündigen Messepräsentation natürlich nicht beurteilen. Auf dem Papier wirkt der Umfang aber alles andere als klein.

Auf der globalen AION-2-Seite werden derzeit die acht bekannten Grundklassen Gladiator, Templar, Assassin, Ranger, Chanter, Cleric, Sorcerer und SpiritMaster geführt. Gerade hier bleibt NC angenehm nah an den Wurzeln der Serie. Wer früher bereits einen Kantor, Kleriker oder Gladiator gespielt hat, bekommt also sofort einen bekannten Anlaufpunkt. Gleichzeitig dürfte interessant werden, wie stark sich die Klassen durch das direktere Kampfsystem im Spielgefühl von ihren Vorgängern unterscheiden.

Fast schon genauso viel Aufmerksamkeit bekommt allerdings das Aussehen des eigenen Charakters. Über 200 Anpassungsmöglichkeiten nennt NC für die Charaktererstellung. Dazu kommen Outfits, Waffen-Skins, Reittiere, Pets und natürlich jede Menge unterschiedliche Flügel. Bei einem koreanischen MMORPG überrascht die Detailverliebtheit beim Charaktereditor vielleicht nicht unbedingt, AION 2 treibt sie aber ziemlich weit. Der eigene Daeva soll dadurch wesentlich individueller ausfallen können als noch im ursprünglichen Spiel.

Das ist gleichzeitig einer der Punkte, bei denen sich zeigen muss, wie gut NC die Balance zwischen interessanten kosmetischen Inhalten und Monetarisierung hält. AION 2 erscheint grundsätzlich Free-to-Play und enthält Ingame-Käufe. Gerade deshalb dürften viele Spieler sehr genau beobachten, welche Inhalte erspielbar sind und welche dauerhaft hinter Bezahlangeboten landen.

Kurz vor dem globalen Start wird es ernst

Eine der wichtigsten gamescom-Neuigkeiten war schließlich der endgültige Termin. Der reguläre globale Start erfolgt am 5. Oktober 2026 für PC über Steam und PURPLE. Konsolenversionen sind für diese Veröffentlichung nicht angekündigt. Zuvor findet am 17. und 18. September der sogenannte Launch Scale Test statt. Er steht allen interessierten Spielern offen und soll NC vor allem dabei helfen, Server und Infrastruktur unter Bedingungen zu testen, die dem späteren Livebetrieb möglichst nahekommen.

Wer nicht bis zum 5. Oktober warten möchte, kann bereits am 30. September 2026 über den fünftägigen Advanced Access einsteigen. Dafür ist allerdings eines der Founder’s Packs erforderlich. Über Standard-, Deluxe- und Ultimate-Version sowie deren Inhalte haben wir bereits ausführlicher bei GAME7DAYS in unserem Bericht zum AION 2 Founder’s Pack und dem fünftägigen Vorabzugang berichtet.

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Unreal Engine 5 und DLSS 4.5

Technisch gehört AION 2 mit seiner Unreal Engine 5 zweifellos zu den aufwendigeren MMORPG-Produktionen, die derzeit auf den Markt kommen. Die Präsentation machte vor allem bei den weitläufigen Landschaften, den Charaktermodellen und den Flugsequenzen einiges her. Eine belastbare Aussage über Framerate, Serververhalten und die Performance unter realen MMO-Bedingungen wäre nach einer Messevorführung allerdings verfrüht. Genau dafür dürfte der bevorstehende Belastungstest wesentlich aussagekräftiger werden.

Für Spieler mit einer GeForce-RTX-Grafikkarte gibt es inzwischen noch einen weiteren technischen Baustein. NVIDIA hat im Rahmen der gamescom bestätigt, dass die globale PC-Version von AION 2 DLSS 4.5 unterstützt. Die Technik soll auf kompatibler RTX-Hardware sowohl die Bildqualität als auch die Performance verbessern. Gerade bei einem MMORPG mit großen Arealen, vielen Spielern und den weitreichenden Blickachsen während des Fliegens könnte das durchaus interessant werden. Wie groß der Unterschied unter realen Bedingungen ausfällt, lässt sich allerdings ebenfalls erst mit der finalen globalen Version beurteilen.

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Dass NC bekannte Marken inzwischen deutlich stärker auf den internationalen Markt ausrichtet, konnten wir bereits bei unserem Blick auf das NCSoft-Line-up der gamescom 2025 beobachten. Bei AION 2 wird nun ziemlich konkret, was diese Strategie bedeutet. Das Spiel ist in Asien längst im laufenden Betrieb, für Europa und Nordamerika wird der Neustart aber noch einmal entsprechend vorbereitet.

AION 2 muss damit nicht mehr beweisen, dass NC ein großes MMORPG bauen kann. Spannender wird sein, wie sich das bereits laufende Spiel für den westlichen Markt anfühlt und ob Flugkampf, PvE-Masse, Fraktionskonflikt und Free-to-Play-Modell am Ende wirklich zusammenpassen. Die gamescom-Präsentation hat zumindest gezeigt, dass NC die Serie nicht klein zurückholen möchte. Atreia wird erheblich größer – und diesmal soll ein ziemlich großer Teil davon über unseren Köpfen stattfinden.

Quellen

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