Klassische Rollenspiele der späten 90er-Jahre erleben seit geraumer Zeit ein gewaltiges Comeback. Auf der Gamescom 2026 hatten wir die Gelegenheit, einen Blick auf ein besonders vielversprechendes Indie-JRPG zu werfen: Full Circle. Entwickelt von 2nd Player Games und herausgegeben von Deck13, richtet sich der Titel gezielt an Fans klassischer Rundenstrategie und düsterer Sci-Fi-Szenarien. Ein
offizieller Release-Termin steht derzeit noch aus, fest steht jedoch bereits das Erscheinen für den PC, während spezifische Konsolenportierungen zu einem späteren Zeitpunkt angekündigt werden.
Solide Technik trifft auf ein düsteres Science-Fiction-Setting
Schon beim ersten Hinsehen fällt die visuelle Präsentation ins Auge. Das Spiel nutzt die Unity-Engine für ein gelungenes Zusammenspiel aus 2D-Pixelkunst und dreidimensionalen Umgebungen – ein stilistischer Ansatz, der stark an moderne Vertreter wie Octopath Traveler erinnert, hier jedoch auf ein deutlich erwachseneres und düstereres Pixel-Design setzt. Das Setting bringt sofort Erinnerungen an Science-Fiction-Klassiker wie Star Ocean und deren Remakes hervor. Schwebende Metropolen, zerfallene Ruinen und ungezähmte Ödländer prägen das Bild einer zersplitterten, dystopischen Zukunft.
Besonders bemerkenswert: Hinter dem Projekt steht der Entwickler von Chained Echoes, der dieses Mammutwerk weitestgehend in Eigenregie aufbaut und sogar den Soundtrack selbst komponiert. In unserer Anspiel-Session präsentierte sich die Vorabversion bereits extrem ausgereift. Das Geschehen lief auf dem PC absolut ruckelfrei und glänzte mit flüssigen, hübsch ausgearbeiteten
Kampfanimationen. Auch die Steuerung ist von Haus aus vollständig auf Controller-Unterstützung ausgelegt. Sprachlich war die Messe-Version vorerst komplett auf Englisch spielbar, eine deutsche Lokalisierung der Bildschirmtexte soll zum Release jedoch definitiv hinzugefügt werden. Lediglich bei der Wegfindung der Spielfigur gab es in der Build noch kleinere Ecken und Kanten, an denen bis zur Fertigstellung gefeilt werden dürfte.
Strategische Dynamik und knackige Rundenkämpfe
Inhaltlich spinnt Full Circle eine emotionale Coming-of-Age-Geschichte, die Hoffnung und Melancholie in einer Welt verwebt, in der nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Obwohl sich die finale Handlung in der Demo erst andeutete, verspricht die Prämisse rund um zersplitterte Fraktionen, fremde Völker und verdeckte Geheimnisse reichlich Tiefgang.
Das Herzstück des Titels ist jedoch das anspruchsvolle Kampfsystem. Full Circle verbindet klassische Rundenstrategie mit aktiven Timing-Elementen im sogenannten „Constant Flow Combat“. Präzise Eingaben im richtigen Moment verlängern Angriffsketten und ermöglichen nahtlose Taktik-Manöver. Zum Start der Demo stand uns zunächst eine vierköpfige Truppe zur Verfügung – im fertigen Spiel soll
das Ensemble später aus bis zu acht Charakteren bestehen, aufgeteilt auf vier aktive Streiter an der Front und vier Reserve-Einheiten, die sich fließend auswechseln lassen.
Gefordert wird der Spieler vor allem durch das ausgeklügelte Kombosystem: Schließen sich zwei Charaktere für synergetische Kettenangriffe zusammen, erinnert die Dynamik stark an die ikonischen Verbund-Attacken aus der Tales-of-Reihe oder Suikoden. Die Gefechte fielen in der Messe-Demo spürbar fordernd aus und verlangen vorausschauende Planung bei der Zusammenstellung von Ausrüstung, Fertigkeiten und Truppendynamik.
JRPG Herzen schlagen höher
Full Circle bringt alle Zutaten mit, um ein herausragendes Rollenspiel-Highlight für Liebhaber der PlayStation-1-Ära wie Legend of Dragoon oder Breath of Fire III & IV zu werden. Da der Entwickler bereits mit Chained Echoes bewiesen hat, dass er epische JRPG-Erfahrungen mit meisterhafter Präzision umsetzen kann, macht der anspruchsvolle Mix aus Strategie und sci-fi-getränkter Atmosphäre
definitiv Lust auf die finale Vollversion.
An dieser Stelle möchten wir uns herzlich beim Publisher Deck13 für die Einladung und die Möglichkeit bedanken, den Titel vor Ort auf der Gamescom anzuspielen.






