Atlas Fallen – Test / Review (PC)

Quelle: Focus Entertainment

Atlas Fallen, welches von dem Entwicklerstudio Deck13 entwickelt wurde, hatten wir schon seit einigen Monaten im Blick, da sowohl das Setting als auch das Kampfsystem äußerst interessant aussahen. Vor ungefähr 10 Tagen wurde Atlas Fallen nun offiziell für den PC und auch für die Konsolen veröffentlicht. Wir haben uns den Titel genauer angeschaut, um euch darüber berichten zu können!

Ab in die Wüste

Nach Spielstart erwartet den Spieler eine Einführung in die Welt rund um Atlas Fallen. Hier sieht man bereits die sandige Gegend, welche dennoch mit einer eigenen Schönheit anmutet. Allerdings ist selbst hier nicht alles so schön, wie es zunächst scheint. Der Herrscher dieser Welt scheint der Gott Thelos zu sein, welcher nicht gerade für seine Gutmütigkeit bekannt ist. Die lebenden Menschen müssen unter schwierigsten Bedingungen für ihn arbeiten und seltsamerweise sind einst naturberührte Orte zu reinen sandigen Wüstengegenden verkommen, in welchen zu allem Überfluss auch noch kleine bis gewaltige Monster hausen, die jeden töten, der ihnen zu Nahe kommt. Nach einem kurzen actionreichen Spielstart mit einer uns unbekannten Person, gelangen wir schlussendlich zur Charaktererstellung.

Die Charaktererstellung sollte nicht allzu viel Zeit in Anspruch nehmen. Neben der Wahl des Geschlechts kann man ferner noch bestimmte Gesichtstypen, Hautfarben, Frisuren, die Haarfarbe und andere Kleinigkeiten selbst bestimmen. Ist dies erledigt, landet man sofort im Spiel. Schnell erfährt man als Spieler, dass man nicht einmal einen eigenen Namen hat, sondern faktisch zu der untersten Rangordnung der Menschen gehört: Den Namenlosen. Diese werden von höher gestellten wie Schmutz behandelt und sind eher als Sklaven anzusehen, welche nicht wirklich frei entscheiden können.

Aufgrund diverser Umstände werden wir in die Wüste geschickt, um einen Dieb zu suchen und finden hier ein mysteriöses Artefakt, welches sich als “Gauntlet” herausstellt. Auch in der deutschen Version wird dieser Handschuh als “Gauntlet” bezeichnet. Das es sich hierbei aber nicht um einen gewöhnlichen Handschuh handelt, erlebt man relativ schnell, da wir keine Probleme haben, uns gegen angreifende Monster zu verteidigen. Allem Anschein nach scheint dieser Gauntlet gewaltige Kräfte zu beherbergen, ebenso wie eine mysteriöse spektrale Gestalt, welche den Namen “Nyaal” trägt und uns fortan zur Seite steht.

Aller Anfang ist zäh

Gerade zu Beginn sollte man nicht mit zu viel Action rechnen, da die Hintergründe von Atlas Fallen erst einmal erklärt und in verschiedenen Dialogen eine Ausgangsposition für die Geschichte gebildet wird. Das, nennen wir es einmal Tutorialgebiet, ist relativ klein und lädt auch noch nicht zum Erkunden ein. Dies ändert sich allerdings noch. Sobald man aus eben jenem erwähnten Gebiet draußen ist, beginnt der richtige Spielspaß und die verschiedenen Maps, welche man im Verlauf des Spiels besucht, haben es in sich.

Schnell bemerkt man auch, dass der Gauntlet uns bei allerlei Aufgaben weiterhilft, wie zum Beispiel dem Scannen der Umgebung, dem Sandsurfen, dem Anheben von Gegenständen, Luftsprints und vieles mehr. Darauf kommen wir jetzt zu sprechen!

Die wichtigste Fertigkeit oder vielmehr Fähigkeit, welche uns der Handschuh gewährt, ist das sogenannte Sandsurfen. Auf Sandigen Ebenen können wir fortan in den Surf-Modus gehen, welcher uns eine beeindruckende Geschwindigkeit verleiht. Dies ist auch notwendig, denn die Gebiete haben durchaus eine stattliche Größe und diese nur zu Fuß zu durchqueren, würde vermutlich Stunden dauern. Es macht durchaus eine Menge Spaß, über die Wüstendünen zu surfen, Gegner abzuhängen und dabei die Landschaft zu bewundern, die immer schöner wird, je weiter man im Spiel voranschreitet.

Aber auch andere Fertigkeiten gewährt uns der Handschuh und das zum Teil schon relativ früh im Spiel. Eine dieser Fertigkeiten nennt sich “Luftsprung”, welcher mit dem Doppelsprung kombiniert werden kann und später sogar eine zweite Aufladung erhält. Mit diesem kann man zunächst einen Doppelsprung durchführen, anschließend durch die Luft “Dashen” und mit der verbesserten Version des Handschuhs dies sogar noch ein zweites mal ausführen. Dadurch ist es möglich, größere Schluchten zu überwinden. Ferner können wir, wie etwas weiter oben erwähnt Objekte anheben, Truhen aus dem Sand holen und vieles mehr.

Wer suchet, der findet

Wir empfehlen den Spielern von Atlas Fallen definitiv, die komplette Karte ausgiebig zu erkunden, denn es gibt überall etwas zu entdecken. Neben den Haupt- und Nebenquests findet man so auch einnehmbare Türme, versteckte Schatzkisten, Aussichtspunkte , starke Feinde und vieles mehr. Auch an Schatzkarten kann man so gelangen und insofern man den besagten Ort findet, die Schatzkiste aus dem Sand emporheben. Die meisten Dinge, welche man unterwegs findet, lassen sich in folgende Kategorien untergliedern:

  • Materialien wie Blumen
  • Essenzsteine
  • Rüstungen
  • Plunder

Besagter Plunder kann bei einem Schatzsucher, welche auf der Karte durch schwebende Flugdrachen am Seil markiert werden, verkaufen. Mit der erhaltenen Währung ist es euch nun möglich, bei den Händlern im Spiel Essenzen, Materialien, Sammelobjekte oder ähnliche Gegenstände zu erwerben. Wichtiger dagegen sind die Rüstungen, welche man im Spiel erhalten kann. Diese bekommt man entweder durch Quests oder eben als Kaufoption bei den verschiedenen Händlern im Spiel. Diese steigern sowohl den Angriffs und Abwehr-Attribut, bringen aber noch zusätzliche Effekte mit sich, wenn man die Rüstung mit Essenzpunkten an einem Amboss verbessert hat. Durch das verbessern der Rüstung steigen wir im Übrigen gleichermaßen auch im Level.

Außerdem hat das Aufwerten der Rüstung noch einen weiteren Vorteil. Hierdurch erhält man als Spieler Perk Punkte, die man in Upgrades investieren kann. Diese bringen schlussendlich Boni wie eine bessere Heilung oder Momentum-Gewinnung mit sich. Prinzipiell ist es möglich, jeden Perk freizuschalten, aber es wird ein wenig Grind Arbeit erfordern. Wer darauf keine Lust hat, merkt jedoch schnell, welche Perks nützlich sind und welche eher nicht.

Actionreiche Kämpfe 

Wie wir etwas weiter oben bereits beschrieben haben, warten in der sandigen Gegend, aber auch in Ruinen und an allen möglichen anderen Orten verschiedene Monster darauf, sich mit euch anzulegen. Die Standardfeinde kann man relativ schnell zu Brei schlagen. Darunter zählen kleine Miniskorpione, fliegende Ungeheuer, kleine Sandwürmer und ähnliches Getier, welches mit Fertigkeiten wie der Unsichtbarkeit zwar durchaus “nervig” sein kann, aber normalerweise keine Gefahr darstellt.

Knackiger dagegen werden die Elite- Gegner und Bossgegner. Riesige Krebse, gewaltige Sandwürmer und anderes Getier kann euch hier gewaltig zusetzen und auch wenn es sich bei Atlas Fallen nicht um ein Souls-Like Titel handelt, müsst ihr hier das richtige ausweichen und parieren lernen, da ihr sonst gegen solche Feinde keine Chance haben dürftet. Spaßig ist das Kampfsystem jedoch vor allem aufgrund der Momentum-Fertigkeit. Achtet auch auf eine Art getimtes Blocksystem. Wenn ihr kleine Gegner oder größere Feinde passend “blockt”, sind diese für eine kurze Zeit in einer Zeitschleife gefangen und können sich nicht bewegen. In dieser Zeit könnt ihr jedoch eine gewaltige Menge Schaden verursachen. Achtet also auf die Bewegungen der Feinde und auf das rote Glühen der Augen, um perfekte Blockmöglichkeiten zu erhalten.

Ferner solltet ihr immer die verschiedenen Körperteile von Feinden im Blick haben, welche beim Anvisieren auch farblich markiert sind. Hier gibt es 2 verschiedene Farben: Gelb und Rot. Während man den Roten Körperteil angreifen muss, um den Feind schnellstmöglich zu besiegen da es den Schwachpunkt darstellt, sind die Gelben Körperteile im Gegensatz dazu optional, gewähren aber bei dem Brechen zusätzliche Belohnungen.

Momentum für Essenz-Fertigkeiten

Wenn man Gegner besiegt oder die Welt erkundet, erhält man sogenannte Essenzsteine. Hierbei handelt es sich um aktive und passive Fertigkeiten, welche wir ausrüsten können. Zu Beginn steht lediglich der erste Rang des Handschuhs zur Verfügung, später kann man jedoch noch Rang 2 und Rang 3 freischalten. Für jeden Rang gibt es Platz für 1 aktive Fertigkeit und sowohl bei Rang 1 als auch Rang 2 können 3 passive Fertigkeiten ausgerüstet werden, während bei Rang 3 nur 2 passive Slots erworben werden können. Mit knapp 150 Essenzsteinen sollte jeder in der Lage sein, sich seine passenden Fertigkeiten auszuwählen und diese mit passiven Effekten zu verstärken. Auch kann es vorkommen, dass man bestimmte Essenzsteine zwar freischaltet, aber diese erst mit einer bestimmten Menge an Materialien aktiviert werden können.

Hat man sich für seine Essenzsteine entschieden, die im Übrigen nach Belieben gewechselt werden können, gibt es auch mehr Möglichkeiten im Kampf. Hier greift das oben genannte Momentum System. Fügen wir Feinden Schaden zu, steigt hier automatisch unser Momentum, welches anhand der Leiste am unteren Bildschirmrand nachvollziehbar ist. Je mehr Momentum wir ansammeln, desto stärker werden wir auch mit unseren Angriffen. Das Manko daran? Nun die Feinde verursachen und dann auch mehr Schaden. Das positive an diesem System? Auch die Fertigkeiten von den Essenzsteinen profitieren von dem zusätzlichen Schaden und können auch nur dann angewendet werden. Ein Manko gibt es jedoch im Kampfsystem, welches vor allem an offenen Orten auftritt. Entfernt sich der Feind zu weit von seinem Ursprünglichen Standpunkt, wird dieser automatisch dahin zurückkehren und besitzt wieder volles Leben!

Auch wenn Atlas Fallen die ein oder andere Schwäche besitzt, kann man mit dem Koop Modus viel herausholen. Sobald man das Intro erlebt hat, ist der Koop Modus freigeschaltet und man kann Online mit Freunden zusammen spielen. Schade ist hier, dass es kein Matchmaking ins Spiel geschafft hat. Sind beide Spieler auf dem gleichen Stand, wird der freigeschaltete Fortschritt auch für beide Spieler angerechnet und der Schwierigkeitsgrad steigt mit einem weiteren Spieler an. Abgesehen davon gibt es jedoch keine Unterschiede.

Eine Art Crossplay solltet ihr in Atlas Fallen jedoch nicht erwarten. Selbiges gilt auch für zusätzliche Aufgaben im Teamplay oder ähnliches. Es ist lediglich auf ein mögliches Zusammenspiel ausgelegt.

Technisch? Sehr gut, bis auf wenige Ausnahmen

Wie wir bereits erwähnt haben sieht die Welt super aus, ist verhältnismäßig detailreich und die Animationen, welche man in den Kämpfen erlebt, sehen fantastisch aus. Allerdings hätte man sich bei der Charakter-Darstellung und der Lippen-Synchronisation etwas mehr Mühe geben können. Wir haben Atlas Fallen auf dem PC gespielt und hatten auch verhältnismäßig gute FPS mit 100-140, allerdings kam es hin und wieder zu kleinen Einbrüchen und wirklich Flüssig wirkt das Spiel an einigen Stellen noch nicht. Hier sollte man unbedingt nachbessern.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Youtube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
75 %
Vorheriger ArtikelPikmin 4 – Test / Review (Switch)
Nächster ArtikelVampire: The Masquerade – Bloodlines 2 von Paradox Interactive ist zurück und wird von The Chinese Room entwickelt
Bevor ich das neue Online-Gamingmagazin Alpha-Omegagaming mit aufgebaut habe / am Aufbauen bin, war ich ca. 2 Jahre bei Game2gether als Redakteur dabei. Toni und ich haben uns nach reichlicher Überlegung dazu entschlossen, ein eigenes Magazin auf die Beine zu stellen. Meine Interessen liegen hauptsächlich im MMO und RPG Bereich.
atlas-fallen-test-review-pc<blockquote>Atlas Fallen ist ein grundsätzlich gut gelungenes Action-Rollenspiel, welches vor allem durch das einzigartige Setting, ein innovatives Kampfsystem und spaßige Fortbeweungsmittel glänzt. Die Geschichte, welche hinter dem Titel steckt, ist grundsätzlich interessant, vergibt aber an einigen Stellen Punkte, da man diese hätte besser ausschmücken können. Die Welt oder vielmehr die unterschiedlichen "Karten" laden durchaus zum Erkunden ein und es gibt neben den Hauptaufgaben auch einige Nebenquests zu erledigen, welche mit Materialien, Geld oder anderen Kleinigkeiten als Belohnung winken. Ferner gibt es bereits erwähnte Türme einzunehmen,, große Elitegegner mit dem richtig Spaßigen Kampfsystem und der Momentum Fertigkeit den Garaus zu machen oder einfach mit dem Sandgleiten die Wüste zu bereisen. Auch wenn der Titel grafisch toll aussieht, insofern man von leicht plastisch wirkenden Gesichtsanimationen absieht, muss hier nach wie vor dringend technisch nachgebessert werden, da besonders bei der PC-Version (mit einer RTX 4090 und einem Ryzen 9 7950x) zum Teil enorme FPS Drops zu verzeichnen sind. Aber alles in allem ist Atlas Fallen ein grundsolider Titel.</blockquote> <hr /> </div> <blockquote> <strong>Positiv</strong> <ul> <li>Geschichte interessant umgesetzt, 10 Stunden Spielzeit ungefähr </li> <li>Viele Nebenquests</li> <li>Sandsurfen</li> <li>Innovatives Kampfsystem</li> <li>Viele verschiedene Fertigkeiten</li> <li>Einige Geheimnisse und Entdecker-Optionen</li> <li>Sammelobjekte und Steamerfolge freischaltbar</li> </ul> <strong>Negativ</strong> <ul> <li>Story zum Teil nicht gut genug ausgeschmückt / unterhaltsam</li> <li>Teils mangelhafte Synchronisierung der Gespräche</li> <li>Spielwelt etwas zu leer</li> <li>Extreme FPS Drops, gelegentlich Crashes</li> </ul> </blockquote> <hr /> <blockquote>Name: Atlas Fallen</blockquote> <blockquote>Plattformen: PC, Playstation 5, Xbox Series</blockquote> <blockquote>Genre: Action-Rollenspiel, Kampfspiel, Adventure </blockquote> <blockquote>Release: 10. August 2023</blockquote> <blockquote>USK/PEGI: 12 / 16</blockquote> <blockquote>Entwickler: Deck13</blockquote> <blockquote>Publisher: Focus Home Interactive</blockquote> Anmerkung: Die Nintendo Switch -Version von Atlas Fallen wurde game7days für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.