Brewmaster: Beer Brewing Simulator – Test / Review (PC)

Bei Bier handelt es sich um eines der am häufigsten zu sich genommenen alkoholischen Getränke auf der Welt. Wenn wir jetzt rein vom deutschen Bereich ausgehen, ist sowohl bei uns als auch im Ausland das Bundesland Bayern für Weißwürste und Bier bekannt, das kann man nicht leugnen. Dieses große, steigende Interesse an Bier hat den Entwickler Auroch Digital dazu gebracht, einen Beer Brewing Simulator zu entwickeln. Wir haben uns das Spiel genauer angeschaut, um euch darüber berichten zu können.

Aller Anfang ist schwer

Zu Beginn kann im Hauptmenü ausgewählt werden, ob man die Hauptgeschichte spielen möchte oder dem Sandbox Modus einen Besuch abstattet. Bei letzterem könnt ihr ohne Aufgaben, Geld oder Bedingungen jedes Bier brauen, welches euch in den Sinn kommt, ohne groß darüber nachzudenken. Gerade Neulingen empfehlen wir allerdings auf jeden Fall, den normalen “Story”-Modus zu erleben.

Hier übernimmt man eine kleine Heimbrauerei und eure Aufgabe ist es, immer weiter im Rang aufzusteigen und zu einem wahren Meisterbrauer zu werden. Wer nun natürlich im richtigen Leben schon Erfahrung damit gemacht hat, hat es natürlich einfacher. Für den Laien unter den Spielern werden Begriffe wie Karbonisierung, SRM oder ähnlichen natürlich erst einmal verwirrend sein. Aus diesem Grund sollte man sich die Quests genau durchlesen und so Stück für Stück das Bier brauen erlernen.

Und täglich grüßt das Murmeltier

In Brewmaster müsste man eher sagen, dass in jeder Saison das Murmeltier grüßt. Passend zu eben jenem Start einer Saison erwartet euch am Eingang eurer Wohnung das Bierbrauer-Magazin. Darin enthalten sieht man die 2 Biere, welche man brauen muss und auch die Bedingungen. Zumeist handelt es sich hierbei um 2 Hauptaufgaben, welche erfüllt werden müssen und ein optionales Ziel, welches dem Spieler bei Erfüllen zusätzliche Währung gibt, welche man zum Einkaufen benötigt.

Ferner befinden sich in jedem Magazin 2 neue Biere von unterschiedlichen Arten, die zum Teil auch für die besagten Quests gebraut werden können. Zu Beginn sind diese relativ simpel und leicht zu verstehen, allerdings steigt der Schwierigkeitsgrad immer weiter an. Die Rezepte, welche man bereits “erlernt” hat, können jederzeit im Beer-Brewing Journal nachgelesen werden und dem Spieler wird die Möglichkeit gegeben, ein Rezept anzupinnen, damit dies dauerhaft angezeigt wird.

Die letzten Seiten des Magazins befassen sich zumeist mit der Hintergrundgeschichte des Bierbrauens und seiner Feinheiten. So erlernt man hier durch das aufmerksame Lesen, wie man bestimmte Dinge beim Bier brauen verbessern kann. Beispielsweise erfährt man dadurch auch, wie man die Karbonisierung des Biers erhöht oder verringert oder besagte Farbe von Dunkel zu Hell oder umgekehrt wechseln kann. Des Weiteren erlernt man als Spieler, wie die Verunreinigung des Biers zu Stande kommt.

Zu Guter Letzt schaltet man ab einem bestimmten Punkt im Spiel den sogenannten Wettbewerb frei. Dieser dauert 3-4 Saisons und gewährt dem Gewinner eben jenes schlussendlich eine Trophäe, Währung und seltene Ressourcen zum Bier brauen. Dieser Wettbewerb funktioniert wie die normalen Hauptaufgaben: Es wird ein bestimmtes Bier gefordert und man sollte die Bedingungen so gut wie möglich erfüllen, damit man den ersten Platz erreichen kann. Die Saison selbst wird beendet, sobald man durch die Tür geht und schon startet eine weitere, neue Saison!

 

Der Brauvorgang beginnt…

Zu Beginn geht es erst einmal darum, das Rezept anzupinnen, welches Bier man brauen möchte. Im Journal kann man ferner auch die Chargen-Größe einstellen, wobei man hier darauf achten muss, dass man die größeren Chargen bereits erlernt und damit auch die Kaufoption der größeren Gegenstände sein Eigen nennen kann. Nun kommt es darauf an, welches Bier man brauen muss. Hier können zwei verschiedene Biere gebraut werden:

  1. Das Bier wird im normalen Brautopf gebraut
  2.  Das Bierbrauen wird in einem Maischebehälter gestartet und im Topf fortgesetzt

Welche der beiden Optionen benutzt werden muss, wird in der Rezeptdarstellung angezeigt. Zumeist muss hier eine bestimmte Menge an unterschiedlichen Zutaten wie Weizen oder ähnliche Getreidesorten entweder in den Topf oder in den Maischebottich gekippt werden. Bei den meisten Bieren handelt es sich um 3-5 verschiedene Zutaten wie beispielsweise British Pale, Medium Kristall, Irish Stout, American Pale Ale oder ähnliches. Die Anzeige dafür funktioniert soweit tadellos und das Kippen des Inhalts in den Bottich kann von euch selbst mit der Maus proportioniert werden. Ist dies getan, muss der Inhalt noch mit Wasser zusammen oder einzeln erhitzt werden. Kleine Töpfe können in das Becken gestellt werden, während andere Töpfe mit einem Schlauch versorgt werden müssen.

Der nächste Schritt wäre die Erhitzung des Wassers oder des Gemischs. Hierfür stehen ein normaler Herd oder normale und elektrische Gasbrenner zur Verfügung. Bei den normalen Erhitzungsmöglichkeiten kann man durch die “Röntgen”-Funktion sehen, wieviel Grad das Wasser oder das Gemisch besitzt, während man bei dem elektrischen Gasbrenner einstellen kann, auf wieviel Grad es erhitzt werden soll. Arbeitet man mit dem Maischebottich, wird zumeist eine bestimmte Literanzahl Flüssigkeit erhitzt und in den Bottich hinzugefügt. Danach muss man diese Maische für eine Stunde auf 65° Grad Temperatur halten. Sinkt diese ab, muss heißes Wasser nachgefüllt werden. Dies ist gerade am Anfang alles andere als leicht und erfordert einiges an Übung.

Das Brauen schreitet voran

Hat man das Gemisch oder die Maische auf 90-100° Grad erhitzt, erfolgt nun das hinzufügen von Aromen und anderen wichtigen Zutaten wie beispielsweise bestimmte Hopfenarten. Hiervon gibt es eine Vielzahl im Spiel wie unter anderem:

  • Edelhopfen
  • Saazer Hopfen
  • Britischer Hopfen
  • Steirischer Hopfen
  • Cascade-Hopfen
  • Pacifica-Hopfen
  • Bitterhopfen

Jedes Bier benötigt natürlich andere Hopfen-Arten und auch hier unterschiedliche Mengen, die man in Gramm-Zahlen auswählen kann. Eben jene werden mit einer Klammer am Rand des Topfes befestigt und für eine bestimmte Minuten-Zahl darin einweichen gelassen. Je länger diese darin hängen und je mehr genutzt werden, desto unterschiedliche und intensivere Geschmacksarten wird das Bier am Schluss besitzen. Hin und wieder kann es auch vorkommen, dass die Würze gekühlt werden muss und es auf natürliche Art erstens zu lange dauert und zweitens Verunreinigungen auftreten. Um diesen Prozess zu beschleunigen, kann man mit einer Tauchspirale und Schläuchen einen Ablauf zur Spüle legen und zeitgleich durch den Wasserhahn und Schlauch frischen Zulauf von Wasser errichten und dadurch bessere Biere kreieren.

Von Gärung bis hin zum fertigen Bier

Irgendwann ist der Brauvorgang perse abgeschlossen und es ist wichtig, das Gebräu abkühlen zu lassen. Wie auch für die zeitlichen Bedingungen kann man das Spiel beschleunigen oder am Kalender mehrere Tage überspringen. Hierfür langt es, einen Tag zu überspringen oder mehrere Stunden zu beschleunigen. Bei einer Raumtemperatur von 20° Grad ist das Bier bereit, im Gärbehälter gären zu können. Auch hier kann man das Gebräu von Hand in den Behälter umkippen, dies mit Hilfe von Höhenunterschieden per Schlauch erledigen oder sogar mit einer Pumpe und 2 Schläuchen extrem beschleunigen. In diesem Behälter muss das Gebräu nun 15 Tage fermentieren. Dies geschieht natürlich nur, wenn man genügend Hefe hinzugegeben hat, bevor man den Deckel schließt, um die Fermentierung zu beginnen.

Nach besagten 15 Tagen wird mit Dextrose ein Süßungsmittel hinzugefügt, was zeitgleich den Geschmack des Bieres ein wenig verändern kann. Ist dies erledigt, muss man das Gebräu in einen Konditionierungsbehälter umfüllen. Das können normale Plastikfässer sein oder aber auch die allseits bekannten Bierfässer, in welchen das Bier schlussendlich noch einmal 21 Tage konditioniert werden muss, bevor es zum Servieren bereit steht. Möchte man die Karbonisierung, also den Kohlenstoffdioxid-Gehalt im Getränk verringern, ist es nötig, für einige Stunden den Deckel zu entfernen, allerdings steigert sich so auch die Verschmutzung und man sollte sich gut überlegen, inwiefern man diese Möglichkeit verwendet und vorher besser mithilfe der Zutaten planen, dass dies nicht nötig wird.

Probiert euer Bier

Mitsamt dem Fass wird es nun Zeit, zum Geschmackstest überzugehen. Hier werden dem Spieler bezüglich des Bieres allerlei Informationen dargestellt. Darunter zählt, mit wieviel % Übereinstimmung einer bestimmten Bierart das Bier gebraut wurde. Außerdem ist die Färbung ersichtlich, die Promille-Anzahl an Alkohol, die ml-Anzahl oder auch die Karbonisierung. Man sieht also als Spieler faktisch sehr schnell, ob man die Bedingungen erfüllt hat für die jeweilige Quests.

Anschließend kann man noch das Etikett der Flasche gestaltet. Hierfür stehen viele verschiedene Logos zur Auswahl, welche auch umgefärbt und verschoben werden können. Auch einen Namen kann man sich selbstständig überlegen, die Schriftart und Größe verändern, diese umplatzieren und vieles mehr. Mit viel Geduld ist es also möglich, eine extrem große Menge an Bier zu brauen und jede Flasche unterschiedlich aussehen zu lassen. Übrig gebliebene Fässer können im Probier-Raum ausgestellt werden und von allen bereits gebrauten Bieren ist es möglich, im Keller weitere Flaschen zu beschaffen. Diese können für weitere Quests genutzt oder auch im Haus als Dekoration aufgestellt werden.

Was gibt es noch zu tun?

Neben den normalen Quests kann der Spieler auch unterschiedliche “Brauereien” freischalten und dann eine bestimmte Bierart als Hauptverkaufsoption einstellen. Durch diese erhält man passiv weiter Einnahmen und steigt in der Reputation der jeweiligen Brauerei immer weiter auf, was andere Vorteile mit sich bringt.

Außerdem kann man nebenbei im Katalog “shoppen” gehen. Neben den normalen alltäglichen Dingen, welche man zum Brauen benötigt, kann man hier auch Aussehens-Gegenstände erwerben. Darunter zählen Möbelarten wie Tische, Stühle, Regale, Lichtquellen, Teppiche und Mülleimer, aber auch Kleinigkeiten wie Vasen, Gläser, Pflanzen, Wanddekorationen, Radios, Kronkorken, Kühlschrankmagneten und Bilder. Mit diesen Dingen kann man sein Haus frei gestalten.

 

Entspannte Atmosphäre mit viel Details

Grafisch sollte man von Brewmaster: Beer Brewing Simulator natürlich kein AAA-Titel erwarten, allerdings hat man definitiv ein Augenmerk auf eine Detailreiche und relativ realistische Darstellung gelegt, was sich durch die verschiedenen Ausrüstungsgegenstände, Zutaten und andere Kleinigkeiten zeigt. Auch merkt man schnell, wieviel Mühe man sich gegeben hat, Hintergrundinformationen bezüglich des Bierbrauens zu beschaffen, wenn man einen Blick in besagtes Magazin wirft. Die Animationen wirken zum Großteil sehr gut gestaltet und die Atmosphäre ist ruhig, wobei es manchmal auch etwas stressig wird, wenn man für bestimmte Hitzezufuhr sorgen muss.

Gemixt mit dem ruhigen Soundtracks aus dem Radio, welches sich in der Küche befindet und den Soundeffekten der Spielertätigkeiten und dem extrem gut gestalteten Gameplay macht Brewmaster: Beer Brewing Simulator durchaus eine Menge Spaß.

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Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
84 %
QuelleBrewmaster: Beer Brewing Simulator
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Bevor ich das neue Online-Gamingmagazin Alpha-Omegagaming mit aufgebaut habe / am Aufbauen bin, war ich ca. 2 Jahre bei Game2gether als Redakteur dabei. Toni und ich haben uns nach reichlicher Überlegung dazu entschlossen, ein eigenes Magazin auf die Beine zu stellen. Meine Interessen liegen hauptsächlich im MMO und RPG Bereich.
brewmaster-beer-brewing-simulator-test-review-pc<blockquote> Wer auf eine relativ realistische Version des Bierbrauens als Spiel gewartet hat, macht bei Brewmaster: Beer Brewing Simulator definitiv nichts falsch. Hier erlernt man als Spieler zunächst mithilfe des Tutorials als auch im Verlauf der Geschichte immer mehr die Feinheiten des Bierbrauens kennen und erfährt so auch, worum es sich bei einer Karbonisierung oder Färbung des Bieres handelt und wie man mit einem Maischebottich arbeitet. Durch die verschiedenen Biere kommt auch nach längerem Brauen keine Langeweile auf, zumal die Ziele der Aufgaben zum Teil ziemlich schwer zu erfüllen sind. Umso größer ist die Freude wenn es dann doch funktioniert hat. Gleichzeitig kann man auch noch durch den Verkauf der Biere Geld verdienen und seine Wohnung anders einrichten. Hin und wieder kam es zu kleinen FPS Einbrüchen und 2 mal auch zu einem Absturz des Spiels. Wer das alllerdings verkraften kann und wen das Thema interessiert, der könnte mit dem Spiel viel Spaß haben.</blockquote> <hr /> <blockquote> <strong>Positiv</strong> <ul> <li>Storymodus und Sandbox Modus</li> <li>Viele verschiedene Bierarten</li> <li>Realistisches Bierbrauen</li> <li>Bierbrauer-Magazin sehr interessant</li> <li>Eigenes Etikett Designen</li> <li>Wettbewerbssystem</li> <li>Detailreich und sehr atmosphärisch entspannend</li> </ul> <strong>Negativ</strong> <ul> <li>Anfangs etwas überfordernd</li> <li>Gelegentliche FPS Einbrüche</li> <li>Spiel kann abstürzen</li> </ul> </blockquote> <hr /> <blockquote>Name: Beer Brewing Simulator</blockquote> <blockquote>Plattformen: PC</blockquote> <blockquote>Genre: Simulationsspiel</blockquote> <blockquote>Veröffentlichung: 29. September 2022</blockquote> <blockquote>USK/PEGI: -/-</blockquote> <blockquote>Entwickler: Auroch Digital</blockquote> <blockquote>Publisher: Fireshine Games </blockquote> Anmerkung: Die PC-Version von Brewmaster: Beer Brewing Simulator wurde game7days für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.