Battletech – Test / Review (PC)

(Quelle: Harebrained Schemes, Paradox Interactive)

Battletech ist ein Strategiespiel von dem Entwickler Harebrained Schemes. Als Publisher fungiert Paradox Interactive, welche bereits bei einigen Spielern hohe Bekanntheit dank einigen sehr erfolgreichen Strategie- und Simulationstitel die letzten Jahre haben dürfte. Bei Battletech übernimmt der Spieler das Kommando über eine eigene Staffel von Mechs und MechWarrior-Piloten. Man wird in einen interstellaren Bürgerkrieg hineingezogen. Ob uns die nächste Generation von rundenbasierter Mech-Kämpfe überzeugen konnte, erfährt man in unserem Testbericht.

Es herrscht Krieg

Auch im Jahr 3025 erschüttert die Galaxie der Schatten des Krieges. Es bekämpfen sich unterschiedliche Adelshäuser mittels gewaltiger, mechanisierter Kampfmaschinen, welche den Namen BattleMechs inne haben. Der Spieler selbst hat ein Kommando über eine eigene Staffel von Mechs und MechWarrior-Piloten, welche bei richtigen Einsatz ein ungeheures Zerstörungspotential beinhaltet. Es gilt sich in diesen düsteren Zeiten zu überleben und sich in dem interstellaren Bürgerkrieg gegenüber seine Gegnern zu behaupten.

Natürlich sind die riesigen und durchaus furchteinflößenden Boliden gewöhnungsbedürftig. Aber diese besitzen auch durchaus überzeugende Argumente in Form von Feuerkraft gegenüber dem Feind.

Begeisternde und beeindruckende Kampagne

Zu Beginn einer neuen Kampagne legt man einige Voreinstellungen seines Charakters fest, welche auch in die Story mit eingebaut werden. Diese selbst beginnt mit einem Paukenschlag und wie folgt: Die eigene Verwandschaft bietet einem die Stirn und verbreitet Schrecken und Schmerz, mordet sowie hintergeht die neue, angehende Herrscherin. Lady Arano, Oberhaupt des Aurigan Reach, welche per Eskorte unterwegs ist zu ihrer Zeremonie, wird vom eigenen Onkel hintergangen. Dies soll natürlich nicht ungesühnt bleiben und bietet dem Spieler als Ausgangspunkt doch schon einmal Grund und Motivation, sich in ein Abenteuer zu stürzen. Wie sooft, es bleibt kaum die Zeit, die eigenen Wunden zu lecken und zum sofortigen Gegenschlag auszuholen. Immerhin will Lady Arano sich als neue Herrscherin etablieren und beweisen, sollte ihr die Zeit hierzu bleiben. Die ersten Missionen geben bereits einen schönen Vorgeschmack, was zukünftige MechWarrior Piloten erwarten wird. In Textfenstern wird dem Spieler eine fortschreitende, spannende und oftmals von Wendungen durchzogene Geschichte erzählt. Selbst in Missionen muss man jederzeit mit dem Unvorhergesehenen rechnen. Gute Charaktere an der eigenen Seite runden die Kampagnenstory ab und sind eine klare Bereicherung von dieser. Die Kampagne bietet dem Spieler jede Menge Spaß und hat ihren besonderen Reiz. Besonders, wenn es in einer Art Multiple Choice Auswahl auch mehrere Antwortmöglichkeiten gibt. Man ist wirklich motiviert, in dieser weiter zu kommen und es wird einem hierfür ein stundenlanger Spielspaß erwarten. Zwar ist zur Zeit noch keine deutsche Lokalisierung erfolgt, dies soll aber die nächsten Monate noch nachgeholt werden.

Taktik ist das A und O

Zu Beginn legen wir unseren Squad (Lanze) in unserer Basis (Dropship) fest. Normalerweise befehligen wir vier Mechs in einer Mission.

Die Kamera lässt sich frei bewegen, damit der Spieler sich einen guten Überblick verschaffen kann. Dies ist auch bitter nötig. Denn wenn man seine BattleMechs in vielfältigen Kombinationen einsetzen möchte, gilt es, einiges zu beachten. Nur vorstürmen wird selten gut gehen. Unter Beachtung von Terrain, guter eigener Positionierung, der richtigen Waffenauswahl und dem Einsatz der eigenen Spezialfähigkeiten versucht man seine Gegner oftmals auch durch eine List auszuschalten. Ein guter Einsatz der eigenen taktische Fähigkeiten und Vorgehensweise sind gefragt und entscheiden über Sieg oder Niederlage.

In die rundenbasierten Kämpfe wird der Spieler zur Einführung dank eines Tutorials Stück für Stück herangeführt. Es gibt aktuell vier Mech-Klassen, welche mit Light, Medium, Heavy, Assault gekennzeichnet sind. Jede von dieser hat auf dem Schlachtfeld Vor- und Nachteile. Unterschiedliche Bewegungs- und Sichtreichweiten kommen hier zum tragen, daher sollten die Züge weise und gut überlegt werden. Über ein Punkteraster bewegt man die eigenen Mechs vorwärts, wobei man noch an der Ankunftsstelle die Blickrichtung auswählen kann. Diese ist demnach dann auch entscheidend, ob wir einen Gegner bereits ins Visier nehmen kennen. Gekennzeichnet wurde dies erkenntlich durch eine rote Sichtlinie. Hat man seinen Kontrahenten als Ziel ausgewählt, klickt man diesen an und feuert auf diesen je nach Bewaffnung des eigenen Mechs. Aber, wer nur hemmungslos und stur drauflos ballert, wird im Spiel garantiert nicht weit kommen! Taktisches vorgehen, zu gegebener Zeit der Waffeneinsatz sind wichtige Punkte, welche zu beachten sind. Wie sieht das im Spiel nun aus? Ganz einfach: Es muss beachtet werden, welche Trefferchance wir haben und wie die eigene Hitzeentwicklung der Waffen ist. So kann der eigene Mech Strukturschaden nehmen, wenn man die Volle Salve der eigenen Laserwaffen ständig unkontrolliert abfeuert. Letztendlich kann dies sogar bis zu einer kompletten Abschaltung des eigenen Untersatzes resultieren, was natürlich im Gefecht sehr kontraproduktiv sein kann. Somit ist man gezwungen, je nach Bedarf seine Waffen ein- und oder abzuschalten.

Der Aufbau des Mech

Der Aufbau der Mechs kommt einem durchaus bekannt vor. Dieser ist gut und sinnvoll, aber auch logisch durchdacht worden. Von oben nach unten betrachtet ist der Aufbau bei unserem Mech: Kopf, linker und mittlerer Torso, Arme sowie Beine und bilden somit die Trefferzonen von diesem. Jedes Teil kann angeschossen oder mit der Zeit auch zerstört werden. Was bedeutet dies im Kampf? Wird ein Arm zerstört, kann die entsprechende Waffe nicht mehr eingesetzt werden. Eine Zerstörung der Beine legt den kompletten Mech lahm und dieser ist demnach außer Gefecht gesetzt.

Einzelne Körperteile kann man präzise anvisieren. Liegt dieser zum Beispiel am Boden, kann dieser auch angegriffen werden. Hier spielen sowohl die eigenen Moral- als auch Stabilitätsfähigkeiten eine tragende Rolle. Was bedeutet dies? Einfach erklärt, ein Mech erhält bei Angriffen nicht nur Schaden am eigenen Panzer, der eigenen Struktur sowie dem Pilot, sondern auch Stabilitätsschaden. Somit kann man einen Mech zu Fall bringen, wenn ein bestimmter Grenzwert überschritten wurde. Auch der Pilot wird hierbei verletzt, was je nach Häufigkeit zum Knockout oder sogar Tod führen kann. Man muss also einen Mech nicht zwangsläufig zerstören, wenn man gezielt den Piloten ausschalten kann.

Als weitere Feinheit im Spiel, welche es zu beachten gilt, wären da die Ausweichpunkte zu nennen. Je weiter ein Mech sich im Verlauf fortbewegt, je höher wird dieser Wert. Somit kann man der Feuerkraft des Kontrahenten durchaus entkommen. Weiterhin spielt das umliegende Terrain oder auch das jeweilige Klima eine tragende Rolle. Wald bietet Deckung und Wasser verlangsamt unseren Mech, aber hilft uns bei den eigenen Waffen im Bezug auf deren Hitzeentwicklung. Somit kann man das umliegende Terrain als Mittel zum Zweck betrachten und sollte genutzt werden. Ferner ist klar: Wer von oben nach unten schießt, also einen Höhenunterschied ausnutzen kann, hat meist einen Vorteil und erhält einen, wenn auch nur scheinbar geringen, Trefferbonus. Letztendlich kann man auch den spektakulären Nahkampf suchen, was natürlich ein schwerer Mech gegenüber einem leichten und kleinerem Kontrahenten durchaus tödlich nutzen kann.

Wie bereits erwähnt ist die eigene Strategie sowie eine gute Taktik eine gute Voraussetzung, um aus einem Gefecht bzw. Mission als Sieger hervorzugehen. Aktionen haben meist Auswirkungen im weiteren Verlauf des Gefechts. Viele Faktoren wie der eigenen Positionierung oder Aufstellung beeinflussen den Kampf. Gehe ich den Nahkampf oder zerlege ich die Konkurrenz lieber aus der Distanz. Oftmals überschätzt man auch den kleineren Gegner und stürmt einfach mal vor, was im eigenen Tod endet. Etwas Glück spielt auch oftmals eine Rolle. Manchmal freut man sich und manchmal ist es einfach frustrierend.

Im Prinzip muss man aber das Gameplay loben, jeder Kampf ist einzigartig und lässt sich auch oftmals  auf verschiedene Herangehensweise lösen. Man sollte sich nicht vom einfachen Start blenden lassen, die Gefechte steigen stetig in der Schwierigkeit und die Verbissenheit des Gegners nimmt enorm zu. Oftmals kann es im späteren Spielverlauf auf eine One vs. One Situation hinauslaufen. Gewinnt man, ist natürlich der Jubel groß. Verliert man, wird das Haus erzittern vom eigenen Wookie Schrei, um es nett auszudrücken.

Home sweet Home – Das eigene Schiff

Auf unserem eigenen Schiff haben wir das Sagen. Mit der Zeit werden hier mehr Mechs Platz finden können, wenn wir entsprechend aufrüsten. Unsere eigene Truppe kann mit einem Namen versehen werden, auch die Farben dürfen wir festlegen. Die eigenen Kampfboliden können und müssen unterhalten und für die Gefechte entsprechend konfiguriert werden. Hier geht es dann wirklich ins Detail, denn wir legen fest, welche der unterschiedlichen Waffen zum Einsatz kommen. Des Weiteren bestimmen wir die einzelne Panzerung jedes Körperteils unseres Mechs oder legen fest, welches der Jetpacks genutzt wird und zum Einsatz kommen soll. (Keine) Zeit für Experimente.

Unseren Mechwarriors steht ein umfangreicher Skillbaum zur Verfügung. Dieser enthält vier verschiedene Linien: Gunnery, Piloting, Guts und Tactics, jeder von ihnen bietet unterschiedliche Vorteile und somit Boni mit jeder freigeschalteter Stufe.

Der Unterhalt für das Schiff und unsere Mechs ist teuer und wird monatlich fällig. Bei Zahlungsunfähigkeit bedeutet Pleite auch gleichzeitig das Ende des Spiels.

Wir brauchen Kohle

Einen Überblick über das gesamte Aurigan Reach bekommen wir über eine Karte. Hier  holen wir uns immer neue Aufträge oder Storymissionen. So können wir uns Aufträge aussuchen und annehmen, je nachdem, im welchem Sternensystem wir gerade unterwegs sind. Im eigenen Schiff bzw. im Command Center erhält man eine Übersicht der zur Verfügung stehenden Missionen. Diese umfasst eine breite Palette von Escortaufträgen bis zu Verteidigungsaufträgen und mehr. Eine Übersicht erklärt uns auch die Schwierigkeit im Auftragsvorschlag. Das Klima hat auch entscheidenden Einfluss auf die Mission und natürlich unsere Mechs. Also sollte man aufpassen bei der Auswahl und etwas Vorsicht walten lassen.

Beim Auftrag können wir aushandeln, ob wir mehr Gegenstände wiederverwerten oder mehr Geld haben möchten. Einfluss nimmt hier unser Ruf,aber auch der Schwierigkeitsgrad. Beachten sollte man jedoch für den Fall, dass die zu erwartenden Reparaturkosten die Einnahmen übersteigen sollten, ob man diese Mission in Angriff nehmen soll.

Ferner wäre noch der Skirmish-Modus zu erwähnen. In diesen Arena-Matches treffen wir im Einzelspieler oder Multiplayer auf zwölf verschiedenen Karten gegen die menschlichen Mitstreiter oder die KI.

Allerdings bietet Battletech auch Punkte der Kritik. Gelegentliche Ruckler und Grafik-Lags stören etwas, ferner auch, dass die viel zu langen Ladezeiten bei Gefechten die guten alten C64er Zeiten in Erinnerung rufen. Da stellt das Schießen durch Felsen noch ein kleineres Problem dar. Ebenso wie die oftmals unglücklichen Kamerawinkel im fortlaufenden Gefecht, welche wir aber manuell wieder auskorrigieren können. Auch liegt noch keine deutsche Lokalisierung von Battletech vor, was evtl. manche Käufer (noch) abschrecken könnte. Diese soll aber laut dem Entwickler noch kommen.

Wer darüber hinwegsehen kann, erhält ein großartiges Strategie Spiel mit einem Hauch von Rollenspiel Elementen. Der Kritik entgegen wirkt das Spiel einfach von der Grafik und dem Sound schon mächtig beeindruckend. Allein die unterschiedlichen Mechs sind toll animiert und wenn diese mit ihrem Zerstörungspotential loslegen, ist es eine wahre Augenweide, dem beizuwohnen. Auch die unterschiedlichen Karten sind sehr detailliert dargestellt. Die Kampagne und die Missionen garantieren eine große Menge von Stunden an Spielspaß. Bei Steam sind für Battletech 109 Erfolge zu erringen, welche gerade Erfolgsjäger eine längere Zeit beschäftigen werden. Manche sind recht einfach zu erreichen, andere sind natürlich entsprechend schwieriger zu bewerkstelligen.

Im YouTube Kanal sind viele Videos über das Spiel zu sehen. Battletech ist aktuell bei Steam für 39,99€ in der Standard- sowie für 49,99€ in einer Deluxe Edition erhältlich. Weitere Informationen über Battletech bietet auch die offizielle Webseite oder die Steamwebseite.

Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
90 %
QuelleBattletech
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Projektleiter und Redakteur von game7days, ehemals Alpha-Omegagaming seit 2014. Ich betreue die Infrastruktur, als auch die Gewinnspiele der Webseite. Im Großen und Ganzen kümmere ich mich also auch um die Dinge, welche man eben nicht sieht.