Quelle: tinyBuild

Ob Breaking Bad, der Pate, oder Scarface, viele Filme oder Serien glorifizieren fast schon das Verbrechen oder auch die Thematik Drogen in gewisser Art und Weise für ihr Publikum. Natürlich ist dies in der Gaming Welt nicht anders, denn immerhin macht es doch auch Spieler:innen Spaß, in die Fußstapfen eines Tony Montana oder Don Vito Corleone zu schlüpfen, um sich ein eigenes Imperium zu errichten. Natürlich auch mir, von daher war es mir eine große Freude seit knapp einem Monat Hand anzulegen bei Cartel Tycoon, von Entwickler Moon Moose und Publisher tinyBuild, um mich meiner Haut gegenüber der Konkurrenz, aber auch dem Gesetz nach besten Kräften zu erwehren.

Wow, was ein Tutorial

Zum Start kann man auch ein umfangreiches und circa zweistündiges Tutorial spielen, was wir jedem, der zum ersten mal in den virtuellen Kartellalltag von Cartel Tycoon eintaucht, auch ans Herz legen würden. Ansonsten kann man natürlich auch die Learning by Doing Methode praktizieren, allerdings werden einem leider viele Zusammenhänge dann verborgen bleiben, was dann natürlich allzu schnell in Frust und einem Game Over für den Capo enden könnte. Aber, er hat ja noch seine Leutnants, die ihn ersetzen können. Nach dem Tutorial empfiehlt es sich, die Story anzugehen, bevor man sich in den Sandbox Modus stürzt. Der Storypart bietet das Tutorial und zwei weitere Möglichkeiten in einem normalen und schweren Modus. Beide sollen 10-15 Stunden eurer Zeit veranschlagen. Die ultimative Herausforderung ist der Survival Modus, den wir als letztes angehen sollten.

Zu Beginn ist unsere Aufgabe leicht erklärt: Wir übernehmen die Leitung eines Kartells. Unserer Konkurrenz sollen wir uns entledigen, unsere untergebenen Leutnants sollen buchstäblich die Drecksarbeit für uns erledigen und wenn möglich, sollten unsere Pläne und Taten auch noch von Gesetz und Staat weitestgehend unbemerkt bleiben. Das sind natürlich ganz schöne Hürden, aber wer die Nr. 1 in der Gangsterwelt werden möchte, wird diesen imaginären Titel nicht umsonst ergattern können. Und schon gar nicht ohne Blutvergießen.

Grundsätzlich dürften euch viele Elemente auch von andere Spielen bekannt vorkommen. Dies ist natürlich nicht weiter schlimm, denn im Gegenteil fühlt man sich eher wohl, auch wenn einem gerade der Start ins Spiel samt Tutorial doch schon langatmig statt schwer gefallen ist. Aber hier hat man sich sehr viel Mühe gegeben, da viele Funktionen auch mit einem Video kurz erklärt und gezeigt werden. Die Menüführung ist durchdacht und auch gut designt, hier kann man wirklich auch als Anfänger nicht wirklich meckern und dies zeigt, dass der Entwickler sehr auf Einstiegsfreundlichkeit bedacht war. Von uns gibt es hier schon einmal Daumen hoch hierfür, da dies nicht selbstverständlich ist und man hier die Konkurrenz sogar vorführt.

Die Karte erinnert beispielsweise stark an andere Titel des Genres, während uns Onkel Tony, seines Zeichens glatzenträger und natürlich übersät von Tattoos, per Dialog Schritt für Schritt die nächsten Stunden durch das Spiel begleiten wird. Dies muss er auch tun, denn wir sind nicht wirklich mit der Unterwelt vertraut, denn wir genießen mehr oder weniger das Leben als ein Student der Poesie, was unserem Vater, dem Kartellchef, natürlich gar nicht in seine Lebensplanung für uns in den Kram passt. Eine Art Quest- bzw. Aufgabensystem begleitet uns und sorgt für einen gewissen roten Faden, was wir aktuell erledigen sollen und orientieren uns etwas danach. Auch im späteren Verlauf werden wir eine Vielzahl an Aufgaben haben, welche es zu erledigen gilt.

Das Gameplay bietet typische Genrekost und läuft auch entsprechend ab. Nach Begutachtung des Bodens bezüglich seiner Fruchtbarkeit, legen wir uns zu Beginn erst einmal paar Farmen zu, von welchen uns auch mit der Zeit und im späteren Spielverlauf mehr als nur Opium zur Anbauauswahl stehen werden. Diese werden dann per Tool, welches für den Straßenbau zur Verfügung steht, mit dem eigenen zugelegten Lager verbunden. So werden unsere Drogen transportiert und gelagert, verteilen werden wir diese über den Flughafen, welchen wird mit an unser Straßennetz eingebunden haben, damit wir unsere wertvolle und illegale Fracht auch unters Volk bringen können. Grundsätzlich sollte man gerade beim Bau der Produktionsgebäuden aufpassen, wo man diese platziert.

Denn eine Coca Plantage fällt dem Staat samt Militär, aber auch dem Hüter des Gesetzes, an einer Hauptstraße eher auf als verzweigt, abgelegen und gut versteckt von diesen. So gilt es im Verborgenen zu agieren, keine Straßensperren zu provozieren, wenn nötig Gelder zu zahlen, bewaffnete Hausdurchsuchungen zu umschiffen, oder man muss halt Gebäude schnellstmöglich wieder freikaufen, wenn es dann noch steht und nicht in die Luft gejagt wurde.

Damit wir vom Staat und dessen Behörden nicht entdeckt werden, lassen wir uns natürlich so einiges einfallen und versuchen, diese an der Nase herumzuführen und spielen braver Bürger bzw. Händler. So haben wir Möglichkeiten der Täuschung zur Verfügung, um unsere heiße Ware zu verstecken. Hier stehen uns einige Möglichkeiten zur Verfügung, um den Transport angeblicher legaler Waren wie Feldfrüchte vorzugaukeln.

So erhalten wir Geld, allerdings gibt es auch hier noch einen Unterschied zu beachten. Es gibt ein Konto für sauberes- und schmutziges Geld. Bevor wir dies ausgeben können, müssen wir das erhaltene, schmutzige Geld, also aus unseren illegalen Geschäften, erst einmal durch legale Aktivitäten waschen. Hier stehen uns verschiedenste Optionen in der Stadt zur Verfügung. Ob Casino, Zirkus oder eine Taxiunternehmung, wir verschleiern und täuschen wo wir nur können. Eben dass, was man als Verbrecher und angehender Kartellboss aus dem Effeff beherrschen muss. Die Krönung bietet uns dann noch das bauen einer Kirche, um uns bei der einheimischen Bevölkerung als Samariter zu präsentieren. Denn wo werden uns auch Verbrechen wie Überfälle auf andere Dörfer oder gar Kämpfen mit den Rivalen gegen einen entsprechenden Obolus besser verziehen als hier?

Grundsätzlich muss man aber hier feststellen, dass das umwandeln von schmutzigen Geld in sauberes Geld öfters eine Spielbeschleunigung auf Maximum erforderlich gemacht hat. Für diese Funktion wird man des Öfteren im Spiel sehr dankbar sein, gerade auch wenn man den großen Forschungsbaum sieht.

Früher oder später wird man, insofern man nicht vorsichtig ist, mit der Polizei, dem Militär, oder gar der DEA in Berührung kommen. Diese können dann Straßen sperren, stürmen unsere Gebäude und legen unsere Produktion bzw. unseren Vertrieb lahm. Werden wir beim dealen erwischt, kann es ganz schnell ungemütlich für uns werden. Es ist halt wie man es aus Filmen nur allzu gut kennt, ein ewiges Katz und Maus Spiel zwischen Gut und Böse, Licht und Schatten. Wobei wir uns natürlich, wie könnte es für einen Gangster auch anders sein, im Recht sehen. Also tuen wir alles mögliche um Kontakt mit Militär, den Feds oder anderen Behörden tunlichst zu vermeiden. Denn sonst wird es ungemütlich für uns und unser Lebenswerk, von unserer Karriere als Verbrecher ganz zu Schweigen.

Also was machen wir als guter Bürger? Natürlich bestechen und beschenken wir die Politiker, wie den Bürgermeister einer Stadt, damit uns dieser wohlgesonnen ist und beispielsweise ein gutes Wort für uns bei den ermittelnden Behörden einlegt. Oder wir unterstützen direkt die Wahl um so im weiteren Verlauf des Spiel einen Gefallen einfordern zu können. Wenn die Bezahlung bzw. die Bestechung gut genug ist, kann unsere Kartell sogar die Herrschaft an sich reißen und das Stadtoberhaupt steht unter unserer Fuchtel.

Das leben als Gangster bzw. eines angehenden Kartellbosses ist oftmals sehr durch Zufälle und Stress geprägt. Ob mit der Politik, den Staat und dessen Behörden, aber auch der oftmals lästigen Konkurrenz, welcher wir uns mit der Zeit natürlich auch entledigen müssen. So starten wir mit entsprechenden untergebenen Leutnants samt Capo in anderen Städten unsere Säuberungsaktionen, welche in Straßenkämpfen ausgetragen werden. Hier darf man nun nicht ein Grafikspektakel erwarten sondern schaut auf Balken, welchen die unterschiedlichen Stärken der Kontrahenten darstellen und entsprechend bei einer angehenden Niederlage beim Schwächeren abnehmen.

Gerade unsere untergebenen Bosse bieten eine nette Abwechslung, da diese im Level und der Hierarchie aufsteigen können. So können wir neue Fähigkeiten verteilen und diese beispielsweise zu richtigen Kampfmaschinen ,Entführungs- oder Wirtschaftsexperten machen. Es gibt auch hier eine Vielzahl an Möglichkeiten, was wir uns unbedingt je nach Spielsituation auch zunutze machen können.

Insgesamt betrachtet hat bietet das Spiel sehr viel Abwechslung. Unter anderem durch die Einflussnahme auf die Politik und deren Bürgermeister, von welchem jeder in den unterschiedlichen Städten einzigartig ist, auch bezüglich seines Verhaltens uns gegenüber. Langwierig ist oftmals dann eher das erhalten der finalen Quest von diesem, daraus sollte man sich einstellen. Dann wäre der Staat zu nennen, denn dieser und dessen Behörden, welche uns ständig auf den Fersen sind, zwingen uns oftmals zu besonnenem Verhalten. Aber auch die große Vielzahl von unseren Untergebenen, als auch deren Entwicklungsstufen, halten uns auf Trapp. Auch deren Einsatz sollte besonnen sein, wenn man gegen seine Konkurrenz in anderen Gebieten vorgeht.

Forschung bedeutet Grind

Natürlich muss man auch beachten, dass wir unsere Gebäude ebenfalls aufwerten können. Bessere bzw. höhere Produktionsgebäude bedeuten dann beispielsweise Zugriff auf andere Dinge, welche wir anbauen können. Hier müssen wir in dem Zusammenhang noch den Bereich der Forschung nennen. Dieser ist sehr umfangreich ausgefallen und lädt zum Grind geradezu ein. Aber ist auch eine eher langwierige, aber sinnvolle Aufgabe für uns und sollte auf Cooldown gehalten werden, insofern das Geld vorhanden ist. So ergattern wir unter anderem wichtige Dinge wie Gebäudeaufwertungen oder passive Effekte aber sollten auch wieder beachten, dass man öfters gezwungen ist, aufgrund der hohen Kosten, die Spielzeit zu beschleunigen. Ich kann hier nur betonen, dass man hier sehr viel Beschäftigung finden wird und sich nach belieben austoben kann.

Alles in allem muss man beachten, dass Cartel Tycoon (PC) von einem kleinen Team entwickelt wurde. Die Musik ist einerseits unterhaltsam, andererseits auch etwas störend empfunden worden, ist aber auch prinzipiell Geschmackssache. Die Grafik ist sehr bunt gehalten und das mexikanische bzw. südamerikanische Flair ist gut eingefangen worden. So wird man hier und da auf Bugs treffen oder aber Übersetzungsfehler, was ich persönlich jetzt nicht als Weltuntergang empfinde. Seit der Veröffentlichung vor knapp einem Monat hat man auch schon fleißig nachgepatcht, was auch nicht unbedingt selbstverständlich, aber unter anderem um neue Spieler anzulocken, durchaus sinnvoll ist. Auch die Ähnlichkeit zu anderen Spielen stört mich eher weniger. Sehr positiv wäre das umfangreiche Tutorial zu nennen. Dies sucht nahezu seines Gleichen und sollte der AAA-Konkurrenz mal zu denken geben, wie man einen leichten Spieleinstieg ermöglichen kann! Zu guter Letzt wollen wir noch erwähnen, dass Konsolenspieler auch in den Genuss des von Cartel Tycoon kommen sollen, allerdings erst im nächsten Jahr.

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Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
78 %
QuelleCartel Tycoon
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CEO und Redakteur von game7days, ehemals Alpha-Omegagaming seit 2014. Ich betreue u.a. die Infrastruktur, als auch die Gewinnspiele der Webseite.
cartel-tycoon-test-review-pc<blockquote>Cartel Tycoon ist ein sehr umfangreiches Spiel, insofern man es aus Sicht des kleinen Entwicklerteams betrachtet. Hier hat man wirklich großes Vollbracht. Das Tutorial war mit eines der Besten, was ich mir in meiner langen Spielkarriere angeschaut habe. So wird man in den Bann von dem Spiel gezogen und wird ermutigt, zur absoluten Nr.1 aufzusteigen. Allein der Forschungsbaum wird für viele Spieler:innen mit die harte Nuss sein, die es zu knacken und durch immensen Grind, zu meistern gilt.</blockquote> <blockquote>Allerdings trüben Bugs und Übersetzungsfehler das Spielerlsbnis etwas, aber hier wird und wurde bereits fleißig nachgepatcht. Der Preis von aktuell 26,99€ dürfte dem ein oder anderen etwas überzogen vorkommen, aber ist definitiv jetzt schon jeden Cent wert. Ich bin begeistert und werde noch sehr viele Stunden mein Unwesen in Cartel Tycoon absolvieren, um die Konkurrenz zu beseitigen, Politiker zu bestechen und dem Staat und seinen Verfolgungsbehörden ein Schnippchen zu schlagen.</blockquote> <hr /> <blockquote> <strong>Positiv</strong> <ul> <li>Umfangreiches Tutorial</li> <li>Spielgeschwindigkeit regulierbar</li> <li>Sandbox-Gameplay</li> <li>Tolle Grafik</li> <li>Viele unterschiedliche Gebäude</li> <li>Umfangreicher Forschungsbereich</li> <li>Leutnants Levelsystem</li> <li>Steam-Erfolge</li> </ul> <strong>Negativ</strong> <ul> <li>Übersetzungsfehler</li> <li>Bugs</li> <li>Grind lastig</li> </ul> </blockquote> <hr /> <blockquote>Name: Cartel Tycoon</blockquote> <blockquote>Plattformen: PC</blockquote> <blockquote>Genre: Aktion, Indie, Simulationen, Strategie</blockquote> <blockquote>Veröffentlichung: 26. Juli 2022</blockquote> <blockquote>Early Access: 18. März 2021</blockquote> <blockquote>USK/PEGI: keine Angabe/12</blockquote> <blockquote>Entwickler: Moon Moose</blockquote> <blockquote>Publisher: tinyBuild</blockquote> <blockquote>Franchise: tinyBuild</blockquote> Anmerkung: Die PC-Version von Cartel Tycoon wurde game7days für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.