X4: Foundations – Test / Review (PC)

Quelle: Egosoft

Das X Franchise ist bei den meisten Spielern ein Geheimtipp. X4: Foundations, der neue Teil der Spielereihe bildet hier keine Ausnahme. Damals, vor ungefähr 20 Jahren, als der erste Teil des Spiels erschien, hat dieser die meisten Spieler begeistert. Auf X4: Foundations, ein Spiel welches Wirtschafts-, Kampf- und Erkundungssimulation in sich vereint, waren wir schon seit der Vorstellung bei der gamescom 2018 gespannt.

Dies liegt auch daran, dass das letzte Spiel der X-Spielereihe, X Rebirth, vor über 5 Jahren im November 2013 veröffentlicht wurde. Allerdings machte das Spiel damals keinen guten Eindruck. Schon bei Release und auch in der Zeit danach war das Spiel aufgrund von Fehlern und Problemen nicht spielbar und ein reines Desaster, was unter anderem aufgrund von zu vielen Ideen und zu wenig Entwicklern kein Wunder war. Umso mehr haben wir gehofft und die Daumen gedrückt, dass X4: Foundations ein besseres Spiel werden wird. Ob sich der Kauf von X4: Foundations lohnt, könnt ihr nun in unserem Review nachlesen!

Hardware von Nöten!

Auch wenn wir von diesen Problemen nicht betroffen waren, scheinen es aber andere des häufigeren zu haben, denn X4: Foundations ist ein Hardware-Fresser. Dies ist bei Spielen ja durchaus häufiger der Fall, aber hier ist es nicht die Grafik die dafür sorgt, sondern eher die Einstellungsmöglichkeiten im Menü.

Wer das erste mal das Einstellungsmenü öffnet, wird hier direkt erschlagen von verschiedenen Möglichkeiten und das ganze wirkt eher wie ein großes Durcheinander, als wie ein modernes Benutzermenü. Vor allem sind die Fenster relativ klein und die Texte noch kleiner, sodass das Menü relativ winzig ausfällt. Dies hätte man durchaus größer und „einfacher“ gestalten können, damit der Spieler sich nicht erst ewig hineinfuchsen muss. So wäre aus X4: Foundations auch kein Hardware-Fresser geworden. Aber nun gut: Es ist, wie es ist. Achtet also einfach darauf, dass euer PC die Anforderungen erfüllt!

Aller Anfang ist schwer

Macht euch nichts vor…X4: Foundations ist definitiv nicht anfängerfreundlich aufgebaut. Nachdem man sich durch das Menü und die Einstellungen gekämpft hat und ins Weltall aufbrechen kann, sollte man zunächst einmal die drei Tutorials durchführen, um überhaupt zu lernen, wie man Steuerungstechnisch mit X4: Foundations umzugehen hat. Erwartet aber hier nicht zu viel, denn diese Einführung kratzt wirklich nur an der Oberfläche. Insgesamt aber genießt man in X4: Foundations definitiv keinen Welpenschutz.

Man wird definitiv einige Stunden benötigen, um sich zu Beginn in X4: Foundations zurecht zu finden. Aber irgendwann hat man zumindest insofern den Dreh raus, dass man mit seinem ersten Raumschiff durchs All fliegen und man sich neue Schiffe für die Flotte erwerben kann. Auch ist es möglich die ganze Galaxie zu erkunden, Personal zu rekrutieren und zeitgleich auch auf interstellarer Ebene zu handeln. Ihr begegnet auf euren Reisen einer Menge unterschiedlicher NPCs, mit welchen ihr etwas zu tun haben werdet.

Aber es gibt auch störende Elemente im X4: Foundations Gameplay. Dies beginnt im Laufe der Zeit mit der enormen Klickerei, die sich arg bemerkbar macht wie beispielsweise beim Handeln oder auch beim Navigieren über die Karte. Aber auch wenn man die Raumstationen durchreist, kann die Klickerei irgendwann nervig sein. Auch wirken viele Aktionen dezent eintönig, da sie sich immer wiederholen. Wenn man in X4: Foundations fortschreitet, wird man immer mehr von dem Spiel irgendwie auf eine gewisse Art auch ausgebremst. Daran muss man sich gewöhnen!

Freiheiten? Ja. Unendlich? Nein!

X4: Foundations winkt mit vielen Punkten in Richtung Freiheit und Offenheit, aber es setzt euch gleichzeitig in dem virtuellen Universum dennoch häufig Grenzen und wirkt des öfteren teilweise etwas unlogisch. Auch wenn es sich bei X4: Foundations zumindest teilweise um ein Spiel mit Sandbox-Ansätzen handelt, fühlt man sich auch ab und an allein gelassen. Dies äußert sich vor allem in „zu viel“ Freiheit und das ohne nennenswerten Inhalt, wenn man sich diesen nicht umständlich selbst erarbeitet. Wir sind der Meinung, dass man hier hätte ein wenig mehr Zeit investieren sollen, um zumindest ein wenig mehr Inhalt bieten zu können.

Wenigstens kommt beinahe täglich neuer Inhalt von Egosoft selbst oder von Fans, welche Inhalte in Form von Mods erarbeiten. Dies liegt unter anderem aber daran, dass man sich bei Egosoft vermutlich gedacht hat, dass sich die Spieler ihren Inhalt selbst erschaffen sollen, anstatt diesen von den Entwicklern zu erwarten und genau an diese Tatsache muss man sich selbst als eingefleischter Sandbox-Game Fan noch gewöhnen. Die bereits erwähnte Schwierigkeit als Neuling in dem Spiel vereinfacht das Ganze nicht unbedingt. Wir sind also ehrlich zu euch: Ihr könnt in X4: Foundations eine Menge Spaß haben und guten Inhalt erleben, welchen ihr euch selber erschaffen müsst oder aber gefrustet euer Raumschiff landen und für den restlichen Tag das Spiel beenden und euch wieder durch das Menü quälen. Aus diesem Grund können wir Gameplay-technisch auch nicht mehr dazu sagen!

Grafisches Mittelmaß, Performance inzwischen in Ordnung

Was natürlich auch ein wichtiger Punkt bei X4: Foundations darstellt, ist die Grafik. Diese wirkt im Allgemein relativ gut, wenn auch an einigen Ecken und Kanten etwas verschwommen. Wir würden diese jetzt nicht als AAA-Game Grafik bewerten, aber eben auch nicht als schlechte Grafik. Allerdings zuckt einem nach einiger Zeit bei den Aliasing-Effekten ein wenig das Auge und es gibt auch nicht unbedingt wenig Grafikfehler oder fehlerhafte Darstellungen. Es kommt vor, dass auf einmal Asteroiden quer durch euer Raumschiff fliegen, ohne Schaden zu verursachen oder auch ein Raumschiff von jetzt auf gleich auf einmal durch die Raumstation trudelt. Daran muss man sich gewöhnen. Aber auch einige Modell Pop Ups, welche noch fehlerhaft wirken, sind uns unter die Augen gekommen. Aber das wird im Laufe der Zeit mit Sicherheit noch gepatcht und ist bei weitem nicht so schlimm wie bei X-Rebirth vor einigen Jahren!

Die Performance ist also verhältnismäßig gut, wenn man von den Grafikfehlern und gelegentlichen Spielabstürzen absieht, an welchen Egosoft aber scheinbar mit Hochdruck arbeitet, wenn man sich mal das Datum jedes Patches genauer anschaut.

Auch der Audio-Bereich ist an sich gut, aber dennoch noch verbesserungswürdig. Dies betrifft vor allem die Geräuschkulisse, welche so gut wie gar nicht vorhanden ist. Dies können der Schub des Raumschiffs oder auch die Bedienung diverser Gerätschaften sein, aber eine beinahe komplette Stille wirkt eher kontraproduktiv. Dies ist an sich relativ schade, da Egosoft die Sprachausgabe relativ gut umgesetzt hat.

Schwer zu beurteilen

Zunächst einmal sei gesagt, dass es sich bei diesem Abschnitt nicht um das Fazit handelt, sondern eher um eine kleine Erklärung, welche das Fazit sprengen würde. Wie bereits erwähnt handelt es sich bei X4: Foundations um ein Simulationsspiel in mehreren Kategorien mit Sandbox-Effekten. Dies bewirkt zeitgleich, dass man das Spiel entweder wirklich lieben, absolut hassen oder es neutral spielen kann. Wir sind sogar der Meinung, dass ein Spieler, der X4 anfasst, es entweder pausenlos spielen möchte oder es nie wieder anrührt. Hier scheiden sich definitiv die Geister, was man auch anhand von Bewertungen anderer Spieler herausfinden kann und Spieler des X Franchise gelten nicht umsonst als Hardcore-Simulations-Fans. Soviel sei defintiv gesagt und Egosoft weiß dies auch gut zu nutzen, indem man diesen Spielern die Werkzeuge an die Hand gibt und diesen weitgehend freien Raum lässt, um neue Inhalte für das Spiel zu entwerfen. Von Spielern, für Spieler! Man kann X4: Foundations eher als Grundstein eines Hauses sehen und die Spieler, welche Mods entwickeln und Ideen haben und auch Egosoft, welche Patches für das Spiel veröffentlichen, legen weitere Steine, um ein großes Projekt zu erschaffen.

Aus diesem Grund ist es allgemein sehr schwer, X4: Foundations objektiv zu bewerten, da es nun einmal weder ein unfertiges, noch ein fertiges Spiel ist. Man kann weder sagen, dass es sich hierbei um ein schlechtes Spiel ohne Inhalt handelt, noch dass es ein gutes Spiel mit viel Inhalt ist. Stattdessen würden wir eher sagen: Es kommt definitiv darauf an, was ihr damit anstellt und welches Durchhaltevermögen die X-Fanbase besitzt, um daraus etwas Großartiges die kommenden Monate oder auch Jahre zu erschaffen.