Invincible VS – Test / Review (PC)

Invincible VS fühlt sich ungefähr so an, als hätte irgendjemand beschlossen, die komplette Brutalität der Serie einfach ungefiltert in ein Prügelspiel zu werfen und dann noch zusätzlich sämtliche Sicherungen zu entfernen. Schon die ersten Kämpfe machen relativ schnell klar, dass das hier kein vorsichtiger oder besonders zurückhaltender Superhelden-Brawler sein möchte. Knochen brechen sichtbar, Gegner werden durch Häuser geschleudert und spätestens wenn plötzlich wieder literweise Blut über den Bildschirm verteilt wird, merkt man sofort, dass das Spiel den Stil der Vorlage erstaunlich konsequent übernimmt. Gleichzeitig steckt hinter dem ganzen Chaos aber überraschend viel spielerische Tiefe. Gerade weil Invincible VS nicht versucht, ein ultrakompliziertes Turnier-Kampfspiel für absolute Profis zu sein, funktioniert der Einstieg erstaunlich angenehm. Trotzdem dauert es nicht lange, bis man merkt, wie viel tatsächlich hinter dem Kampfsystem steckt und wie schnell Kämpfe komplett eskalieren können.


Zwischen zertrümmerten Hochhäusern und explodierenden Körpern bleibt erstaunlich viel Platz für Taktik

Spielerisch orientiert sich Invincible VS klar an klassischen Tag-Fightern. Drei Charaktere bilden jeweils ein Team und können während des Kampfes ständig ausgetauscht werden. Genau dadurch entsteht dieser unglaublich hektische Spielfluss, bei dem praktisch permanent irgendetwas auf dem Bildschirm passiert. Figuren fliegen durch Wände, Teammitglieder springen plötzlich mitten in Kombos hinein und oft eskalieren Kämpfe innerhalb weniger Sekunden komplett. Trotzdem bleibt das Ganze erstaunlich übersichtlich. Gerade weil das Spiel seine Grundmechaniken relativ verständlich erklärt, findet man auch als Genre-Neuling überraschend schnell hinein. Man muss keine absurden Tastenkombinationen auswendig lernen, um vernünftig spielen zu können und genau das macht Invincible VS deutlich zugänglicher als manche andere Vertreter des Genres. Trotzdem steckt genug Tiefe im Kampfsystem, damit erfahrene Spieler relativ schnell anfangen, deutlich komplexere Kombos und Teamwechsel aufzubauen.

Besonders stark funktioniert dabei das Tag-System selbst. Teammitglieder lassen sich nicht einfach nur austauschen, sondern aktiv in laufende Kombos integrieren. Genau dadurch entstehen ständig komplett verrückte Angriffsketten, bei denen plötzlich drei Charaktere gleichzeitig auf dem Bildschirm unterwegs sind. Gerade später merkt man relativ schnell, wie wichtig gutes Team-Timing eigentlich wird. Manche Figuren ergänzen sich unglaublich gut, während andere Kombinationen deutlich chaotischer wirken. Genau deshalb entwickelt das Spiel relativ schnell diesen typischen „nur noch eine Runde“-Effekt. Man möchte ständig neue Teams ausprobieren oder sehen, welche absurden Kombos sich als Nächstes bauen lassen. Gleichzeitig bleibt das Kampfsystem aggressiv genug, damit Kämpfe nie langsam oder träge wirken. Selbst defensives Spielen fühlt sich hier oft noch komplett chaotisch an, weil das Spiel permanent Druck erzeugt und praktisch nie wirklich ruhig wird.


Die Kämpfe wirken wie direkte Szenen aus der Serie nur mit noch weniger Zurückhaltung

Einer der größten Pluspunkte von Invincible VS ist definitiv die Präsentation der Kämpfe. Das Spiel versteht erstaunlich gut, warum die Serie überhaupt so beliebt geworden ist. Kämpfe fühlen sich nicht wie klassische Superhelden-Duelle an, sondern eher wie komplette Katastrophen. Häuser brechen auseinander, Gegner schlagen mit voller Wucht durch ganze Straßenzüge und manche Spezialattacken wirken fast übertrieben brutal, selbst für Invincible-Verhältnisse. Genau dadurch entsteht ständig dieses Gefühl, dass jede Figur tatsächlich übermenschlich stark ist. Viele Prügelspiele behaupten das nur, Invincible VS verkauft diese Gewalt dagegen erstaunlich glaubwürdig. Selbst normale Treffer besitzen oft eine enorme Wucht und sorgen dafür, dass Kämpfe viel härter wirken als in den meisten anderen Comicspielen.

Besonders die Ultimate-Angriffe bleiben schnell im Kopf. Manche davon erinnern direkt an bekannte Szenen aus der Serie oder den Comics, andere drehen den Wahnsinn nochmal komplett weiter auf. Gerade Omni-Man gehört hier zu den absoluten Highlights. Wenn er Gegner mit voller Geschwindigkeit durch Gebäude schlägt oder komplette Straßenzüge verwüstet, wirkt das teilweise fast wie eine spielbare Folge der Serie. Gleichzeitig verliert das Spiel trotz der Brutalität nie komplett seinen Spaßfaktor. Die Kämpfe bleiben schnell, überdreht und teilweise fast absurd chaotisch. Genau diese Mischung aus extremer Gewalt und fast schon comicartiger Übertreibung funktioniert überraschend gut und sorgt dafür, dass selbst normale Matches oft wie riesige Bosskämpfe wirken. Gerade in längeren Sessions merkt man irgendwann, wie sehr Invincible VS davon lebt, Kämpfe möglichst spektakulär aussehen zu lassen.


Die Figuren spielen sich deutlich unterschiedlicher als man anfangs denkt

Anfangs wirkt der Kader vielleicht etwas kleiner als bei manchen anderen Fighting Games, doch relativ schnell merkt man, wie unterschiedlich sich die Figuren tatsächlich spielen. Omni-Man fühlt sich komplett anders an als Atom Eve, während Charaktere wie Rex Splode oder Battle Beast wiederum völlig eigene Schwerpunkte besitzen. Gerade dadurch macht das Experimentieren mit verschiedenen Teams unglaublich viel Spaß. Manche Figuren funktionieren eher aggressiv auf kurze Distanz, andere kontrollieren den Bildschirm fast komplett mit Projektilen oder Spezialfähigkeiten. Genau dadurch entsteht erstaunlich viel Tiefe, obwohl die Steuerung insgesamt relativ zugänglich bleibt. Man merkt relativ schnell, dass das Spiel seine Figuren nicht einfach nur optisch unterschiedlich gestaltet hat, sondern wirklich versucht, ihre Kräfte sinnvoll in Gameplay umzusetzen.

Besonders cool ist dabei, dass die Charaktere nicht einfach nur unterschiedliche Movesets besitzen, sondern sich tatsächlich passend zu ihren Fähigkeiten spielen. Rex Splode arbeitet viel mit Explosionen und Distanzkontrolle, Atom Eve nutzt eher flexible Spezialfähigkeiten und Omni-Man wirkt schlicht wie eine komplette Naturkatastrophe. Genau dadurch bekommen die Kämpfe deutlich mehr Persönlichkeit. Gleichzeitig sorgt das dafür, dass man relativ schnell Lieblingscharaktere entwickelt. Selbst Spieler, die normalerweise kaum Fighting Games spielen, dürften hier relativ schnell Figuren finden, die zu ihrem eigenen Stil passen. Gerade deshalb funktioniert der Einstieg in Invincible VS überraschend angenehm, obwohl die Kämpfe auf den ersten Blick komplett überwältigend wirken können.


Die Story funktioniert besser als man bei einem Prügelspiel erwarten würde

Viele Fighting Games behandeln ihre Storymodi eher wie irgendeine Pflichtaufgabe zwischen den eigentlichen Kämpfen. Invincible VS macht hier überraschend viel richtig. Die Geschichte orientiert sich zwar klar an bekannten Figuren und Konflikten der Vorlage, erzählt aber trotzdem eine eigene Handlung rund um Manipulationen, Konflikte innerhalb der Teams und seltsame mentale Einflüsse auf verschiedene Charaktere. Gerade dadurch entsteht nicht einfach nur irgendein liebloser Fanservice-Modus, sondern tatsächlich eine Geschichte, die Fans der Serie relativ schnell hineinzieht. Natürlich erreicht das Ganze nicht die emotionale Wucht der Serie selbst, trotzdem funktioniert der Modus deutlich besser als erwartet und motiviert genug, um tatsächlich bis zum Ende weiterzuspielen.

Besonders angenehm ist dabei, dass praktisch alle Figuren sinnvoll eingebunden werden. Statt nur kurze Cameos zu bekommen, spielen viele Charaktere tatsächlich eine Rolle innerhalb der Handlung. Dazu kommen zahlreiche Zwischensequenzen und kleinere Dialoge, die Fans der Serie sofort wiedererkennen dürften. Gleichzeitig bleibt die Story insgesamt angenehm direkt und verliert sich nicht komplett in unnötigem Ballast. Genau deshalb funktioniert der Modus auch für Spieler, die normalerweise eher den Multiplayer ignorieren würden. Man merkt relativ schnell, dass hier tatsächlich Mühe hineingeflossen ist und nicht einfach nur ein paar Kämpfe lose miteinander verbunden wurden.


Online funktioniert stabil aber das Balancing schwankt stellenweise

Online macht Invincible VS insgesamt einen ziemlich stabilen Eindruck. Die Kämpfe laufen größtenteils flüssig und gerade das Rollback-Netcode-System sorgt dafür, dass selbst schnellere Matches meistens angenehm spielbar bleiben. Das ist bei einem so hektischen Fighting Game extrem wichtig, weil bereits kleine Verzögerungen den kompletten Spielfluss zerstören könnten. Glücklicherweise passiert genau das hier eher selten. Gerade Matches gegen Spieler mit guter Verbindung laufen überraschend sauber und fühlen sich fast wie lokale Kämpfe an. Dadurch bleibt selbst das hohe Tempo der Kämpfe meistens angenehm kontrollierbar.

Trotzdem merkt man relativ schnell, dass das Balancing aktuell noch nicht immer komplett sauber wirkt. Einige Figuren oder bestimmte Teamkombinationen stechen online deutlich stärker hervor als andere und genau dadurch tauchen manche Charaktere extrem häufig auf. Wirklich ruinieren tut das den Spielspaß zwar nicht, trotzdem merkt man irgendwann relativ deutlich, welche Teams gerade besonders effektiv funktionieren. Gerade in Ranked-Matches kann das auf Dauer etwas eintönig werden. Gleichzeitig bleibt das Kampfsystem aber chaotisch und dynamisch genug, damit selbst ähnliche Teamkombinationen selten komplett identisch wirken.


Zwischen Comicstil und Blutfontänen entsteht eine erstaunlich starke Atmosphäre

Optisch schafft Invincible VS einen ziemlich schwierigen Spagat. Das Spiel orientiert sich klar am Stil der Serie, wirkt gleichzeitig aber etwas dreidimensionaler und stellenweise fast wie eine Mischung aus Cartoon und moderner Comicgrafik. Genau dadurch bleibt der Wiedererkennungswert extrem hoch. Viele Charaktere sehen ihren Serienvorbildern erstaunlich ähnlich und gerade in Bewegung funktioniert die Präsentation unglaublich gut. Explosionen, Spezialattacken und zerstörbare Umgebungen sorgen ständig dafür, dass die Kämpfe komplett eskalieren. Gleichzeitig bleibt das Ganze trotzdem erstaunlich sauber lesbar, selbst wenn drei Figuren gleichzeitig über den Bildschirm fliegen und überall Effekte explodieren.

Auch der Sound trägt enorm zur Atmosphäre bei. Treffer klingen brutal, Spezialangriffe haben ordentlich Wucht und die Musik hält das hohe Tempo konstant aufrecht. Besonders cool ist außerdem, dass viele Figuren stimmlich erstaunlich gut getroffen wurden. Gerade Omni-Man profitiert davon enorm, weil seine Stimme sofort wieder diese unangenehme Präsenz erzeugt, die Fans der Serie kennen dürften. Zwar wirken manche Nebendarsteller etwas weniger markant, insgesamt funktioniert die Vertonung aber trotzdem erstaunlich gut. Gerade während größerer Kämpfe entsteht dadurch oft das Gefühl, mitten in einer spielbaren Folge der Serie gelandet zu sein.


Invincible VS bleibt motivierend verliert aber später etwas Überraschung

Gerade in den ersten Stunden zieht Invincible VS unglaublich stark rein. Neue Teams ausprobieren, Kombos lernen oder einfach nur die komplett eskalierenden Kämpfe erleben funktioniert erstaunlich gut. Gleichzeitig merkt man aber irgendwann, dass der Umfang insgesamt etwas begrenzter wirkt als bei manchen anderen großen Fighting Games. Vor allem Solo-Spieler dürften nach längerer Zeit merken, dass sich bestimmte Modi relativ ähnlich anfühlen. Gerade Arcade- oder Trainingsmodi bieten langfristig etwas weniger Abwechslung als vielleicht erhofft und genau dort merkt man, dass noch etwas mehr Inhalt dem Spiel gutgetan hätte.

Trotzdem bleibt das eigentliche Kampfsystem stark genug, um das Spiel langfristig interessant zu halten. Gerade online oder mit Freunden entfaltet Invincible VS seine größte Stärke. Die Kämpfe bleiben chaotisch, brutal und unglaublich unterhaltsam. Dazu kommt dieser ständige Reiz, neue Teams oder Kombos auszuprobieren. Genau deshalb funktioniert Invincible VS am Ende deutlich besser, als viele vielleicht erwartet hätten. Statt einfach nur irgendein Lizenzspiel zur Serie zu sein, steckt hier tatsächlich ein richtig solides Fighting Game drin, das den Stil von Invincible erstaunlich gut einfängt.

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Unsere Meinung

Gerade in den ersten Stunden zieht Invincible VS unglaublich stark rein. Neue Teams ausprobieren, Kombos lernen oder einfach nur die komplett eskalierenden Kämpfe erleben funktioniert erstaunlich gut. Gleichzeitig merkt man aber irgendwann, dass der Umfang insgesamt etwas begrenzter wirkt als bei manchen anderen großen Fighting Games. Vor allem Solo-Spieler dürften nach längerer Zeit merken, dass sich bestimmte Modi relativ ähnlich anfühlen. Gerade Arcade- oder Trainingsmodi bieten langfristig etwas weniger Abwechslung als vielleicht erhofft und genau dort merkt man, dass noch etwas mehr Inhalt dem Spiel gutgetan hätte.
Trotzdem bleibt das eigentliche Kampfsystem stark genug, um das Spiel langfristig interessant zu halten. Gerade online oder mit Freunden entfaltet Invincible VS seine größte Stärke. Die Kämpfe bleiben chaotisch, brutal und unglaublich unterhaltsam. Dazu kommt dieser ständige Reiz, neue Teams oder Kombos auszuprobieren. Genau deshalb funktioniert Invincible VS am Ende deutlich besser, als viele vielleicht erwartet hätten. Statt einfach nur irgendein Lizenzspiel zur Serie zu sein, steckt hier tatsächlich ein richtig solides Fighting Game drin, das den Stil von Invincible erstaunlich gut einfängt.
Unsere Gesamtbewertung
77%

„Chaotisch, brutal und deutlich besser als viele erwartet hätten.” – game7days

Game7Days Award Silber
Silber
ProContra
  • Starkes Kampfsystem
  • Chaotische und brutale Kämpfe
  • Viele Kombinationsmöglichkeiten
  • Online besonders motivierend
  • Invincible-Stil gut eingefangen
  • Neue Teams bleiben lange spannend
  • Weniger Umfang als Genre-Konkurrenz
  • Solo-Modi fühlen sich ähnlich an
  • Arcade- und Trainingsmodi langfristig limitiert
Name: Invincible VS
Genre: Fighting Game
USK/PEGI: 18 / 18
Entwickler: Quarter Up
Publisher: Skybound Games
Plattform: PC, PlayStation 5, Xbox Series X|S
Veröffentlichung: 30. April 2026
Shop: Steam
Anmerkung: Invincible VS wurde game7days für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

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