FIFA 18 – Test / Review (Switch)

Erste FIFA Umsetzung für die Nintendo Switch: Klein aber oho und für unterwegs bestens geeignet

Jedes Jahr erscheint ein neues FIFA. Da bildet auch das Jahr 2018 keine Ausnahme. Bei Fußball-Spielen scheiden sich die Geister, denn einige schwören felsenfest auf die FIFA-Reihe, andere auf die Pro Evolution Soccer-Reihe. Wir haben uns in diesem Test FIFA 2018 auf der der Nintendo Switch genauer angeschaut, um euch darüber berichten zu können.

Hat man FIFA 18 heruntergeladen bzw. installiert werden aktuell über 13GB Speicher der Konsole in Beschlag genommen.

Und los geht`s

Das Spiel selbst bietet eine übersichtliche Menüstruktur, welche nochmals in Unterkategorien aufgeteilt ist. Diese sind folgendermaßen standardgemäß gegliedert und bieten teilweise sogar nochmals weitere Infos, wenn man den rechten Stick benutzt:

  • Menü: Skillspiele, Anstoss, Ultmate Team, Das Scream-Team
  • Spielen: Anstoss, Neue Karriere, Ultimate Team, Neues Turnier, Skill-Spiele, Länderspielpokal der Frauen
  • Online: Saison spielen, Lokale Saisons, Laufende Saison, Trophäenraum, Pokalspiel spielen
  • Anpassen: Einstellungen & Steuerung, Profil, Online- Einstellungen, Teams bearbeiten, Spieler erstellen, EA Sports Trax

Ab ins Trainingslager (Skillspiele)

Zuerst versuchen wir uns durch Training zu verbessern und uns mit der Steuerung der Nintendo Switch vertraut zu machen. Hier machen wir uns mit den Steuerungs-Basics, üben Passen, versuchen uns an Dribblings, feilen an unserem Defensivverhalten und verfeinern unsere Schusstechnik in verschiedensten Übungen.

Diese fangen leicht an und werden von mal zu mal schwieriger werden. Hat man eine Übung abgeschlossen, schreitet man zur nächsten Übung voran. Ebenso kann man seine eigenen erzielten Punkte mit anderen Spielern in Bestenlisten vergleichen.

Spielen mit nur einem Joy-Con

Dank einer neuen Steuerung, die exklusiv für Nintendo Switch entwickelt wurde, kannst du deine Joy-Con mit anderen teilen und so wann und wo du möchtest mit deinen Freunden spielen. Ohne zusätzliche Hardware könnt ihr so Mehrspieler-Partien zu Hause und unterwegs genießen. EA SPORTS FIFA 18 unterstützt auch den Nintendo Switch Pro Controller und die Joy-Con-Halterung. Eine zusätzliche Hilfe bezüglich der Steuerung erhält man im Menü Anpassen unter Einstellungen & Steuerung. Hier bekommt man die möglichen Spezialbewegungen erklärt und kann sich diese anhand von Bildern verinnerlichen. Da hier auch oftmals mehrere Kombotasten benötigt und in einer bestimmten Reihenfolge gedrückt werden sollen, ist dies eine enorme Hilfe. Diese fangen recht einfach mit 1-Sterne-Bewegungen an und krönen das Ganze mit 5-Sterne- Bewegungen und -Jonglier-Tricks, die vor allem Anfängern das ganze Können abverlangen werden.

Im Vergleich zum Vorgänger FIFA 17

Im Vergleich zum Vorgänger-Spiel FIFA 17, bei welchem sich viele Spieler über langweilige Zweikämpfe, unsinnige Laufwege und auch andere technische Probleme beklagten, wirkt FIFA 2018 im Vergleich dazu viel besser. Die Laufwege erscheinen intelligenter, das Flankenspiel funktioniert in den meisten Fällen so wie es soll und auch der Torwart agiert realistischer als früher. Alles in allem erscheint uns das Spiel runder als der Vorgänger!

Spieler, die vorherige Teile der FIFA-Reihe gespielt haben, müssen sich vom Gameplay her umgewöhnen, da die Steuerung grundlegend geändert wurde. Dies macht sich beispielsweise bei der Geschwindigkeit der Spieler und auch bei den Pässen bemerkbar, die ohne genaueres Zielen leicht daneben gehen können. Außerdem bemerkt man auch Änderungen, wenn die Spieler einen Ball im Vollsprint annehmen sollen oder der Pass zum Rücken des Spielers geht. Beides gelingt nicht immer zu 100% und es erfordert eine Menge Übung, solche Pässe gut umsetzen zu können.

Auch in der Defensive wurde von EA einiges abgeändert. Man bemerkt mehr Pressing, wenn die Mannschaft unter Druck gerät und auch, dass die Reihen besser verschoben werden können. Dies macht sich beispielsweise bemerkbar, dass man nicht einfach gute und lange Pässe nach vorne spielen kann, sondern das man auch das Tempo aus dem Spiel nehmen muss, im Notfall ein Rückpass von Nöten ist und erst dann eine Lücke sichtbar wird, über welche man den Ball nach vorne spielen kann. Jedoch sollte man sich immer vor Augen halten, dass es bei Pässen oder Schüssen nie eine 100%ige Erfolgschance gibt. Nur durch Üben, Üben und noch mehr Üben kann man diese Chance stetig verbessern.

Eine Veränderung bemerkt man zunächst einmal beim Torhüter. Früher standen diese fast durchgehend nur im Tor und haben sich nicht nach vorne bewegt. Bei der FIFA 18 Switch-Version bemerkt man häufiger, dass der Torhüter auch einmal Bälle einige Meter vor dem Tor abfängt und auch Schüsse aus dem Winkel gelegentlich hält, was früher nunmal nicht der Fall war. Durch das Grätschen von Verteidigern, um den Ball ins Aus zu kicken oder zumindest den Schuss zu verhindern.

Distanzschüsse haben in diesem FIFA-Teil eine größere Bedeutung als früher. Diese treffen im Vergleich zu früher häufiger und sind teilweise bei einigen Spielern partout nicht haltbar. Ob in dieser Richtung in Zukunft noch etwas verändert wird, um das Balancing zu verbessern, bleibt natürlich abzuwarten. Alles in allem kann man jedoch zufrieden sein, denn das Flügelspiel wurde endlich gut ins Spiel integriert. Flanken werden nun kräftiger und präziser und dadurch ist auch eine optimale Option zum normalen Sturm gegeben! Gleichzeitig muss natürlich noch auf die Deckung und auf die Verteidigung geachtet werden, damit hier keine Lücken für den Gegner entstehen! Allerdings gibt es ab und zu noch Probleme im Bezug auf die Spieler, da diese ziemlich lauffaul erscheinen können. Wir vermuten aber, dass hier noch nachgebessert werden wird.

Um noch einmal auf die Defensive zurückzukommen: Diese funktioniert im Vergleich zu früher nicht mehr mit durchgehendem Grätschen sondern mit der Raum-Verteidigung. Wir empfehlen hier, den Raum besser zu decken, notfalls einmal einen Rückpass zu setzen und dann durch eine Lücke nach vorne zu preschen. Achtet jedoch darauf, bei einem Zweikampf mit einem anderen Spieler immer konzentriert zu bleiben, um den Ball nicht unnötigerweise zu verlieren. Außerdem kann es auch einmal vorkommen, dass man ausgedribbelt wird. Hier hilft nur viel Üben und ein strategisches Denken, dass so etwas nicht passieren kann. Bei den Zweikämpfen waren wir vor allem von den Aktionen der zwei Spieler begeistert, da man anhand der Animationen wirklich mitverfolgen kann, wie diese um das runde Leder kämpfen.

Wir freuen uns vor allem darüber, dass es nicht mehr die Problematik gibt, dass Stürmer im Sprint schneller sind als die Verteidiger und dass die Spieler nicht vom Stillstehen zum Sprinten direkt die volle Geschwindigkeit erreichen, sondern dass diese sich stetig aufbaut. Das macht sich auch bei Pässen bemerkbar. Passt man den Ball zu einem Spieler im Sprint, ist dieser Anfangs ein wenig schneller mit dem Ball als ein Abwehrspieler, welcher sich zunächst einmal umdrehen muss.

Switch Version mit Abstrichen

Zum Story-Modus können wir hier nichts sagen, denn dieser fehlt in der Nintendo Switch-Fassung leider komplett. Außerdem kann man bei dem Karrieremodus beziehungsweise allgemein keine vorgefertigten Trainer auswählen, wie es bei der PC, Playstation 4, und Xbox One Version der Fall ist.

Schade ist ebenfalls, dass die oben genannten Änderungen bei der Nintendo Switch Fassung nur teilweise vorhanden sind. Die Flanken funktionieren nicht so perfekt und auch andere Gameplay-Inhalte sind in diesem Umfang nicht enthalten. Auch die KI in dem Spiel wurde nicht so intelligent wie bei den anderen Versionen umgesetzt. Dadurch kann man das Spiel eher als Arcade-lastig bezeichnen und nicht unbedingt als strategisches Spiel. Außerdem empfiehlt es sich hier, meist über den Mittelraum zu spielen, da die Flanken nicht so gut funktionieren und die Spieler meist etwas lauffaul erscheinen. Außenverteidiger laufen beispielsweise nur bis zur Mittellinie und nie darüber hinaus.

Was ebenfalls Schade ist, dass man nicht gegen Freunde auf der Freundesliste spielen kann, wenn diese das Spiel besitzen. Man ist also gezwungen, mit der Konsole zu seinen Freunden zu gehen, um mit diesen zusammen spielen zu können, wie es früher auch der Fall war. Vielleicht wird dies aber in Zukunft noch nachgepatcht werden.

Ich will aber überall spielen, wer braucht schon die beste Grafik

Natürlich kann die Nintendo Switch-Fassung von der Grafik und dem allgemeinen Aussehen nicht mit den anderen Versionen mithalten. Die fortschrittliche Render-Technologie liefert auf Nintendo Switch eine unvergleichliche Erfahrung. Mit einer Auflösung von 1080p auf dem Fernseher und 720p im Handheld-Modus wird den Spielern eine authentische Fußballerfahrung geboten, egal, wo man spielt. Erlebe brandneue Fußballplätze, einzigartiges physikbasiertes Rendering für alle Charaktere und neue Spielmechaniken. Meist erkennt man zwar die Stadien, die Spieler und auch Kleinigkeiten wie die Trikots, allerdings ist die grafische Darstellung  eher minimal gehalten und ab und zu kommt es auch zu kleineren Rucklern. Natürlich sollte man sich nicht wundern, dass das Spiel hier keine wirklich detailreiche Grafik besitzt, da man die Nintendo Switch ja bekanntlich auch als Handheld nutzen kann. Wider Erwarten sieht FIFA 18 darauf sogar sehr gut aus und für unterwegs ist es natürlich ein Vorteil, die Nintendo Switch Version zu haben, um jederzeit Fußball spielen zu können. Ein enormer Vorteil gegenüber den anderen Plattformen.

Wer allerdings eher auf Grafik, Detailreichtum und Spielinhalte legt, sollte nach Möglichkeit eher zur PC, Playstation 4 oder Xbox One Fassung greifen. Wer immer und überall FIFA 18 zocken möchte sollte unbedingt zugreifen und wird es definitiv nicht bereuen, eine FIFA 18 Version für die Nintendo Switch zu haben.

Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
79 %
QuelleFIFA 18
Vorheriger ArtikelDa ist der Ball drin! Sociable Soccer jetzt im Steam Early Access verfügbar
Nächster ArtikelSouth Park: The Fractured but Whole – Gewinnspiel [beendet]
Projektleiter und Redakteur von game7days, ehemals Alpha-Omegagaming seit 2014. Ich betreue die Infrastruktur, als auch die Gewinnspiele der Webseite. Im Großen und Ganzen kümmere ich mich also auch um die Dinge, welche man eben nicht sieht.