Moonlight Peaks – Test / Review (PC)

Farming-Simulationen gibt es inzwischen wirklich mehr als genug. Meist bekommen wir einen heruntergekommenen Hof, ein paar Werkzeuge und dürfen anschließend wieder Kartoffeln anbauen, Tiere versorgen und die Bewohner des nächsten Dorfes kennenlernen. Moonlight Peaks macht im Grunde vieles davon genauso. Nur sind wir diesmal ein Vampir und unser Vater ist ausgerechnet Dracula. Der hält nicht besonders viel von der Vorstellung, dass sein Nachwuchs ein friedliches Leben führen möchte. Also verlassen wir das heimische Schloss und versuchen in Moonlight Peaks zu beweisen, dass es auch anders geht. Ganz ohne Menschen zu erschrecken oder sonst irgendeinen typischen Vampirkram anzustellen.

Schon die ersten Stunden machen ziemlich deutlich, wo die Reise hingeht. Moonlight Peaks ist keine düstere Vampirgeschichte und möchte das auch überhaupt nicht sein. Hexen, Werwölfe und Meerjungfrauen gehören hier genauso selbstverständlich zum Alltag wie unsere ersten Pflanzen auf dem eigenen Grundstück. Statt tagsüber arbeiten wir hauptsächlich nachts und irgendwann lernen wir Zaubersprüche oder brauen Tränke. Unter dieser ziemlich ungewöhnlichen Verpackung steckt allerdings eine klassische Lebens- und Farming-Simulation. Das ist manchmal etwas schade, weil wir uns bei einigen Dingen mehr Mut gewünscht hätten. Gleichzeitig funktioniert das bekannte Grundgerüst erstaunlich gut und nach ein paar Stunden waren wir wieder an diesem Punkt angekommen, an dem man eigentlich aufhören möchte und dann doch noch schnell die nächste Sache erledigt.

Raus aus Draculas Schatten

Unser Vampir hat zunächst einmal genug vom bisherigen Leben. Dracula hält wenig von den friedlichen Vorstellungen seines Nachwuchses und damit steht relativ schnell fest, dass wir woanders unser Glück versuchen müssen. Moonlight Peaks bietet sich dafür an. Dort wartet ein altes Familiengrundstück und daraus soll mit der Zeit ein richtiges Zuhause werden. Viel mehr braucht es als Ausgangspunkt eigentlich gar nicht. Die Geschichte hält sich anfangs angenehm zurück und lässt uns erst einmal ankommen. Man lernt die ersten Bewohner kennen und bekommt langsam ein Gefühl dafür, wie diese ziemlich ungewöhnliche Stadt eigentlich funktioniert. Später rücken die verschiedenen Familien und ihre Geschichten stärker in den Mittelpunkt. Gerade dadurch bekommt das Ganze dann doch etwas mehr Tiefe als die anfängliche Geschichte vom Vampir, der lieber Gemüse anbaut.

Überhaupt lebt Moonlight Peaks ziemlich stark von seinen Bewohnern. Sie gehören verschiedenen übernatürlichen Familien an und natürlich versteht sich längst nicht jeder mit jedem. Man kann Freundschaften aufbauen und bei zahlreichen Figuren entwickelt sich daraus auf Wunsch auch mehr. Manche Bewohner haben uns schnell gefallen, andere blieben selbst nach längerer Spielzeit eher Leute, mit denen wir eben gesprochen haben, weil wir gerade sowieso vorbeigelaufen sind. Das ist bei einer größeren Besetzung kaum ungewöhnlich. Etwas mehr Tiefe hätten einige Figuren trotzdem vertragen können. Gerade weil die verschiedenen Familien eigentlich genug Stoff für ziemlich verrückte Geschichten bieten, bleibt manches überraschend oberflächlich. Dafür gibt es regelmäßig kleinere Ereignisse und Gespräche, sodass sich unsere Runde durch die Stadt trotzdem selten völlig sinnlos angefühlt hat.

Nachts wird gearbeitet

Auf dem eigenen Grundstück läuft vieles zunächst so ab, wie man es aus anderen Farming-Simulationen kennt. Wir räumen auf und bereiten die ersten Flächen vor. Danach kommen Samen in den Boden und natürlich müssen die Pflanzen regelmäßig versorgt werden. Nach und nach wächst daraus ein deutlich größerer Betrieb. Neue Pflanzen kommen hinzu und irgendwann kümmern wir uns auch um Tiere. Materialien werden gesammelt und verarbeitet und natürlich lässt sich das eigene Zuhause ebenfalls immer weiter verändern. Das alles ist nicht neu. Moonlight Peaks bekommt diesen Ablauf aber gut genug hin, dass wir trotzdem regelmäßig darin versackt sind. Man möchte eigentlich nur kurz etwas ernten und stellt dann fest, dass noch Holz fehlt. Also geht man los. Unterwegs entdeckt man etwas anderes und eine Weile später steht man wieder auf dem Hof und hat vergessen, warum man überhaupt weggegangen ist.

Abseits der Landwirtschaft gibt es ebenfalls genug zu tun. Angeln und Sammeln gehören genauso dazu wie verschiedene kleinere Beschäftigungen. Fundstücke können im Museum abgegeben werden und wer gerne möglichst viel vervollständigt, wird entsprechend häufig von der eigentlichen Geschichte abgelenkt. Kochen gibt es ebenfalls und hier wurde uns das dazugehörige Minispiel irgendwann etwas zu viel. Ein paar Mal macht es Spaß, danach möchte man bestimmte Gerichte eigentlich einfach herstellen und weitermachen. Genau solche Kleinigkeiten bremsen Moonlight Peaks stellenweise unnötig aus. Auf der anderen Seite hatten wir regelmäßig komplette Nächte, in denen wir uns überhaupt nicht um irgendeine Quest gekümmert haben. Stattdessen wurde der Hof umgebaut oder irgendeine andere Kleinigkeit erledigt. Wenn eine Farming-Simulation das schafft, macht sie zumindest beim wichtigsten Teil schon einiges richtig.

Ein bisschen Magie hilft auf dem Hof

Natürlich wäre es ziemlich langweilig, einen Vampir zu spielen und am Ende wirklich nur mit einer normalen Gießkanne herumzulaufen. Mit der Zeit lernen wir deshalb verschiedene Zaubersprüche und können Tränke herstellen. Gerade die Magie ist praktisch, weil sie einige der normalen Arbeiten erleichtert. Später lassen sich damit beispielsweise Pflanzen schneller versorgen oder andere Dinge auf dem Grundstück erledigen. Dazu kommen Verwandlungen. Als Vampir können wir schließlich nicht nur auf zwei Beinen durch Moonlight Peaks laufen. Manche dieser Fähigkeiten sind wirklich praktisch und irgendwann möchte man auf sie nicht mehr verzichten. Bis einige davon freigeschaltet sind, dauert es allerdings etwas.

Genau hier hätten wir uns insgesamt noch etwas mehr gewünscht. Das Vampirthema ist überall zu sehen und Moonlight Peaks besitzt dadurch sofort einen eigenen Look. Spielerisch bleibt das Ganze aber erstaunlich oft auf vertrautem Boden. Wir angeln weiterhin und bauen Felder an und sammeln Ressourcen. Natürlich muss nicht jede Tätigkeit komplett neu erfunden werden. Wenn das Spiel uns aber schon zum Kind von Dracula macht, hätten ein paar deutlich verrücktere Ideen gut gepasst. Die Magie geht in diese Richtung und auch die Verwandlungen bringen etwas Abwechslung hinein. Nur wirkt es manchmal so, als hätte Little Chicken noch einen Schritt weitergehen können und sich dann doch für die sichere Variante entschieden.

In der Stadt ist immer irgendwas los

Wer genug von seinem Hof hat, kann ziemlich viel Zeit in Moonlight Peaks selbst verbringen. Die verschiedenen Bewohner haben ihre eigenen Tagesabläufe und mit der Zeit kennt man zumindest ungefähr die Orte, an denen bestimmte Personen zu finden sind. Freundschaften entstehen nicht einfach nur durch Gespräche. Aufgaben und gemeinsame Ereignisse gehören ebenfalls dazu und natürlich spielen Geschenke wieder eine Rolle. Das ist alles ziemlich vertraut. Durch die ungewöhnlichen Bewohner bekommt es aber wenigstens einen anderen Anstrich. Mit einem Werwolf oder einer Hexe über deren Probleme zu sprechen ist eben etwas anderes als das nächste Gespräch mit dem freundlichen Ladenbesitzer aus irgendeinem normalen Dorf.

Dazu kommen Romanzen und hier ist die Auswahl ziemlich groß. Wer möchte, kann sich also länger damit beschäftigen, den passenden Partner zu finden. Uns haben die normalen Beziehungen zu den Bewohnern allerdings fast mehr interessiert. Nach einigen Wochen kennt man die Stadt und ihre Familien deutlich besser und dann fällt auch auf, wenn sich irgendwo etwas verändert. Nicht jede Geschichte hat uns dabei gleichermaßen gepackt und manche Gespräche wiederholen sich irgendwann etwas zu deutlich. Gerade bei längeren Spielsitzungen merkt man das schneller. Trotzdem hat Moonlight Peaks genug Persönlichkeit, damit die Stadt nicht nur der Ort ist, an dem wir Samen kaufen und danach sofort wieder verschwinden. Wir sind häufig noch einen Umweg gelaufen, nur um bei bestimmten Bewohnern vorbeizuschauen.

Zwischen Grabsteinen und Gemüsebeeten

Optisch trifft Moonlight Peaks seinen eigenen Stil ziemlich gut. Das Spiel ist bunt und gemütlich und gleichzeitig stehen überall Dinge herum, die in einer normalen Farming-Simulation etwas seltsam aussehen würden. Grabsteine und andere düstere Dekorationen gehören einfach dazu. Selbst viele Pflanzen und Tiere passen in diese leicht schräge Welt. Besonders nachts sieht das richtig schön aus. Moonlight Peaks versucht gar nicht erst, gruselig zu werden. Stattdessen erinnert die Welt eher an eine gemütliche Halloween-Nacht, bei der man sich eben zufällig noch um seinen Bauernhof kümmert. Das funktioniert überraschend gut und sorgt dafür, dass sich das Spiel zumindest optisch sofort von vielen anderen Genrevertretern unterscheidet.

Auch der Sound passt dazu. Die Musik bleibt beim Arbeiten meistens angenehm im Hintergrund und gerade in ruhigeren Momenten hört man häufiger nur die Umgebung. Technisch lief die von uns gespielte PC-Version überwiegend sauber. Kleine Fehler sind uns zwar begegnet, wirklich größere Probleme hatten wir während unseres Tests aber nicht. Bei der Bedienung merkt man an einigen Stellen, dass noch etwas Komfort möglich gewesen wäre. Gerade wenn bestimmte Tätigkeiten häufiger hintereinander erledigt werden, können zusätzliche Klicks irgendwann nerven. Das sind keine Dinge, die Moonlight Peaks kaputtmachen. Nach vielen Stunden fallen solche Kleinigkeiten aber stärker auf als während der ersten Abende.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

„`html

Unsere Meinung

Moonlight Peaks trifft ziemlich genau diesen Punkt, an dem aus gemütlicher Farmarbeit plötzlich mehrere Stunden werden. Die Mischung aus Landwirtschaft, übernatürlichen Fähigkeiten und dem Leben als Vampir gibt dem bekannten Cozy-Farming-Prinzip eine angenehm eigene Richtung. Statt einfach nur Felder zu bestellen und den nächsten Tag abzuhaken, experimentiert man mit magischen Pflanzen, kümmert sich um seine Farm und entdeckt immer wieder kleine Dinge, die einen vom ursprünglichen Plan abbringen. Gerade die düstere, gleichzeitig aber erstaunlich gemütliche Atmosphäre macht einen großen Teil des Charmes aus.
Natürlich erfindet auch Moonlight Peaks das Farming-Genre nicht komplett neu und einige Abläufe kennt man in ähnlicher Form längst von anderen Spielen. Die ungewöhnliche Vampir-Thematik, der liebevolle Stil und die vielen kleinen Ideen geben dem Spiel aber genug Eigenständigkeit. Vor allem funktioniert dieser typische „nur noch schnell eine Sache erledigen“-Effekt hervorragend. Wer mit entspannten Farming-Spielen etwas anfangen kann und dabei gerne ein wenig mehr Fledermäuse, Magie und Nachtleben hätte, dürfte hier sehr lange hängen bleiben.
Unsere Gesamtbewertung
88%

„Cozy Farming trifft Vampirleben – ungewöhnlich, charmant und verdammt schwer wieder wegzulegen.” – game7days

Game7Days Award Gold
Gold
Pro Contra
  • Ungewöhnliche Mischung aus Cozy Farming und Vampir-Thematik
  • Sehr stimmige nächtliche Atmosphäre
  • Charmanter und eigenständiger Grafikstil
  • Magische Fähigkeiten lockern den Farmalltag auf
  • Abwechslungsreiche übernatürliche Pflanzen
  • Entspanntes Spieltempo ohne unnötigen Druck
  • Viele kleine Details laden zum Entdecken ein
  • Hoher „nur noch einen Tag“-Faktor
  • Grundlegende Farming-Abläufe aus dem Genre bekannt
  • Nicht jede Tätigkeit bleibt dauerhaft abwechslungsreich
  • Gemächliches Spieltempo dürfte nicht jedem gefallen
  • Wer mit Cozy Games wenig anfangen kann, wird nur bedingt abgeholt
Name: Moonlight Peaks
Genre: Farming-Simulation, Cozy Game
USK/PEGI: – / –
Entwickler: Little Chicken
Publisher: Little Chicken
Plattform: PC
Veröffentlichung: 07. Juli 2026
Webseite: https://store.steampowered.com/app/2209900/Moonlight_Peaks/
Shop: https://store.steampowered.com/app/2209900/Moonlight_Peaks/
Anmerkung: Die PC-Version von Moonlight Peaks wurde game7days für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.
„`

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein