PNY CS2230 SSD – Test / Review (PC)

Bei aktuellen SSDs dreht sich vieles um immer höhere Transferraten. PCIe-5.0-Modelle erreichen inzwischen Werte, die vor wenigen Jahren kaum vorstellbar waren. Im normalen PC-Alltag wird diese Leistung allerdings nur selten vollständig benötigt. Genau an diesem Punkt setzt die PNY CS2230 an. Sie verzichtet auf Rekordversuche und bleibt bei PCIe 3.0, möchte dafür aber soliden NVMe-Speicher für Spiele, Programme und alltägliche Dateien bieten. Die von uns getestete Variante besitzt eine Kapazität von 1 TB und wird im verbreiteten M.2-2280-Format angeboten. PNY nennt eine maximale sequenzielle Lesegeschwindigkeit von 3.300 MB/s. Beim Schreiben sollen bis zu 2.600 MB/s möglich sein. Damit bewegt sich die CS2230 ungefähr an der Obergrenze dessen, was eine PCIe-3.0-SSD im Alltag sinnvoll leisten kann.

Natürlich wirken diese Zahlen neben schnellen PCIe-4.0- oder PCIe-5.0-Modellen inzwischen eher zurückhaltend. Langsam ist die CS2230 deshalb noch lange nicht. Besonders beim Wechsel von einer Festplatte oder SATA-SSD fällt der Unterschied deutlich aus. Windows, Programme und Spiele profitieren von der niedrigeren Zugriffszeit, auch wenn das Datenblatt nicht mit fünfstelligen Werten glänzt. Entscheidend ist bei diesem Modell vor allem der Preis. Wird die CS2230 deutlich günstiger als aktuelle PCIe-4.0-SSDs angeboten, kann sie für ältere Systeme oder als zusätzliches Spielelaufwerk interessant sein. Liegen die Preise dagegen eng beieinander, fällt die Entscheidung wesentlich schwerer.

Kleine Verpackung, überschaubarer Inhalt

Die PNY CS2230 wird in einer kompakten Verpackung geliefert, die kaum größer als die SSD selbst ausfällt. Auf der Vorderseite finden sich die wichtigsten Angaben zu Kapazität, Bauform und Geschwindigkeit. Weitere Informationen sowie Hinweise zur eingeschränkten Herstellergarantie sind auf der Rückseite untergebracht. Im Inneren sitzt die SSD in einer Kunststoffhalterung. Weiteres Zubehör liegt nicht bei. Eine Schraube zur Befestigung sucht man ebenfalls vergeblich, was bei M.2-Laufwerken allerdings nichts Ungewöhnliches ist. Die passende Schraube gehört in der Regel zum Mainboard oder ist bereits am M.2-Steckplatz vorhanden.

Mehr braucht es im Grunde auch nicht. Ein Datenkabel oder eine separate Stromversorgung sind bei einer NVMe-SSD nicht notwendig. Nach dem Einsetzen in den M.2-Anschluss wird das Laufwerk mit einer Schraube befestigt und kann anschließend in Windows eingerichtet werden.Die CS2230 besitzt keinen eigenen Kühlkörper. Dadurch bleibt sie flach und passt sowohl in Desktop-PCs als auch in viele Notebooks. Mainboards mit einer eigenen M.2-Abdeckung können diese ohne Schwierigkeiten weiterverwenden. Bei unserem ASUS ROG Strix B650E-F Gaming WiFi kam der vorhandene Kühler des Mainboards zum Einsatz.Optisch gibt sich die SSD unauffällig. Das schwarze PCB wird größtenteils von einem Produktaufkleber verdeckt. Nach dem Einbau verschwindet sie ohnehin unter der M.2-Abdeckung des Mainboards. RGB-Beleuchtung, eine auffällige Blende oder andere Designspielereien gibt es nicht. Bei einem internen Laufwerk ist das kein Nachteil.

Schnell eingebaut und sofort einsatzbereit

Für den Test wurde die PNY CS2230 im zweiten NVMe-Steckplatz unseres Mainboards verwendet. Als Hauptlaufwerk diente sie somit nicht. Unser System bestand aus einem AMD Ryzen 9 7950X, dem ASUS ROG Strix B650E-F Gaming WiFi, 64 GB DDR5-Arbeitsspeicher mit 6.800 MT/s und einer NVIDIA GeForce RTX 4090. Als Betriebssystem kam Windows 11 zum Einsatz.Der Einbau verlief ohne Besonderheiten. M.2-Abdeckung entfernen, SSD schräg in den Anschluss einsetzen, befestigen und die Abdeckung wieder montieren – mehr war nicht nötig. Nach dem Start wurde das Laufwerk in der Windows-Datenträgerverwaltung eingerichtet und stand anschließend als zusätzliches Speichermedium zur Verfügung.

Während der Nutzung waren rund 550 GB belegt. Damit wurde die SSD nicht nur nahezu leer betrieben, sondern unter Bedingungen, die einem normalen Einsatz als Spiele- und Datenlaufwerk näherkommen. Installiert wurden verschiedene Spiele, Programme und größere Dateien.PNY verwendet den Namen CS2230, obwohl es sich nicht um eine besonders kurze SSD im M.2-2230-Format handelt. Das Laufwerk besitzt die üblichen Abmessungen von 22 × 80 Millimetern und entspricht damit M.2 2280. Die Modellbezeichnung kann deshalb leicht für Verwirrung sorgen. Für kompakte Handhelds, die ausschließlich kurze 2230-Laufwerke aufnehmen, ist diese SSD nicht gedacht.

Ein eigener DRAM-Cache ist bei der CS2230 nicht vorhanden. Stattdessen setzt das Laufwerk auf einen dynamischen SLC-Cache. Bei alltäglichen Aufgaben und normalen Spieleinstallationen fällt dieser Verzicht kaum auf. Werden jedoch sehr große Datenmengen ohne Pause geschrieben, kann die Übertragungsrate nach dem Ausschöpfen des Zwischenspeichers stärker zurückgehen als bei teureren Laufwerken.

Im Alltag wichtiger als der längste Benchmarkbalken

Eigene CrystalDiskMark-Aufzeichnungen standen für diesen Test nicht zur Verfügung. Deshalb verzichten wir bewusst darauf, fremde Ergebnisse als selbst gemessene Werte darzustellen. PNY gibt für das 1-TB-Modell bis zu 3.300 MB/s beim sequenziellen Lesen und maximal 2.600 MB/s beim Schreiben an. Unabhängige Tests erreichen Werte in einer ähnlichen Größenordnung und bestätigen damit grundsätzlich die Herstellerangaben.Im normalen Einsatz machte sich die CS2230 nicht durch unangenehme Wartezeiten bemerkbar. Spiele ließen sich zügig installieren und starten, größere Ordner öffneten sich ohne Verzögerung und auch beim Verschieben gewöhnlicher Datenmengen blieb die SSD unauffällig. Genau das ist bei einem Laufwerk dieser Art letztlich wichtiger als ein besonders hoher Spitzenwert, der nur unter idealen Bedingungen erreicht wird.

Als Zweitlaufwerk eignet sich die CS2230 gut für eine Spielebibliothek. Aktuelle Titel benötigen schnell 100 GB oder mehr, sodass 1 TB zwar keinen riesigen, aber einen brauchbaren Vorrat darstellt. Nach der Formatierung stehen wie üblich etwas weniger als die beworbenen 1.000 GB zur Verfügung. Wer mehrere sehr große Spiele gleichzeitig installiert, wird den Speicher trotzdem schneller füllen, als ihm lieb ist.Beim Laden von Spielen fallen die Unterschiede zwischen einer ordentlichen PCIe-3.0-SSD und einem schnelleren PCIe-4.0-Modell häufig kleiner aus, als es die Datenblätter vermuten lassen. Die doppelte sequenzielle Transferrate führt nicht automatisch zu halbierten Ladezeiten. Viele Spiele profitieren stärker von kurzen Zugriffszeiten als von einem besonders hohen Maximalwert beim linearen Lesen.

Anders sieht es aus, wenn regelmäßig sehr große Videoarchive, Sicherungen oder andere umfangreiche Datenbestände bewegt werden. Hier können schnellere Laufwerke ihre höhere Bandbreite besser ausspielen. Die CS2230 ist deshalb keine erste Wahl für professionelle Arbeitsstationen, in denen täglich mehrere Hundert Gigabyte geschrieben werden. Für Spiele, Programme und den normalen PC-Alltag reicht ihre Leistung dagegen problemlos aus.

Alte Schnittstelle, aber noch lange nicht unbrauchbar

PCIe 3.0 gehört nicht mehr zur neuesten Schnittstellengeneration. Unser verwendetes ASUS-Mainboard unterstützt bereits schnellere Laufwerke. Die CS2230 kann diese zusätzliche Bandbreite allerdings nicht nutzen und bleibt auf ihre PCIe-3.0-x4-Anbindung beschränkt. Das klingt zunächst nach einem deutlichen Nachteil. Im Alltag hängt die Bedeutung jedoch stark vom Einsatzgebiet ab. Für den Start von Programmen, das Laden von Spielen und normale Dateioperationen arbeitet die SSD schnell genug. Wer nicht ständig Benchmarks ausführt oder riesige Datenmengen kopiert, wird sich kaum darüber ärgern, dass auf der Verpackung keine 7.000 MB/s stehen. Bei einem älteren Rechner kann die CS2230 sogar ein ausgesprochen sinnvolles Upgrade sein. Der Wechsel von einer mechanischen Festplatte ist gewaltig. Auch gegenüber einer SATA-SSD steigt die maximale Übertragungsrate deutlich an. Der PC reagiert dadurch zwar nicht in jeder Situation automatisch schneller, größere Dateioperationen und Installationen profitieren aber von der NVMe-Anbindung.

Weniger überzeugend wird das Laufwerk, sobald eine aktuelle PCIe-4.0-SSD zum gleichen oder sogar niedrigeren Preis angeboten wird. Solche Modelle sind inzwischen weit verbreitet und erreichen deutlich höhere Transferraten. Sie bieten außerdem mehr Reserven für spätere Anwendungen. Die CS2230 sollte deshalb nicht unabhängig vom aktuellen Straßenpreis betrachtet werden.PNY gewährt eine eingeschränkte Garantie von fünf Jahren beziehungsweise bis zum Erreichen der festgelegten Schreibmenge. Für die 1-TB-Version werden in technischen Übersichten bis zu 560 TBW genannt. Die Garantie endet, sobald entweder der Zeitraum oder das Schreiblimit erreicht ist. Für einen normalen Spiele- und Heim-PC dürfte diese Schreibmenge dennoch über viele Jahre ausreichen.

Als Spielelaufwerk angenehm unauffällig

Eine gute SSD fällt im täglichen Betrieb möglichst wenig auf. Sie wird eingebaut, eingerichtet und erledigt anschließend ihre Arbeit. Genau so verhielt sich die PNY CS2230 in unserem System. Als Zweitlaufwerk nahm sie Spiele und weitere Daten auf, ohne während der Nutzung durch Aussetzer oder auffällige Verzögerungen zu stören. Da keine eigene Temperaturmessung durchgeführt wurde, nennen wir an dieser Stelle bewusst keinen konkreten Wert. Während des Einsatzes gab es jedoch keine erkennbaren Hinweise auf eine temperaturbedingte Drosselung. Der Kühler des ASUS-Mainboards sorgte für zusätzliche Wärmeabfuhr. Unabhängige Messungen anderer Tests zeigen ebenfalls, dass die CS2230 normalerweise keine außergewöhnlich hohen Temperaturen erreicht.

Wer die SSD in einem Notebook oder ohne Mainboard-Kühler verwendet, sollte trotzdem auf eine ausreichende Luftzirkulation achten. Ein großer Zusatzkühler erscheint für dieses PCIe-3.0-Modell allerdings nicht zwingend notwendig. Die flache Bauweise erleichtert den Einbau in kompakteren Systemen. Die Kapazität von 1 TB ist für eine überschaubare Spielebibliothek ausreichend. Bei rund 550 GB belegtem Speicher blieb noch genügend Platz für weitere Titel und Updates. Angesichts stetig wachsender Installationsgrößen wären 2 TB langfristig komfortabler, treiben den Preis aber entsprechend nach oben.Für einen komplett neuen High-End-PC würden wir heute eher zu einer guten PCIe-4.0-SSD greifen. In einem günstigeren Rechner, einem älteren System oder als zusätzliches Laufwerk hat die CS2230 aber weiterhin ihre Berechtigung. Voraussetzung ist, dass der Preis stimmt.


Unsere Meinung

Die PNY CS2230 mit 1 TB hat in unserem Test genau das gemacht, was wir von ihr erwartet haben. Als Zweitlaufwerk bot sie ausreichend Platz für mehrere Spiele und arbeitete im Alltag vollkommen unauffällig. Selbst mit rund 550 GB belegtem Speicher machte die SSD keinen trägen Eindruck. Beim Starten von Spielen, Öffnen von Programmen oder Verschieben normaler Dateien fühlt sie sich weiterhin angenehm schnell an.
Rekorde stellt die CS2230 allerdings nicht auf. PCIe 3.0 und der Verzicht auf einen eigenen DRAM-Cache setzen ihr klare Grenzen, besonders bei längeren Schreibvorgängen. Für große Videoprojekte oder einen neuen High-End-PC gibt es inzwischen deutlich schnellere Alternativen. Als günstige Erweiterung oder für den Umstieg von einer SATA-SSD auf NVMe erfüllt sie ihren Zweck dagegen weiterhin sehr ordentlich.
Entscheidend ist am Ende vor allem der Preis. Ist die PNY CS2230 deutlich günstiger als aktuelle PCIe-4.0-Modelle, bekommt man eine unkomplizierte und für Spiele sowie den normalen PC-Alltag ausreichend schnelle SSD. Liegen die Preise dagegen dicht beieinander, würden wir mittlerweile eher zu einem moderneren Laufwerk greifen. Die CS2230 ist damit kein Geschwindigkeitsmonster, sondern eine solide und zweckmäßige NVMe-SSD für preisbewusste Aufrüster.
Unsere Gesamtbewertung
82%

„Kein Geschwindigkeitsmonster, aber als günstige NVMe-Erweiterung unkompliziert, alltagstauglich und angenehm unauffällig.” – game7days

Game7Days Award Silber
Silber
Pro Contra
  • Für Spiele und den PC-Alltag ausreichend schnell
  • Herstellerangaben erscheinen realistisch
  • Unkomplizierter Einbau
  • Flache Bauweise ohne großen Kühlkörper
  • Auch bei rund 550 GB Belegung unauffällig
  • Fünf Jahre eingeschränkte Garantie
  • Ordentliche Haltbarkeit von bis zu 560 TBW
  • Auf PCIe 3.0 beschränkt
  • Kein eigener DRAM-Cache
  • Geschwindigkeit kann bei langen Schreibvorgängen sinken
  • Moderne PCIe-4.0-SSDs kosten teilweise kaum mehr
  • Modellname kann mit dem M.2-2230-Format verwechselt werden
  • Kein Zubehör im Lieferumfang
Name: PNY CS2230
Produkttyp: NVMe-SSD
Kapazität: 1 TB
Schnittstelle: PCIe 3.0
Hersteller: PNY
Einsatz: Gaming, Alltag, Speichererweiterung
DRAM: Kein eigener DRAM-Cache
Haltbarkeit: bis zu 560 TBW
Garantie: 5 Jahre eingeschränkte Garantie
Testbelegung: ca. 550 GB
Anmerkung: Die PNY CS2230 mit 1 TB wurde game7days für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

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