G-Rebels im Early Access angespielt – Cyberpunk-Dogfights über den letzten Städten der Menschheit

Raumschiff aus G-Rebels fliegt mit Logo-Schriftzug direkt auf die Kamera zu, im Hintergrund eine neblige Stadtsilhouette
Das offizielle Key Art zeigt das Kampfschiff im rasanten Tiefflug über die Stadt. Quelle: Reakktor Studios / Senatis, offizielles Pressekit.

Die Erde ist beinahe verschwunden, doch der Verkehr hat selbst die große Flut überlebt. Im Jahr 2684 ziehen sich endlose Ströme aus Gleitern zwischen den Hochhäusern schwimmender Metropolen entlang. Mittendrin sitzt ihr im Cockpit eines schwer bewaffneten Skyblades und sorgt im Auftrag der mächtigsten Stadtmacht für Ordnung. Zumindest so lange, bis die ersten Einsätze Zweifel daran wecken, ob ihr wirklich auf der richtigen Seite steht.

G-Rebels ist damit eines dieser Spiele, bei denen die Idee schon nach wenigen Minuten trägt. Eine frei befliegbare Cyberpunk-Stadt, schnelle Gefechte in alle Himmelsrichtungen und ein Schuss Verschwörung erinnern zwangsläufig an G-Police, ohne wie eine bloße Kopie aufzutreten. Hinter dem Projekt stehen die Reakktor Studios. Das 1991 gegründete Team hat mit Neocron, Black Prophecy und Toxikk mehrfach gezeigt, dass es sich in düsteren Science-Fiction-Welten zu Hause fühlt. Seit dem 20. Juli 2026 befindet sich G-Rebels auf Steam im Early Access. Der aktuelle Stand macht Lust auf mehr, ist aber noch weit von einem fertigen Spiel entfernt.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Offizieller Early-Access-Launch-Trailer von Reakktor Studios

Eine versunkene Erde voller schmutziger Aufträge

Katastrophale Ereignisse haben fast den gesamten Planeten überflutet. Die Überlebenden wohnen in gewaltigen Städten, die auf dem Wasser errichtet wurden und um die verbliebenen Rohstoffe konkurrieren. Als Pilot einer Eliteeinheit beginnt ihr zunächst mit vergleichsweise eindeutigen Aufgaben. Transportwege müssen gesichert, Kriminelle verfolgt und gefährliche Ziele ausgeschaltet werden. Eine geheime Operation bringt dieses einfache Weltbild jedoch ins Wanken. Plötzlich steht nicht mehr nur der nächste Abschuss im Raum, sondern auch die Frage, wem eure Loyalität eigentlich gilt.

Im Early Access wird diese Handlung nur angerissen. Reakktor spricht von bis zu 20 ausgewählten Einsätzen, darunter das vollständige erste Kapitel mit neun Storymissionen. Für eine erste Vorstellung von Figuren, Konflikten und der Stadt Daevos reicht das, eine komplette Kampagne bekommt ihr derzeit aber nicht. Manche Entscheidungen deuten bereits alternative Missionsverläufe an. Die Welt reagiert darauf noch nicht immer überzeugend und gelegentlich bleiben nachvollziehbare Konsequenzen aus. Trotzdem erkennt man, dass die Geschichte später mehr sein soll als eine lose Begründung für den nächsten Luftkampf.

Blick aus dem Inneren eines Hangars mit Cockpit-Anzeigen im Vordergrund auf eine beleuchtete Anlage im Freien
Auch Hangars und Basisanlagen gehören zu den gezeigten Schauplätzen. Quelle: Reakktor Studios / Senatis, offizielles Pressekit.

Daevos lebt vor allem aus dem Cockpit

Zwischen den Einsätzen dürft ihr euch frei bewegen, Kontakte anfliegen, neue Aufträge suchen oder an Rennen teilnehmen. Die laut Entwickler mehr als 12.000 Quadratkilometer große Spielwelt soll eines Tages Metropolen, Außenposten, Fabriken und Forschungsanlagen miteinander verbinden. Im aktuellen Build ist davon nur ein begrenzter Teil geöffnet. Daevos bildet den Mittelpunkt, während weitere Regionen des Atlas-Archipels vorerst eher einen Ausblick auf das spätere Ausmaß geben. Wer jetzt ein vollständig gefülltes Open-World-Spiel erwartet, wird deshalb schnell merken, wie viel noch hinter verschlossenen Sektoren liegt.

Optisch kann die Stadt dennoch schon beeindrucken. Reklametafeln spiegeln sich auf nassen Oberflächen, Blitze schneiden durch die Wolkendecke und das Licht verändert sich mit dem Tagesverlauf. Besonders aus dem Cockpit entstehen Bilder, für die man den direkten Weg zum Ziel gerne verlässt. Noch fehlt es Daevos jedoch an einem eigenen Alltag. Viele Fahrzeuge bewegen sich wie sauber sortierte Lichtketten durch die Straßenschluchten, während die Stadt am Boden kaum greifbar wird. Die Kulisse funktioniert, das Gefühl einer wirklich bewohnten Metropole muss im weiteren Verlauf aber noch wachsen.

Cockpitperspektive mit HUD-Anzeigen während des Flugs durch eine nächtliche Stadt mit roten Lichtstreifen
Die Cockpitsicht blendet Radar, Karte und weitere Statusanzeigen direkt ins Sichtfeld ein. Quelle: Reakktor Studios / Senatis, offizielles Pressekit.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Offizielles Video zur Welt von G-Rebels

Fliegen zwischen Arcade und Simulation

Beim Flugmodell sucht G-Rebels bewusst die Mitte. Das Skyblade lässt sich deutlich freier bewegen als ein klassisches Flugzeug und kann schweben, seitlich ausweichen oder in engen Häuserschluchten beinahe auf der Stelle drehen. Dadurch funktioniert der Einstieg mit Maus und Tastatur oder Gamepad recht schnell. Gleichzeitig verlangt ein Gefecht Aufmerksamkeit, weil Angriffe aus mehreren Höhenebenen kommen und Gegner in der dicht bebauten Stadt jederzeit aus dem Sichtfeld verschwinden können. Gerade diese Mischung verleiht den Dogfights ihren eigenen Rhythmus.

Das Gewicht der Maschine kommt bislang allerdings nur schwach zur Geltung. Steile Sturzflüge entwickeln kaum zusätzliche Wucht, harte Richtungswechsel sind erstaunlich folgenlos und selbst eine Kollision wirkt mitunter weniger bedrohlich, als sie aussieht. G-Rebels steuert sich dadurch angenehm, lässt aber einen Teil der Spannung liegen, die knappe Manöver eigentlich erzeugen könnten. Mehr Einfluss durch Geschwindigkeit, Schwerkraft und das wechselhafte Wetter würde dem Skyblade deutlich mehr Charakter geben, ohne daraus gleich eine komplizierte Flugsimulation machen zu müssen.

Cockpitperspektive während eines Gefechts mit mehreren gegnerischen Schiffen, Zielmarkierungen und Leuchtspurgeschossen über der Stadt
Mitten im Gefecht markiert das HUD gegnerische Schiffe und einfliegende Geschosse. Quelle: Reakktor Studios / Senatis, offizielles Pressekit.

Nicht jeder Einsatz endet im gleichen Dogfight

Die vorhandenen Missionen zeigen bereits, dass Reakktor nicht ausschließlich auf Luftkämpfe setzt. Neben Patrouillen und Kopfgeldjagden begleitet ihr größere Schiffe, schützt bewegliche Ziele, fliegt Rennen oder schmuggelt Fracht durch überwachte Gebiete. Bei solchen Einsätzen gilt es, Kontrollzonen zu umgehen und innerhalb eines Zeitlimits die richtigen Checkpoints zu erreichen. Das sorgt für Abwechslung und nutzt die vertikale Stadt besser aus als eine reine Folge von Arenakämpfen.

Gleichzeitig gehören die Missionen zu den Bereichen, an denen der unfertige Zustand am deutlichsten sichtbar wird. Gegner folgen teilweise sehr auffälligen Mustern und manche Abläufe halten zu starr an ihrem Skript fest. Wenn eine Einheit ausgerechnet am Zielpunkt wartet oder ein Ereignis erst nach einer ganz bestimmten Aktion ausgelöst wird, entsteht unnötiges Trial-and-Error. Die Ideen hinter den Einsätzen sind deutlich besser als ihre aktuelle Abstimmung. Genau hier kann der Early Access viel bewirken, sofern Reakktor KI, Zeitvorgaben und Missionsreaktionen konsequent überarbeitet.

Das Skyblade braucht spannendere Entscheidungen

Verdiente Credits fließen in Verbesserungen für Antrieb, Waffen und Schilde. Darüber hinaus nennt Reakktor unter anderem Drohnen, Raketen mit mehreren Sprengköpfen und Tarnsysteme als Teile der geplanten Ausrüstung. Das passt gut zu einem Spiel, in dem vor einem Einsatz entschieden werden soll, ob Tempo, Schutz oder Feuerkraft wichtiger sind. Auch das Hacken gegnerischer Gleiter und der Kampf um strategische Einrichtungen gehören zur größeren Vision der offenen Welt.

In der derzeitigen Fassung bleibt die Entwicklung des eigenen Skyblades noch recht geradlinig. Viele Upgrades verändern vor allem Prozentwerte, verkürzen Abklingzeiten oder gleichen eine spürbare Schwäche aus. Ein neuer Ausbau fühlt sich deshalb eher wie eine notwendige Korrektur als wie ein echter Machtzuwachs an. Interessanter wären deutlich erkennbare Spezialisierungen, die das Verhalten des Fahrzeugs verändern und unterschiedliche Builds ermöglichen. Das Grundgerüst existiert, ihm fehlt aber noch der Moment, in dem aus einer Verbesserung eine persönliche Entscheidung wird.

Technik mit starken Bildern und hohen Ansprüchen

Die offene Welt wird ohne klassische Ladebildschirme gestreamt und verbindet dynamisches Wetter mit volumetrischen Wolken sowie einem Tag-Nacht-Wechsel. Hinzu kommt eine große Zahl simulierter Flugobjekte, die Daevos schon aus der Entfernung belebt wirken lässt. Vor allem Regen, Gewitter und nächtliche Beleuchtung erzeugen eine dichte Stimmung. Für sehr leistungsfähige Rechner gibt es zusätzlich einen „Insane“-Grafikmodus. Die offiziellen Empfehlungen fallen entsprechend hoch aus: Reakktor nennt 32 GB RAM sowie eine GeForce RTX 4080 oder Radeon RX 7900 XT. Als Minimum werden 16 GB RAM und eine GTX 1070 beziehungsweise RX 5700 XT mit mindestens 8 GB Videospeicher angegeben.

Ein hübsches Cockpit schützt trotzdem nicht vor Early-Access-Problemen. Abstürze, VR-Kompatibilität, Menüführung und unterschiedliche Eingabegeräte stehen laut Roadmap ganz oben auf der aktuellen Aufgabenliste. Auch die Präsentation hat noch eine Schwachstelle. G-Rebels unterstützt momentan ausschließlich Englisch und einige Dialoge verwenden laut offizieller Steam-Kennzeichnung KI-generierte Stimmen. Diese Sprachausgabe erfüllt ihren Zweck, gibt den Figuren aber nicht immer die Persönlichkeit, welche die Geschichte dringend gebrauchen könnte. Gerade weil die Welt optisch so markant auftritt, fallen austauschbare Porträts und wenig lebendige Gespräche stärker auf.

VR macht das Cockpit zur eigentlichen Hauptfigur

Der native VR-Modus ist keine kleine Randnotiz. In der Cockpitperspektive bekommen Höhe, enge Kurven und die Abstände zwischen den Gebäuden eine ganz andere Wirkung. G-Rebels setzt auf OpenXR und wurde offiziell mit Meta Quest 2, Meta Quest 3 sowie HTC Vive getestet. VR-Controller werden nicht unterstützt, gesteuert wird weiterhin mit den regulären Eingabegeräten. Für Flugfans gibt es außerdem eine experimentelle Raw-Input-Anbindung für HOTAS- und HOSAS-Hardware.

Gerade die Vielzahl aus Headsets, Grafikkarten und Upscaling-Verfahren macht VR derzeit jedoch zu einer der größten technischen Baustellen. Der erste Roadmap-Block ist deshalb für Stabilität, Leistung, Kompatibilität und Eingaben vorgesehen. Auch TrackIR und eine ausgereiftere Unterstützung spezieller Flugsim-Hardware stehen auf dem Plan. Wer G-Rebels hauptsächlich in VR spielen möchte, erhält bereits ein ungewöhnlich intensives Erlebnis, sollte aber eine gewisse Bereitschaft zum Testen und Nachjustieren mitbringen.

Die Roadmap beginnt mit Reparaturarbeiten

Reakktor teilt die weitere Entwicklung in zwei größere Blöcke. Zunächst sollen innerhalb von ungefähr vier bis sechs Wochen Stabilität, VR, Bedienung und Steuerung verbessert werden. Danach rückt für einen wesentlich längeren Zeitraum der Inhalt in den Mittelpunkt. Geplant sind neue Missionstypen, weitere Handlungsteile, zusätzliche Sektoren und die schrittweise Öffnung bereits angelegter Städte wie Eden. Prozedurale Auftraggeber sollen später dafür sorgen, dass auch nach den handgefertigten Missionen noch etwas zu tun bleibt. Sogar ruhigere Lieferaufträge sind vorgesehen.

Auf der Steam-Seite nennt das Studio ungefähr sechs Monate als grobe Dauer des Early Access. Die im Juli veröffentlichte Roadmap macht gleichzeitig deutlich, dass Zeitangaben beweglich bleiben und sich nach dem Zustand der einzelnen Systeme richten. Mit neuen Inhalten soll außerdem der Preis schrittweise steigen. Käufer bezahlen aktuell 29,99 Euro für eine spielbare Grundlage und nicht für den bereits vollständigen Umfang. Diese Unterscheidung ist bei G-Rebels besonders wichtig, weil die vorhandene Atmosphäre schnell mehr verspricht, als die Kampagne derzeit liefern kann.

Early Access Fazit

G-Rebels besetzt eine Nische, die viel zu lange beinahe leer geblieben ist. Freier Flug durch eine düstere Megacity, Dogfights zwischen Wolkenkratzern und ein Fahrzeug, das sich sowohl mit Gamepad als auch mit umfangreicher Flugsim-Hardware steuern lassen soll, ergeben schon jetzt eine reizvolle Kombination. Daevos kann vor allem bei Regen oder in der Nacht großartig aussehen, die Missionsarten sind abwechslungsreicher als zunächst erwartet und der VR-Modus passt hervorragend zum Aufbau des Spiels.

Für eine allgemeine Empfehlung reicht der aktuelle Stand trotzdem noch nicht. Die Kampagne endet früh, Teile der Welt bleiben geschlossen und Systeme wie Upgrades, KI und Missionslogik brauchen mehr Tiefe. Hinzu kommen mögliche Abstürze, hohe Hardware-Empfehlungen und die fehlende deutsche Übersetzung. Wer genau auf eine moderne Form der G-Police-Idee gewartet hat und die Entwicklung aktiv begleiten möchte, findet schon jetzt einen faszinierenden Rohbau. Alle anderen sollten beobachten, wie viel Leben Reakktor in den nächsten Monaten zwischen die beeindruckenden Fassaden von Daevos bringt.

GAME7DAYS – REVIEW INFOBOX

Early Access Preview

G-Rebels

PREVIEWKeine Wertung

Unsere MeinungDaevos, das Skyblade und die schnellen Luftkämpfe ergeben bereits eine außergewöhnlich atmosphärische Mischung. Vor allem aus dem Cockpit besitzt G-Rebels genau den Reiz, den Fans futuristischer Flugaction seit Jahren vermissen.

Early-Access-StandStory, offene Welt, Upgrade-System und Missionslogik sind noch sichtbar im Aufbau. Wer eine komplette Kampagne oder vollständig ausgereifte Technik erwartet, sollte weitere Updates abwarten.

NameG-Rebels
PlattformPC via Steam
GenreAction-Flugsimulation, Open World
Early-Access-Start20. Juli 2026
EntwicklerReakktor Studios
PublisherSenatis
SpracheEnglisch
VROptional via OpenXR
Preis zum Check29,99 Euro
Offizielle Seitereakktor.com

Transparenzhinweis: G-Rebels befindet sich in aktiver Entwicklung. Deshalb vergeben wir weder eine Prozentwertung noch einen Award oder eine Pro-und-Contra-Auswertung. Inhalte, Technik, Preis und Umfang können sich bis zur Vollversion verändern.

Quellen und weiterführende Links

Bildquelle: © Reakktor Studios / Senatis – offizielles G-Rebels-Presskit und offizieller YouTube-Kanal von Reakktor Studios

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein