Sechs Spieler, ein verwüstetes Ödland und Haushaltsgeräte, die euch ans Blech wollen: Gravebound verbindet Koop-Action mit dem Risiko eines Extraction-Shooters. Seit dem 22. September 2026 läuft der Early Access. Wie viel Potenzial steckt schon in der Apokalypse aus der Küche?
Ein Toaster, der auf dich schießt, klingt zunächst nach einer ziemlich schrägen Pointe. In Gravebound ist genau das der Ausgangspunkt: Die Menschheit ist verschwunden, die Haushaltsgeräte haben das Ödland übernommen und sind zu mordlustigen Gegnern geworden. Gemeinsam mit bis zu fünf weiteren Spielern zieht ihr los, sammelt Ausrüstung und versucht, lebend wieder herauszukommen.
Entwickler und Publisher ist Crater Studios. Das Spiel ist seit dem 22. September 2026 für Windows über Steam im Early Access erhältlich und ist im deutschen Steam-Store erhältlich. Der Kern ist vertraut: In einer Runde Beute sichern, Gegner überwinden und rechtzeitig extrahieren. Die ungewöhnliche Maschinenwelt soll dem bekannten Risiko-Belohnungs-Prinzip eine eigene Note geben.
Gemeinsam gegen die Maschinen
Gravebound ist ein Koop-PvE-Extraction-Shooter in Third-Person-Perspektive. Das Spiel ist für bis zu sechs Spieler ausgelegt, laut Entwickler sind Einsätze aber auch solo oder in kleineren Squads möglich. Im Ödland warten KI-Gegner, dynamische Ziele und Beute, die ihr nach erfolgreicher Flucht behaltet. Wer tiefer ins Gebiet vordringt, trifft auf seltenere Belohnungen, aber auch auf stärkere Gegner und höhere Einsätze.
Die Maschinen sind mehr als Kanonenfutter. Als große Bosse nennt Crater Studios einen Mixer, einen Fernseher, eine Jukebox und einen Gefrierschrank. Jeder soll mit eigenen Angriffen und Mechaniken Druck machen. Laut Steam-Seite lauern im Ödland noch weitere „mechanische Albträume“. Wie abwechslungsreich diese Begegnungen auf Dauer bleiben, muss sich im Early Access zeigen.
Upgrades mitten im Einsatz
Ein interessanter Baustein sind die Waffenstationen, die in der Spielwelt verteilt sind. Dort verbessert ihr Waffen und Rüstung während des Einsatzes: mehr Schaden, größere Magazine, bessere Werte. Das schafft eine Entscheidung mit unmittelbaren Folgen. Investiert ihr gefundene Mittel, um den laufenden Einsatz zu erleichtern, oder bringt ihr die Beute erst einmal sicher heraus?
Der Fortschritt endet auch nach der Extraktion nicht. Außerhalb der Einsätze schaltet ihr Fähigkeiten frei und passt euren Build an. Die Entwickler versprechen sinnvolle Entscheidungen und Builds nach eigenem Spielstil. Details zu Skillbaum oder konkreten Talenten nennen die offiziellen Infos bislang nicht.
Comic-Ödland mit makabrem Humor
Die Präsentation setzt auf eine stilisierte, comicartige Endzeitwelt. Der Kontrast zwischen bunter Optik und düsterem Szenario aus Maschinenherrschaft und menschlichem Untergang dürfte einen großen Teil des Charmes ausmachen. Statt realistischer Militärästhetik gibt es eine bewusst überzeichnete Welt, in der ein Kühlschrank zum Bossgegner wird.
Der Humor allein trägt die Einsätze allerdings nicht. Entscheidend ist, ob sich die Kämpfe präzise und abwechslungsreich spielen, ob die Gegner genug unterschiedliche Verhaltensweisen zeigen und ob die Beute langfristig sinnvolle Entscheidungen ermöglicht. Ohne eigene Spielzeit ist dazu noch kein abschließendes Urteil möglich.
Early Access: Das Fundament steht, der Ausbau läuft
Der aktuelle Stand umfasst laut Entwickler die zentrale PvE-Extraction-Schleife, mehrere spielbare Zonen, verschiedene Waffen und Ausrüstung sowie ein erstes Fraktionssystem. Kampf- und Extraktionsablauf funktionieren demnach bereits. Balancing, Progression und Content-Vielfalt befinden sich aber noch in aktiver Entwicklung.
Für die Zukunft plant Crater Studios weitere Karten, Fraktionen, Waffen, Gegner und Extraktionsszenarien. Außerdem sind Verbesserungen an Kampfsystem, Progression und Inhaltstiefe im Gespräch, ebenso mögliche dynamische Events und Fraktionsquests. Der Early Access soll mindestens 10 bis 18 Monate dauern, der Zeitplan kann sich verschieben. Die Community soll über Discord, Steam-Foren, Dev-Blogs und Playtests mitreden.
Wichtig für Kaufinteressenten: Der Preis soll im Laufe des Early Access mit wachsendem Umfang steigen. Wer früh einsteigt, zahlt weniger, bekommt dafür aber ein unfertiges Spiel.
Technik und Rahmenbedingungen
- Plattform: PC (Steam), 64-bit Windows
- Mindestanforderungen: Intel Core i3-2120 oder AMD FX-6300, 8 GB RAM, GeForce GTX 760 oder Radeon HD 7850 (je 2 GB), 10 GB Speicherplatz, Breitband-Internet
- Sprache: Interface derzeit nur auf Englisch, keine Sprachausgabe oder Untertitel
- Modus: Online-Koop, Family Sharing wird unterstützt
- KI-Hinweis: Laut Steam-Disclosure wurden teils 2D-Artworks und Texturen mit KI-gestützten Tools aufgewertet. Das Endergebnis stamme von den menschlichen Künstlern des Studios.
Erste Einschätzung: Schräge Idee, wichtige Fragen offen
Die Prämisse bleibt hängen: Ein Koop-Trupp kämpft sich durch ein Ödland voller feindlicher Haushaltsgeräte und muss entscheiden, wann sich weitere Risiken noch lohnen. Waffen-Upgrades im Einsatz, Bossbegegnungen und dauerhafte Charakterentwicklung liefern dafür eine nachvollziehbare Grundlage. Der niedrige Einstiegspreis und die geringen Hardwareanforderungen senken die Hürde zusätzlich.
Ob daraus ein langfristig motivierender Extraction-Shooter wird, hängt von der Abwechslung der Einsätze, der Balance und dem Ausbau der Inhalte ab. Die Steam-Wertung ist aktuell „Gemischt“: Von 61 Nutzerreviews sind 49 Prozent positiv (Stand: 20. Oktober 2026). Das ersetzt keinen eigenen Test, ist aber ein Hinweis, mit realistischen Erwartungen einzusteigen. Die kleine Stichprobe sollte man ebenfalls nicht überbewerten.
Fazit: Koop-Fans, die eine ungewöhnliche Maschinenapokalypse ausprobieren möchten, können einen Blick riskieren. Wer ein ausgereiftes, umfangreiches Spiel erwartet, wartet besser ab und beobachtet die kommenden Updates.
Quellen: Gravebound bei Steam, offizieller YouTube-Kanal von Crater Studios, Stand 20. Oktober 2026.






