Eine gefrorene Welt, verlassene Städte und die ständige Suche nach Wärme: Permafrost schickt dich in ein Survival-Abenteuer, in dem Erkundung, Ressourcenmanagement und der Kampf gegen die Kälte über dein Überleben entscheiden. Doch zwischen verschneiten Landschaften, gefährlichen Begegnungen und dem Aufbau einer eigenen Unterkunft stellt sich die Frage, wie viel Potenzial tatsächlich in dem eisigen Abenteuer steckt.
Eine Welt im ewigen Winter
Nach einer verheerenden Katastrophe ist die Erde kaum wiederzuerkennen. Schnee und Eis bestimmen die Landschaft, während verlassene Gebäude und einst belebte Orte von einer längst vergangenen Zeit erzählen. In Permafrost machst du dich auf, diese unwirtliche Welt zu erkunden und herauszufinden, was hinter dem Untergang der Zivilisation steckt. Die düstere Ausgangslage bildet dabei die Grundlage für ein Abenteuer, das vor allem durch seine Atmosphäre und die Neugier auf das Unbekannte überzeugen möchte.
Die Spielwelt lädt dazu ein, immer wieder vom eigentlichen Weg abzuweichen. Verlassene Häuser, abgelegene Gebäude und unbekannte Orte können wertvolle Ausrüstung oder dringend benötigte Ressourcen bereithalten. Gerade diese Neugier bildet einen wichtigen Bestandteil des Spielprinzips. Du möchtest wissen, was sich hinter der nächsten Ecke verbirgt, und bist deshalb bereit, dich weiter in die eisige Wildnis vorzuwagen. Dabei sind es nicht allein die großen Schauplätze, die interessant wirken. Auch unscheinbare Gebäude können sich als lohnende Fundorte erweisen und dir dabei helfen, deine Überlebenschancen zu verbessern. Die Erkundung wird dadurch zu einem wichtigen Antrieb, der dich immer wieder hinaus in die Kälte führt.



Der Kampf gegen die Kälte
Anders als manche Vertreter des Genres konzentriert sich Permafrost besonders auf die niedrigen Temperaturen. Die richtige Kleidung ist entscheidend, um dich vor der Kälte zu schützen und längere Erkundungstouren zu ermöglichen. Gerade zu Beginn musst du deshalb genau überlegen, welche Ausrüstung du benötigst und wo du nach besseren Gegenständen suchen kannst. Mit jeder Verbesserung eröffnen sich neue Möglichkeiten, dich weiter von deinem Ausgangspunkt zu entfernen und bislang unbekannte Bereiche zu erkunden. Die Kälte ist damit nicht bloß eine optische Besonderheit, sondern bestimmt maßgeblich, wie du deine Ausflüge planst.
Gleichzeitig musst du Ressourcen sammeln, deine Ausrüstung verbessern und darauf achten, ausreichend vorbereitet aufzubrechen. Das Inventar setzt dir dabei Grenzen. Du kannst nicht jeden gefundenen Gegenstand einfach mitnehmen und musst deshalb abwägen, welche Materialien du wirklich benötigst. Nimmst du zu viele Baumaterialien mit, fehlt dir möglicherweise Platz für wertvolle Ausrüstung, die du unterwegs entdeckst. Dieser Ansatz sorgt für zusätzliche Entscheidungen bei der Erkundung, auch wenn die Verteilung der Beute noch nicht immer ausgewogen wirkt. Gelegentlich fällt der Ertrag einer aufwendigen Suche geringer aus, als du es dir erhofft hast. Hier könnten die Entwickler noch nachbessern, damit sich auch längere Abstecher zuverlässiger lohnen.



Crafting, Unterschlüpfe und tierische Unterstützung
Neben dem Sammeln gehört auch das Crafting zum Alltag. Du stellst nützliche Gegenstände her, verbesserst deine Ausrüstung und errichtest Unterkünfte, die dir als Rückzugsort dienen. Dabei muss es nicht immer eine riesige Basis sein. Kleinere Außenposten können bereits ausreichen, um deine Erkundungstouren zu erleichtern und dir einen sicheren Ausgangspunkt für weitere Ausflüge zu bieten. Besonders praktisch ist, dass du teilweise bereits vorhandene Gebäude reparieren und weiterverwenden kannst, anstatt jede Unterkunft vollständig neu errichten zu müssen. Das passt gut zur Spielwelt, in der die Überreste der alten Zivilisation eine wichtige Rolle spielen.
Auch Baupläne wollen zunächst entdeckt werden. Dadurch bleibt die Erkundung wichtig, selbst wenn du eigentlich nur deine Unterkunft ausbauen möchtest. Das Zusammenspiel aus Sammeln, Herstellen und Entdecken sorgt für einen nachvollziehbaren Fortschritt: Du findest neue Materialien, verbesserst deine Ausstattung und kannst dich anschließend an schwierigere Unternehmungen wagen. Eine weitere Unterstützung ist dein Hund, der dich auf deinen Reisen begleitet und unter anderem als zusätzliches Lager dienen kann. Gerade bei längeren Ausflügen ist das eine praktische Ergänzung, die dir mehr Flexibilität verschafft. Allerdings funktioniert seine Wegfindung noch nicht immer zuverlässig. Wenn der tierische Begleiter an Hindernissen hängen bleibt oder sich merkwürdig bewegt, leidet auch die ansonsten stimmungsvolle Atmosphäre. Hier wäre noch etwas Feinschliff wünschenswert.



Gefahren in der Eiswüste
Die Kälte ist längst nicht deine einzige Bedrohung. Wölfe, Bären und feindliche Kultisten machen dir das Leben schwer und sorgen dafür, dass du deine Umgebung stets im Blick behalten solltest. Mit Nahkampf- und Schusswaffen kannst du dich gegen deine Gegner zur Wehr setzen. Je nach Situation ist es wichtig, deine Ausrüstung sinnvoll einzusetzen und nicht unvorbereitet in eine Auseinandersetzung zu geraten. Schließlich können Verletzungen oder ein misslungener Kampf deine Pläne für die nächste Expedition schnell durchkreuzen.
Die Gefechte wirken bislang allerdings eher zweckmäßig als besonders ausgefeilt. Das Kampfsystem erfüllt seine Aufgabe, setzt aber nur wenige eigene Akzente. Wer taktisch anspruchsvolle Kämpfe oder besonders komplexe Waffensysteme erwartet, dürfte deshalb etwas mehr Tiefe vermissen. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf dem Überleben und der Erkundung, weniger auf anspruchsvollen Gefechten. Das muss nicht zwangsläufig ein Nachteil sein, denn Permafrost möchte vor allem mit seiner Spielwelt und dem Kampf gegen die widrigen Bedingungen überzeugen. Entscheidend wird sein, ob die Begegnungen abwechslungsreich genug bleiben, um auch auf längere Sicht interessant zu sein.
Wer lieber gemeinsam unterwegs ist, kann sich mit bis zu drei weiteren Spielern in den Koop-Modus stürzen. Zusammen lassen sich Ressourcen sammeln, neue Gebiete erkunden und Unterkünfte errichten. Die Aufgaben können dabei ganz unterschiedlich verteilt werden, sodass sich jeder an der gemeinsamen Vorbereitung und am Überleben beteiligen kann. Gerade bei einem Survival-Spiel wie Permafrost kann das Zusammenspiel für zusätzliche Motivation sorgen und den manchmal einsamen Ausflug durch die Schneelandschaft auflockern. Gleichzeitig bietet der Koop-Modus die Möglichkeit, schwierige Situationen gemeinsam anzugehen, statt sich jeder Gefahr allein stellen zu müssen.



Early Access mit Luft nach oben
Trotz der interessanten Ansätze ist noch nicht alles ausgereift. Kleinere technische Fehler, gelegentliche Probleme bei Dialogen und Quests sowie unzuverlässige Interaktionen können den Spielfluss stören. Gerade wenn eine Aufgabe nicht wie vorgesehen ausgelöst wird oder ein Gegenstand nicht zuverlässig reagiert, kann das schnell frustrierend werden. Solche Probleme fallen besonders dann auf, wenn du gerade mitten in einer Erkundung steckst und dich eigentlich auf die Umgebung konzentrieren möchtest. Auch die Balance einzelner Survival-Mechaniken und die Verteilung der Beute vertragen noch Verbesserungen.
Das ist im Early Access nicht ungewöhnlich, sollte aber bei der Einschätzung berücksichtigt werden. Permafrost besitzt eine klare Vorstellung davon, was es sein möchte, muss seine Systeme allerdings noch besser aufeinander abstimmen. Besonders die Verbindung zwischen Erkundung und Belohnung ist wichtig: Wenn du dich in gefährliche Gebiete wagst, sollte sich das Risiko auch durch interessante Funde oder einen spürbaren Fortschritt auszahlen. Ebenso könnten Verbesserungen bei der künstlichen Intelligenz und den Interaktionen dafür sorgen, dass du dich stärker auf das eigentliche Abenteuer einlassen kannst. Die vorhandenen Schwächen nehmen dem Spiel nicht grundsätzlich seine interessanten Ansätze, zeigen aber, dass noch Arbeit vor den Entwicklern liegt.
Fazit: Ein Survival-Spiel für Entdecker
Permafrost erfindet das Genre nicht neu, bringt mit seiner gefrorenen Welt aber eine interessante Grundlage mit. Die Suche nach besserer Ausrüstung, das Erkunden verlassener Orte und der unkomplizierte Basenbau greifen sinnvoll ineinander. Besonders der ständige Drang, noch ein weiteres Gebäude zu durchsuchen oder eine bislang unbekannte Stelle auf der Karte zu erreichen, kann für Motivation sorgen. Die eisige Atmosphäre passt gut zum Survival-Konzept und verleiht dem Abenteuer eine eigene Identität. Auch der tierische Begleiter und der Koop-Modus bieten Potenzial für abwechslungsreiche Expeditionen, bei denen nicht nur das Sammeln von Ressourcen, sondern auch das gemeinsame Vorankommen eine Rolle spielt.
Noch bremsen kleinere technische Probleme, ein eher schlichtes Kampfsystem und eine nicht immer überzeugende Beuteverteilung das Spielerlebnis. Zudem müssen sich die verschiedenen Mechaniken im weiteren Entwicklungsverlauf noch besser ergänzen, damit die Motivation nicht nach den ersten Erkundungstouren nachlässt. Trotzdem lohnt es sich, Permafrost im Auge zu behalten. Wer Survival-Spiele vor allem wegen ihrer Atmosphäre, der Erkundung und des schrittweisen Ausbaus der eigenen Möglichkeiten spielt, könnte hier ein spannendes Abenteuer finden. Wie viel mehr in der eisigen Welt steckt und ob die Entwickler die vorhandenen Schwächen ausräumen können, wird sich im weiteren Verlauf des Early Access zeigen.






