Aquapark Tycoon – Test / Preview (PC)

Aquapark Tycoon nimmt sich ein Thema vor, das man in klassischen Freizeitpark-Simulationen zwar immer mal wieder sieht, dort aber selten wirklich im Mittelpunkt steht. Hier bauen wir keinen Park voller Achterbahnen und Karussells, sondern kümmern uns um ein komplettes Spaßbad. Pools müssen angelegt werden, Wasserrutschen schlängeln sich irgendwann quer über das Gelände und selbst ruhigere Wellnessbereiche gehören dazu. Das klingt zunächst nach einer recht einfachen Abwandlung bekannter Tycoon-Spiele, entwickelt aber schnell einen eigenen Charakter. Gerade weil Wasserattraktionen anders funktionieren als ein normales Fahrgeschäft, muss man beim Bauen etwas umdenken. Wir haben uns die aktuelle Early-Access-Version angeschaut und wollten wissen, wie viel Aquapark Tycoon bereits bietet und an welchen Stellen man noch merkt, dass die Entwicklung längst nicht abgeschlossen ist.


Erst ein Pool und plötzlich steht da ein ganzer Wasserpark

Der Einstieg fällt angenehm unkompliziert aus. Zunächst entsteht ein überschaubarer Bereich und man beschäftigt sich mit den grundlegenden Werkzeugen. Lange bleibt es dabei allerdings nicht. Ein weiteres Becken kommt dazu, daneben fehlt noch eine Attraktion und irgendwo müssen die Besucher natürlich auch vernünftig hinkommen. Schon beginnt man umzubauen. Genau daraus entwickelt Aquapark Tycoon ziemlich schnell diesen typischen Sog guter Aufbauspiele. Man plant eine Sache und während man daran arbeitet, entstehen drei neue Ideen. Das Spiel lässt einem genug Freiheit, damit der Park nicht einfach nur aus vorgefertigten Gebäuden besteht. Pools können unterschiedlich gestaltet werden und mit zunehmendem Fortschritt stehen weitere Möglichkeiten zur Verfügung. Dadurch wächst der eigene Wasserpark tatsächlich Stück für Stück, statt nur größer zu werden.

Dabei muss man ebenfalls berücksichtigen, dass nicht jeder Besucher wegen derselben Dinge kommt. Während einige Gäste Action suchen, wollen andere einfach schwimmen oder sich entspannen. Dadurch ergibt es Sinn, verschiedene Bereiche anzulegen und nicht einfach überall die gleichen Attraktionen zu verteilen. Gerade wenn der Park größer wird, beginnt man automatisch stärker darüber nachzudenken, was eigentlich wohin gehört. Ein ruhiger Wellnessbereich direkt neben der größten Rutsche des Parks ist vielleicht nicht unbedingt die beste Idee. Solche Überlegungen entstehen beim Spielen ganz von selbst und genau das gefällt uns bisher ziemlich gut. Aquapark Tycoon schreibt einem nicht ständig vor, wie der perfekte Park aussehen muss. Man baut ihn selbst und merkt anschließend meistens ziemlich schnell, welche Ideen funktioniert haben und welche eben nicht.


Bei den Rutschen kann man sich richtig austoben

Besonders viel Spaß macht der Bau eigener Wasserrutschen. Hier wird nicht einfach nur ein fertiges Modell ausgewählt und irgendwo hingestellt. Verlauf und Höhe können selbst bestimmt werden und dadurch entstehen Konstruktionen, die ziemlich schnell deutlich größer werden als ursprünglich geplant. Anfangs braucht die Bedienung etwas Eingewöhnung. Die erste Rutsche sieht vielleicht noch recht gewöhnlich aus und bei der zweiten beginnt man bereits herumzuprobieren. Danach wird es meistens etwas wilder. Kurven werden enger, Startpunkte höher und irgendwann schlängelt sich das Ding quer durch einen Bereich, obwohl dort ursprünglich überhaupt keine Rutsche vorgesehen war. Genau diese Freiheit ist momentan einer der stärksten Punkte des Spiels, weil man wirklich das Gefühl bekommt, etwas Eigenes zu bauen.

Ähnlich sieht es bei den Pools aus. Auch hier bekommt man mehr Möglichkeiten als nur ein paar vorgefertigte Beckenformen. Dadurch lässt sich das Gelände wesentlich individueller gestalten und verschiedene Bereiche können einen eigenen Charakter bekommen. Man baut vielleicht einen größeren Familienbereich und daneben etwas für Besucher, die hauptsächlich wegen der Rutschen gekommen sind. Später entsteht irgendwo noch ein ruhigeres Becken und plötzlich sieht der Park völlig anders aus als die ursprüngliche Planung. Die Bauwerkzeuge könnten an manchen Stellen zwar noch etwas komfortabler sein, doch genau dafür befindet sich Aquapark Tycoon schließlich noch im Early Access. Entscheidend ist momentan eher, dass das grundlegende Bauen Spaß macht. Und das tut es bereits.


Auch Entspannung gehört zum Geschäft

Überraschend viel Aufmerksamkeit bekommen die Wellnessbereiche. Saunen sind nicht einfach nur ein weiteres Gebäude, das irgendwo aufgestellt wird und anschließend automatisch Geld produziert. Man kann sich mit verschiedenen Einstellungen beschäftigen und damit einen Bereich schaffen, der sich deutlich von den lauten Rutschen und großen Schwimmbecken unterscheidet. Das wirkt zunächst wie ein kleines Nebensystem, passt aber ziemlich gut zum restlichen Spiel. Schließlich besteht ein moderner Wasserpark längst nicht nur aus ein paar Becken und einer großen Rutsche. Aquapark Tycoon versucht genau diese unterschiedlichen Seiten einzufangen und gibt einem dadurch mehr Möglichkeiten, den eigenen Park aufzuteilen.

Gerade daraus könnte später noch einiges entstehen. Schon jetzt macht es Sinn, nicht einfach alles wild nebeneinanderzustellen, sondern bestimmte Bereiche bewusst zu planen. Familien brauchen andere Angebote als Besucher, die hauptsächlich Action suchen. Wer dagegen zum Entspannen kommt, möchte wahrscheinlich nicht direkt neben einer riesigen Rutsche sitzen. Noch greifen nicht alle diese Systeme so tief ineinander, wie sie es in der fertigen Version hoffentlich einmal tun werden. Die Grundlage stimmt aber und gerade der Mix aus Schwimmbad, Wasserpark und Wellnessanlage gibt dem Spiel einen eigenen Charakter. Hier darf während des Early Access gerne noch deutlich mehr dazukommen.


Irgendwer muss sich um das Chaos kümmern

Natürlich reicht es nicht, einfach nur einen schönen Park zu bauen. Sobald mehr Besucher kommen, beginnt die eigentliche Verwaltung. Mitarbeiter werden benötigt und müssen dort eingesetzt werden, wo sie gebraucht werden. Technische Anlagen wollen gewartet werden und die Sicherheit der Gäste darf ebenfalls nicht vergessen werden. Gleichzeitig muss der Park Geld verdienen, denn jede neue Idee kostet am Ende natürlich etwas. Anfangs bleibt das alles noch recht überschaubar. Sobald das Gelände wächst, laufen aber immer mehr Dinge gleichzeitig und man merkt, dass aus dem kleinen Schwimmbad inzwischen ein richtiger Betrieb geworden ist.

Momentan ist genau dieser Managementteil noch einer der Bereiche, bei denen der Early-Access-Status stärker auffällt. Das Verhalten von Besuchern und Mitarbeitern wirkt nicht immer vollkommen nachvollziehbar und manche Abläufe könnten übersichtlicher sein. Gelegentlich schaut man einer Figur zu und fragt sich schon, warum sie jetzt unbedingt genau diesen Weg gewählt hat. Solche Dinge sind nicht dramatisch, fallen bei einer Simulation aber natürlich irgendwann auf. Hier wird entscheidend sein, wie stark die Systeme während der weiteren Entwicklung noch verbessert werden. Das Bauen trägt Aquapark Tycoon bereits ziemlich gut. Wenn das Management später ähnlich stark wird, könnte daraus ein richtig rundes Gesamtpaket entstehen.


Es gibt auch etwas zu tun wenn man nicht frei bauen möchte

Wer nicht einfach ohne Vorgaben losbauen möchte, bekommt verschiedene Szenarien mit eigenen Voraussetzungen und Zielen. Das ist gerade am Anfang praktisch, weil man dadurch automatisch verschiedene Systeme kennenlernt und nicht sofort vor einer komplett freien Fläche steht. Gleichzeitig sorgen unterschiedliche Bedingungen dafür, dass man nicht jedes Mal denselben Park hochzieht. Mal muss stärker auf bestimmte Angebote geachtet werden und an anderer Stelle geht es eher darum, mit den vorhandenen Möglichkeiten wirtschaftlich zu arbeiten. Für Spieler, die bei Aufbauspielen gerne ein konkretes Ziel vor Augen haben, ist das eine gute Ergänzung.

Langfristig dürfte für viele trotzdem das freie Spiel interessanter werden. Dort kann man ohne große Vorgaben ausprobieren und genau die Parks bauen, die einem gerade in den Kopf kommen. Gerade das Rutschensystem profitiert davon enorm, weil man nicht ständig darauf achten muss, möglichst effizient vorzugehen. Man kann einfach testen, umbauen und notfalls wieder alles abreißen. Dieser kreative Teil funktioniert schon jetzt ziemlich gut und dürfte einer der Gründe sein, warum man später immer wieder einen neuen Park anfangen wird. Schließlich sieht der zweite Versuch meistens komplett anders aus als der erste.


Noch nicht fertig aber schon ziemlich nass

Optisch setzt Aquapark Tycoon auf einen farbenfrohen und leicht verspielten Stil, der ziemlich gut zum Thema passt. Wasserflächen, Gebäude und Attraktionen lassen sich gut voneinander unterscheiden und auch bei größeren Anlagen bleibt der Park weitgehend übersichtlich. Besonders schön wird es, wenn die anfangs leeren Bereiche langsam voller werden. Gäste laufen herum, die ersten Rutschen sind in Betrieb und in den Becken herrscht plötzlich deutlich mehr Bewegung. Dann merkt man erst richtig, wie sehr sich der Park seit den ersten Minuten verändert hat. Technisch will das Spiel keine neue Messlatte setzen und braucht das auch nicht. Bei einer solchen Simulation ist wesentlich wichtiger, dass man selbst bei viel Betrieb noch vernünftig bauen und den Überblick behalten kann.

Ganz verstecken kann Aquapark Tycoon seinen aktuellen Entwicklungsstand allerdings nicht. Kleinere Fehler tauchen auf und gerade Wegfindung sowie Bedienkomfort brauchen stellenweise noch Arbeit. Auch bei den Bauwerkzeugen gibt es Situationen, in denen man länger mit der Steuerung beschäftigt ist, als einem lieb wäre. Das sind momentan aber eher Baustellen als grundlegende Probleme. Die Basis funktioniert und vor allem beim Bauen hatten wir bereits deutlich mehr Spaß, als wir nach den ersten Minuten erwartet hätten. Jetzt muss die Entwicklung dafür sorgen, dass die Systeme rundherum auf dasselbe Niveau kommen.

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Unser erster Eindruck

Aquapark Tycoon ist noch lange nicht fertig, macht aber bereits ziemlich deutlich, warum das Konzept funktionieren kann. Besonders das freie Bauen von Pools und Wasserrutschen macht Spaß und sorgt dafür, dass sich der eigene Park tatsächlich wie ein eigenes Projekt anfühlt. Dazu kommen Wellnessbereiche und ein Managementteil, der bereits genug bietet, um nicht nur als Beiwerk durchzugehen. Gerade wenn man gerne an seinem Park herumexperimentiert und auch mal eine halbe Stunde an einer einzigen Rutsche verbringt, kann man sich schon jetzt ziemlich gut darin verlieren.

Natürlich merkt man den Early Access. Einige Abläufe brauchen Feinschliff und vor allem Besucher sowie Mitarbeiter dürfen sich in Zukunft noch etwas schlauer verhalten. Auch mehr Inhalte und zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten würden dem Spiel guttun. Trotzdem ist die Grundlage überraschend ordentlich. Aquapark Tycoon muss jetzt nicht alles neu erfinden, sondern vor allem das weiter ausbauen, was bereits funktioniert. Wenn das gelingt, könnte hier eine richtig schöne Alternative zu den üblichen Freizeitpark-Simulationen entstehen. Bis dahin behalten wir den Wasserpark auf jeden Fall im Auge.

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