Police Simulator: Patrol Officers – Test / Review (PC)

Quelle: astragon Entertainment

Police Simulator: Patrol Officers von Publisher astragon Entertainment und Entwickler Aesir Interactive habe ich bereits seit dem Early Access im Juni 2021 bei Steam für den PC auf dem Radar gehabt. Die weitere Entwicklung wurde genau beobachtet und auf der diesjährigen gamescom konnte ich bereits einen ersten, wenn auch kurzen Eindruck von der Simulation auf der Konsole erhaschen.

Wenn es um Spiele geht, in der man in die virtuelle Polizeiuniform schlüpfen kann, hat dies schon seit dem Start der Police Quest Reihe aus dem Jahr 1987 immer wieder mein Interesse geweckt. Aber auch, weil mein verstorbener Vater selbst Polizist war hatte ich auch hautnah schon mehr oder weniger so einiges von den positiven Seiten des Jobs, aber auch den Schattenseiten aus dem Alltag eines Ordnungshüters mitbekommen können.

Ein neuer Sheriff ist in der Stadt

Bei Police Simulator: Patrol Officers durchleben wir hier als männlicher oder weibliche Polizist*in in den abwechslungsreichen Alltag der amerikanischen Stadt Brighton. Jeweils vier Avatare stehen uns zum Karrierestart von jedem Geschlecht samt einiger, zusätzlicher Infos von diesen zur Auswahl. Von der Schwierigkeit kann man auf zwei Stufen einsteigen, wobei der leichtere Casual Modus eine Menge an Hilfe für uns bereit hält, was wir auch dringend jedem naheliegen wollen, insofern man nicht mit der Learning by doing Methode das ein oder andere mal böse auf die Nase fallen zu wollen. Die Stufe ist aber zu jederzeit im laufenden Spiel veränderbar und kann je nach Situation vom Spieler bzw. der Spielerin angepasst werden.

Aber wir müssen nicht alleine spielen und auf Streife gehen. Denn es steht ein 2-Spieler Koop-Modus zur Verfügung, was einem mit einem menschlichen Partner den Polizeidienst absolvieren lässt. Auch soll hierfür im nächsten Jahr, wenn man der Roadmap glauben schenken kann, noch einige Features zusätzlich den Weg ins Spiel finden. Tutorials, welche uns zur Verfügung gestellt wurden, sollten vor allem beim erstmaligen Spielen von Police Simulator: Patrol Officers in Angriff genommen werden, sind aber auch jederzeit deaktivierbar.

Der Simulations-Modus ist natürlich anspruchsvoller, bietet mehr Realismus und ist auch oftmals sehr fordernd. Dies kann man, nachdem man sich mit dem Spiel schon vertraut gemacht hat, auch in Angriff nehmen uns sollte auch mit zunehmender Spielzeit selbst Anfänger vor keine größeren Hürden mehr stellen.

Der Alltag als Gesetzeshüter:in beginnt, wie könnte es auch nicht anders für einen Polizisten sein, mit dem eigenen Blick auf den Computer der Polizei in der eigenen Dienststelle. Unseren Wochenschichtdienst absolvieren wir an fünf Tagen, welche uns im Normalfall auch vor verschiedenste Aufgaben stellen werden. Sollten uns diese einmal nicht zusagen, können wir auch eine gewisse Anzahl neue anfordern.

Die Stadt Brighton wirkt sehr lebendig dank dem umfangreichen Verkehrssystem und dessen Teilnehmern und seiner Vielzahl an Personen, was schon zu Beginn sehr auffällig ist. Auch die verschiedensten Tages- und Nachtzyklen wirken sehr auffrischend und abwechselnd auf unsere Schichten und man lernt die Stadt auf verschiedenste Art und Weise kennen und zu schätzen. Grafisch wirken die unterschiedlichen Bezirke der Stadt dank dem Licht- und Schattenspiel als auch ihrem jeweiligen Inhalt jeweils einzigartig. Auch gibt es diverse Sehenswürdigkeiten, welche uns mit der Zeit doch sehr ins Auge gefallen sind.

Die Stadt Brighton selbst untergliedert sich in drei Bezirke, nämlich Melting Point, Downtown und Brickston. Natürlich besitzen diese auch auf ihre eigene Art einen gewissen Wiedererkennungswert. So gibt es Downtown später eher, wie für einen Finanzzentrum üblich, Wolkenkratzer als Industriebauten, welche uns bei Brickston auffallen. Auch haben wir nicht gleich zu Beginn Zugriff auf das komplette Stadtgebiet, sondern müssen uns dies mit zunehmenden Spielverlauf erarbeiten. Jeder Bezirk versprüht seinen eigenen Charme und bietet je nach Erkundung auch seine eigene und individuelle Atmosphäre. Natürlich gilt es auch, zu entdecken, was wir gerade beim ersten Spielen auch genießen. Die drei Bezirke von Brighton wiederum lassen sich nochmals untergliedern in sogenannte Nachbarschaften, welche sich uns ähnlich dem freischalten der Stadtbezirke mit zunehmender Spielzeit nicht entziehen können. Wann wir was freischalten bleibt dabei völlig uns alleine überlassen. Dieses System kann man sowohl positiv, als auch negativ empfinden, dient aber der Langzeitmotivation und hält Spieler:innen wohl bei Laune, so auch unser eigenes empfinden.

Es gibt viel zu tun

Viele Aufgaben werden uns auf unserer virtuellen Reise als Polizist:in durch Brighton begleiten. Wer den DLC zum Grundspiel erworben hat, wird sowohl zusätzliche Aufträge bekommen und hat Zugriff auf einen exklusiven und beeindruckenden SUV. Aber zu Karrierebeginn warten da eher relativ einfache Anforderungen auf uns, wie beispielsweise Geschwindigkeitskontrolle per Radarpistole, das Ausstellen von Strafzettel für Falschparker. Aber auch gilt es Verkehrskontrollen durchzuführen oder uns steht eine Aufnahme eines Unfalls bevor. Mit allem drum und dran, was in den Arbeitsbereich eines Officers dazugehört selbstverständlich. Aber auch andere Delikte wie Diebstahl oder Vandalismus bieten uns Abwechslung zum Beginn in unserem Karriere Alltag als Ordnungshüter:in. Natürlich will auch gelernt sein, wie man Verkehrskontrollen durchführt oder eine Straßenabsperrung richtig aufbaut. Zu Beginn haben wir es sehr viel mit Delikten um den stehenden oder fließenden Verkehr zu tun, so unser Anschein. Aber gut, so kann man sich in Ruhe mit dem Spiel und dessen Funktionen, dem eigenen Fahrzeug und der Steuerung vertraut machen.

Um diese festzustellen, stehen uns natürlich allerlei Hilfsmittel zur Verfügung, auf welche wir jederzeit Zugriff haben und von der einfachen Taschenlampe bis zur Fotokamera, aber eben auch Strafzettel bis zum Schrecken der Autofahrer:innen, der Radarpistole, reichen. Eben ein Arsenal aus Nützlichem Allerlei, alles, was ein Police Officer zum bewältigen der Schicht nun einmal braucht.

Natürlich gilt für uns, kompetent und mit fachlichem Know-how eines Polizisten bzw. einer Polizistin aufzutreten, welche sich an einen gewissen Arbeitsablauf samt einkehrender Routine gewöhnen muss. Toll ist, dass wir zum Schichtbeginn die Zeit von 15 Minuten bis zu 90 Minuten selbst bestimmen können. Eben, wie es uns nach eigenem Geschmack und Motivation gerade am Genehmsten ist.

So laufen unsere Schichten grundsätzlich prinzipiell in ähnlicher Weise ab. Zu Beginn befinden wir uns in der Dienststelle und starten von da mit unserem fahrbaren Untersatz oder auch ohne diesen unseren Arbeitsalltag. Es gilt, vorgegebene Aufgaben abzuarbeiten und auch ansonsten auf unser Umfeld zu achten, um die Bürger:innen von Brighton zu schützen und ihnen zu dienen. Auch kann unser aktiviertes Funkgerät einen Hinweis auf die ein oder andere Aufgabe bieten. Nämlich fernab den Vorgaben kann in unserem Einzugsbereich allerlei passieren, auf welche wir als Polizist:in reagieren können, manchmal sogar müssen. Beispielsweise ahnden wir Verstöße und Ordnungswidrigkeiten im fließenden Verkehr, wenn sie uns auffallen. Auch kann man per Handzeichen die Verkehrsteilnehmer anweisen, uns Folge zu leisten. Dies kann ein fehlendes Blinken beim abbiegen oder überfahren bei roter Ampel sein. Aber auch ein auffälliger Auspuff des Autos vor uns laden uns geradezu ein, eine Kontrolle durchzuführen und können den Beginn einer umfangreicheren polizeilichen Maßnahme werden, sollte noch Alkohol oder Drogeneinfluss festgestellt werden. Den oder die Besitzer:in gilt es dann durch uns, diese zu ermahnen oder aber den Strafzettel zu zücken. Natürlich kann auch eine Festnahme nötig sein, wenn begründet. Oftmals hat man einen gewissen Spielraum oder man spielt grundsätzlich den Bad Cop und lässt nichts durchgehen und geht strikt nach strenger Vorschrift vor.

Uns steht eine Vielzahl an Interaktionen zur Verfügung. So können wir den Ausweis verlangen, Personen oder deren Fahrzeuge durchsuchen, diese festhalten oder eben in Gewahrsam nehmen. Auch dürfen Geflüchtete, ob zu Fuß oder im Fahrzeug, verfolgt und entsprechend verwarnt werden.

Der Polizeialltag ist so gut eingefangen worden, dass man sich einfach gerade zu Beginn der Karriere stundenlang hoch motiviert durch die Stadt per Dienstwagen bewegen oder zu Fuß Streife gehen möchte. Einen Strafzettel stellen wir erst nach Prüfung der näheren Umgebung samt Beschilderung auf einen Verstoß allzu gerne aus. Auf der Spur sind wir auch Falschparkern entgegen der Fahrtrichtung oder auf dem Behindertenplatz. Ferner ist uns auch egal, ob sie mal wieder im Halteverbot oder vor unberechtigter Ausfahrt stehen oder mit abgelaufener Parkzeit auffallen. Wir haben völlig die Wahl, können Aufgaben abarbeiten, lauschen dem Polizeifunk und achten auf unsere Umgebung. Auch ein Abschleppdienst kann eine Möglichkeit sein, um für Recht und Ordnung zu sorgen. Eben sehr realistisch, wie es ein(e) Polizist:in auch im wirklichen Streifendienst tuen würde.

Natürlich steigert sich auch mit zunehmender Spielzeit und Stadtgebiet auch der Arbeitsumfang samt zu bearbeitenden und ahndenden Delikten. Wir können zu jederzeit mit den Fußgängern, den Teilnehmern am fließenden Verkehr mit großer Aktionsvielzahl reagieren, insofern ein begründeter Verdacht bestehen sollte oder aber ein unrechtmäßiges Verhalten vorgelegen hat. Hier muss man mit zunehmender Spielzeit ein nötiges Feingefühl entwickeln.

Auch geht jede begonnene Dienstschicht einmal zu Ende und so werden wir dann aufs Revier befohlen. Hier schließen wir dann den Tag- oder die Nachtschicht ab und streichen als Belohnung unsere gesammelten Punkte ein. In die Bewertung geht auch ein, ob wir uns an die Vorschriften gehalten haben oder eben nicht, was natürlich Abzüge zur Folge hat. Grundlose Kontrollen oder unangemessener Einsatz von Dienstwaffe oder Taser haben negative Auswirkungen auf unsere abschließende Bewertung und damit auf unseren Fortschritt.

Grafisch ist Police Simulator: Patrol Officers nicht ganz der Leckerbissen geworden wie erhofft und hat so seine Ecken und Kanten. Ferner negativ aufgefallen ist die aufgrund der eigenen Handlungsvielfalt und Interaktionsmöglichkeiten teilweise sehr umständlich gehaltenen Menü- und Untermenüführung und dem Großteils schlecht genutzten Schnellauswahlmenü. Hier hat man Luft nach oben und bietet nicht gerade etwas für Spieler:innen, welche Bequemlichkeit bevorzugen. Auch am Anfang tat ich mich doch etwas mit der Fülle an Informationen recht schwer, welche auf mich geprallt sind. Beim Einsatz der Waffe tat ich mich auch etwas schwer, da die Schießmechanik doch etwas zu wünschen übrig lässt. Hier und da sind noch Bugs vorhanden, was jetzt aber nicht weiter störend empfunden wurde. Toll hingegen ist die Modfähigkeit des Spiels dank dem Steam Workshop, wo man beispielsweise die Uniformen und Polizeiwagen anderer Länder, als auch Sirenen anpassen kann.

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Ausblick auf 2023

Eine Roadmap gibt auch Ausblick auf die weitere Entwicklung für das kommende Jahr. Es ist wirklich beeindruckend, wie sich das Spiel von einem Early Access Titel bis zur Veröffentlichung entwickelt hat und der Entwickler auch weiterhin an dem Spiel arbeiten und es mit weiteren Updates versorgen wird.

Quelle: astragon Entertainment

Die PC-Version von Police Simulator: Patrol Officers ist im Einzelhandel und digital (29,99 EUR UVP) erhältlich, ebenso die exklusive Steelbook Edition (34,99 EUR UVP). Auf PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One und Xbox Series S|X ist das Spiel digital (39,99 EUR UVP), als Standard (39,99 EUR UVP) und als exklusive Steelbook Edition (44,99 EUR UVP) erhältlich.

Features:

  • Realistische Darstellung alltäglicher Polizeiarbeit zum Miterleben
  • Brighton als lebendige Stadt mit immer wechselnden Herausforderungen, durch die keine Schicht wie die Vorherige wird
  • Drei verschiedene Distrikte und fünfzehn Nachbarschaften zum Erkunden
  • Verschiedene Aufgaben mit wachsender Schwierigkeit, vom Parkticket bis hin zur Drogenfahndung
  • Neue Streifenfahrzeuge, Polizeiausrüstung und Delikte freischalten
  • Zwei Spielmodi: Simulation und Casual
  • Gemeinsam auf Streife im 2-Spieler Koop-Modus
Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
90 %
QuellePolice Simulator: Patrol Officers
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CEO und Redakteur von game7days, ehemals Alpha-Omegagaming seit 2014. Ich betreue u.a. die Infrastruktur, als auch die Gewinnspiele der Webseite.
police-simulator-patrol-officers-test-review-pc<blockquote>Ich ziehe meinen Hut vor dieser Simulation, welche die alltägliche Polizeiarbeit mit all ihren Facetten hervorragend einfängt wie kaum ein Spiel zuvor. Die Stadt Brighton wirkt bei unseren Streifengängen, egal ob zu Fuß oder im Streifenwagen, wie eine echte lebendige Stadt. Man hat unzählige Interaktionsmöglichkeiten und Ausrüstung zur Verfügung, welche uns bei unserer Arbeit als Polizist:in die Arbeit erleichtern und zur Verfügung stehen. </blockquote> <blockquote>Wer aber Police Simulator: Patrol Officers meistern will, muss sich erst einmal durch ein umfangreiches Tutorial kämpfen, um der täglichen Polizeiarbeit gewachsen zu sein. Denn will man seine Schicht erfolgreich beenden und weitere Gebiete und weitere Aufgaben freischalten, sollte man nicht negativ auffallen, sonst drohen Punktabzüge nach der Schicht. Eine richtige und nach Vorschriften gerichtete Vorgehensweise erleichtert unseren Polizeialltag enorm.</blockquote> <blockquote>Und das man sogar im Koop-Modus mit einem/einer weiteren Partner:in auf Streife gehen kann, rundet das Erlebnis dieser Simulation eines Polizeialltags ab.</blockquote> <hr /> <blockquote> <strong>Positiv</strong> <ul> <li>Umfangreiches Tutorial</li> <li>2-Spieler Koop-Modus möglich</li> <li>Casual- und Simulationsmodus</li> <li>Lebendige Stadt</li> <li>Realistische Darstellung der Polizeiarbeit</li> <li>Viele Interaktionsmöglichkeiten und Aufgaben</li> <li>Drei Stadtgebiete</li> <li>Fortschrittssystem</li> </ul> <strong>Negativ</strong> <ul> <li>Unzählige Menüs</li> <li>Probleme beim Schießen</li> <li>Bugs</li> </ul> </blockquote> <hr /> <blockquote>Name: Police Simulator: Patrol Officers</blockquote> <blockquote>Plattformen: PC, Xbox, PlayStation</blockquote> <blockquote>Genre: Simulationen</blockquote> <blockquote>Veröffentlichung: 10. November 2022</blockquote> <blockquote>Veröffentlichung Steam Early Access: 17. Juni 2021</blockquote> <blockquote>USK/PEGI: 12 / ?</blockquote> <blockquote>Entwickler: Aesir Interactive</blockquote> <blockquote>Publisher: astragon Entertainment</blockquote> <blockquote>Franchise: astragon Entertainment</blockquote> Anmerkung: Die PC-Version von Police Simulator: Patrol Officers wurde game7days für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.