LACUNA – Test / Review (PC)

Bei LACUNA handelt es sich um ein ein Sci-Fi Noir Adventure der Extraklasse, welches von DigiTales Interactive entwickelt und von Assemble Entertainment veröffentlicht wurde. Diesen Titel kann man nicht wirklich als Point and Click Adventure bezeichnen, wie man es von ähnlichen Titeln erwwarten könne. Der Titel, welcher bereits 2019 mehrere Auszeichnungen und Awards erhalten hat, wurde vor ungefähr 2 Wochen veröffentlicht und wir haben uns diesen genauer angeschaut, um euch darüber berichten zu können!

Gestatten? CDI!

In LACUNA übernehmen wir weitgehend immer die Rolle von Neil Conrad. Natürlich sagt euch dieser Name erstmal nichts. Bei diesem handelt es sich um einen CDI Ermittler der Extra-Klasse, welcher auf dem Planet Ghara tätig ist und mit seinen Angewohnheiten durchaus sympathisch rüberkommt. Dieser bringt den klassischen Flair eines Detektives mit sich, ist förmlich ein Kettenraucher und äußerst hartnäckig, wenn es darum geht, einer Spur zu folgen. Auch war dieser schonmal verheiratet, allerdings trägt er immer noch den Namen der Ex-Frau. Relativ zu Beginn des Spiels übernehmen wir zwar auch kurzzeitig die Rolle von Mira, allerdings ist dies nur von kurzer Dauer.

Natürlich besitzt LACUNA auch eine Hintergrundgeschichte und ein bestimmtes Setting, um das Geschehen besser zu untermauern. Beispielsweise gibt es auf Ghara, oder auch in LACUNA allgemein, keine Erde sondern eben lediglich andere Planeten. Andere Dinge sind jedoch gleich geblieben wie in der echten Welt. Neil muss sich mit Themen wie Politik und Wissenschaft rumschlagen und auch Dinge wie die Kolonisation oder ähnliches sind aktive Themen im Spiel. Ferner bemerkt man auch relativ schnell im Spiel, dass Neils Handlungen, oder vielmehr eure Handlungen, Konsequenzen und Auswirkungen im Spiel haben. Dies betrifft nicht nur die Außenwelt, sondern auch sein Familienleben mit seiner Ex-Frau Katharina und seine Tocher Laura mit einbezieht. Im Verlauf des Spiels erfährt man ebenfalls Hintergrundgeschichten zu Neil und warum er teilweise so agiert, wie er es eben tut und beispielsweise Autos nicht präferiert, wie viele andere es tun!

Ein Point and Click Adventure, welches eigentlich keines ist!

Wie bereits erwähnt handelt es sich hier nicht um ein übliches Point and Click Adventure. Stattdessen steuert man das Spiel in einer Art Side-Scroller RPG mit den Tasten W,A,S und D oder mit dem Controller, muss allerdings dennoch Objekte finden, kombinieren oder ansehen, wenn diese auffällig sind. Vieles hiervon lernt man mit Mira im Tutorial und kurz danach ebenfalls mit Neil als Hauptcharakter noch einmal. Wichtig ist, hier auf jeden Fall gut aufzupassen, da man sonst relativ schnell durcheinander kommen kann. Vom Spiel wird hier eine Art Hologramm dargestellt mit den Aufgaben, welche ihr nachmachen müsst. Auch wird im Spiel die jeweilige Taste bildlich dargestellt, also empfiehlt es sich, entweder mit Maus und Tastatur oder mit Controller gut umgehen zu können und die Tasten nach Möglichkeit auch „blind“ zu wissen. Könnt ihr dies nicht, werdet ihr vermutlich ein wenig länger brauchen, um die Steuerung komplett auswendig zu können. Wenn man dies allerdings gelernt hat, kann das Spiel richtig beginnen.

LACUNA lockt den Spieler mit verschiedenen Dialogen und Sequenzen, welche euch mehrere Auswahlmöglichkeiten zur Hand geben. Ihr dürft euch jedoch nicht endlos Zeit lassen, da diese anhand einer Art Timer vorgegeben ist. Jede eurer gewählten Antworten und Entscheidungen hat für das weitere Spiel Konsequenzen und führen dazu, dass es unterschiedliche „Endings“ gibt. Damit man dies jedoch nicht einfach vereinfachen kann, gibt es keine Manuelle Speichern Funktion im Spiel, sondern die Speicherung findet automatisch statt. Dies sorgt ebenfalls dafür, dass ihr nicht einfach ältere Spielstände laden könnt, um andere Entscheidungen zu treffen. Somit stellt ihr euch in LACUNA den Konsequenzen eurer eigenen Entscheidungen und könnt nicht „davonlaufen“, wie man es oft bei anderen Spielen tut. Im Umkehrschluss bedeutet dies natürlich, dass ihr das Spiel mehrere Male durchspielen müsst, um alle Endings zu sehen.

Wir haben ja bereits erklärt, dass man für bestimmte Dialoge die Zeitangabe hat, welche unserer Meinung beibehalten werden sollte, da dies das Spiel spannender gestaltet. Solltet ihr dies jedoch nicht wollen, könnt ihr diesen Timer problemlos deaktivieren und ihr habt faktisch unbegrenzt Zeit, eine Antwort auszuwählen. Auch könnt ihr eine Art farbige Darstellung aktivieren oder Deaktivieren, welche bestimmte wichtige Schlüsselwörter bei einer Konversation hervorhebt, welche für euch von Bedeutung sein könnten.

Nützliche Gadgets

Was wäre ein Detektiv oder Agent ohne nützliche Hilfsmittel. In LACUNA gibt es beispielsweise ein Gerät, welches den Namen „Cell“ trägt. Dies zeichnet automatisch alle Chat-Protokolle von Konversationen auf, zeigt euch Nachrichtenartikel an, ihr könnt darauf E-Mails lesen oder Hinweise verfolgen. All dies kann euch dabei helfen, Morde oder Bombenanschläge aufzuklären oder zu verhindern. Eigentlich ist das Gerät sogar unerlässlich, da man sonst schnell den Überblick verliert. Ferner wird das Gerät dazu genutzt, bestimmte Unterlagen zu hinterlegen, in welchen man einträgt, welche Schlussfolgerungen und Hinweise man gefunden hat. Allerdings können eben diese auch falsch sein oder andere Konsequenzen nach sich ziehen, wie wir bereits erklärt haben.

Durch den Untersuchungsmodus, den Gliederungsmodus und eine Art NumPad, welche das AR-Modul im Spiel enthält, erkundet ihr somit Ghara. Diese Modula sind selbstverständlich wichtig für alles, was ihr tut. Beispielsweise ist es sinnvoll mit dem Untersuchungsmodul Hinweise zu sammeln, welchen man in der Welt begegnen kann. Im Umrissmodus ist es dagegen möglich, wichtige Objekte oder Werkzeuge zu finden, die ihr bei euren Ermittlungen benötigt, da ihr euch sonst schnell in einer Sackgasse befinden werdet. Nutzt also beide Möglichkeiten aus, um immer weiter voranzukommen!

Und das alles in 2D Pixel-Grafik

Bei LACUNA hat man sich definitiv mehr auf das Gameplay als auf die Grafik konzentriert, was aber definitiv nicht verkehrt sein muss. Das Spiel glänzt dennoch mit einer wunderschönen, detailreichen 2D-Pixel Grafik, was an alte Retro-Spiele erinnert, die bei der älteren Generation Erinnerungen weckt. Dies wird natürlich noch durch die Side-Scrolling Steuerung verstärkt, wobei es ebenfalls möglich ist, Treppen zu benutzen.

Gemixt mit den Neon-Farbdarstellungen und den dunkel gehaltenen Tönen kommt eben das SciFi-Feeling auf, mit welchem ja auch im Spieltitel geworben wird. Die Texte bei den Unterhaltungen scrollen automatisch mit, und sind nicht in einer weißen Sprechblase dargestellt. Dies sorgt dafür, dass dem grafischen Touch nichts verloren geht!

Jazz und SciFi? Guter Mix

Zumeist ist der Sound in LACUNA eher jazz-mäßig angehaucht, um das Geschehen im Spiel zu untermalen. In den meisten Bereichen des Spiels passen diese auch wortwörtlich wie die Faust aufs Auge und sie wissen, wie man den Spieler bei der Stange hält, ohne dass diese irgendwann eintönig werden. Man merkt durch die Bank weg, dass die Komponisten für die Musikstücke mit dem Herzen dabei waren und versuchen, diese eben passend wirken zu lassen!

Aber auch neben den normalen Musikstücken gibt es Soundeffekte, die perfekt in die Szene passen. Damit meinen wir typische SciFi-Soundeffekte. Schade ist nur dass es keine direkten vertonten Unterhaltungen gibt, mit Ausnahme der Monologen, welche Neil führt. Diese sind dafür allerdings überragend. Alles in allem hat man hier gute Arbeit geleistet.

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Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
87 %
QuelleLACUNA
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Bevor ich das neue Online-Gamingmagazin Alpha-Omegagaming mit aufgebaut habe / am Aufbauen bin, war ich ca. 2 Jahre bei Game2gether als Redakteur dabei. Toni und ich haben uns nach reichlicher Überlegung dazu entschlossen, ein eigenes Magazin auf die Beine zu stellen. Meine Interessen liegen hauptsächlich im MMO und RPG Bereich.