Encodya – Test / Review (PC)

Point and Click Adventures begeistern sein Jahren viele Spieler und manche dürften überrascht sein, dass gerade dieses Genre eine so große „Fanbase“ hat. Vor ungefähr 1 1/2 Jahren hat Assemble Entertainment auf der gamescom in Köln im Pressebereich das Point and Click Adventure „Encodya“ vorgestellt, schon damals waren wir begeistert und haben dem Release entgegen gefiebert. Seit knapp einem Monat ist das Spiel nun offizielle erhältlich. Wir haben die Möglichkeit bekommen, das Spiel genauer unter die Lupe zu nehmen und euch darüber zu berichten.

Berlin, Berlin, wir leben in Berlin

Die Hauptprotagonistin Tina ist ein Waisenkind mitten in Berlin im Jahre 2062 und sie ist auf sich allein gestellt, in dieser Metropole zu überleben. Nun gut, nicht ganz allein. Sie besitzt ihren eigenen Roboter namens SAM-53 und ist durchgehend mit ihr zusammen. Eines können wir direkt sagen, als junges Waisenkind im Berlin des Jahres 2062 aufzuwachsen ist definitiv nicht leicht, zumal der aktuelle Präsident oder Meister in der Stadt ist ein ziemlich fieser Kerl namens „Rumpf“, der die komplette Stadt regiert.

Während es in den meisten Point and Click Adventures normalerweise nur einen Protagonisten gibt, könnt ihr in Encodya dagegen sowohl als Tina als auch als SAM spielen und zwischen diesen wechseln, wie es euch beliebt. Dies hat mehrere Vorteile. Mit den menschlichen Bewohnern kann Tina weitaus besser kommunizieren als SAM, der ja bekanntlich ein Roboter ist. SAM wird dagegen von anderen Robotern ernst genommen und ihm schlägt nicht die gleiche Feindseligkeit entdecken, wenn er mit diesen spricht, wie wenn dies Tina machen würde.

Was wir noch garnicht erzählt haben, ist, dass das Spiel komplett im Cyberpunk-Stil gehalten wurde, welcher zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig ist. Allerdings heißt das nicht, dass das Aussehen ansich schlecht ist. Im Gegenteil. Dem Entwickler Chaosmonger Studio ist es perfekt gelungen, das Spiel in einer 2D Darstellung sehr atmosphärisch darstellen zu können, sowohl in der allgemeinen Darstellung als auch beim Detailreichtum.

Guter Mix aus Ernsthaftigkeit und Comedy

Die Story weiß durchaus oft, wie man die Spieler bei „der Stange“ hält. Es gibt viele ernste Momente, welche man zumindest teilweise auch auf die heutige Zeit beziehen kann. Allerdings wäre es kein interessantes Spiel, wenn es durchgehend nur Ernsthaft zugehen kann. Aus diesem Grund gibt es auch einige unterhaltsame und lustige Momente im Spiel. Manche Witze oder auch die Situationskomödie brauchen eine Weile, bis man sie richtig versteht. Manche dürften der Meinung sein, dass diese humorvollen Einlagen nicht gut genug dargestellt werden, allerdings fanden wir diese durchaus gelungen.

Aber am besten Gefallen haben uns die diversen Handlungen und Überraschungen, welche während der Geschichte von Encodya auf uns gewartet haben und welches Schicksal Tina und SAM in Neo-Berlin erwartet. Geht deren Reise dort gut aus, oder gibt es kein schlechtes Ende. Auch habt man mit dem Spiel wirklich einige Punkte aus der aktuellen Zeit gut dargestellt. Die klbigen VR-Brillen, die einsilbigen Unterhaltungen… vieles zeigt Probleme der aktuellen Zeit. Damit meinen wir nicht unbedingt, dass diese VR Brillen der aktuellen Zeit schlecht sind. Im Spiel werden diese praktisch als eine Art „Zombie“ dargestellt. Dies könnte man in der heutigen Zeit eher auf viele Handynutzer beziehen, welche die Welt um sich herum völlig vergessen, was um sie herum passiert.

Wir empfehlen euch, die Dialoge und Texte genau zu beobachten und anzuschauen, da es wirklich eine Menge interessanter Anspielungen gibt.

Hier ein wenig sammeln, dort ein wenig kombinieren

Wer noch kein Point and Click Adventure gespielt hat, dürfte bei Encodya dennoch keine Probleme haben. Das Grundprinzip ist und bleibt bei Spielen dieser Art das Gleiche. Die komplette Steuerung wird mit der Maus übernommen. Hierüber kann der Spieler Gegenstände gegutachten, aufheben oder nach Belieben miteinander kombinieren. Dies wird zumeist über das Inventar genutzt. Hier können wir euch nur den Tipp geben, alles einzusammeln und zu überprüfen, was euch in die Finger kommt, denn man kann alles für irgendwas gebrauchen. Seien es Sushi-Stücke, Antennen, Klebeband… alles ist wichtig. Auch kann es oft helfen, Sachen auszuprobieren, welche ansich gar nicht logisch zu sein scheinen.

Die hat vor allem damit was zu tun, dass es viele Rätsel in solchen Point and Click Adventures gibt. Wie gelangt man an bestimmte Löcher, wenn einen irgendetwas darin beißt, wie umgeht man Wächterroboter, die Tina für „Abschaum“ halten und was will die Roboterkatze von uns? Nun, findet es selbst heraus!

Große Stadt, viel zu entdecken, nicht übermäßig schwer

Die Stadt Berlin besitzt in Encodya mehr als 100 Schauplätze, welche zumindest zum Großteil sehr lebendig wirken. Andere Spiele werben zwar auch mit mehreren Gebieten, in welchen man selbst aktiv sein kann, allerdings sind diese oft leer, relativ eintönig und sogar trist. Dies ist in Encodya definitiv nicht der Fall. Die Gebiete wirken deswegen so lebendig, weil hier viele NPCs unterwegs sind, eine unterhaltsame Geräuschkulisse vorhanden ist und man eine Menge entdecken kann. Ihr müsst euch jedoch keine Sorgen machen, dass es lange dauert, diese Gebiete zu bereisen. Mit Doppelkicks könnt ihr euch schneller durch diese bewegen. Andernfalls würde dies wirklich lange dauern, da man oft längere Zeit darin verbringen muss.

Auch wenn es viel zu Entdecken und zu rätseln gibt, heißt dies nicht, dass es ein extrem schweres Spiel ist. Natürlich dürften manche Rätsel ein wenig knifflig erscheinen, aber sie sind definitiv nicht unmöglich zu lösen. Hier stehen dem Spieler im Übrigen zwei verschiedene Spielweisen zur Verfügung. Ihr könnt entweder komplett ohne Hinweise spielen oder mit einer Art Anzeige, welche Objekte hervorhebt. Wie ihr spielen wollt, liegt komplett in eurem eigenen Ermessen.

Alles in allem wirkt die Story und die Grafik definitiv sehr ansprechend. Es gibt viele Gebiete, in denen die unterschiedlichsten Kulturen auf euch warten. Es gibt, wie mittlerweile in vielen größeren Städten auch eine Gegend, welche mehr an den japanischen Stil angelegt ist, wobei ein Großteil natürlich der normale „deutsche“ Stil auf euch wartet, wenn auch eben in Cyberpunk-Optik. Dies macht sich auch bei der Optik und Atmosphäre bemerkbar. Hier wurde viel auf Details geachtet. Es gibt unterschiedliche Geräusche, kleine Details und viele andere Kleinigkeiten, welche einem erst auf den zweiten Blick auffallen. Eines sollte euch klar sein: Das Spiel ist zumindest texttechnisch auf Deutsch gehalten, allerdings ist die Sprachausgabe nur Englisch. Damit müsst ihr klarkommen und unserer Meinung nach tut dies dem Spiel keinen Abbruch.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 

Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
80 %
QuelleENCODYA
Vorheriger ArtikelWerewolf: The Apocalypse Earthblood – Test / Review (PC)
Nächster ArtikelFinal Fantasy XIV – Inhalt von Patch 5.45 weiß zu überzeugen
Bevor ich das neue Online-Gamingmagazin Alpha-Omegagaming mit aufgebaut habe / am Aufbauen bin, war ich ca. 2 Jahre bei Game2gether als Redakteur dabei. Toni und ich haben uns nach reichlicher Überlegung dazu entschlossen, ein eigenes Magazin auf die Beine zu stellen. Meine Interessen liegen hauptsächlich im MMO und RPG Bereich.