Es gibt viele verschiedene Computer- und Konsolenspiele, welche sich um allerhand übernatürliche Wesen und gestalten drehen. Einige davon betreffen Horror-Spiele, andere Simulationen oder ähnliches. Im Falle von Werewolf: The Apocalypse Earthblood geht es um Wölfe, genauer gesagt Werwölfe. Der Entwickler, Cyanide, ist verhältnismäßig klein und hat sich bei dem Spiel auf jeden Fall alle Mühe gegeben, ein unterhaltsames Spiel zu kreieren, welche den Mythen und Legenden um die Werwölfe gerecht wird. Inwiefern dies der Firma gelungen ist, könnt ihr in unserem Review nachlesen.

Das Rudel ist die Familie

Unser Protagnist trägt den Namen Cahal und ist förmlich die rechte Hand des Rudelführers. Außerdem ist er zeitgleich noch ein Vater einer Teenager-Tochter, ein Umweltaktivist und ein sehr gefährlicher Garou. Dies ist im übrigen die Bezeichnung für die Werwölfe in diesem Spiel. Das Ziel des Rudels, und auch aller anderen Rudel weltweit ist praktisch die Rettung der Umwelt und damit auch die der Welt im Allgemeinen. Die Erde trägt auch hier den bekannten Namen „Gaia“, wie auch in manch anderen Spielen dieser Art. Der Hauptwidersacher in Werewolf, welchen Gaia so gut wie garnicht interessiert, trägt den Namen „Endron“.

Der Unterschlupf des Rudels ist zumeist in der Nähe von mehreren Endron-Anlagen, in welchem entweder an neuen Waffen gearbeitet oder geforscht wird. Oft gibt es aber auch sogenannte Trainingslager. Im Rudel-Unterschlupf gibt es aber nicht nur Garou, sondern auch menschliche Mitglieder. Anfangs gab es hiervon weniger als im Verlauf der Story, allerdings hat sich dies durch bestimmte Geschehnisse geändert. Auf diese gehen wir sicherheitshalber nicht genauer ein, da wir euch sonst die Story spoilern würden. Cahal selbst ist sowohl gut in extrem blutrünstigen Kämpfen als auch in Schleichmissionen und Auskundschaften der verschiedenen Anlagen. Diese Aufgaben führen uns in Wäldern, in Minen und Labore und auch in die Wüste von Nevada.. Natürlich sind die verschiedenen Gebäude und Gegenden unterschiedlich aufgebaut und designt, allerdings merkt man hier leider nach einiger Zeit trotz allem eine Art Eintönigkeit vorhanden, da man sowohl von den verschiedenen Regionen her und auch von den Missionen her eine bestimmte Reihenfolge vorgegeben bekommt.

Neben den Hauptmissionen gibt es noch eine Handvoll Nebenaufgaben zu entdecken und zu erfüllen, allerdings seid ihr hierzu nicht verpflichtet und diese haben auch nur geringfügig mit der richtigen Geschichte zu tun. Auch könnt ihr mit den unterschiedliche NPCs diverse Unterhaltungen führen, welche euch bestimmte Hintergründe näher bringen, allerdings hat auch dies keinen Einfluss auf die Geschichte.

Es muss nicht immer blutig enden

Wie wir bereits erwähnt haben, könnt ihr selbst entscheiden, ob ihr eure Missionen blutig oder „human“ ausführt. Cahal hat grundsätzlich 4 verschiedene Formen. Die erste Form ist seine normale menschliche Form. Er ist aufgrund seiner Abstammung und seines Trainings natürlich relativ muskulös und fit. Seine zweite Form, welche in erster Linie zum Reisen und Schleichen gedacht ist, ist seine normale „Lupus“ Form. In dieser verwandelt sich Cahal in einen richtigen Wolf, welcher sowohl schneller als auch kleiner proportioniert ist und damit nicht leicht gesehen werden kann. Ansich wirkt das Aussehen des Wolfes relativ realistisch und auch die Laufanimation kann sich sehen lassen, allerdings wirkt die Sprunganimation des Wolfes vor allem auf der Stelle oder von Abhängen hinab sehr seltsam und nicht gut dargestellt. Vergleichen kann man dies eher mit dem Sprung eines Fuchses auf der Jagd als mit den Sprungmöglichkeiten eines Wolfes.

Allerdings ist diese Gestalt wie bereits gesagt trotz allem sehr nützlich. Neben den Schleichkünsten ist es Cahal in dieser Gestalt sogar möglich, sich durch Durchgänge und Schächte zu kriechen, um Kämpfe zu umgehen oder andere Eingänge zu entdecken, wenn die normalen Wege durch Wachen versperrt werden. Es hat weder Vorteile noch Nachteile, etwas heimlich zu machen oder eben auch nicht. Da es keine Level Ups oder Erfahrungspunkte in dem Sinne gibt, hängt dies allein von euch und der präferierten Spielweise ab. In den Einrichtungen gibt es diverse Kontrollräume oder Computer in den Büros, über welche ihr verschlossene Türen öffnen könnt oder Kameras deaktivieren, welche sonst den Alarm auslösen würden. Ferner kann Cahal Türen oder Schalttafeln sabotieren, welche Gegner ablenken oder ihnen, im Falle des Entdeckt-Werdens, Schaden zufügen können.

Hilfreich sind auch die verschiedenen Objekte, hinter denen Cahal Deckung suchen kann. Achtet aber dabei immer auf die Bewegungen der Feinde. Hierfür ist die Penumbra-Vision gedacht. Mit dieser erkennt man durch eine Art Röntgenblick die Gegner durch Objekte und kann auch deren Bewegungen beobachten. Natürlich könnt ihr Feinde auch schleichend ausschalten, indem ihr euch ihnen von hinten nähert und diese durch ein Genickbruch tötet. Dies funktioniert natürlich auch hinter Deckungen oder ähnlichem. Falls euch ein Gegner dennoch einmal erwischen würde und ihr schnell genug seid oder es keine Möglichkeit für den Schleichangriff gibt, besitzt Cahal eine Armbrust, mit welcher er Feinde und später auch Kameras schnell ausschalten kann. Entdeckt euch ein Feind aber dennoch und ihr seid nicht schnell genug, bleibt euch nur der blutige Weg!

Blutiges Massaker

Ja, jetzt fragt ihr euch bestimmt, was passiert, wenn ihr entdeckt werdet. Was soll ein kleiner Wolf oder auch ein einzelner Mann mit lediglich einer Armbrust gegen viele Feinde ausrichten, welche zeitgleich noch Roboter oder ähnliches nutzen. Was soll man ohne Schutz gegen Feinde mit Schildern, Wyrms, Drohnen oder ähnliches tun? Nun, die Frage ist leicht beantwortet. Hierfür wechselt Cahal in seine dritte Form. Diese trägt den Namen „Crinos“, welche dann schlussendlich auch die richtige Werwolf-Form darstellt. Mit dieser habt ihr die verschiedensten Angriffe. Ihr könnt Gegner greifen und diese auf andere Feinde schmeißen oder diese damit verprügeln, sie mit euren Klauen aufschlitzen, sie anspringen und damit töten… euch sind keine Grenzen gesetzt. Auch ist Cahal in der Form um einiges „stärker“ im Sinne der Lebenspunkte. Ihr haltet mehr aus und euch kann nur wenig stark verletzen. Abgesehen von Silberkugeln. Diese vergiften euch und schaden Cahal für eine bestimmte Zeit, ohne dass ihr etwas dagegen tun könnt.

Nun werdet ihr euch vermutlich wundern, warum wir anfangs schrieben, dass es 4 verschiedene Formen gibt und wir nur 3 genannt haben. Das liegt daran, dass die vierte Form indirekt auch die „Crinos“ Form ist, Cahal dafür allerdings durchgehend nur auf den Hinterpfoten läuft. Hier wird er wesentlich langsamer, dafür aber auch stärker, was seine Angriffe angeht. Mit diesen könnt ihr auch Feinde mit Schilden Schaden zufügen, was in der normalen Crinos Form nicht machbar ist. Auch stehen hier verschiedene andere Angriffe zur Verfügung. Nehmt ihr dennoch Schaden, könnt ihr euch mit einer Heil-Fähigkeit selbst „verarzten“ oder auch Druckwellen verursachen. Während ihr Kämpft, füllt ihr auch die Wut und Zorn-Balken. Der Zorn ist dafür zuständig, dass ihr diese Fertigkeiten ausführen könnt. „Wut“ jedoch ist dafür da, euch die Möglichkeit der „Raserei“ zu ermöglichen. Aktiviert ihr diese, könnt ihr für eine bestimmte Zeit noch stärker werden und eure Feinde förmlich in der Luft zerreißen, was nicht nur brutal aussieht sondern auch mehrere Male das Leben von Cahal retten kann.

Geister und ihre Kraft

Auch wenn Cahal von Anfang an gut kämpfen kann, heißt dies nicht zwingend, dass er nichts neues lernen kann. Auch wenn wir bisher gesagt haben, er sammelt keine Erfahrungspunkte, gibt es dennoch einen Skillbaum. Um für diesen Skillpunkte zu erhalten, kann er unterwegs bestimmte Pflanzen aufspüren und von diesen die Geisterenergie einsammeln. Diese füllen eine Art „Erfahrungsbalken“ und hat er sich gefüllt, erhält Cahal einen Upgrade-Punkt. Hier könnt ihr sowohl eure Schleichkünste verbessern, schaltet zum Beispiel die Möglichkeit frei, Kameras mit Bolzen auszuschalten und ähnliches, aber ihr könnt natürlich auch die Kampffähigkeiten verstärken von Cahal.

Es ist nicht einfach, alle Pflanzen in der Welt zu finden. Aber wenn ihr die Hauptmissionen spielt und auch die Nebenmissionen nicht außer Acht lasst, sollte es dennoch kein Problem sein, alle Pflanzen ausfindig zu machen. Insgesamt warten ungefähr 15 Stunden Spielzeit auf euch, wenn ihr alles erledigen wollt.

Und täglich grüßt das Murmeltier

Anfangs wirken die Kämpfe noch relativ leicht und dürften euch vor keinerlei Probleme stellen, insofern ihr auf das Schleichen verzichtet. Nach einiger Zeit werden diese allerdings stärker, wobei auch dieser Schwierigkeitsgrad-Anstieg nicht nennenswert ist. Allerdings kommt hier die bereits erwähnte „Eintönigkeit“ ans Tageslicht. Im Verlauf des Spiels ändert sich in dem Sinne rein garnichts. Entweder schleicht ihr durch die Einrichtungen, schaltet die Feinde aus und besiegt gegebenenfalls am Ende noch einen Boss, oder ihr kämpft euch blutrünstig durch die Hallen und Räume und besiegt am Ende schließlich den gleichen Boss. Zu Beginn sieht es noch interessant aus, wie man die komplette Einrichtung außeinander nimmt. Sobald der Kampf vorbei ist, verwandelt sich Cahal sofort zurück in seine menschliche Form.

Die Bosskämpfe ansich sind ebenfalls relativ simpel gehalten. Es gibt keine Mechaniken oder ähnliches zu beachten. Eure Aufgabe ist es hier, lediglich auszuweichen, anzugreifen, euch zu heilen und den Feind so nach und nach immer mehr Schaden zu verursachen und diesen anschließend zu töten. Hier gibt es zwar ein oder zwei Ausnahmen, allerdings sind diese nicht wirklich der Rede wert.

Interessantes Konzept, schwach umgesetzt

Ansich hat man hier den Fehler gemacht, das Spiel lediglich als Action, Abenteuer und Kampfspiel zu beschreiben. Unserer Meinung nach handelt es sich hierbei eher um ein Beat ‚em Up Spiel mit Story-Elementen. Die meiste Zeit ist man damit beschäftigt, durchgehend durch die Labore und Einrichtungen zu schleichen oder sich den Weg freizukämpfen. Leider werden auch hier viele Punkte sichtbar, welche man eher als negativ bezeichnen könnte. Zunächst einmal wirken Blutflecken und ähnliches eher wie Erdbeermarmelade und bei den Hinrichtungseffekten spritzt es eher herum wie eine Ketchup-Flasche, welche man schüttelt und drückt. Aber nicht nur hier wird eine veraltete Technik sichtbar. Die NPCs wirken leblos und eher, als wären sie aus Wachs gemacht und die Animationen wirken ebenfalls eher stockend. Auch hat man bei Spiegeleffekten nicht alles herausgeholt, was machbar gewesen wäre. Ob dies daran liegt, dass bei dem Spiel nur ein geringes Budget vorhanden war, wissen wir nicht.

Der Sound ansich wirkt nicht unbedingt perfekt, aber auch nicht gerade absolut schlecht. Wobei man hier ebenfalls hätte vieles besser machen können. Die Musik während den Kämpfen wirken oft übertrieben laut und mehr störend als unterhaltsam. Wenn ihr jedoch schleichen solltet, könnt ihr euch über stimmungsvolle Soundeffekte freuen, welche allerdings ein wenig zu leise ins Spiel integriert wurde. Auch die Synchronsprecher sind in Ordnung, aber nicht das Gelbe vom Ei, da diese teilweise eher lustlos wirken und die Stimmung nicht gut rüberbringen können.

Alles in allem istWerewolf: The Apocalypse Earthblood eine nette Unterhaltung für Nebenbei, wenn man nicht zuviel erwartet. Klar ist jedoch, dass bei dem Spiel eine Menge Potential verschenkt wurde. Ob euch der Titel ungefähr 40€ wert ist, müsst ihr jedoch für euch selbst entscheiden.

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Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
65 %
QuelleWerewolf: The Apocalypse – Earthblood
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Bevor ich das neue Online-Gamingmagazin Alpha-Omegagaming mit aufgebaut habe / am Aufbauen bin, war ich ca. 2 Jahre bei Game2gether als Redakteur dabei. Toni und ich haben uns nach reichlicher Überlegung dazu entschlossen, ein eigenes Magazin auf die Beine zu stellen. Meine Interessen liegen hauptsächlich im MMO und RPG Bereich.