Command & Conquer Remastered – Test / Review (PC)

Command & Conquer gehört zu den Urgesteinen der Kategorie der Strategiespiele und EA gehört damit zu den Publishern, die Neuauflagen ihrer Spiele auf den Markt gebracht haben. Das Ziel dahinter war es, das mittlerweile fast 25 Jahre altes Spiel nochmal richtig rauszuputzen und es damit für das Jahr 2020 sehr gut aussehen zu lassen und spielbar zu machen.  Wir haben uns das Remake mal genauer angesehen und geprüft, was sich verändert hat und ob es sich lohnt, die Neuauflage zu erwerben.

Remaster vs. Original

Als erstes gilt es zu erwähnen, dass es sich bei Command & Conquer Remastered eigentlich nicht nur um ein Remastered-Spiel handelt, sondern wir gleich zwei bekommen. Es besteht aus dem allerersten Teil (Triberiumkonflikt-1995) und dem Nachfolger (Alarmstufe Rot-1996) in der Uncut-Fassung, inkl. aller Erweiterungen. Auch die für Triberiumkonflikt in den später erschienenen Konsolenfassungen enthaltenen Zusatzmissionen, mit einer Menge Extras und einem komplett neu aufgebauten Multiplayer, sind mit integriert.

Das was als erstes ins Auge sticht, ist natürlich die komplett überarbeitete Grafik. Die alte DOS-Zeiten 2D Grafik wurde ausgetauscht und zwar gegen eine zeitgemäße 4K-Auflösung, die sich durchaus sehen lassen kann. An Details hat man nicht gespart, was sich vor allem beim heranscrollen begutachten lassen. Dafür wird man bei den Effekten und Physic’s teilweise enttäuscht.

Da hat sich nicht viel verändert und man hätte deutlich mehr rausholen können, wie zum Beispiel bei den Explosionseffekten.
Wer allerdings eher das altbekannte Retro-Design fürs Nostalgiefeeling erleben möchte, wird nicht enttäuscht. Hier reicht ein Druck auf die Leertaste und man bekommt den liebevoll genannten „Pixelbrei“ der Originalgrafik zu Gesicht.

Sämtliche Videosequenzen und Cutscenes wurden ebenfalls einem Upscaling unterzogen und diese können sich größtenteils definitiv sehen lassen. Lediglich bei manchen wirkt die Darstellung eher matschig und fast schlechter wie das Original. Zwar kommt keins davon an die von aktuellen Titeln heran, was man aber von einem 25 Jahre alten Game auch nicht erwarten kann.

Etwas auf die Ohren

Für die Ohren gib es allerdings auch was. Sämtliche Tracks wurden entweder überarbeitet, neu eingespielt und sogar neue hinzugefügt. Wer sich aus beiden Titeln seine Lieblingssongs in eine Playlist integrieren möchte, kann das gerne mit der neu eingefügten Funktion tun und der Spieler hat so selbst in der Hand, welche Songs er gerade hören will.

Am Interface und der Bedienung wurde nur leicht was verändert. Es wurde zum Beispiel etwas übersichtlicher mit einer neuen Bauleiste oder die Möglichkeit, wenn gewünscht, beliebig viele Einheiten zu befehligen. Im Optionsmenü können alle diese „Features“ begutachtet und für die Puristen unter euch, auf Wunsch deaktiviert werden. Ebenfalls sind dort auch die kompletten Shortcuts aufgelistet, die auf Wunsch ebenfalls angepasst werden können.

Bei unserem Test traten gelegentlich kleine bis mittelgroße Ruckler auf, die auf Dauer sehr störend sind. Dies war vor allem bei größeren Gefechten der Fall. Allerdings wird und wurde hier schon Abhilfe geschaffen.

Command & Conquer das Urgestein der Strategiespiele

C&C ist ein Bundle aus Triberiumkonflikt und Alarmstufe Rot und beinhaltet insgesamt nicht wie man denken könnte zwei, sondern sogar 4 Solokampagnen (Alliierten, Sowjets, NOD und GDI), in denen ihr euch bei den unterschiedlichen Mächten austoben könnt.

Es handelt sich hier wie bereits erwähnt um ein klassisches Echtzeitstrategiespiel, bei dem es darum geht, sich einen Stützpunkt aufzubauen, Ressourcen zu farmen um seine Einheiten auszustatten, Fahrzeuge, Panzer, Schiffe, U-Boote usw. zu kaufen. So könnt ihr euch dann nach und nach an die über 100 Missionen (durch die ebenfalls enthaltenen DLCs: Vergeltungsschlag, Gegenangriff und Ausnahmezustand, plus die Zusatzmissionen der später erschienenen Konsolenfassungen) heranwagen und die Ziele zu erreichen.

Der Spieler hat die Möglichkeit, sich alle Missionen schön übersichtlich aufgelistet in einem Menü ansehen und auswählen zu können und den Schwierigkeitsgrad zu ändern. Auch ist es dort möglich, sich sofort die Videos zu Missionen anzuschauen.

Das Spieldesign ist wie zu erwarten nicht auf dem Stand wie man es heute gewöhnt ist, sondern aus der damaligen Zeit. So gibt es viele Missionen, die dem Spieler auf die Nerven gehen können und auch Frust vorprogrammiert ist, da es reines Try and Error ist. Dieses Spielprinzip beruht zumindest teilweise auf reinem Glück, ob man die Mission erfolgreich abschließt oder nicht. Nicht ohne Grund hat sich dieses Spielprinzip nicht gehalten, weil es vielen Spielern einfach auf Dauer den Spaß am Spiel nimmt.

So gibt es Missionen wo keine Basis gebaut werden darf und es in unter einer Minute schon wieder vorbei ist, da der Trupp z.B. in die Luft gesprengt oder von einen der vielen Panzer platt gemacht wird. Die KI ist auch nicht mehr zeitgemäß und zum Teil nicht einmal semiintelligent. Nicht selten wird deswegen die ein oder andere Mission deswegen fehlschlagen und man muss viel selbst in die Hand nehmen.

Neueinsteiger sollten sich also auf einiges gefasst machen und sich genau überlegen ob es das Richtige für sie ist.Für die unter euch die schon damals das Original ihr Eigen nannten, ist das nichts Neues und soll auch genauso sein für das passende Nostalgiefeeling. Wenn man mit den erwähnten Negativpunkten leben kann, empfiehlt sich schon hier, das Spiel zu erwerben!

Der Multiplayer

Der Multiplayer wurde wie oben schon erwähnt, komplett neu aufgebaut und hinterlässt keinen schlechten Eindruck. Wir haben eine riesige Auswahl an Maps, viele unterschiedliche Ziele und einen Custom-Bereich für die privaten Gefechte mit Freunden.

Eine Schnellsuche mit Rangliste ist auch mit an Bord, was uns ebenfalls sehr gut gefallen hat. Selbst im Multiplayer kann man sich auch entscheiden, sich zur Abwechslung ein paar Runden eher im PVE-Modus zu spielen. Das die KI in dem Game nicht die Hellste ist, haben wir ja bereits erwähnt und so kann man sich ausmalen, wie diese Gefechte deswegen ablaufen können.

Für die kreativen unter euch gibt es auch eine erfreuliche Nachricht. EA hat den kompletten Source Code des Games veröffentlicht und jeder kann die Inhalte, Grafiken usw. nach Belieben verändern, insofern er dies beherrscht.Es gibt auch einen Karteneditor mit dem sich ganz einfach Maps nach eigenen Vorstellungen kreieren lassen.

Für diejenigen, die die Steam Version ins Auge gefasst haben, ist zu erwähnen, dass für alles auch der Steam-Workshop unterstützt wird. Ihr könnt also darüber Mods, Custom-Maps und Inhalte herunterladen oder eure eigenen mit anderen teilen.

Es gibt ja noch das Bonusmaterial

Hierbei handelt es sich Grunde eine Galerie aus Bildern und Videos von der Produktion und Entwicklung der beiden Titel. Diese kann man sich nach und nach freispielen und für die Nostalgiker unter euch daher ein besonderer Teil des Spiels.

So gibt es zum Beispiel einen Clip zu sehen, wo Joe Kucan (Regisseur) zu einem der Schauspieler sagte, das der Auftritt von Adolf Hitler in der deutschen Fassung nie zu sehen sein wird. Damals wurde die Filmsequenz tatsächlich rausgeschnitten, allerdings ist diese in der Neuauflage komplett ungeschnitten enthalten.

Für einen Preis von 20€ ist das Spiel seit dem 05.06.2020 auf Steam und Origin verfügbar.

Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
83 %
QuelleCommand & Conquer Remastered
Vorheriger ArtikelDie Sims 4: Nachhaltig leben – Test / Review (PC)
Nächster ArtikelPrison Architect: Island Bound-Erweiterung jetzt erhältlich
Bevor ich das neue Online-Gamingmagazin Alpha-Omegagaming mit aufgebaut habe / am Aufbauen bin, war ich ca. 2 Jahre bei Game2gether als Redakteur dabei. Toni und ich haben uns nach reichlicher Überlegung dazu entschlossen, ein eigenes Magazin auf die Beine zu stellen. Meine Interessen liegen hauptsächlich im MMO und RPG Bereich.