Star Wars Jedi: Fallen Order – Test / Review (PC)

Das Star Wars Setting begeistert seit vielen Jahren eine breite Masse an Spielern. Hierbei meinen wir die Bücher, Comics, Filme und natürlich auch die Spiele. Seit einigen Jahren wurden die Star Wars Spiele nun schon von Electronic Arts veröffentlicht. „Star Wars Jedi: Fallen Order“, welches nun seit gut 2 Wochen erhältlich ist, bildet hier keine Ausnahme. Wir haben uns das Spiel genauer angeschaut, um euch in einem Review darüber berichten zu können!

Worum gehts?

Star Wars Jedi: Fallen Order ist ein Single-Player Adventure der besonderen oder vielmehr der älteren Art. So ganz ohne Season Pass, DLCs, einen Echtgeld-Shop oder andere exklusive Skins oder Inhalte. All dies werdet ihr in Star Wars Jedi: Fallen Order nicht erleben. Hier geht es lediglich darum, die Geschichte zu erleben und zu „fühlen“. Dies macht sich schon im Hauptmenü bemerkbar, da es hier nur die Optionen gibt, die Reise zu starten oder die Einstellungen in den Optionen zu ändern.

Die Story selbst dauert rund 20 Stunden. Diese erlebt man als „Cal Kestis“, ein Jedi-Padawan der damaligen Zeit. Mit ihm erlebt man die Zeit, in welcher das galaktische Imperium eine Terrorherrschaft über viele verschiedene Planeten ausübt. In der Zeit lernt man den Umgang mit dem Lichtschwert, die typischen Jedifähigkeiten und auch, seine Sinne zu nutzen. Zeitweise kämpft man alleine oder auch zusammen mit Gefährten, welchen man im Spiel begegnet. Einige von diesen Gefährten kennt man auch aus den Filmen und den Serien aus dem TV.

Wer nach den letzten Star Wars Spielen enttäuscht war und sich nach wie vor nicht sicher ist, ob sich der Kauf des Spiels lohnt, den können wir beruhigen und definitiv darauf hinweisen, dass es eines der besten Star Wars Spiele ist, welches je veröffentlicht wurde!

Wer ist Cal?

Der Anfang der Geschichte ist leicht erklärt und eingefleischte Fans von Star Wars dürften nun laut aufstöhnen. Ihr spielt einen überlebenden Jedi-Padawan nach dem Massaker am Ende der Geschehnisse von Star Wars 3. Durch diverse Geschehnisse und eine Prise Glück habt ihr überlegt und euch im Untergrund versteckt gehalten. Allerdings werdet ihr irgendwann doch in die Rebellion verwickelt und nun doch an die „Oberfläche“ gezwungen.

Da man genau diese Handlung schon aus Serien erkennt, hat man natürlich besondere Erwartungen an die Geschichte. Diese wurden im Vergleich zu den ähnlichen Geschichten aber am besten umgesetzt. Cal’s Reise und sein innerer Kampf wird gefühlvoll beschrieben. Seine Hoffnung, die Verzweiflung und eine Prise Wut ist sogar förmlich greifbar. Electronic Arts ist es gelungen, die Figuren in Star Wars so darzustellen, dass man als Spieler bemerkt, dass jeder von ihnen etwas verloren hat oder dieser bestimmte Probleme zu haben scheint. Genau dies macht die Situation so gefährlich: Man hat nicht nur Probleme mit dem Imperium, sondern auch mit seinen inneren Kämpfen, welche man stetig austrägt.

Während dem Verlauf des Spiels erlernt Cal immer wieder neue Fähigkeiten und erlebt gleichzeitig eine Art Erinnerung, welche ihr sogar interaktiv mitgestaltet. Anhand dieser Erinnerung erfährt man auch von Cals Meister, den Schuldgefühlen und dem Verrat der Klone.

Hilfe erwünscht!

Schnell bemerkt ihr im Spiel, dass ihr alleine aufgeschmissen wäret. Truhen zu öffnen geht nicht so einfach, genauso wenig wie das Hacken von Objekten oder auch in Kämpfen hat man ab und an Probleme. Hier hilft euch euer kleiner Begleiter namens „BD-1“.

Während der Geschichte knüpfen die beiden ein immer stärker werdendes Band und eine tiefe Freundschaft entsteht. Diese kann man jedes mal nachempfinden, wenn die beiden sich gegenseitig helfen. Dies ist im Verlauf der Geschichte sehr häufig der Fall. Ansonsten wirkt das Spiel wie ein übliches Adventure. Es gibt Schurken, es gibt die gute Seite und verschiedene Wendungen in der fesselnden Story. Diese Wendungen sind teilweise vorhersehbar, und teils komplett unerwartet.

Manche beschweren sich, dass das Spiel beziehungsweise die Erzählung sich zu lange zieht und sich zu melodramatisch „anfühlt“. Dies können wir in dem Sinne nicht nachvollziehen. Wir fanden die Geschichte hinter Jedi: Fallen Order fesselnd, die Freundschaft zu BD-1 herzerwärmend und die Wendung innerhalb der Geschichte durchaus gelungen!

Wilde Mischung

Das Design der Gegenden im Spiel fühlt sich wie eine Mischung aus verschiedenen Spielen. Hier finden wir ein wenig Sekiro, ein wenig God of War, Tomb Raider oder andere Spiele wieder. Die größte Ähnlichkeit war jedoch die im Bezug auf die Metroid-Reihe. Große und teils mehr oder weniger dicht bevölkerte Welten, mit den unterschiedlichsten Tieren und Pflanzen warten darauf, von euch entdeckt zu werden. Auch findet man hier gelegentlich die unterschiedlichsten alten und längst vergessene Geschichten wieder.

Als Beispiele könnte man hier den Planeten Kashyyyk nennen, auf welchem wir beispielsweise gigantische Wracks von Klonkriegs-Schiffen wieder. Auch auf anderen Planeten gibt es unterschiedliche alte Informationen zu entdecken wie beispielsweise eine eigentlich ausgestorbene Spezies. Die bereits erwähnten Tiere und Pflanzen wollen natürlich auch entdeckt und erforscht werden!

Einen wirklichen Sinn, außer das Spiel zu 100% abzuschließen, gibt es im Prinzip eigentlich nicht, alles zu erkunden und zu entdecken. Zumeist bringt dies nur Hintergrundinformationen in Form von langen Texten in einer Art Datenbank mit sich, welche man nach Belieben durchlesen kann. Aber auch wer dies nicht tun möchte, hat in Star Wars Jedi: Fallen Order genug zu tun!

Welcher Weg folgt nun?

Die Geschichte in Star Wars Jedi: Fallen ist eigentlich komplett linear gehalten und es gibt neben der Hauptaufgabe keinerlei Nebenquests, welche ihr erfüllen könnt. Die Geschehnisse führen euch also über kurz oder lang sowieso zum furiosen Finale. Allerdings sind die Gebiete, in welchen ihr die Quest erledigt, sehr groß und komplex gehalten. Man gelangt häufig in verschiedene Sackgassen oder man muss diverse Rätsel oder Hindernisse überwinden. Dadurch gelangt man an neue Lichtschwert-Teile, Outfits, Abkürzungen in den Gebieten oder auch Story-Geheimnisse. Neben diesen kleinen Bonusbelohnungen gibt es noch Mini-Geschichten, welche man erleben kann, wenn man einen Planeten erforscht.

Gerade zu Beginn kann man viele Stellen noch nicht erreichen, da einem hierfür die Fähigkeiten fehlen. Über große Abgründe gelangt man beispielsweise nur mit dem Wandlaufen oder an höher gelegene Stellen mit dem Doppelsprung. Dadurch ist es möglich, neue Gebiete zu besuchen. Im Prinzip ist es also eure Aufgabe, neue Fähigkeiten zu erlangen, Rätsel zu knacken und seine Waffen bzw. seine Ausrüstung zu verbessern.

Wovon wir wirklich begeistert waren, sind die Lichtschwert-Kämpfe im Spiel. Diese wirken genauso fordernd wie sie in den Filmen aussehen und sie sehen äußerst beeindruckend aus. Auch gibt es verschiedene Härtegrade bei den Gegnern. Beispielsweise gibt es normale, mehr oder weniger leichte Standardgegner wie Sturmtruppen, kleine Tiere bzw. Bestien und Kopfgeldjäger oder aber auch schwere Gegner, welche euch eventuell das ein oder andere Mal ins Grab schicken werden. Hier ist es wichtig, die Fähigkeiten und Bewegungen des Gegners zu studieren und dann zu kontern. Dies erfordert natürlich ein gewisses Maß an Übung.

Die Rätsel oder auch Kämpfe, welche euch im Spiel häufig erwarten, können gerade zu Beginn überfordernd wirken. Hier muss man zum Teil auch auf die Zeit achten und diverse Fertigkeiten in einem bestimmten zeitlichen Rahmen durchführen. Dies ist mit Maus und Tastatur zu Beginn schon etwas fordernder, aber auch hier reine Gewöhnungssache. Mit dem Gamepad funktioniert dies ein bisschen einfacher als mit Maus und Tastatur.

Kampffertigkeiten und Akrobatik

Wie bereits erwähnt können die Feinde euch ziemlich zusetzen und je nach Gegner gibt es unterschiedliche Taktiken. Bei einigen muss man nur in zeitlichen Abständen parieren oder blocken und dann kontern, bei anderen hilft nur ein gut gezielter Machtschub oder Ausweichen. Hier ist es komplett von dem Gegner und euren Fertigkeiten abhängig wieder Kampf ausgeht!

Natürlich kann man nicht jeden Kampf gewinnen. Leichte Gegner sind hier nicht das Problem. Diese verarbeiten wir schnell zu Schaschlik. Auch sind die Kämpfe keine extrem lange Angelegenheit, sondern halten sich zeitlich noch im Rahmen. Auch gibt es einige Kämpfe in welchen uns mehrere Feinde gleichzeitig attackieren. Wenn wir das Zeitliche segnen, verlieren wir wie in beispielsweise Dark Souls alle Erfahrungspunkte, welche wir seit dem letzten Skill-Punkt erlangt haben.

Ähnlich ist hier auch der Respawn. Dies passiert am nächstgelegenen „Meditations“-Punkt, welchen wir freigeschaltet haben. Nun hat man eine Chance, zurück zu dem Gegner zu gelangen und die verlorenen Erfahrungspunkte zurückzuerlangen!

Welche Spielweise darf es sein?

Wie bereits erwähnt ist die Hauptgeschichte ansich linear gehalten. Allerdings bedeutet das nicht, dass wirklich alles komplett linear gehalten ist. Gerade später im Spiel oder bei einem höheren Schwierigkeitsgrad kann man schnell in brenzlige Situationen gelangen. Hier hat man die Möglichkeit, entweder in einem Gebiet mehrere leichte Gegner zu bekämpfen und Erfahrung zu sammeln oder in einem schwierigeren Areal gute Beute einzusacken und sich dann zum Leuchtfeuer in Sicherheit zu begeben.

Selten bekommt man abgesehen von den kosmetischen Upgrades und den Geheimnissen auch Lebens- und Machterweiterungen im Spiel. Selbiges gilt auch für die Heilphiolen, von welchen ihr eine große Menge benötigen könntet. Bei den Leuchtfeuern könnt ihr eure erhaltenen Erfahrungspunkte bzw. Skillpunkte verteilen, welche die Fähigkeiten von Cal verbessern.

Dabei ist es möglich, den Lichtschwert-Wurf zu erlernen, die Lebensenergie zu erhöhen oder Fertigkeiten wie den Machtsstoß zu verbessern. Schade ist nur, dass man hier in den Verbesserungsmöglichkeiten arg eingeschränkt wird. Beispielsweise ist es auf dem ersten Planeten nur möglich, einige wenige Skills zu verbessern oder minimal upzugraden. Die wirklich guten Verbesserungen bekommt man erst im späteren Verlauf der Geschichte.

Einige kleine Negativpunkte

Schade ist nur, dass teilweise das Gebiet nicht richtig durchdacht ist. Häufig warten hinter harten Gegnern auch nur Sackgassen auf euch mit kleineren Belohnungen oder auch Story-Nebensächlichkeiten, welche nicht unbedingt wichtig für die Story sind. Daran ändert sich leider auch im weiteren Spielverlauf nicht unbedingt etwas. Beispielsweise muss man in einem großen Gebiet dieses komplett durchqueren, um an eine Fertigkeit zu gelangen und da es keine Schnellreisefunktion gibt, gilt es anschließend, den gesamten Rückweg erneut zu Fuß zurückzulegen.

Wenn ihr nur die Story erleben wollt, stört euch dies vermutlich nicht sonderlich. Aber wenn man ein Spiel zu 100% erleben möchte, kann dies durchaus anstrengend werden und man dürfte mit der Gegnervielfalt schnell überfordert sein. Wir persönlich hatten damit aber kein Problem und es hat uns eine Menge Freude bereitet, das Spiel zu 100% zu erforschen!

Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
90 %
QuelleStar Wars Jedi: Fallen Order
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Projektleiter und Redakteur von game7days, ehemals Alpha-Omegagaming seit 2014. Ich betreue die Infrastruktur, als auch die Gewinnspiele der Webseite. Im Großen und Ganzen kümmere ich mich also auch um die Dinge, welche man eben nicht sieht.