Vielen Spielern sagt „The Bard’s Tale“ sagt vielen Fans von Rollenspielen etwas und war zu den 80ern eines der meistverkauften RPGs auf dem Markt. Nun wurde der vierte Teil der Reihe veröffentlicht und dieser trägt den Namen „The Bard’s Tale IV: Barrows Deep„. Wir haben uns das Spiel, welches per Kickstarter mit 1,5 Millionen US-Dollar finanziert wurde, mal genauer angeschaut.

Neuigkeiten im Vorfeld von der gamescom

Bei der gamescom 2018 waren wir zu Gast bei inXile, welche uns weitere Informationen zu Bard’s Tale IV präsentiert haben.

Da mir Bard’s Tale noch von der C64er sowie DOS/Macintosh Zeit bekannt war, waren wir waren im Vorfeld bereits sehr gespannt, was uns erwarten wird.

Als Autor der Teile 1 und 2 war Michael Cranford zu nennen. Ab Teil 3 Bill „Burger“ Heinemann, wobei an Teil 3 auch Michael A. Stackpole mitwirkte. Auf die Entwicklung hatte damals noch Brian Fargo, Chef von Interplay zu dieser Zeit und High-School-Freund von Michael Cranford großen Einfluss. Erfahrungen mit dem Pen&Paper-Rollenspiel Dungeons & Dragons sollten auf Computerspiele übertragen werden. Zunächst auf Apple II erhältlich fand das Spiel auf damals alle geläufigen Systeme eine Portierung (C64, Atari ST, Amiga, PC).

Damit kann man sehen, dass Bard’s Tale mit Veröffentlichung im Jahr 1985 mit eines der ältesten und in der westlichen Welt bekanntes RPG, welches der heutigen Generation an Spielern eher unbekannt sein dürfte. Ein Rollenspiel-Boom wurde gerade zu C64er Zeiten losgetreten, woran das Spiel The Bard’s Tale sehr großen Anteil hatte.

Natürlich hat sich nun seit dem letzten Teil mit dem Titel The Bard’s Tale III aus dem Jahre 1988 viel geändert. Wäre ja auch schlimm, wenn nicht irgendwie.

inXile Entertainment sowie Brian Fargo hatten beschlossen, der alten Serie wieder Leben einzuhauchen. Es wurde, wie heute nicht unüblich, ein Kickstarter Crowdfunding genutzt, um die Entwicklung für The Bard’s Tale IV 2015 anzuschieben. Über 1,5 Millionen US-Dollar von über 30,000 Unterstützern hatte man an Spenden erhalten. Ein durchaus beachtliches Ergebnis.

Swordfathers

Der Entwickler „InXile-Entertainment“ wurde ca. 2002 von Brian Fargo gegründet, welcher auch für den ersten Teil mit dem Namen Bard´s Tale verantwortlich und im zweiten und dritten Teil als Schreiber mitgewirkt hat. Fargos wirkte allerdings auch an vielen anderen mehr oder weniger bekannten Titeln mit. Mit dem viertel Teil wollte man an die alten Spiele der Trilogie anschließen und den Spielern ein sehr gutes Spielerlebnis bilden. Aus diesem Grund hat man sich auch andere Experten dazu geholt.

Der neue Titel spielt ca. 100 bis 150 Jahre nach dem dritten Teil und hat eine komplett neue Story. „Swordfathers das Idyll“ ist ein Kult, welcher Zauberer, Barden und im Allgemeinen das Unschuldige Volk von Skara Brae verfolgt und tötet. Wie man es von den typischen Rollenspielen gewöhnt ist, ist es die Aufgabe des Spielers, gegen das Übel vorzugehen und die Welt sozusagen zu retten. Man kann also sagen, dass das Spiel hat alleine durch die „alten Ansichten“ durchaus Charme.

Am Anfang steht wie üblich eine Charaktererstellung auf dem Plan. Es gilt Klasse, Archetyp und den Fähigkeitsbaum festzulegen. Eine eigene Gruppe auf die eigenen spielerischen Bedürfnisse zu erschaffen, ein Wunschtraum, welcher bei Bard’s Tale IV im Bereich des Möglichen liegt. Aber man sollte Bedenken, dass es durchaus für die Story von Nöten ist, die richtige und passende Begleitung dabei zu haben. Skillbäume kann man zurücksetzen und so Fehlentscheidungen revidieren. Verskillung gehört dann wohl eher der Vergangenheit an, könnte man meinen und ist somit dann als Ausrede für das Versagen nicht mehr zu gebrauchen. Ressourcen sind wichtig für das Crafting, aber auch, um sich, wenn es mal nicht weitergeht, den Weg freizusprengen.

Gutes Spiel mit Ecken und Kanten

Zwar wurde The Bard’s Tale IV: Barrows Deep mit der Unreal Engine 4 entwickelt, allerdings wurde hier nicht alles ausgenutzt, was man hätte nutzen können. Spielerisch nutzt der Spieler immer bis zu sechs verschiedene Charaktere und das ganze passiert in der Egoperspektive zur gleichen Zeit und das durch eine relativ große Spielwelt, welche allerdings wenig detailreichtum besitzt.

Die Steuerung ansich ist etwas umständlich, aber nicht unmöglich zu händeln. Hier helfen in erster Linie natürlich die Tastenkürzel enorm weiter. Allerdings hoffen wir hier auf eine zeitnahe Umsetzung einer Controller-Unterstützung.

Beginnt ein Kampf, erfolgt ein wechseln in den Kampfmodus. Spieler, welche Schach spielen, fühlen sich erinnert an eine ähnliche Aufstellung der gegenüberstehenden Fraktionen, welche sich hier aber auf dem Schlachtfeld bekämpfen möchten. Nun zählt es, Angriffe der eigenen Gruppe gut und effektiv einzusetzen. Möglichst wenig eigenen Schaden zu erhalten und durch geschicktes manövrieren letztendlich Vorteile und die Überhand zu erlangen. Aktionen erhalten eine vorgegebene Begrenzung, welches es Runde für Runde einzuhalten gilt. Wie Schach eben, schon etliche Züge voraus planen und durchgehen wären ideal, um das Beste aus der eigenen Gruppen-Konstellation herausholen zu können.

Natürlich erwarten euch spielerisch auch NPCs, die sich mit euch unterhalten. Allerdings gibt es natürlich auch feindliche Gestalten, die euch ans Leder wollen. Natürlich muss man in einem Verließ auch aufpassen, denn der Gegner ist ja auch noch da und wartet nur wie eine Spinne in ihrem Netz, um die Beute zu erlegen. Das Spielfeld umfasst insgesamt 32 Felder von welchen jede Seite 16 besitzt. Man hat bei Spielstart zumeist 3 verfügbare Punkte pro Zug. Diese wiederum müssen für Angriffe, Zaubersprüche oder sonstige Aktionen eingesetzt werden. Hier gilt es vor allem, strategisch vorzugehen, um den maximalen Schaden zu verursachen, weniger Schaden zu erleiden und so Lebend aus dem Kampf herauszukommen.

Vor allem ist das Timing von Angriffen wichtig. Werdet ihr von Feinden überrascht, haben diese einen Kampfvorteil. Das gleiche gilt natürlich aber auch umgekehrt. Versucht also immer, euren Feinden in den Rücken zu fallen oder sich im Notfall einmal zurückzuziehen, wenn etwas nicht funktioniert oder der Feind zu stark für euch ist. Die Kämpfe sind zwar einsteigerfreundlich, aber nicht sonderlich episch mit anzusehen. Auch sollte man es sich gut überlegen, welche Truppen man in die Schlacht schickt, denn einige sind hier natürlich effektiver als andere sind. Die Tanks sind diejenigen, welche die Feinde auf sich fokussieren, die Krieger sind die Nahkämpfer, welche Schaden austeilen sollen, Fernkämpfer setzen auf ihren Bogen und Magier und Barden nutzen natürlich Buffs oder Zauber, um dem Gegner zu Schaden oder der Gruppe zu helfen.

Neben den Kämpfen läuft die Story relativ geradlinig und lässt eigentlich keinen Platz für lange Erkundungen. Das bedeutet allerdings nicht, dass es nicht mehrere Wege zum Lösen der verschiedenen Aufgaben gibt. Im Gegenteil. Zumindest gibt es neben den Kämpfen die bereits erwähnten Dialoge mit anderen NPCs, Rätseleinlagen und sonstige Dinge, die anfangs zwar zu leicht erscheinen, aber später knifflig werden und den Spieler an den Rand der Verzweiflung treiben sollen, was auch gut gelungen ist. Als Belohnung winken dabei auch Truhen mit Ausrüstung oder sogar Schätze von höherem Wert. Neben den verschiedenen Waffen und Ausrüstungsteilen, welche man sogar selbst schmieden kann, gibt es auch noch einen großen Skillbaum, wodurch man seine eigene Spielweise erschaffen kann. Diesen kann man bei Bedarf auch resetten und dann die Punkte auch neu vergeben.

Grafisch Oldschool, aber top

Grafisch ist The Bard’s Tale IV: Barrows Deep definitiv ein wenig Oldschool, aber dennoch sehr schön umgesetzt. InXile Entertainment, der Entwickler des Spiels, hat hier viele Zeichnungen verwendet und als kleines Extra gibt es sogar Videos mit richtigen Schauspielern. Beim Laden des Spielstandes sieht man sogar ein kleines Video der Zusammenfassung des Barden. Speichern kann man übrigens nur an den sogeannten Speichersteinen, von welchen es nur wenige im Spiel gibt. Achtet also darauf, diese zu nutzen, da ihr sonst bei einem unfreiwilligen Tod eventuell viel wiederholen müsst.

Der Soundtrack ist ebenfalls perfekt in Szene gesetzt. Die Gälische Musik, welche im Hintergrund läuft, passt perfekt zum Geschehen, denn Unterhaltung bieten die über 100 unterschiedliche Lieder und Soundtracks.

350 original vertonte Charaktere wurden in das Spiel integriert. Die Spielzeit der Story ist mit über 40 Stunden angesetzt, wenn man wirklich alles erreichen will! Die Grafik bietet ebenfalls oftmals tolle Momente, vor allem dann, wenn in den rundenbasierten Kämpfen die tollen Animationenn der Kämpfe ablaufen sieht.

Aktuell nimmt das RPG 51,9 GB der SSD in Beschlag. Bei Steam gibt es aktuell 58 Errungenschaften für Erfolgsjäger zu ergattern.