Assassin’s Creed Origins – Test / Review (PC)

Wo andere blindlings der Wahrheit folgen, bedenket …
Nichts ist wahr…

Wo andere begrenzt sind, von Moral oder Gesetz, bedenket. ..
…alles ist erlaubt.

Wir arbeiten im Dunkel um dem Licht zu dienen, wir sind Assassinen.
Nichts ist wahr, alles ist erlaubt!

Dieser Leitsatz dürfte eingefleischten Assassin’s Creed Spielern definitiv bekannt sein. Immerhin ist dies der Leitsatz der Assassinen, welche einen nicht enden wollenden Kampf gegen die Templer austragen. Dieser Kampf wird aus dem Verborgenen heraus geführt und der Leitsatz mündlich von Generation zu Generation weitergeführt.

Natürlich wären Assassinen ohne einen Kodex nichts weiter als skrupellose Meuchelmörder. Die drei Grundregeln, welche auch die drei Standbeine der Bruderschaft darstellen, erfuhr man bereits im ersten Assassin’s Creed Spiel, welches im Jahre 2007 für die Xbox 360 und Playstation 3 und 2008 für den PC erschienen ist. In jenem Teil erlebten die Spieler das Leben von dem Assassinen Altaïr Ibn-La’Ahad hautnah mit, da Desmond von der Templerorganisation der Gegenwart mit dem Namen Abstergo gekidnappt wurde, da er ein Nachfahre des Assassinen ist. Da Altaïr gleich gegen alle 3 der wichtigsten Grundsatzregeln verstößt, wurde er seines Ranges enthoben und zu einem Novize des ersten Ranges zurückgestuft. Normalerweise hätte ihm der Tod gedroht, aber, da der Meister Al Mualim ihn noch für seine Zwecke gebrauchen konnte, „verschonte“ er ihn.

Die drei Regeln sind simpel und zeitgleich auch das Wichtigste im Leben des Assassinen:

  1. Haltet eure Klingen fern vom Blut Unschuldiger!
  2. Verbergt euch in der Masse!
  3. Gefährdet nie die Bruderschaft!

Im Grunde genommen sichern diese drei „Standbeine“ das Überleben des Assassinen und das der Bruderschaft. Man darf nichts tun, was die Bruderschaft gefährdet, der Assassine soll sich im Verborgenen aufhalten und man darf keinesfalls Unschuldige umbringen. Aber auch mit dem Befolgen der Regeln führt man als Assassine ein gefährliches Leben, was man bei dem Spielen der Assassin’s Creed Spieleserie schnell bemerken dürfte.

Ein Jahrzehnt

Nach dem Release von Assassin’s Creed folgten natürlich noch viele weitere Spiele der Reihe, allerdings nicht nur für den PC oder die Playstation 360 und die Xbox One. Insgesamt gibt es 17 verschiedene Assassin’s Creed Spiele. Diese haben wir natürlich für euch zusammengefasst:

  • 2007: Assassin’s Creed (Xbox 360/Playstation 3/PC)
  • 2008: Assassin’s Creed: Altaïr’s Chronicles (Mobile/Nintendo DS)
  • 2009: Assassin’s Creed: Bloodline (Playstation Portable)
  • 2009: Assassin’s Creed II (Xbox 360/PS3/PS4/PC)
  • 2009: Assassin’s Creed II: Discovery (Mobile/Nintendo DS)
  • 2010: Assassin’s Creed: Brotherhood (Xbox 360/PS3/PS4/PC)
  • 2011: Assassin’s Creed: Revelations (Xbox 360/PS3/PS4/PC)
  • 2012: Assassin’s Creed III (Xbox 360/PS3/Wii U/PC)
  • 2012: Assassin’s Creed III: Liberation (PS3/Xbox360/PS Vita/PC)
  • 2013: Assassin’s Creed IV: Black Flag (Xbox 360/PS3/PS4/Wii U/Xbox One/PC)
  • 2014: Assassin’s Creed Rogue (PS3/Xbox 360/PC)
  • 2014: Assassin’s Creed Unity (PS4/Xbox One/PC)
  • 2015: Assassin’s Creed Chronicles: China (PS4/Xbox One/PS Vita/PC)
  • 2015: Assassin’s Creed Syndicate (PS4/Xbox One/PC)
  • 2016: Assassin’s Creed Chronicles: India (PS4/Xbox One/PS Vita/PC)
  • 2016: Assassin’s Creed Chronicles: Russia (PS4/Xbox One/PS Vita/PC)
  • 2017: Assassin’s Creed Origins (PS4/Xbox One/PC)

Beim Spielen der Assassin’s Creed Teile haben sich vermutlich viele gefragt, wie die Geschichte der Assassinen-Bruderschaft ihren Anfang nahm. Genau ein Jahrzehnt nach dem offiziellen Release des ersten Assassin’s Creed Spiels erfährt man die Hintergrundgeschichte der Assassinen im neuesten Spiel der Reihe, welches den Namen Assassin’s Creed Origins trägt.

Assassin’s Creed Origins wurde von Ubisoft Montreal entwickelt und von Ubisoft veröffentlicht wurde. Wie bereits erwähnt, erfährt man hier die Hintergründe der Kämpfe zwischen den Templern und den Assassinen sowie die Entstehungsgeschichte eben jener Bruderschaft. Das Spiel kann sowohl digital als auch als physische Edition erworben werden. Bei der digitalen Version hat man die Wahl, ob man das Spiel über Steam oder uPlay erwerben möchte und die physische Edition ist an uPlay gebunden.

Natürlich gibt es auch hier mehrere Editionen, zwischen welchen ihr wählen könnt. Wobei es diesmal sage und schreibe 7 bzw. 8 verschiedene Versionen sind, zwischen welchen ihr wählen könnt. Jede Version hat natürlich je nach Preis zusätzliche oder andere Inhalte und sie unterscheiden sich preislich auch voneinander. Die günstigste Variante ist die Standard-Edition für 49,99€ bzw. 59,99€ und die teuerste kostet beinahe 800€. Welche Inhalte in den Editionen vorhanden sind, könnt ihr durch dieses Bild nachvollziehen.

Das Spiel benötigt ungefähr 42 GB Speicherplatz und wir empfehlen auch hier, das Spiel aufgrund der Ladezeiten im Spiel auf einer SSD-Festplatte zu installieren. Ferner ist das Spiel sehr CPU lastig. Spieler, welche eine nicht so gute CPU besitzen, sollten sich auf Ruckler oder zumindest Micro-Ruckler gefasst machen. Wir konnten das Spiel mit einem i7 4770K und einer GTX 1060 durchgehend mit 60-80 FPS ruckelfrei spielen und uns einen Eindruck von dem Spiel machen, um euch darüber berichten zu können, ob sich der Kauf von Assassin’s Creed Origins lohnt.

Weite Wüste und Beschützer

Die Geschehnisse in Assassin’s Creed Origins passieren weit vor denen von Assassin’s Creed im fernen Ägypten, was vom Setting her etwas ganz anderes ist, als wir es von den anderen Assassin’s Creed Teilen kennen. Hier erleben wir hautnah die Geschichte der Liebe zwischen Bayek und Aya mit. Bayek ist ein so genannter Medjai, also ein Beschützer der Pharaonen und inoffiziell auch der Bewohner von ganz Ägypten. Diese zwei lebten ungefähr um 49 vor Christus.

In Assassin’s Creed Origins befand sich Ägypten zu dem Zeitpunkt schon mehr als 200 Jahre unter der griechischen Herrschaft und viele Ägypter wurden ausgebeutet und als Minderheit in ihrem eigenen Land angesehen, was Bayek und auch Aya natürlich nicht im geringsten gefällt. Im Spiel steuern wir die meiste Zeit Bayek, allerdings kommt auch Aya in einigen Story-Missionen zum Einsatz. Durch den Tod ihres Sohnes Khemu durchstreifen beide das weite Ägypten, um den Schuldigen zu finden und ihn vom Erdboden zu tilgen.

Im Prinzip treibt also lediglich die Rache Bayek an, allerdings erlebt man beim Spielen auch viele alltägliche Geschehnisse, man trifft bekannte Personen wie Kleopatra und Caesar und es gibt viele beeindruckende und spannende Charaktere, welche man durch das Spielen kennenlernt. Durch die komplett offene Welt wirken die ganzen Geschehnisse noch viel realistischer als ohnehin schon. Auf den Spieler warten hier viele spannende, emotionale und auch actionreiche Szenen und Momente, welche den Spieler an den PC fesseln.

Wie man es sich schon denken kann ist Ägypten auch in Assassin’s Creed Origins ziemlich groß und wie bereits erwähnt ist das Spiel auch Open World. Außerdem wagen wir zu behaupten, dass es die größte Assassin’s Creed Spielwelt ist, die es bisher je gab. In früheren Teilen waren die Gebiete, welchen man einen Besuch abstatten konnte, meist schon sehr detailreich und groß, aber das ist im Vergleich zu dem neuesten Teil nichts gewesen. Hier kann man immer etwas neues entdecken, wenn man mit Bayek herumreist. Reisen funktioniert im übrigen noch immer, wie wir es bereits von alten AC Spielen gewohnt sind. Entweder können wir uns zu bereits besuchten Aussichtsposten teleportieren oder mit Pferden, Kamelen und Streitwagen durch die Gegend reiten bzw. fahren.

Allein hier kann man schon viele Stunden nur durch das Reisen und begutachten der Spielwelt verbringen, da es nicht so eintönig wirkt wie in großen Städten. In einem Moment reisen wir durch Alexandria, dann finden wir uns in Oasen wieder und irgendwann begeben wir uns in die sengend heiße Wüste. Dort sollte man sich aber nicht zu lange aufhalten, da man sonst wortwörtlich Halluzinationen bekommt. Beim ersten Käferregen haben wir nur staunend dagestanden und uns dies in Ruhe angeschaut. Aber auch die Niltäler und Canyons wirken extrem beeindruckend. Um die komplette Karte aufzudecken, sollte man viele Stunden Spielzeit einplanen.

Was wäre der Nil oder auch das Meer schon wert, wenn wir nicht darin schwimmen und tauchen gehen könnten. Natürlich ist dies Bayek auch wieder gestattet. Natürlich sollte man immer darauf achten, dass noch genug Sauerstoff vorhanden ist, um nicht zu ertrinken. Beim Tauchen lassen sich viele versunkene Schätze finden und Schiffswräcker betrachten. Die gelegentlich vorbeischwimmenden Fische lassen das Ganze noch realer wirken als es ohnehin schon ist. Am beeindruckendsten sehen allerdings die Pyramiden in Gizeh aus und es ist sogar möglich, auf diese hinaufzuklettern und einen atemberaubenden Überblick über Ägypten zu bekommen.

Transportabler Animus

Im Vergleich zu dem letzten Assassin’s Creed-Teil, in welchem wir erstaunlich wenig von der Gegenwart mitbekommen haben, ist dies hier anders geregelt worden. Diese hat nämlich mit Assassin’s Creed Origins wieder ihren Weg ins Spiel zurückgefunden. Da wir Desmond ja bekanntlicherweise nicht mehr steuern können, übernehmen wir nun die Kontrolle über Layla, welche sich zum aktuellen Zeitpunkt in einem alten Grab in Ägypten befindet und einen transportablen Animus mit sich schleppt. Wie sich nach kurzer Zeit herausstellt, handelt sie zumindest zum Teil im Auftrag von Abstergo, des gegenwärtigen Templer-Ordens.

Viel bekommt man von ihr und ihrer Geschichte jedoch nicht mit. Es ist dem Spieler möglich, ein wenig das Grabmal zu erkunden und auch die Höhle zu betrachten, aber sonst gibt es nicht viel zu sehen. Lediglich der Laptop birgt einige weitere Hinweise im Bezug auf ihre Arbeit und ihre Persönlichkeit. Allerdings muss man Ubisoft zugute halten, dass es zumindest ein wenig Action in der Gegenwart gibt und es bei Layla’s „Ende“ einen kleinen Überraschungsmoment gibt, welcher uns ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert hat.

Immer etwas zu tun

Einen Großteil des Spiels verbringt man neben dem Erkunden auch mit den Hauptquests, Nebenquests und zufälligen Geschehnissen, welche es in Assassin’s Creed: Origins gibt. Die Geschehnisse tauchen zufällig in der Nähe auf und werden durch ein ! gekenntzeichnet. Außerdem hört man in den meisten Fällen auch einen Hilferuf. Diese geben euch zwar keine großartige Belohnung, aber dafür immerhin eine bestimmte Menge an Erfahrungspunkten. Dazu aber später mehr.

Interessanter sind allerdings die Hauptmissionen und Nebenquests, welches es zu absolvieren gilt. Viele Spieler wollen grundsätzlich nur die Hauptgeschichte absolvieren und sie ignorieren daher die Nebenquests völlig. Davon können wir euch nur abraten. Dies liegt unter anderem daran, dass diese in den meisten Fällen sehr spannend und auch emotional gehalten wurden. Außerdem bekommen wir hier neue Outfits, Waffen und teilweise sogar Reittiere.

Bayek besucht beispielsweise einmal den Ort, an welchem er sein erstes Attentat verübt hat, hilft einem Pärchen über den Tod ihres Kindes hinweg oder er verhilft einem pensionierten Ex-Straßenkämpfer zu einem Job in einem Bordell. Diese Missionen sind alle optional und man verpasst eine ganze Menge, wenn man diese ignoriert.

Neben den Quests kann man auch die einzelnen Gebiete der riesigen Karte auskundschaften und dort bestimmte Aufgaben erfüllen. Bei einigen müssen wir Sternbilder anordnen, bei anderen wilde Tiere töten oder einfach nur Schätze suchen und natürlich auch Kommandanten und fremde Soldaten töten. Auch gibt es hier wieder feindliche Lager, in welchen es eine Mission zu erfüllen gilt. Dort winken dem Spieler aber auch diverse Belohnungen.

Viel Action und schwere Kämpfe

Zunächst einmal müssen wir hier erwähnen, dass man bei dem Spiel drei verschiedene Schwierigkeitsgrade auswählen kann. Hierbei handelt es sich um Leicht, Mittel und Schwer. Wir haben das komplette Spiel auf dem Schwierigkeitsgrad Schwer durchgespielt und hatten an einigen Stellen wirklich zu knabbern. Dies liegt an dem komplett überarbeitetem Kampfsystem und den verschiedenen, zur Auswahl stehenden Waffen.

Diese unterscheiden sich zunächst einmal in Nah- und Fernkampfwaffen. Im Nahkampf könnt ihr sowohl mit zwei Doppelklingen kämpfen, Schwert und Schild benutzen, eine Lanze verwenden oder auch einen starken Zweihandkolben/Hammer als Waffe nutzen. Im Fernkampf stehen euch Kriegsbögen, Leichte Bögen, Raubtierbögen und Jagdbögen zur Auswahl. Jede Waffe hat bestimmte passive Eigenschaften und man muss für sich selbst entscheiden, welche nützlich sein können. Im Laufe der Zeit kann man 2 Fernkampf-Waffen und 2 Nahkampfwaffen ausgerüstet haben und zwischen diesen im Kampf beliebig hin und her wechseln.

Wir haben uns komplett auf den Fernkampf und auf Schleichattentate spezialisiert. Letztere sind diesmal nicht so einfach durchzuführen und auch nicht von Anfang an verfügbar. Hier kommt es darauf an, sich an die Gegner heranzuschleichen, diese durch Pfeifen ins Gebüsch zu locken oder ein Attentat von oben durchzuführen. Aber nicht jeder Gegner kann mit einem Attentat getötet werden. Jedoch fanden wir den Kampf mit Pfeil und Bogen um einiges interessanter. Unser Lieblingsbogen war beispielsweise ein Raubtierbogen. Mit einem passenden Skill kann man beim Abschuss eines Pfeils diesen steuern und so gezielte Kopfschüsse verursachen. Jeder Bogen eignet sich für einen anderen Kampf mehr als die anderen. Man sollte allerdings immer darauf achten, die Gegner auch zu auszuplündern, um Pfeile wieder zu bekommen. Gehen diese euch dennoch einmal aus, könnt ihr diese beim Händler nachkaufen oder auch aus Köchern plündern.

Nahkampfwaffen haben außerdem noch eine Spezialfähigkeit, welche allerdings erst durch Ausweichen, Blocken und Angriffen aufgeladen werden muss. Je nach Waffengattung unterscheidet sich auch der Angriff. Bei Schwertern stürmt ihr auf den Gegner zu und verursacht dabei einmalig viel Schaden, bei Chepesch-Waffen wird die Zeit verlangsamt und ihr könnt Gegner gezielter angreifen. Natürlich gibt es noch weitere Angriffe, welche ihr jedoch selbst herausfinden solltet. Grundsätzlich gilt jedoch: Spielt mit den Waffen, welche ihr für euch als am sinnvollsten bezeichnen könntet und denkt immer daran, dass die Waffen sowohl Vorteile als auch Nachteile besitzen gegen spezifische Gegner.

In den früheren Assassin’s Creed Teilen konnte man teilweise ganze Gegnerhorden nur durch andauerndes Blocken und Kontern töten. Dies funktioniert nun nicht mehr. Man ist gezwungen, Angriffe zu blocken, zu kontern, auszuweichen und anzugreifen. Außerdem gibt es normale und schwere Angriffe. Normale Angriffe verursachen weniger Schaden, funktionieren jedoch schneller. Die schweren Angriffe verursachen mehr Schaden, sind aber dafür langsamer. Jedoch benötigt man sie, um große Schilde zu überwinden. Diese ganzen Steuerungen unter einen Hut zu bekommen, ist mit Maus und Tastatur nicht unbedingt einfach, auch wenn man die Tasten alle frei nach Wunsch belegen kann. Wer also Probleme hat, sollte auf ein Gamepad umschalten. Was uns besonders gefallen hat, ist, dass einige Kämpfe sehr schwer gehalten sind und man manchmal von Gegnern überrennt werden würde, wenn man nicht die Flucht ergreift. Achtet also immer auf eure Umgebung und sorgt dafür, dass keine Verstärkung gerufen werden kann.

Man kann Gegner aber auch durch speziellere Arten töten. Mit einer Fähigkeit könnt ihr beispielsweise ein schlafendes Raubtier zähmen, dass dieses an eurer Seite kämpft. Dafür muss das Raubtier mit einem Schlafpfeil abgeschossen werden. Achtet aber darauf, dass euch keine anderen Tiere oder Soldaten angreifen werden, da dies sonst abgebrochen wird. Eine weitere Möglichkeit ist das Vergiften von Leichen. Untersuchen diese Wachen sie dann, werden sie selbst vergiftet und sterben daran. Unsere Lieblingsmethode war es, große Lager bei Nacht einzunehmen. Häufig schlafen dann ein Großteil der Wachen und man kann diese schleichend eliminieren oder auch mit Ölfässern in die Luft sprengen, welche wir vorher dort platziert haben. Man merkt also: Es gibt viele verschiedene Arten zu kämpfen und noch mehr Möglichkeiten, dies auf eine spezielle Art und Weise zu tun.

Übung macht den Meister(Assassinen)

Durch Quests und Kills erhält Bayek bekanntlich Erfahrungspunkte und hat er davon genug gesammelt, steigt er in seinem Level auf. Das Maximallevel ist zum aktuellen Zeitpunkt 40. Durch ein Level Up und auch durch verschiedene Quests erhält man mit Bayek Skillpunkte, welche in einen äußerst großen Skillbaum investiert werden müssen. Solltet ihr euch dort einmal „verskillen“, ist dies nicht schlimm, da man auch nach Level 40 noch bei jedem „Level Up“ einen Skillpunkt erhält und man praktisch alles ausskillen kann, wenn man genügend Zeit in das Spiel investiert.

Der Skillbaum unterteilt sich auf 3 Seiten. Die westliche Seite ist zum Großteil auf den Fernkampf ausgelegt, aber auch Schleichangriffe und eine Hilfsfähigkeit von Senu, Bayeks Falken, kann hier gefunden werden. Der nördliche Sektor ist komplett auf den Nahkampf ausgelegt und der westliche bringt euch beispielsweise mehr Waren zum Kaufen bei Händlern, die Fähigkeit Leichen zu vergiften oder auch ein größeres Lungenvolumen beim Tauchen ein. Natürlich sollte man sich überlegen, welche Skills man wirklich benötigt. Das Lungenvolumen, welches man grundsätzlich besitzt, reicht eigentlich völlig für all die Dinge, welche durch Tauchen entdeckt werden müssen.

Am Rand des jeweiligen Skillbaum-Zweiges befindet sich der sogenannte Meisterskill. Dieser erhöht entweder den Schaden von Fernkampfwaffen, den von Nahkampfwaffen oder er bringt Resistenzen mit sich. Wir haben uns komplett auf den linken Baum, also den Fernkampfbaum, konzentriert und den Schaden so um einige Prozente nach oben hin verbessert. Dieser Skill kann beliebig oft erhöht werden, da es hier keine Maximalkapazität gibt.

Grundsätzlich empfehlen wir euch also, in Richtung Nahkampf oder Fernkampf zu skillen und anfangs nur die nötigsten Skills der östlichen Seite mitzunehmen. Beispielsweise den höheren Erlös vom Verkauf von Waren, dem Zähmen von Tieren und andere wichtige Kleinigkeiten machen Sinn. Entgegen vieler Behauptungen können wir Assassins Creed: Origins nicht als „Grind“-lastig bezeichnen, da wir alle wichtigen Skills freigeschaltet haben, ohne auch nur einmal Grinden zu müssen. Im Notfall kann man auch die tägliche Quest erledigen, die eine Menge Erfahrung und sogar ein besondere Waffe oder ein Reittier freischalten kann.

Massen an Waffen

Wie bereits erwähnt gibt es eine Menge verschiedene Waffen. Diese unterscheiden sich nicht nur anhand ihrer Gattung sondern auch anhand ihrer Seltenheitsstufe. Die niedrigste Stufe stellt hier blau dar, dann folgt lila und die goldenen Waffen sind die seltensten. Jede Waffe kann unterschiedliche Fähigkeiten/Statistiken besitzen, auf welche man immer ein Auge werfen sollte. Manche Schilde können Gegner bei einem Angriff einschlafen lassen, Schwerter können Blutungsschaden verursachen und manche die Verteidigung von Gegnern verringern!

Wer sich nun Sorgen macht, dass die guten Waffen nur durch Grinding gefunden werden müssen, den können wir beruhigen. Einige der besten Waffen erhält man durch Quests bzw. Nebenquests. Im Nahkampf empfehlen wir im übrigen das „Falsche Siwanische Chepesch“. Bei dem Anlegen verliert ihr zwar 2/3 der Lebenspunkte, allerdings wird euer Schaden um 200% erhöht und im höheren Level kann dies sogar bedeuten, dass ihr starke Gegner mit 2 Schlägen zu Boden streckt. Natürlich gibt es auch sehr gute Bögen. Wir empfehlen hier, es mit einem Duo Kriegselefanten aufzunehmen, um den besten Bogen zu erhalten. Nur soviel sei gesagt: Diese zwei Kameraden haben es gewaltig in sich.

Aber auch andere Gegenstände sind sehr stark. Diese findet ihr durch die tägliche Quest, durch das Erkunden von Gräbern und den Pyramiden und auch als normalen Loot bei den Gegnern. Natürlich habt ihr irgendwann eine Menge Waffen und ihr könnt nichts damit anfangen. Diese könnt ihr in Materialien zerlegen oder bei einem Händler verkaufen. Diese können euch im übrigen aber auch die von euch favorisierten Waffen verbessern und auf euer Level aufstufen.

Beim Erkunden von Städten findet man im übrigen sogar Papyrus-Rollen, welche ein Rätsel beinhaltet. Sucht man den beschriebenen Ort auf, findet man dort einen Schatz, welcher zumeist sehr seltene Waffen darstellt, die sogar noch recht nützlich erscheinen.

Verbesserung der Ausrüstung, Prügelleien und Rennen

Neben den von euch ausgewählten Waffen habt ihr noch Ausrüstungsgegenstände, die permanent ausgerüstet bleiben. Hierbei handelt es sich um eure versteckte Klinge, einen Köcher und andere Gegenstände. Diese müssen mit Materialien verbessert werden, um eure maximale Pfeilmenge oder auch euer Leben zu erhöhen. Diese Materialien könnt ihr durch das Zerlegen von Waffen erlangen, durch das Überfallen von feindlichen Eskorten, durch das Kaufen bei einem Händler und auch durch das Töten und Häuten von Tieren. Es gibt normales Leder, welches man von Ziegen oder einer Art Rehe bekommt, Krokodilleder und auch Tigerfell. Je nach Höhe der Ausrüstungsgegenstände benötigt ihr neue und auch mehr Materialien.

Früher musste man sich teilweise „dumm und dämlich“ suchen, um benötigte Gegenstände und Gold zu finden. In Assassin’s Creed: Origins jedoch geschieht dies nebenbei bei dem Erledigen von Nebenquests und dem Erkunden von Karten. Auch können hier Kisten, Säcke und sonstige Objekte durchsucht werden, um Gold und Plunder zu erhalten. Vor allem letzteren solltet ihr euch aufheben, bis ihr einmal 100 gesammelt habt und diese erst dann verkaufen, um einen Erfolg einzuheimsen. Verpasst man dies, muss man für den Erfolg einmal neu anfangen, da sich diese Kisten und Säcke nicht automatisch wieder auffüllen.

Auch Gräber sollten immer erkundet werden. Dort findet man viele Rätsel, Aufzeichnungen und auch antike Tafeln, welche euch einen Fähigkeitspunkt gewähren. Viel Spaß hat man auch in der Gladiatoren-Arena, in welcher man um Ruhm, Ehre, Gold sowie Waffen kämpft. Oder im Hippodrom, bei welchem man mit einem Streitwagen um die Wette fährt, um ein legendäres Reittier zu erhalten. Außerdem ist dies eine gute Möglichkeit, sich Gold dazuzuverdienen.

Zu guter Letzt ist es auch möglich, andere Spieler zu rächen. Stirbt ein Spieler durch einen oder mehrere NPCs, könnt ihr bei der Leiche eine Quest annehmen. Für diese müsst ihr diese NPCs töten und dafür Erfahrungspunkte verdienen!

Wer braucht schon ein Adlerauge?

Natürlich gibt es das Adlerauge nach wie vor. Dieses könnt ihr nutzen, um plünderbare Objekte in der Gegend zu sichten. Um Gegner jedoch anvisieren zu können, benötigt ihr euren Adler, welcher hier, wie bereits erwähnt, den Namen Senu trägt. Diesen könnt ihr selbst steuern und auch Gegner und Schätze mit ihm markieren. Durch diverse Skills könnt ihr mit ihm sogar die Laufwege der Wachen erkennen oder bestimmte Wachen betäuben. Wir empfehlen aber, mit dem Adler Festungen auszuspionieren, um keine bösen Überraschungen erleben zu müssen. Im übrigen gibt es bei Senu keine Maximalreichweite und die Ladezeiten halten sich sehr in Grenzen.

Auch beim Jagen kann Senu von Vorteil sein. Durch den treuen Adler sieht man befindliche Eskorten in der Nähe und auch welche Tiere in naher Umgebung zu finden sind. Diese kann man sich so kurzerhand markieren und jagen gehen. Außerdem ist Senu recht nützlich, um schnell versteckte Schätze zu finden, ohne diese lange suchen zu müssen.

Viel Gerede und einige „Im Ernst?!“-Momente

Natürlich kann nicht alles perfekt sein, wobei dies nicht unbedingt als schlimm angesehen werden muss. Es gibt es nach wie vor viele Quests oder Momente, in welchen man sich denkt: Geht das nicht schneller? Ab und zu kommt es einfach vor, dass euch ein NPC für eine Quest das Ohr abkaut und im Schneckentempo den Weg entlang läuft. Aber dies gehört für uns nun einmal zu einem Rollenspiel hinzu, denn Menschen rennen ja bekanntlich auch nicht immer von A nach B und lassen sich dabei keine Zeit. 

Mehrere Fragezeichen hatten wir jedoch dann über dem Kopf, wenn wir wieder einen Gefangenen aus einem Käfig befreien mussten und diesen aus der Gefahrenzone heraustragen, weil er nicht mehr laufen konnte. Kaum war dies geschafft und wir mussten ihn absetzen, stand er fröhlich lächelnd auf, bedankte sich und lief davon während man sich selbst nur dachte: Willst du mich eigentlich auf den Arm nehmen? Aber nun gut, was soll’s. Das war wohl eine Blitzheilung des gebrochenen Fußes.

Aber auch wenn sich viele Quests wiederholen, wird es auf Dauer nicht langweilig. Es gibt viele spannende Zwischensequenzen, eine durchweg spannende Story und auch Schiffskämpfe wie in Black Flag sind mit von der Partie, auch wenn diese manchmal noch etwas verbuggt sein können. Alles in allem hat man sich hier dennoch viel Mühe gegeben. Gameplay-technisch begeistern sowohl das neue Kampfsystem, als auch die packende Story und die vielen verschiedenen Quests und regen somit zum Weiterspielen an. Unserer Meinung nach kommt Assassin’s Creed Origins definitiv an Assassin’s Creed und Assassin’s Creed II heran und bietet den beiden Spielen Paroli.

DLCs und Micro-Transaktionen

Natürlich gibt es für Assassin’s Creed: Origins wieder einen Season Pass, welcher für weitere Abenteuer erworben werden kann. Allerdings gibt es auch einen Echtgeld-Store, bei welchem man sich Materialien, Outfits, Reittiere, etc. erwerben kann. Das meiste ist einfach nur „Nice to Have“ und definitiv keine Pflicht. Materialien kann man sich problemlos auch erspielen, die Geheimnisse deckt man im Laufe der Zeit automatisch auf und andere Kleinigkeiten benötigt man auch nicht zwangsweise, um voranzukommen.

Wir haben, um das Spiel zu 100% durchzuspielen und alle Erfolge zu erhalten, ungefähr 50 Stunden benötigt und kein Echtgeld dafür ausgegeben. Die Dinge, welche man sich erkaufen kann, sehen zwar nett aus, bringen aber keinen spielerischen Vorteil und auch die Heka-Truhen können so erspielt werden. Aktuell werden allerdings nur 99% als Spielfortschritt angezeigt, da eine Quest noch verbuggt und nicht im Spiel zu finden ist.

Wer sich nun also beschweren muss, dass es einen Echtgeld-Shop gibt, sollte sich zunächst einmal erkundigen. Denn dann wird er bemerken, dass der Echtgeldshop keine wirklichen spielerischen Vorteile bietet.

Viele Einstellungsmöglichkeiten, bombastische Grafik und klasse Sound

Im Gegensatz zur Konsole kann man am PC viele Einstellungen vornehmen. Hat man beispielsweise Probleme mit hohen und niedrigen FPS Schwankungen, hilft der FPS-Limiter weiter. Außerdem gibt es einen integrierten Benchmark, welcher euch wichtige Informationen wie Auslastung der CPU und FPS anzeigt. Ferner bietet euch das Spiel auch einen automatischen Neustart an, wenn ihr an den Einstellungen etwas ändert.

Außerdem hat die PC Version eine bessere und dichtere Vegetation, die realistischer wirkt und auch der Sandsturm, welcher gelegentlich aufzieht, wirkt sehr real. Des Weiteren wird im Spiel bei den Grafikeinstellungen, von welchen es im übrigen eine große Menge gibt, sogar die Bedeutung erklärt und eine Veränderung anhand eines Bildes angezeigt.

Die beste Grafik bekommt man natürlich mit einem 4K System, aber selbst mit Full HD sieht das Spiel bombastisch aus. Wie bereits erwähnt haben wir Assassin’s Creed: Origins mit einem Intel Core i7 4770K, einer Geforce GTX 1060 und 16 GB RAM auf flüssigen 60-80 FPS ohne Einbrüche spielen können. Im Notfall kann man noch die Schatten etwas herunterregeln oder auch die Sichtweite verringern, um die Performance zu verbessern.

Auch der Sound passt perfekt zu dem neuen Teil der Assassin’s Creed Reihe. Durch die passende Hintergrundmelodie und die passenden Synchronsprecher für die verschiedenen Charaktere wirkt das Spiel und auch die Story viel packender als ohnehin schon. Durch die NPCs bekommt man vertonte Gespräche mit, man hört das Knurren der Löwen und auch schwimmende Nilpferde und Krokodile kann man durch die Soundpalette ausfindig machen. Schade ist nur, dass manche Vertonungen von Texten nicht synchron geworden sind. Aber vielleicht wird dies ja noch nachgepatcht!

Wer tolle Aussichten oder Momente auf Bildern festhalten will, der kann die Ingame-Kamera dafür verwenden. Diese Bilder können sowohl normal geschossen und gespeichert werden, als auch mit einem Filter fotografiert werden. Diese Bilder werden dann sogar auf der Karte für andere Spieler angezeigt, welche dann die Bilder sogar bewerten dürfen. Dadurch kann man besondere Momente festhalten.

Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
90 %
QuelleAssassins Creed Origins
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Bevor ich das neue Online-Gamingmagazin Alpha-Omegagaming mit aufgebaut habe / am Aufbauen bin, war ich ca. 2 Jahre bei Game2gether als Redakteur dabei. Toni und ich haben uns nach reichlicher Überlegung dazu entschlossen, ein eigenes Magazin auf die Beine zu stellen. Meine Interessen liegen hauptsächlich im MMO und RPG Bereich.