Vor wenigen Wochen, genauer gesagt am 27.April 2017 hat der Entwickler und Publisher Logic Artists ein neues Spiel bei Steam veröffentlicht. Hierbei handelt es sich um das Indie-Strategie RPG Spiel Expedition: Vikings. Wir haben uns die Zeit genommen, um das Spiel einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Um was für eine Art Spiel es sich genau handelt und ob sich der Kauf lohnt, könnt ihr nun in diesem Review nachlesen.


Allgemein/Story


Aber kommen wir nun erst einmal zu den allgemeinen Inhalten und zu der Hintergrundgeschichte von Expedition: Vikings. Wie ihr es euch bereits denken könnt, geht es hier einmal nicht um irgendwelche Fantasy-Wesen wie Elfen, Zwerge oder auch Gnome und auch nicht um Außerirdische, wie es in letzter Zeit in anderen Spielen oft der Fall ist. Nein, hier geht es um die Wikinger oder genauer gesagt um die Nordmänner. Viele dürften es bereits wissen: Damals gab es viele Vikinger-Clans, welche auch um die Herrschaft strebten.

Durch die vielen Geschichten aus dem realen Leben, von welchen einige mit Sicherheit der Wahrheit entsprechen und andere wiederum nur Sagen sind, die vermutlich nicht so passiert sind, gibt es natürlich viele Möglichkeiten, ein Spiel in dieser Richtung zu erschaffen. Dies hat Logic Artists nun getan hat. Mehr hierzu erfahrt ihr in dem Gameplay Abschnitt. Soviel allerdings sei gesagt: Es handelt sich bei Expedition: Vikings um ein reines Strategie und Rollenspiel. Solltet ihr also eher ein Spieler des „Hau drauf“-Typs sein, dürftet ihr hier falsch sein.

Überraschenderweise hat das Spiel doch schon eher hohe Hardware-Anforderungen. Diese haben wir für euch zusammengefasst.

Minimum

  • Betriebssystem: Windows 7
  • Prozessor: Intel Core2 Quad Q9400 2.66GHz
  • Arbeitsspeicher: 4 GB RAM
  • Grafik: NVIDIA GeForce GTS 450
  • DirectX: Version 11
  • Speicherplatz: 12 GB verfügbarer Speicherplatz
  • Soundkarte: DirectX Compatible Sound Card

Empfohlen

  • Betriebssystem: Windows 10
  • Prozessor: Intel Core i7 3.5 GHz
  • Arbeitsspeicher: 8 GB RAM
  • Grafik: NVIDIA GTX 660
  • DirectX: Version 11
  • Speicherplatz: 12 GB verfügbarer Speicherplatz
  • Soundkarte: DirectX Compatible Sound Card

Man sieht also, dass die minimalen Anforderungen nicht allzu hoch sind, aber die empfohlenen doch zumindest halbwegs aktuelle Hardware-Komponenten voraussetzen. Allerdings kann man auch mit den minimalen Einstellungen im Spiel viel Spaß haben, wenn man auf diese Art von Spielen steht. Nun erzählen wir euch noch etwas zur Hintergrundgeschichte von Expedition: Vikings. Wer überhaupt nichts zu der Story erfahren möchte, sollte nun lieber weiterscrollen zum Gameplay-Part.

Der Anfang von Expedition: Vikings ist verhältnismäßig traurig. Die Ereignisse finden in etwa im 8.Jahrhundert statt und der eigene Clan hat seinen Anführer verloren. Wie das passiert ist, erfahrt ihr im Spiel anfangs im Groben. Der Herrscher hatte mehrere Kinder und eines davon seid ihr. Allerdings sollte man erwähnen, dass der alte Herrscher des Clans sehr umstritten war wegen seiner Abenteuerlust, weshalb teilweise auch der eigene Clan darunter gelitten hat. Aus diesem Grund kommt es schon bei der Totenfeier zu einem Machtkampf um seine Nachfolge, die schlussendlich ihr sein sollt, ob ihr dies nun wollt oder nicht.

Nun seid ihr also gezwungen, auf der Totenfeier gegen andere Clanmitglieder zu kämpfen, um eure Stellung als Herrscher behalten bzw. behaupten zu können und ihr müsst dadurch natürlich auch eure Ehre verteidigen. Dies geht im Laufe des Spiels aber über mehrere Möglichkeiten. Dazu später mehr. Wie man sieht, geht es in dem Spiel lediglich um Machtspielchen, Kämpfe und auch Politik, denn schließlich wollt ihr euch als Clanführer den Respekt der anderen verdienen. Mehr dazu erfahrt ihr nun im Gameplay-Abschnitt.


Gameplay


Schlussendlich geht es in Expedition Vikings nicht nur um Kämpfe, sondern auch um euer diplomatisches Geschick. Im Endeffekt heißt das für euch, dass ihr mit den Folgen der Entscheidungen leben müsst, die ihr trefft. Ihr könnt euch anfangs auch entscheiden, ob ihr euch eher auf den Handel konzentrieren wollt oder lieber andere Stämme und Städte ausrauben möchtet. Dafür benötigt ihr natürlich auch ein Schiff und eine Crew. Hier habt ihr schon die ersten Entscheidungsfreiheiten. Zunächst einmal könnt ihr euer Schiff aus einer bestimmte Holzart bauen lassen, die allerdings auch die Nützlichkeit bestimmt. Mit einer der vielen Holzsorten erschafft ihr ein eindrucksvolles Schiff, welches andere einschüchtern kann, allerdings nicht sonderlich schnell ist und auch nicht viel Waren transportieren könnt. Eine andere Holzsorte wiederum erschafft ein sehr schnelles Schiff und die letzte bringt viel Lagerraum mit sich. Entscheidet euch sinnvoll, da man dies anschließend nicht ändern kann. Außerdem ist es möglich, die eigene Festhalle zu verbessern, die Außenverteidigung aufzubauen oder auch die komplette Haupthalle zu einer Festung umzufunktionieren. Dies liegt natürlich ganz in eurer Hand.

Außerdem benötigt ihr natürlich noch eine Crew. Diese besteht aus Freunden oder Freundinnen, aus angeworbenen Kämpfern oder auch aus Söldnern, die ihr euch selbst erstellen könnt. Hier muss man aber erwähnen, dass jedes Mannschaftsmitglied und auch ihr selbst eine bestimmte Rolle erfüllen kann bzw. muss. Bei euch wird dies anfangs in der Charaktererstellung entschieden, bei welcher ihr einen Mann oder eine Frau auswählen und das Aussehen eben jener verändern könnt. Bei den angeworbenen Söldnern könnt ihr das Aussehen ebenfalls zumindest grob ändern. Die bereits erwähnten Rollen wären hier beispielsweise ein Heiler, ein Bogenschütze, ein Krieger oder auch eine Art Schurke. Natürlich gibt es noch weitere Rollen, die ihr auswählen könnt. Je nach Rolle benötigt der Charakter eine andere Waffe und er hat einzigartige Fähigkeiten. Einige dieser Fähigkeiten sind von Anfang an freigeschaltet, andere wiederum müssen erst im Skillbaum entwickelt werden, wenn ihr euch genug Erfahrungspunkte erspielt habt. Mit diesen Fähigkeitspunkten könnt ihr neben den normalen Fähigkeiten auch noch passive Boni freischalten oder auch Skills, die ihr für das später noch genauer beschriebene Rasten benötigen werdet.

Auf jeden Fall müsst ihr bei der Wahl eurer Gefährten und auch bei bestimmten Quests, von welchen es in Expedition: Vikings eine Menge gibt, viel strategisches und diplomatisches Geschick an den Tag legen. Einige Entscheidungen wirken sich auf die Politik und auf den Clan aus. Manche bringen eurem Clan Ehre und eure Clanmitglieder respektieren euch, für andere Entscheidungen können sie euch aber auch hassen. Selbiges gilt im übrigen auch für eure Begleiter. Ein stolzer Kämpfer wird euch keinen Respekt entgegen bringen, wenn ihr euch einem Kampf verweigert und ein anderer, gläuber Gefährte wird alles andere als begeistert sein, wenn ihr eine Grabstätte plündert. Versucht hier, immer einen Mittelweg zu finden, um zu einem respektablen Clanführer werden zu können. So schafft ihr euch Freunde oder auch Feinde und Feinde können in dem Spiel äußerst aggressiv werden, wodurch es schnell zu einem Konflikt kommen kann.

Wie bereits erwähnt, gibt es in dem Spiel auch Quests zu erledigen. Diese findet man auf den großen Karten beziehungsweise in den besuchbaren Zonen häufig. Einige verlangen von euch einfache Aufgaben, wie das Vertreiben von Kindern von einem Garten und andere wiederum wollen, dass ihr Wölfe in einem Wald abschlachtet, da diese die Arbeiter verletzten oder häufig auch töten. Euch steht es natürlich frei, eine Aufgabe abzulehnen, wenn ihr dies wollt. Allerdings sollte man versuchen, soviele Quests wie möglich zu erfüllen, um sich einen guten Ruf in den anderen Clans oder in Städten zu erarbeiten. Bei manchen gibt es sogar die Möglichkeit, durch ein erhöhtes Geschick zu verhandeln und so eine höhere Belohnung zu erhalten. Dieses höhere Geschick erhält man auch die das Skillen mit Erfahrungspunkten.

Die Geschichte findet im übrigen auf einer Art Karte statt. Dort sind verschiedene Zonen als Bild dargestellt, die ihr besuchen könnt. In solchen Zonen könnt ihr euch frei bewegen mit der Vogelperspektive und so den Charakter durch die Gegend steuern. Seid ihr zum ersten Mal in einem Gebiet, ist die Minimap komplett schwarz. Erst bei dem Durchlaufen eines Gebietes wird dies dauerhaft aufgedeckt. Dies kann in Sumpf oder auch Waldgebieten schnell zu kämpfen führen. Allerdings solltet ihr dennoch jedes Eckchen der Karte aufdecken, um keine Schätze oder auch Quests zu übersehen, wodurch man ansonsten viel verpassen kann.

Das eigene Dorf ist sozusagen eure Zentrale. Hier kann man den Ausbau der Befestigungen besprechen, wie wir es etwas weiter oben bereits erwähnt haben, beim Schmied die Ausrüstung verbessern oder sich mit anderen NPCs unterhalten. Im späteren Verlauf des Spiels wird dies aber überflüssig sein, da man dies ebenfalls in den anderen Städten machen kann. Lediglich der erwähnte Ausbau des Befestigungen, der Festhalle etc. sind weiterhin sinnvoll, um Boni zu erhalten und seinen Ruf zu verbessern.

Auf der Karte gibt es neben den normalen besuchbaren Zonen auch Rastplätze. Während dem Reisen werden eure Helden müde und hungrig und durch Kämpfe können sie sich auch Verletzungen zuziehen. Aus diesem Grund sind die Rastplätze äußerst wichtig. Auf der Karte werden diese dargestellt und auch wie dort die Sicherheit ist, um nicht hinterrücks überfallen zu werden. Bei einem Rastplatz angekommen, könnt ihr den Reisemitgliedern automatisch oder manuell Aufgaben zuweisen. Einer der Charaktere oder zwei können sich um das pökeln von Fleisch kümmern, damit das Fleisch zu Nahrung umverarbeitet werden kann. Ein anderer kümmert sich um den Wachschutz, ein weiterer heilt mit Medizin verletzte Mitglieder und der letzte verarbeitetet Kräter zu Medizin. Es gibt viele, verteilbare Aufgaben und jeder Charakter hat bestimmte Boni auf eine solche Arbeit. Beachtet diese, um stets bestens für die Reise gerüstet zu sein.

Nun erzählen wir euch noch etwas zu den Kämpfen. Wie bereits erwähnt ist das Kampfsystem hier vorallem auf das strategische Denken eingestellt. Daher finden die Kämpfe auch rundenbasiert statt. Wie man es aus anderen, ähnlichen Spielen bereits kennt, besteht das Kampfgebiet aus lauter Hex-Feldern. Anders als in anderen Spielen könnt ihr allerdings eure Kämpfer nicht selbstständig platzieren. Diese werden vom System automatisch aufgestellt. Jeder Kämpfer hat eine gewisse Anzahl an Feldern, über welche er sich bewegen kann. Geht er auf grün markierte Felder, kann er nach wie vor den Gegner attackieren, wenn einer in der Nähe der Nahkampfreichweite steht oder ein Fernkampf-Angriff möglich ist. Bei gelben Feldern wird der Kampf für den jeweiligen Charakter in der aktuellen Runde gesperrt. Wichtig ist, hier die Skills zu nutzen, die man besitzt. Mit einigen kann man Fallen und Gelegenheitsangriffen umgehen, dadurch wird aber der mögliche Laufweg um die Hälfte gekürzt. Dies ist sinnvoll, wenn beispielsweise ein Held von 2 Gegnern flankiert wird und diese ihn bei dem normalen bewegen töten würden durch eben jene Gelegenheitsangriffe. Andere Fähigkeiten decken Fallen auf, locken Feinde aus dem Versteck, verursachen Schaden am Gegner oder Heilen einen anderen Helden. Es gibt auch eine Wiederbelebungsfähigkeit, welche allerdings nur ein Heilercharakter mit einem hohen Skill erlernen und nutzen kann. Außerdem gibt es bei jeder Fähigkeit eine bestimmte Menge an Aufladungen. Sind diese verbraucht, kann der Held diese im Kampf nicht mehr einsetzen. Durch nutzbare Gegenstände kann man den Schaden eines Charakters beispielsweise erhöhen oder auch negative Effekte entfernen.

Achtet bei den Kämpfen immer darauf, die richtigen gegnerischen Helden am Anfang zu töten. Fokussiert euch beispielsweise auf Heiler, damit diese die Gegner nicht hochheilen können. Platziert eure Bogenschützen intelligent im hinteren Bereich, damit diese nicht von gegnerischen Nahkämpfern getötet werden und achtet vor dem Angreifen darauf, dass sie eine hohe Trefferchance haben. Berserker können Schilde von Gegnern zerstören und viel Schaden verursachen und Schildkämpfer sind zum Beschützen der Gruppe da. Während sich ein Schurke von hinten an die Gegner heranschleicht, kann ein Speerkämpfer über mehrere Felder hinweg angreifen und ein Heiler versorgt die Gruppe mit Heilung und Buffs und die Hexe, die ihr in eurer Team aufnehmen könnt, kann die Gegner demoralisieren und damit deren Schaden verringern. Schaut euch vor euren Zügen unbedingt das jeweilige Schlachtfeld an, um euch einen eventuellen Vorteil erspielen zu können. Die Kämpfe sind je nach ausgewählten Schwierigkeitsgrad zwischen sehr leicht und extrem hart einzustufen. Es ist also für jeden etwas dabei.

Über das Inventar kann man die Charaktere ausrüsten und von dort aus auch die Skillpunkte für jeden Charakter verteilen. Neben den bereits erwähnten Waffenfertigkeiten, den Rastfähigkeiten und den passiven Boni gibt es auch sekundäre passive Fähigkeiten, die einen Helden beispielsweise zu einem Elite-Nahkämpfer oder einem sehr guten Heiler verbessern, was euch in den späteren Kämpfen durchaus eube große Hilfe sein kann.

Mehr gibt es zum Gameplay Part eigentlich nicht zu sagen, daher springen wir nun zur Grafik.


Grafik


Grafisch gibt es eigentlich nicht viel zu meckern. Die Gebiete sind detaillreich gestaltet und auch die verschiedenen Charaktere und NPCs und auch die Feine haben ein eizigartiges Aussehen erhalten. In bestimmten Gebieten sieht man Spuren von Kämpfen und am Strand unter Umständen Übereste von kaputtgegangenen Schiffen oder Beibooten. Die sammelbaren Pflanzen und Gegenstände unterwegs werden mit einem goldenen Rahmen klar und deutlich erkennbar angezeigt.

Das problematische an der Grafik sind allerdings die bereits erwähnten Anforderungen. Teilweise gibt es noch extreme FPS Einbrüche, bei welchen diese von 70-80 auf einmal auf 30 einbrechen und daher enorme Ruckler verursachen. Außerdem hängt sich das Spiel öfters auf, es schließt sich aufgrund von Grafikproblemen selbstständig und die Lüfter der Grafikkarte drehen ziemlich auf an manchen stellen.


Sound


Soundtechnisch ist Expedition: Vikings weder sonderlich gut, noch sonderlich schlecht. Es gibt dezente Hintergrund-Melodien und Kampfgeräusche bei den Duellen, aber ansonsten hört man leider so gut wie nichts von der Natur. Auch vertont sind die Quests nicht in Expedition: Vikings, sondern nur als Textform dargestellt.

Außerdem gibt es ab und zu Soundhänger. Diese passieren zumeist, wenn die oben erwähnten Probleme mit der Grafik passieren. Alles in allem kann man aber damit leben!


Extras


Als Extra kann man lediglich die 40 freischaltbaren Erfolge auf Steam erwähnen. Einige davon erhält man im Laufe des ersten Durchspielens von Expedition: Vikings. Andere wiederum benötigen mehrere Durchläufe, um sie freispielen zu können. Insgesamt jedoch sind alle Erfolge auf jeden Fall machbar und dürfte Sammler eben solcher Erfolge nicht davon abhalten, das Spiel mehrmals zu spielen.

Unsere Gesamtbewertung
Allgemein/Story
78 %
Gameplay
82 %
Grafik
74 %
Sound
71 %
Extra
72 %
QuelleExpedition: Vikings
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Bevor ich das neue Online-Gamingmagazin Alpha-Omegagaming mit aufgebaut habe / am Aufbauen bin, war ich ca. 2 Jahre bei Game2gether als Redakteur dabei. Toni und ich haben uns nach reichlicher Überlegung dazu entschlossen, ein eigenes Magazin auf die Beine zu stellen. Meine Interessen liegen hauptsächlich im MMO und RPG Bereich.