HELLREAPER auf der gamescom 2026 angespielt

HELLREAPER auf der gamescom 2026 mit dem Hellreaper und leuchtendem Schwert in der Unterwelt
HELLREAPER auf der gamescom 2026 – der Hellreaper erhebt sein leuchtendes Schwert in der düsteren Unterwelt. Quelle: Awesome Games Studio / PlayStation · Copyright: © Awesome Games Studio

Zwischen den großen Namen der gamescom findet man jedes Jahr Spiele, bei denen man zunächst vielleicht nur kurz vorbeischauen möchte und dann doch länger am Controller hängen bleibt. HELLREAPER von Awesome Games Studio gehört ziemlich genau in diese Kategorie. Wir konnten den düsteren 2D-Action-Platformer auf der gamescom 2026 rund 30 Minuten selbst anspielen und bekamen dabei einen guten Eindruck davon, wohin die Reise gehen soll.

Awesome Games Studio dürfte einigen bereits durch Fury Unleashed und Yet Another Zombie Survivors bekannt sein. HELLREAPER wird vom Entwickler selbst als spiritueller Nachfolger von Fury Unleashed beschrieben. Statt das bekannte Konzept lediglich erneut aufzuwärmen, geht es diesmal deutlich stärker in Richtung Dark Fantasy, Dämonen und Hölle.

Wer noch mehr von unseren Terminen aus Köln lesen möchte, findet diese gesammelt in unserer gamescom-Berichterstattung auf GAME7DAYS.

Aus einem Engel wird der Hellreaper

Die Geschichte beginnt mit einem Problem, das selbst für den Himmel langsam zu groß wird. Die Horden der Hölle werden stärker und bringen das ewige Gleichgewicht immer weiter ins Wanken. Als letzte Verteidigungslinie opfert der Himmel deshalb einen seiner hohen Engel und erschafft daraus den Hellreaper. Das Ergebnis ist allerdings keine besonders gehorsame himmlische Waffe, sondern eine zerstörerische Macht, die selbst der Himmel nicht wirklich kontrollieren kann.

Gemeinsam mit einer geheimnisvollen Entität namens The Three Sisters geht es anschließend immer tiefer hinab in die Unterwelt. Dort warten Dämonen, groteske Bosse und die Frage, was hinter der zunehmenden Verderbnis der Hölle steckt. Und Katzen soll es laut Entwickler ebenfalls geben. Was genau es damit auf sich hat, behält Awesome Games Studio bisher lieber für sich.

Die offizielle Beschreibung lässt dabei bewusst noch viele Fragen zur Hintergrundgeschichte offen. Fest steht bislang vor allem, dass The Three Sisters den Hellreaper auf seinem Weg unterstützen und die Geheimnisse hinter der Verderbnis der Hölle eine zentrale Rolle spielen sollen. HELLREAPER befindet sich weiterhin in Entwicklung, ein endgültiger Veröffentlichungstermin wurde von Awesome Games Studio bislang nicht genannt.

HELLREAPER im Kampf vor The Three Sisters in der düsteren Unterwelt
The Three Sisters gehören zu den geheimnisvollen Mächten hinter der Reise des Hellreapers. Quelle: Awesome Games Studio / PlayStation · Copyright: © Awesome Games Studio

Keine Zeit zum Herumstehen

Schon während unseres rund 30-minütigen Hands-ons wurde deutlich, wo die Entwickler den Schwerpunkt setzen. HELLREAPER möchte schnell sein. Bewegungen, Ausweichmanöver und Angriffe sollen möglichst direkt ineinandergreifen, ohne dass sich das Spiel mit langen Animationen oder unnötigen Unterbrechungen selbst ausbremst.

Dazu passen auch die sehr reaktionsschnell ausgelegten Eingaben. Awesome Games Studio beschreibt die Steuerung selbst als leicht zugänglich, gleichzeitig sollen die Kämpfe aber anspruchsvoll und fair bleiben. Gerade wenn mehrere Gegner gleichzeitig auftauchen, reicht einfaches Draufhauen nicht dauerhaft aus. Bewegung und der richtige Zeitpunkt für einen Angriff werden schnell wichtiger.

Der grundsätzliche Spielfluss erinnert damit natürlich an andere schnelle Roguelites. Wer dieses ständige Gefühl kennt, nach einem gescheiterten Versuch doch noch einen weiteren Run starten zu wollen, dürfte sich schnell zurechtfinden. Wie gut so ein Konzept funktionieren kann, haben wir beispielsweise schon in unserem Test zu The Rogue Prince of Persia erlebt.

HELLREAPER präsentiert sich allerdings deutlich brutaler und düsterer. Statt eines farbenfrohen Abenteuers geht es durch eine Unterwelt voller Dämonen, Knochen, Feuer und Kreaturen, bei denen man besser nicht zu lange darüber nachdenkt, aus welchen Teilen sie eigentlich zusammengesetzt wurden.

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Mehr Informationen
HELLREAPER – Official Announcement Trailer von Awesome Games Studio.

Waffen Magie und Relikte

Nur mit einer einzigen Waffe möchte HELLREAPER seine Spieler natürlich nicht durch die Hölle schicken. Im Laufe eines Durchgangs können unterschiedliche Waffen genutzt und gemeistert werden. Dazu kommen verfluchte Magie sowie mächtige Relikte, die sich miteinander kombinieren lassen.

Genau diese Kombinationen sollen später einen wichtigen Teil der unterschiedlichen Builds ausmachen. Ein Run kann dadurch stärker auf direkten Schaden ausgelegt werden, während sich ein anderer Durchgang um bestimmte Fähigkeiten, Magie oder besondere Effekte dreht. Welche Möglichkeiten tatsächlich zusammenpassen, muss man Stück für Stück selbst herausfinden.

Freischaltbare Fähigkeiten erweitern den eigenen Spielstil zusätzlich. Gleichzeitig besitzt HELLREAPER eine permanente Progression. Selbst wenn ein Durchgang endet, soll der nächste Versuch deshalb nicht wieder exakt am gleichen Punkt beginnen.

Das Prinzip ist im Genre natürlich nicht neu. Entscheidend wird deshalb sein, wie viele wirklich unterschiedliche Kombinationen Awesome Games Studio am Ende anbieten kann. Innerhalb von 30 Minuten lässt sich kaum beurteilen, ob ein Roguelite auch nach dem zwanzigsten oder dreißigsten Durchgang noch genügend Überraschungen besitzt. Das Grundgerüst bietet dafür aber bereits einige interessante Möglichkeiten.

HELLREAPER setzt Magie gegen Dämonen in der handgezeichneten Unterwelt ein
Verfluchte Magie und unterschiedliche Gegner prägen die schnellen Kämpfe in HELLREAPER. Quelle: Awesome Games Studio / PlayStation · Copyright: © Awesome Games Studio

Die Hölle setzt sich jedes Mal neu zusammen

Für die Level geht Awesome Games Studio einen Mittelweg. Die einzelnen Abschnitte werden von Hand erstellt, anschließend jedoch mit Hilfe prozeduraler Systeme immer wieder neu miteinander verbunden. Dadurch sollen die Räume selbst bewusst gestaltet bleiben, ohne dass jeder Durchgang exakt den gleichen Ablauf besitzt.

Zusätzlich können neue Runs andere Gegner, Gegenstände und Situationen mitbringen. Zusammen mit den unterschiedlichen Relikten und Fähigkeiten soll dadurch genau dieses typische Roguelite-Gefühl entstehen, bei dem ein neuer Versuch zwar vertraut beginnt, sich aber nicht vollständig vorhersehen lässt.

Bei GAME7DAYS hatten wir auf der diesjährigen Messe bereits weitere Titel mit vergleichbaren Ansätzen im Programm. So setzt beispielsweise auch das während des KRAFTON Media Day auf der gamescom 2026 vorgestellte PUBG DED.NET auf wiederholte Durchläufe, unterschiedliche Ausrüstung und Fortschritt über mehrere Runs hinweg. HELLREAPER geht spielerisch zwar in eine völlig andere Richtung, zeigt aber ebenfalls, wie präsent Roguelite-Mechaniken inzwischen geworden sind.

Handgezeichnet durch die Unterwelt

Optisch braucht sich HELLREAPER zwischen vielen deutlich größeren Produktionen nicht zu verstecken. Awesome Games Studio setzt auf eine komplett handgezeichnete Präsentation mit flüssigen Animationen, die hervorragend zur düsteren Welt passt. Besonders bei den Angriffen wird schnell sichtbar, wie wichtig dem Entwickler die Animationen und das direkte Spielgefühl sind.

Die Gegner reichen von kleineren Kreaturen bis zu deutlich größeren Abscheulichkeiten, während Feuer, dunkle Ruinen und organisch wirkende Bereiche die Unterwelt bestimmen. Trotz des teilweise hektischen Geschehens bleibt recht gut erkennbar, was gerade auf dem Bildschirm passiert. Bei einem schnellen Action-Platformer ist genau das wichtiger als noch ein zusätzlicher Effekt im Hintergrund.

Auch die offiziellen Präsentationen von Awesome Games Studio stellen die handgezeichnete Optik, die flüssigen Animationen und die reaktionsschnelle Steuerung in den Mittelpunkt. Genau diese Kombination war auch während unseres Hands-ons auffällig: Selbst bei mehreren Gegnern und Effekten blieb das Geschehen gut lesbar.

HELLREAPER im Bosskampf gegen eine groteske Kreatur der Unterwelt
HELLREAPER setzt auf groteske Bossgegner und schnelle, direkte Kämpfe. Quelle: Awesome Games Studio / PlayStation · Copyright: © Awesome Games Studio

Wer es während der gamescom gerne etwas düsterer hat, kann auch einen Blick auf unseren Bericht zu Hellraiser: Revival werfen. Spielerisch liegen beide Titel weit auseinander, bei der Darstellung unangenehmer Kreaturen sind sie allerdings gar nicht so weit voneinander entfernt.

Bis zum Release bleibt noch einiges zu tun

Ein endgültiges Erscheinungsdatum für HELLREAPER steht weiterhin nicht fest. Awesome Games Studio und Steam führen den Veröffentlichungstermin derzeit als TBA beziehungsweise TBD. Die offizielle Entwicklerseite nennt als Plattformen PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S.

Etwas Verwirrung gibt es aktuell beim PlayStation Store, denn dort wird HELLREAPER bereits für 2028 gelistet. Da Awesome Games Studio diesen Termin auf der eigenen Webseite bislang nicht als allgemeines Veröffentlichungsdatum übernommen hat und Steam weiterhin keinen Termin nennt, sollte 2028 momentan nicht als endgültig bestätigter Release für alle Plattformen verstanden werden.

Das passt letztlich auch zu dem Eindruck, den Awesome Games Studio auf der gamescom vermittelt. HELLREAPER besitzt bereits ein klar erkennbares Fundament, gleichzeitig möchte sich das kleine Team offensichtlich die nötige Zeit nehmen. Vor allem Story, langfristige Abwechslung, Gegnerauswahl und die Menge unterschiedlicher Builds werden noch zeigen müssen, wie lange die Reise durch die Unterwelt motivieren kann.

Nach unseren rund 30 Minuten mit HELLREAPER bleibt vor allem das schnelle Spielgefühl hängen. Das Kampfsystem kommt ohne viel Leerlauf aus, die handgezeichnete Optik passt hervorragend zur brutalen Unterwelt und das Zusammenspiel aus Waffen, Magie und Relikten bietet einiges an Potenzial. Jetzt muss Awesome Games Studio daraus nur noch genügend Hölle bauen, damit man dort auch viele Runs verbringen möchte.

Quellen

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