Mit The Rogue Prince of Persia geht die Reihe einen etwas anderen Weg als früher, was man schon nach den ersten Minuten merkt. Statt klassischem Aufbau setzt das Spiel stärker auf schnelle Runs, Wiederholungen und dieses typische „noch ein Versuch“-Gefühl, das man aus Roguelikes kennt. Genau deshalb haben wir uns die Switch-2-Version genauer angeschaut, auch um zu sehen, wie gut dieses Konzept auf der Konsole funktioniert und ob es mehr ist als nur ein schneller Zeitvertreib für zwischendurch. Gerade bei so einem Spiel steht und fällt vieles damit, wie lange der Loop trägt und ob genug passiert, damit man dranbleibt, statt nach ein paar Runs wieder auszusteigen.
Man findet schnell rein
The Rogue Prince of Persia wirft dich ziemlich direkt ins Spiel, ohne großes Drumherum, und genau das funktioniert erstmal erstaunlich gut. Du startest, bewegst dich ein paar Sekunden durch die Welt und merkst sofort, dass hier alles auf Tempo ausgelegt ist. Springen, klettern, Wände entlanglaufen, das greift alles direkt ineinander, ohne dass man lange überlegen muss. Es fühlt sich nicht wie ein Spiel an, das du erst lernen musst, sondern eher wie eines, das dich einfach machen lässt, bis du selbst verstehst, wie weit du kommst. Gerade die ersten Runs haben dadurch etwas sehr Direktes, fast schon Ungeplantes, weil du einfach reagierst, statt bewusst zu spielen. Man probiert Dinge aus, stirbt, macht weiter, und genau das trägt erstmal ziemlich gut.
Nach ein paar Stunden merkt man aber, dass dieser Einstieg mehr trägt als das, was danach kommt. Der Flow bleibt zwar da, also dieses gute Gefühl beim Bewegen verschwindet nicht, aber das Drumherum verändert sich nicht stark genug, um dauerhaft mitzuziehen. Räume sehen anders aus, Gegner variieren leicht, aber der Ablauf bleibt sehr ähnlich. Man startet, kämpft sich durch, stirbt, beginnt neu. Das ist nicht direkt schlimm, aber es fehlt irgendwann dieser Punkt, an dem das Spiel nochmal anzieht und dir etwas Neues gibt. Stattdessen bleibt es bei einem konstanten „funktioniert schon“, das sich mit der Zeit etwas abnutzt.



Die Story bleibt im Hintergrund
Die Geschichte ist grundsätzlich da und ergibt auch Sinn für das, was das Spiel macht. Du hast den Prinzen, der versucht, seine Fehler zu korrigieren, diese Zeitmechanik, die erklärt, warum alles immer wieder von vorne beginnt, und ein paar Figuren, die im Verlauf auftauchen. Das passt zusammen und wirkt nicht komplett aufgesetzt, aber es bleibt eben genau das, ein Rahmen, mehr nicht. Man bekommt Dialoge, nimmt Dinge wahr, aber es bleibt selten etwas hängen, das wirklich Gewicht hat oder dich länger beschäftigt.
Das merkt man vor allem dann, wenn man länger spielt und merkt, dass man eigentlich nicht wegen der Story weitermacht. Es gibt Momente, in denen sie etwas mehr Raum bekommt, kurze Abschnitte, in denen man denkt, jetzt passiert vielleicht mehr. Aber die verschwinden genauso schnell wieder, wie sie auftauchen. Danach geht es zurück in den normalen Ablauf, und die Geschichte rückt wieder in den Hintergrund. Am Ende bleibt sie eher etwas, das man mitnimmt, statt etwas, das einen antreibt.



Bewegung fühlt sich richtig gut an
Die Bewegung ist ganz klar das, was das Spiel zusammenhält, und das merkt man eigentlich in jedem Run. Du bist ständig in Bewegung, springst, weichst aus, nutzt Wände und kommst irgendwann in so einen Rhythmus rein, bei dem alles automatisch passiert. Es gibt Runs, da denkst du gar nicht mehr darüber nach, was du machst, sondern reagierst einfach, und genau in diesen Momenten fühlt sich das Spiel richtig stark an. Alles greift ineinander, nichts wirkt träge, und genau das sorgt dafür, dass man immer wieder zurückkommt.
Bei den Kämpfen ist das Ganze nicht ganz so klar. Sie funktionieren, aber sie erreichen nicht immer dieses Level. Manchmal passt alles, du hast gute Kombinationen, die Waffen greifen ineinander und es fühlt sich rund an. In anderen Runs wirkt es eher so, als würdest du dich durchkämpfen, ohne dass es wirklich Spaß macht. Es ist nie komplett schlecht, aber eben auch nie der Punkt, an dem das Spiel wirklich glänzt. Und genau das fällt auf, weil die Bewegung selbst so stark ist.



Der Ablauf nutzt sich mit der Zeit ab
Der Roguelike-Loop ist simpel aufgebaut und funktioniert erstmal genau so, wie man es erwartet. Du startest, spielst so weit du kommst, stirbst, gehst zurück und versuchst es nochmal. Gerade am Anfang trägt das ziemlich gut, weil du merkst, dass du besser wirst, dass du Dinge verstehst und beim nächsten Run anders reagierst. Du schaltest Sachen frei, probierst neue Wege aus und hast immer wieder dieses Gefühl, dass der nächste Versuch besser laufen könnte.
Mit der Zeit merkt man aber, dass sich das Ganze nicht stark genug verändert. Die Runs unterscheiden sich, aber nicht genug, um dauerhaft frisch zu bleiben. Du erkennst Muster, weißt, was ungefähr kommt, und verlässt dich irgendwann mehr auf Routine als auf Reaktion. Das ist kein plötzlicher Bruch, eher so ein langsames Nachlassen, bei dem man merkt, dass das Spiel nicht mehr überrascht. Und genau da fehlt dieser Moment, der dich wieder komplett reinzieht.



Läuft sauber auf der Switch 2
Auf der Switch 2 läuft das Spiel insgesamt stabil, und das ist bei so einem schnellen Gameplay auch wichtig. Bewegungen bleiben flüssig, Eingaben kommen sauber an, und auch wenn viel gleichzeitig passiert, bricht nichts wirklich ein. Das sorgt dafür, dass dieser Flow, der das Spiel trägt, nicht verloren geht, was gerade bei schnellen Runs entscheidend ist.
Der Unterschied zur alten Version ist aber eher subtil. Es fühlt sich etwas runder an, etwas stabiler, aber es ist kein großer Sprung. Der Look bleibt gleich, der Stil ist derselbe, und es gibt keine Momente, in denen man denkt, das ist jetzt eine komplett neue Version. Es sind eher kleine Verbesserungen im Gesamtbild. Dazu kommen Ladezeiten, die man merkt, gerade weil man oft neu startet, aber sie sind nicht so lang, dass sie wirklich stören.
Unsere Meinung
The Rogue Prince of Persia ist am Ende ein Spiel, das mehr richtig macht, als man nach den ersten Stunden vielleicht erwartet. Die Bewegung trägt nicht nur den Einstieg, sondern bleibt auch später der Punkt, der einen immer wieder zurückholt. Dieses Gefühl, einfach loszulegen, einen Run zu starten und zu schauen, wie weit man kommt, funktioniert erstaunlich konstant, selbst dann, wenn man eigentlich schon denkt, alles gesehen zu haben. Gerade wenn man einmal drin ist und die Abläufe verinnerlicht hat, entsteht dieser Flow, bei dem man kaum noch aufhört, weil man immer das Gefühl hat, dass der nächste Run noch besser laufen könnte.
Klar, es gibt Schwächen, die man nicht übersehen kann. Die Story bleibt eher im Hintergrund, die Kämpfe erreichen nicht immer das Niveau der Bewegung, und der Loop nutzt sich stellenweise etwas schneller ab, als er müsste. Aber gleichzeitig ist das Spiel genau in dem, was es sein will, ziemlich konsequent. Es setzt auf Tempo, auf Wiederholung, auf dieses ständige „noch ein Versuch“, und genau das funktioniert besser, als man zunächst denkt. Am Ende bleibt ein Spiel, das vielleicht nicht alles perfekt macht, aber genug richtig, um länger hängen zu bleiben und immer wieder zurückzuziehen, auch dann, wenn man eigentlich schon fertig sein wollte.
„Starker Flow, großartige Bewegung und genau dieses eine Gefühl, das einen immer wieder in den nächsten Run zieht.” – game7days
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