Eines meiner Highlights dieses Jahr auf der gamescom 2026 handelte von LEGO Skylines, ein Cities Skylines im LEGO Stil, welches wir rund 60 Minuten auf der Messe anspielen durften!
Auf dem Bautisch wird es eng
Eigentlich sollte neben das Wohnhaus nur noch ein kleiner Park. Dann fehlt aber ein Laden, die nächste Häuserreihe würde auch noch gut passen und schon ist aus der überschaubaren Nachbarschaft ein halber Stadtteil geworden. Wer gerne mit LEGO baut, dürfte solche Gedankengänge kennen. LEGO Skylines greift diese Freude am Ausprobieren auf und verbindet sie mit einer Städtebausimulation. Ihr stellt Gebäude auf, kümmert euch um die Menschen dazwischen und entscheidet, wie eure Stadt aussehen soll. Ob ihr dabei alles ordentlich ausrichtet oder lieber ein etwas eigenwilliges Viertel entstehen lasst, gehört zum gestalterischen Reiz.
Die Idee passt ziemlich gut zusammen. Beim Bauen mit LEGO bleibt es schließlich selten genau bei dem, was man sich anfangs vorgenommen hat. Eine freie Ecke bringt euch auf neue Gedanken, ein anderes Gebäude verändert plötzlich das ganze Straßenbild. Mit Häusern, Grünflächen und Dekorationen soll auch hier eine Stadt entstehen, in der eure eigenen Einfälle sichtbar werden. Besonders interessant dürfte das für diejenigen sein, die gerne an Kleinigkeiten hängen bleiben. Manchmal braucht es eben keinen neuen Stadtteil, sondern nur die richtige Ergänzung zwischen zwei Häusern.
Die Müllabfuhr braucht trotzdem jemand
So gemütlich das Bauen zwischen bunten Steinen aussieht, um die Versorgung müsst ihr euch ebenfalls kümmern. Eure Bewohner benötigen Strom, Wasser und Nahrung. Dazu kommen Arbeitsplätze, Krankenhäuser und die Entsorgung von Müll und Abwasser. Wer seine Stadt erweitert, holt sich damit auch neue Aufgaben ins Haus. Die nächste Wohnsiedlung mag auf den ersten Blick gut aussehen, sie muss aber ebenso in den restlichen Ort eingebunden werden. Hinter der freundlichen Gestaltung steckt also durchaus ein Verwaltungsalltag.
Das könnte dem freien Bauen genau die Richtung geben, die manchmal fehlt. Ein Viertel braucht eine zusätzliche Einrichtung, also sucht ihr einen passenden Platz und verändert dabei vielleicht gleich die Umgebung. Aus einem Versorgungsproblem wird so das nächste kleine Bauprojekt. Noch ist allerdings offen, wie anspruchsvoll diese Aufgaben ausfallen. Interessant wäre eine Mischung, bei der ihr Fehler bemerkt und sinnvoll nachbessern könnt, ohne ständig den Überblick zu verlieren. Schließlich soll zwischen all den notwendigen Einrichtungen auch noch Zeit bleiben, sich um die schönen Ecken der Stadt zu kümmern.
Nur noch schnell diesen Park verschönern
Gerade dort könnte LEGO Skylines seine besondere Anziehungskraft entwickeln. Die grundlegende Versorgung steht, die Stadt wächst und trotzdem ist da noch dieser Platz, der etwas leer wirkt. Also stellt ihr etwas um, ergänzt eine Dekoration und schaut, ob ein anderes Gebäude besser danebenpassen würde. Solche Beschäftigungen brauchen nicht unbedingt eine große Belohnung. Oft reicht schon, dass das Ergebnis hinterher stimmiger aussieht. Aus einer Ansammlung von Gebäuden wird nach und nach eine Stadt, bei der ihr euch an einzelne Bauentscheidungen erinnert.
Damit das funktioniert, muss die Bedienung mitspielen. Wer etwas ausprobieren möchte, sollte seine Idee ohne langes Herumklicken umsetzen und bei Bedarf genauso leicht wieder ändern können. Daran wird sich zeigen, wie angenehm die gestalterische Freiheit tatsächlich ist. Viele Möglichkeiten allein helfen wenig, wenn jede kleine Anpassung zur Geduldsprobe wird. Gelingt dieser Teil, könnte das Überarbeiten älterer Viertel allerdings genauso viel Freude machen wie der Bau neuer Gebiete. Irgendwo findet sich schließlich fast immer noch eine Ecke, mit der man nicht ganz zufrieden ist.
Eine Stadt ist eigentlich nie fertig
LEGO Skylines möchte einen einfachen Zugang bieten, muss aber auch über die ersten Bauversuche hinaus interessant bleiben. Gerade erfahrene Städtebauer werden wissen wollen, wie viel hinter der Versorgung und Entwicklung ihrer Stadt steckt. Für Einsteiger wiederum sollte verständlich bleiben, warum etwas funktioniert oder eben nicht. Beides unter einen Hut zu bekommen, ist keine kleine Aufgabe. Neue Gebäude und zusätzliche Fläche sorgen zwar für Beschäftigung, auf Dauer braucht es aber auch Entscheidungen, über die man gerne ein wenig nachdenkt.
Die Verbindung aus LEGO und Städtebau macht jedenfalls neugierig. Eine eigene Stadt zu gestalten und sie anschließend im Alltag funktionieren zu sehen, passt gut zu der Freude, die schon beim Zusammenstecken eines kleinen Hauses entsteht. Ob daraus langfristig ein abwechslungsreiches Spiel wird, hängt vor allem von der Bedienung und dem Zusammenspiel der Aufgaben ab. Der Gedanke an die nächste digitale Dauerbaustelle hat trotzdem etwas. Erst muss noch die Versorgung stehen, dann wird der Park fertig gemacht – und für die freie Fläche dahinter gibt es bestimmt auch schon eine Idee.
Wir bedanken uns bei Paradox Interactive dafür, dass wir uns LEGO Skylines knapp 60 Minuten auf der gamescom 2026 anschauen durften!






