Einer der beiden Titel, die wir uns dieses Jahr bei Kalypso Media anschauen durften, betraf das Aufbau/Management und Simulationsstrategie Spiel „Tropico 7“. Dessen Vorgänger begeisterten in vergangener Zeit breite Massen an Spielern und wir haben die Möglichkeit erhalten, einen Blick auf den Titel zu erhaschen!
Viel Platz für die eigenen Vorstellungen
In Tropico 7 darf El Presidente wieder eine Insel nach den eigenen Vorstellungen gestalten. Bei der Platzierung der Gebäude gibt es viel Freiheit, sodass sich Wohnviertel und andere Stadtbereiche individuell anordnen lassen. Selbst die Landschaft muss nicht überall so bleiben, wie man sie vorgefunden hat. Teile des Geländes können angepasst werden, allerdings kosten solche Eingriffe ordentlich Geld. Nur weil ein Bauvorhaben schöner aussehen würde, ist es deshalb noch lange keine günstige Idee. Die Staatskasse sollte man bei größeren Umbauten lieber im Blick behalten.
Als technische Grundlage kommt eine neue, eigens entwickelte Engine zum Einsatz, mit der sich mehr Vorgänge innerhalb der Inselwelt simulieren lassen sollen. Bei der Vorstellung war von bis zu 15.000 Menschen auf einem entsprechend leistungsfähigen Rechner die Rede. Eine konkrete Hardwarekonfiguration wurde in den vorliegenden Angaben nicht genannt. Der größere Umfang betrifft dabei nicht nur die sichtbare Bevölkerung, sondern auch deren Alltag: Die Bürger haben Bedürfnisse, sind unterwegs und reagieren auf ihre Lebensbedingungen.





Der Alltag reicht bis zur Müllabfuhr
Eine wachsende Stadt produziert nicht nur Einnahmen, sondern auch Müll. Tropico 7 berücksichtigt das mit einem Verschmutzungssystem und einer eigenen Müllentsorgung. Neben den neuen Gebäuden muss deshalb auch die Versorgung mit solchen städtischen Dienstleistungen mitwachsen. Irgendjemand muss schließlich dafür sorgen, dass die Hinterlassenschaften des Inselalltags wieder verschwinden. Die Entsorgung gehört damit ebenso zur Planung wie die Frage, wo als Nächstes gebaut werden soll.
Auch beim Verkehr gibt es mehrere Möglichkeiten. Bürger können zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs sein, außerdem stehen Busse, Metro und Bahn zur Verfügung. Für die Verbindung der verschiedenen Stadtteile lässt sich damit auf unterschiedliche Verkehrsmittel zurückgreifen. Bei der freien Platzierung der Gebäude lohnt es sich entsprechend, die Wege gleich mitzudenken. Ein neues Viertel braucht nicht nur einen hübschen Standort, sondern auch eine Anbindung an den Rest der Insel.
Wie gut das Leben dort funktioniert, spiegelt sich in der Zufriedenheit der Bevölkerung wider. Neben einer grundlegenden Zufriedenheit gibt es dynamische Werte, die sich verändern können. Die Bedürfnisse der Bürger werden laufend simuliert. Eine Bevölkerung, die gerade noch zufrieden war, bleibt das also nicht automatisch für den Rest der Amtszeit. Für El Presidente bedeutet das, sich regelmäßig mit den Lebensbedingungen zu beschäftigen, statt nach einem gelungenen Bauprojekt schon die nächste Feier im Palast zu planen.





Regieren nach eigener Fasson
Wer im Palast sitzt, lässt sich ebenfalls auswählen. Tropico 7 bietet verschiedene männliche und weibliche Presidente-Figuren unterschiedlicher ethnischer Herkunft. Der Amtssitz kann anschließend angepasst werden. Bei aller Freiheit bleibt allerdings eine Voraussetzung bestehen: Ohne genügend Zustimmung wird es mit dem Machterhalt schwierig. Dazu kommen die Fraktionen mit ihren jeweiligen Interessen. Innenpolitisch gilt es deshalb, Unterstützung zu sichern und darauf zu achten, wem die eigenen Entscheidungen gefallen.
Mit Verfassungsentscheidungen lässt sich die politische Richtung festlegen, während Soforterlässe unmittelbare Eingriffe ermöglichen. Neben den Angelegenheiten auf der Insel muss auch die Außenpolitik berücksichtigt werden. Ganz im schwarzen Humor der Reihe stehen dabei nicht nur rechtschaffene Mittel zur Verfügung. El Presidente kann zu Sabotage greifen oder Bürger töten lassen. Zwischen der Sorge um zufriedene Einwohner und ziemlich skrupellosen Methoden bleibt also reichlich Spielraum für den eigenen Regierungsstil. Der anpassbare Palast ist schließlich nur dann von Nutzen, wenn man auch darin bleiben darf.
Wir bedanken uns bei Kalypso Media dafür, dass wir uns „Tropico 7“ auf der gamescom 2027 genauer anschauen durften.






