Den ersten Anspieltermin, welchen wir bei SEGA auf der gamescom 2026 hatten, fand am Donnerstag Abend statt. Hierbei handelt es sich um den kommenden Titel „Stranger Than Heaven“, der style-technisch stark an Yakuza-Titel erinnert!
Jede Faust hat ihre eigene Taste
Wer bei Stranger Than Heaven mit der gewohnten Prügelaction aus Yakuza rechnet, muss seine Finger erst einmal neu sortieren. RGG Studio verteilt die Kontrolle über Makoto Daitos linke und rechte Körperseite auf die Schultertasten des Controllers. Die Bumper lösen leichte Angriffe aus, während über die Trigger kräftigere Schläge folgen. Dadurch entscheidet man gezielt, von welcher Seite man zuschlägt und wie die einzelnen Angriffe ineinandergreifen. Der Blick bleibt dabei beim Gegner, denn eine offene Deckung ist die Gelegenheit, selbst aktiv zu werden.
Auch beim Verteidigen spielt diese Aufteilung eine Rolle. Makoto kann einen Angriff auf einer Seite abfangen und mit der anderen Hand zurückschlagen. Blocken, Parieren und Ausweichen gehören deshalb genauso zum Kampf wie die eigenen Treffer. Besonders reizvoll ist das perfekt abgepasste Ausweichmanöver: Für einen kurzen Moment verlangsamt sich das Geschehen und schafft Platz für einen Gegenangriff. Sobald mehrere Gegner dazukommen, muss man zusätzlich ihre Positionen im Auge behalten. Dann zählt neben dem richtigen Timing auch die Entscheidung, wem man sich als Nächstes zuwendet.



Auf der Straße wird nicht fair gekämpft
Stranger Than Heaven lässt seinen Auseinandersetzungen etwas mehr Zeit als die klassischen Yakuza-Prügeleien. Bewegungen und Angriffe haben Gewicht, und auch der Griff zum Heilgegenstand gehört bewusst eingeplant. Makoto kann Gegner packen, zu Boden bringen und dort weiter auf sie einschlagen. Allerdings gelten diese Möglichkeiten nicht nur für ihn. Liegt er selbst auf dem Rücken, können seine Widersacher nachsetzen. Wegrollen oder ein rechtzeitiger Tritt helfen dabei, sich wieder Luft zu verschaffen. Die Kämpfe reichen dadurch vom Schlagabtausch im Stehen bis zum Gerangel auf dem Boden.
Mit einer Waffe in der Hand ändern sich die Möglichkeiten erneut. Messer und schwere Brecheisen gehören zu den bereits spielbaren Werkzeugen. Gerade größere Waffen beeinflussen die Beweglichkeit und können bestimmte Aktionen mit einem Arm einschränken. Dafür bieten sie zusätzliche Möglichkeiten, bewaffnete Angriffe abzuwehren. Die Wahl hängt also nicht allein davon ab, wie viel Schaden ein Treffer verursacht, sondern auch davon, welche Bewegungen im jeweiligen Kampf gebraucht werden.
Wie wichtig die Reichweite ist, zeigt ein Duell zwischen Makotos Messer und einem Schwertkämpfer. Um selbst einen Treffer zu landen, muss Makoto nah heran, während die längere Klinge ihn schon aus größerer Entfernung erreicht. Hier lohnt es sich, einen gegnerischen Angriff abzuwarten, auszuweichen und die anschließende Öffnung auszunutzen. Aus der Straßenprügelei wird ein konzentrierter Zweikampf.



Harte Treffer in wechselnden Zeiten
Die spielbaren Schauplätze führen nach Kokura im Jahr 1915, Kure im Jahr 1929 und Osaka im Jahr 1943. Schon innerhalb dieser begrenzten Ausschnitte verändern sich Kleidung, Umgebung und Bewaffnung. Die unterschiedlichen Jahrzehnte werden damit direkt im Geschehen sichtbar. Für die Atmosphäre ist das ein interessanter Ansatz, weil die Auseinandersetzungen jeweils in einem anderen historischen Umfeld stattfinden und nicht einfach nur vor ausgetauschten Kulissen.
Besonders viel Aufmerksamkeit bekommen die Figuren und ihre Reaktionen auf Gewalt. Körper reagieren sichtbar auf Schläge, während die realistisch gestalteten Charaktermodelle die Wucht der Treffer unterstreichen. Die Finisher fallen deutlich überzeichneter aus und erinnern an die drastische Inszenierung, für die RGG bekannt ist. Dazwischen wirken die einzelnen Schlagwechsel schwerer und körperlicher. Gerade dieser Unterschied verleiht den Kämpfen ihren eigenen Charakter: Ein gewöhnlicher Fausttreffer darf bereits Eindruck hinterlassen, bevor eine aufwendigere Abschlussanimation folgt.
Wir bedanken uns bei SEGA für die Möglichkeit, das wir das Spiel „Stranger Than Heaven“ auf der gamescom 2026 anspielen durften!






