Wenn der Name Saber Interactive fällt, horchen wir in der Redaktion sofort auf. Schließlich hat das Studio mit MudRunner, SnowRunner oder jüngst Expeditions: A MudRunner Game eindrucksvoll gezeigt, wie spannend und detailverliebt Simulationen sein können. So war es für uns fast selbstverständlich, dass wir auf der gamescom einen Termin zu Docked wahrnehmen würden – einer Hafen-Simulation, die uns direkt nach Port Wake führt, einen Ort, der nach einem verheerenden Hurrikan ums Überleben kämpft. Gemeinsam mit den Figuren Tommy und Mark sowie unter der Leitung von Bill liegt es an uns, den Frachtbetrieb am Laufen zu halten.
Schon die erste Mission in der Demo machte klar, worum es in Docked geht: Schweres Gerät bedienen, Container bewegen und dabei jederzeit die Kontrolle behalten. In einer regnerischen Nacht läuft das Frachtschiff „Pathfinder“ beschädigt in den Hafen ein. Wir steigen mithilfe eines Aufzugs auf eine gewaltige Containerbrücke, die im Spiel beeindruckend in Szene gesetzt ist. Dort bedienen wir den sogenannten Spreader, mit dem wir Container vom Schiff auf das Hafengelände verfrachten. Zwei verschiedene Steuerungsmodi stehen zur Wahl: Der Simulationsmodus für präzisere Handhabung und der Arcade-Modus für einen leichteren Einstieg. Mehrere Kameraperspektiven und Hilfseinblendungen erleichtern die Arbeit – und auch ohne große Vorerfahrung im Genre gelang uns der Job erstaunlich gut.
Technisch hinterließ Docked gemischte Eindrücke. Einerseits beeindruckten uns die detailreichen Maschinen, atmosphärische Wettereffekte und die stimmungsvolle Umgebung. Andererseits offenbarte die Version, die wir spielen konnten, noch klare Baustellen: Es gab keine Grafikoptionen, ein 30-FPS-Limit und trotz starker Hardware spürbare Framerate-Einbrüche sowie auffälliges Kantenflimmern. Saber Interactive betonte jedoch, dass die Optimierung bis zum Release noch ansteht und die finale Version auch auf schwächeren Systemen gut laufen soll.
Unser vorläufiges Fazit: Docked hat schon jetzt ein solides Fundament. Noch fehlt es den Missionen ein wenig an Vielfalt, da sich die Aufgaben oft um das Ab- und Umladen von zwei Containern drehen. In der Vollversion sollen aber zusätzliche Maschinen, Wartungsarbeiten, Lieferketten-Management und Geschäftspartnerschaften dazukommen – Aspekte, die das Spiel deutlich beleben könnten. Auch auf die Geschichte sind wir gespannt, denn die englisch vertonten Dialoge mit deutschen Untertiteln geben bereits eine kleine Kostprobe, bleiben aber bislang oberflächlich. Mehr Personal, mehr Dynamik im Hafengelände und ein tieferer Management-Aspekt könnten Docked von einer soliden Simulation zu einem echten Genre-Highlight machen.
Einen festen Releasetermin nannte Saber Interactive noch nicht. Doch nach dem, was wir auf der gamescom und in der Demo erleben konnten, sehen wir großes Potenzial für alle, die Freude an realistischen, aber zugänglichen Simulationen haben.
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Bus Bound auf der gamescom
Manchmal sind es die unscheinbaren Titel, die auf einer Messe voller Blockbuster die größte Aufmerksamkeit auf sich ziehen. So erging es uns bei Bus Bound von Saber Interactive, das auf der gamescom 2025 gezeigt wurde. Statt epischer Schlachten oder übergroßer Welten geht es hier um etwas völlig Alltägliches: das Steuern eines Busses. Doch wer glaubt, dass sich dahinter nur eine nüchterne Simulation verbirgt, irrt gewaltig.
Das Fahren selbst ist lediglich der Ausgangspunkt. Hinter dem Lenkrad werden wir mit einer Vielzahl an Situationen konfrontiert, die jede Route einzigartig machen. Verspätungen, wütende Fahrgäste oder spontane Ereignisse auf der Strecke sorgen dafür, dass Routine kaum aufkommt. Mal zwingt uns ein Stau zu improvisieren, ein anderes Mal sind es die Gespräche und Konflikte im Inneren des Busses, die uns fordern. Die Fahrten entwickeln so eine fast schon erzählerische Dynamik – kleine Episoden des Alltags, die sich wie Geschichten entfalten.
Auffällig ist, wie sehr Bus Bound auf Atmosphäre setzt. Der Bus ist kein stiller Ort, sondern ein Mikrokosmos voller Stimmen, Stimmungen und Spannungen. Jede Entscheidung – ob wir einen Halt auslassen, die Route abkürzen oder das Gespräch mit den Passagieren suchen – verändert die Wirkung der Fahrt. Die Welt außerhalb verstärkt diesen Eindruck: verregnete Straßen, hektische Innenstädte oder stille Landwege sind so detailreich gestaltet, dass man das Gefühl bekommt, wirklich Teil des Geschehens zu sein.
Technisch beeindruckt besonders das Fahrgefühl. Das physikbasierte System überträgt jede Bodenunebenheit, jedes Bremsmanöver spürbar ins Gameplay. Aus einer simplen Fahrt wird so eine Herausforderung, die Präzision und Aufmerksamkeit verlangt.
Überraschend ist außerdem der geplante Koop-Modus. Statt allein zu fahren, können mehrere Spieler:innen gemeinsam Verantwortung übernehmen – sei es als Fahrer, Mechanikerin oder Koordinator. Dadurch entsteht ein unerwartet soziales Erlebnis, das deutlich über das klassische Simulationserlebnis hinausgeht.
Ein konkretes Veröffentlichungsdatum bleibt Saber Interactive bislang schuldig. Fest steht aber, dass der Titel sowohl für PC als auch Konsolen erscheinen wird. Wer neugierig geworden ist, sollte sich Bus Bound schon jetzt vormerken – die Mischung aus Alltagsszenario, dichten Umgebungen und spielerischer Tiefe hat das Potenzial, für viele zu einer echten Überraschung zu werden.
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Unser Fazit: Bus Bound ist weit mehr als nur ein Fahrsimulator. Es erzählt Geschichten im Kleinen, lässt uns die Verantwortung für einen Bus und seine Fahrgäste spüren und verleiht dem Gewöhnlichen einen ungeahnten Reiz. Genau deshalb hat uns dieser Titel auf der Messe so positiv überrascht.






