Milestone präsentiert exklusiv erste Details zu SCREAMER auf der gamescom 2025

Quelle: Milestone

Wenn ein traditionsreicher Name plötzlich wieder auf der Bildfläche erscheint, schwingt immer auch ein Hauch Nostalgie mit. So erging es uns, als wir auf der gamescom 2025 zum ersten Mal den Reboot von Screamer sehen durften. Was in den 90ern als Bleifuss! deutsche PC-Bildschirme zum Glühen brachte, kehrt nun in gänzlich neuer Form zurück – und zwar mit einem Ansatz, der Arcade-Racing, Anime-Ästhetik und Fighting-Game-Elemente in ein explosives Paket schnürt.

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Bereits der Präsentationsraum machte deutlich, wohin die Reise geht: Überdimensionale Artworks im Stil klassischer 80er-Jahre-Anime, Figuren in dynamischen Heldenposen, daneben grell beleuchtete Rennwagen, die scheinbar gerade einer Explosion entkommen. Die Entwickler von Milestone erklärten uns, dass man bewusst diese Richtung eingeschlagen hat und dafür eng mit dem japanischen Animationsstudio Polygon Pictures zusammenarbeitet. Das Ergebnis: Charakterdesigns, die wirken, als wären sie direkt aus einem Anime-Film entsprungen, und gleichzeitig eine ganz eigene Note besitzen.

Wer sich noch an das Screamer von 1995 erinnert, weiß: Das Original war vor allem ein technisches Statement. Es zeigte damals, dass der PC mit Konsolen wie Ridge Racer mithalten konnte. Seither hat sich Milestone vor allem einen Namen mit Simulationsserien wie MotoGP oder WRC gemacht. Mit Projekten wie Gravel oder Hot Wheels Unleashed tastete sich das Studio langsam wieder zurück zu seinen Arcade-Wurzeln. Das neue Screamer wirkt nun wie die logische Vollendung dieses Prozesses.

Doch der Fokus liegt diesmal nicht allein auf den Fahrzeugen. Jede Fahrerin und jeder Fahrer bringt individuelle Eigenschaften mit – mal offensive Attacken, mal defensive Spezialfähigkeiten, die das Rennen spürbar beeinflussen. Damit fühlt sich das Ganze fast wie ein Kampfspiel an, bei dem sich Persönlichkeiten duellieren, statt nur Autos. Milestone setzt also nicht auf eine bloße Neuauflage, sondern auf eine Neuinterpretation, die Story und Figuren stärker in den Vordergrund rückt.

Gameplay-seitig erwartet uns eine Mischung aus präzisem Fahrverhalten und spektakulären Manövern. Wer geschickt schaltet oder sauber driftet, lädt eine Energieleiste auf, mit der sich besondere Aktionen auslösen lassen. Dazu gehören Schilde gegen Attacken oder ein mächtiger Stoßangriff, der Gegner regelrecht von der Strecke fegt. Erinnerungen an Burnout und seine berühmten Takedowns sind dabei kaum zu übersehen.

Besonders spannend fanden wir das Drift-System. Anders als gewohnt steuert man hier Drifts über den rechten Analogstick – jederzeit und frei kontrollierbar. Diese Mechanik, inspiriert vom Indie-Hit Inertial Drift, ermöglicht es, Kurvenfahrten extrem präzise und variabel umzusetzen. Anfangs ungewohnt, nach kurzer Eingewöhnung aber ein echtes Highlight mit hohem Skill-Potenzial.

Auch die Streckenvielfalt wusste zu überzeugen. Von neonbeleuchteten Metropolen über verlassene Wüstenhighways bis hin zu urbanen Ruinen bietet Screamer ein abwechslungsreiches Setting, das stark von futuristischen Anime-Welten inspiriert ist. Die Grafik verzichtet dabei weitgehend auf plakatives Cel-Shading und erinnert in ihrer Ästhetik tatsächlich an Produktionen von Polygon Pictures: detailreich, dynamisch, aber immer mit einem Hauch von Anime-Charme.

Eine Besonderheit, die das Spiel von anderen Arcade-Racern unterscheidet, ist die erzählerische Ebene. Statt austauschbarer Rennen erwartet uns eine zusammenhängende Handlung: In einem illegalen Turnier in der futuristischen Stadt Neo Rey treten die Fahrerinnen gegeneinander an – jeder mit eigenen Motiven, Konflikten und Zielen. Milestone betont, dass es um Themen wie Loyalität, Gier und Rache geht, und hat für die Inszenierung mit namhaften Synchronsprecher*innen gearbeitet, darunter Troy Baker. Ein deutliches Signal, dass die Story nicht bloß Beiwerk sein soll.

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Unser Eindruck nach rund 30 Minuten Hands-On: Screamer wagt den Spagat zwischen Arcade-Klassiker und moderner Spielerfahrung. Die Kämpfe auf der Strecke, die Charaktertiefe und die ungewöhnliche Steuerung sorgen für ein frisches Fahrgefühl, das sich klar von Konkurrenz wie Need for Speed oder den alten Ridge Racer-Teilen absetzt. Lediglich das Tempo der Demo hätte noch etwas höher sein dürfen – aber es ist gut möglich, dass spätere Rennen aggressiver und schneller ablaufen.

Fest steht: Milestone bringt mit Screamer 2026 ein Rennspiel zurück, das mehr sein will als ein Nostalgie-Trip. Es ist ein mutiges Projekt, das Racing-Fans wie Fighting-Game-Liebhaber gleichermaßen ansprechen könnte – und das durch seine stilvolle Anime-Optik schon jetzt aus der Masse hervorsticht.

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