Deathloop – Test / Review (PC)

Viele dürften in den letzten Tagen den Namen „Deathloop“ bereits gehört und sich darüber gewundert haben, was damit gemeint ist. Nun, das ist einfach erklärt: Hierbei handelt es sich um den neuen Shooter von Bethesda, welcher vor kurzem veröffentlicht wurde. Wir haben uns den Titel genauer angeschaut, um euch darüber berichten zu können.

Was genau ist Deathloop?

Deathloop ist eine gewagte Mischung aus Shooter und RPG Elementen gemixt mit technologischen Waffen, einer zeitmanipulierten Tages-„Schleife“ und mysteriösen Geschehnissen. Der Titel, welcher neben dem PC auch zeitexklusiv für PS5 erschienen ist und zukünftig ebenfalls eine Xbox-Variante besitzen wird, ist momentan in aller Munde.

Eure Aufgabe ist simpel erklärt: Tötet in der Zeitschleife acht Personen! Dann, und nur dann, ist es euch möglich, den Loop zu brechen und aus der Zeitschleife zu entkommen. Das ist allerdings leichter gesagt als getan!

Gestatten: Colt!

In der Hauptgeschichte übernehmt ihr die Rolle von Colt, einem Lederjacken-tragenden Kerl und nach einer mehr oder weniger verstörenden Videosequenz, in welcher uns eine junge Frau mit einer Machete malträtiert, finden wir uns an einem Strand wieder, der zur Insel Blackreef gehört. Allerdings besitzen wir so gut wie keine Erinnerungen mehr an unser Leben.

Nach einigen Einführungen und Erkundungen finden wir Waffen und weitere Informationen, wenn auch nur spärliche: Wir sind in einer Zeitschleife gefangen, welche von einer unbekannten Person ausgelöst wurde und zeitgleich möchte uns eine bestimmte Person tot sehen: Julianna. Ob das wohl die Frau aus der Videosequenz ist? Wer weiß!

Gerade am Anfang kann das Spiel ziemlich verwirrend sein. Die Tutorials, welche ins Spiel integriert wurden, bringen euch erste Anhaltspunkte und im Verlauf der Spielzeit löst sich das Rätsel immer weiter auf!

Und täglich grüßt das Murmeltier

Wie wir bereits erwähnt haben, können wir die Zeitschleife nur beenden, wenn wir innerhalb dieser 8 verschiedene Personen ausschalten. Das dürfen selbstverständlich keine zufälligen sein, sondern in diesem Falle die Anführer des ÄON-Projekts. Hierbei handelt es sich um eine große Gruppe von Personen, welche sich auf der Insel Blackreef niedergelassen haben, um schlussendlich ewig zu leben. Euch erwarten in dem Sinne also keine Profikiller als Attentatsziele, sondern eben einfache Leute aus einer Forschungsgruppe und demnach auch normale Menschen!

Da wir nicht wissen, wo diese Personen auf der Insel genau zu finden sind, müssen wir die Zeitschleife bestmöglichst ausnutzen. Diese umfasst im übrigen immer genau einen Tag, welcher schlussendlich in 4 Tageszeiten eingeteilt ist. Auch suchen wir nicht jeden Tag an den gleichen Stellen der Insel, sondern finden uns an unterschiedlichen Orten wieder. Hiervon gibt es ebenfalls 4 Stück und während diesen Tageszeiten ändern sich die Orte auch zum teil extrem. Das betrifft sowohl das aktuelle Wetter, als auch die Menge der bereitgestellten Wachen!

Wir müssen innerhalb der verschiedenen Zeiten des Tages die Gegend durchsuchen, um Hinweise zu entdecken und einem unserer Ziele näher zu kommen. Achtet auch auf die kleinsten Unregelmäßigkeiten oder auffälligen Details, denn nur so könnt ihr nach und nach alle Hinweise entdecken und einen Plan zurechtlegen!

Persistente Welt

Was wir besonders interessant finden ist, dass wir die Geschehnisse in Blackreef teilweise stark beeinflussen können. Hier kommt es ebenfalls auf die eigenen Entscheidungen und Handlungen an. Beispielsweise können wir am frühen Morgen einen Brand verhindern, damit in der Nacht das Gebäude nicht völlig abgebrannt ist.

Auch entscheidet man mit Colt selbst, wie genau man vorgehen möchte und legt sich sozusagen seine eigenen Ziele fest. Mal besuchen wir eine Party, mal begutachten wir ein Fabrikgelände und versuchen dort, weitere Hinweise zu finden. Alle gefundenen Hinweise befinden sich übrigens gut übersichtlich im Menü, wodurch wir auch bei einer steigenden Menge als Notizen nicht den Überblick verlieren.

Genau das macht das Spiel im übrigen so spannend: Die Handlung findet nicht linear statt und das Suchen und Kombinieren von Hinweisen verleiht dem Spiel noch einen besonders interessanten Touch! Ein Tipp von unserer Seite: Konzentriert euch nicht nur auf die Hauptgeschichte, sondern sucht auch nach weiteren Hinweisen, wenn ihr die komplette Geschichte erfahren wollt!

Erkundet, was das Zeug hält!

Schnell werdet ihr beim Erkunden merken, dass es in jedem Gebiet zu jeder Tageszeit mehrere Wege gibt, um dahin zu gelangen, wo man eigentlich hinmöchte. Dies gilt sogar für das innere von Gebäuden, wo ihr weitere Dokumente oder Informationen finden könnt.

Ein gutes Beispiel hierfür wäre vermutlich eine riesen Waffenlagerung in der Updaam-Bibliothek, welche jedoch gut bewacht wird. Eure Aufgabe ist nun natürlich, einen verhältnismäßig sicheren Weg hinein zu finden oder, falls ihr es euch und eurer Ausrüstung zutraut, den Weg ins innere freizuschießen!

Welche Spielart darf es sein?

Wie bereits erwähnt handelt es sich bei Deathloop um einen Shooter, daher dürfen natürlich auch die Waffen nicht fehlen. Selbst wenn ihr euch entscheidet, den Großteil des Spiels schleichend und heimlich zu verbringen, ist eine Waffe als Backup definitiv nicht verkehrt und für Spieler, die eher auf Radau stehen, sowieso nicht!

Zu Beginn starten wir mit einer verhältnismäßig schwachen Uzi-Waffe, was den Schwierigkeitsgrad noch etwas steigen lässt, da die KI zwar nicht unheimlich intelligent, aber doch relativ vorausdenkend agieren lässt. Allerdings findet man im Verlauf der Geschichte bessere Waffen, sei es durch das Looten von Gegnern oder auch durch das Erkunden der Gegend. Hier kommt jedoch der Clou an der Geschichte: Wird der Loop am Abend beendet oder sterben wir als Colt drei mal, sind die Waffen verloren. Hier gibt es jedoch eine Möglichkeit, dies zu verhindern:

Auf Blackreef könnt ihr eine seltene Ressource finden: Residium. Diese erlangt ihr entweder durch das Einsammeln von funkelnden Objekten oder wenn ihr Gegner beseitigt. Auch ist es möglich, in der aktuellen Zeitschleife eingesammelte Waffen zu zerlegen, um dadurch Residium zu erhalten. Dieses Residium könnt ihr nutzen, um Waffen oder auch Fähigkeitentafeln aufzuladen, damit diese durch das Beenden des Loop-Taes erhalten bleiben. Dadurch ist es möglich, nach und nach Waffen und Fähigkeiten anzusammeln, welche uns im Verlauf des Spiels immer stärker werden lassen. Dadurch schalten wir auch Fähigkeiten bzw. passive Effekte für Colt selbst frei!

Neben den bereits erwähnten Waffen gibt es auch die beschriebenen Fähigkeiten, bei denen schleichen die bessere Alternative ist. Wenn wir Visionäre im Spiel beseitigen, erlangen wir diese Fähigkeiten-Tafeln, welche allesamt unterschiedliche Effekte mit sich bringen. So ist es beispielsweise möglich, Fallen zu stellen oder sich sogar kurzzeitig zu teleportieren. Durch diese vielfältigen Möglichkeiten wird Deathloop auch auf lange Zeit nicht langweilig!

Julianna hats in sich!

All dies ist ja nicht schon schwierig genug. Nein, auch Julianna hat es nach wie vor auf uns abgesehen und wird hin und wieder versuchen, euch zu töten. Warum sie euch daran hindern will, den Loop zu brechen, müsst ihr in der Story erst einmal selbst erfahren. Dies läuft dann im übrigen so ab:

Alle Fluchtwege aus dem jeweiligen Gebiet sind so lange blockiert, bis es uns gelingt, eine Antenne zu finden und schlussendlich zu hacken. Das hört sich leichter an, als es eigentlich ist, denn in der Zeit macht Julianna durchgehend Jagd auf uns, wodurch sich das Machtgehabe „Jäger“ und „Beute“ nicht unbedingt positiv für uns verschiebt! Achtet also genau auf eure Umgebung und auch auf die Dächer, um nicht hinterrücks von Julianna mit ihrem Scharfschützengewehr über den Haufen geschossen werden! Diese Momente sorgen für eine Menge Action und in gewisser Art und Weise sogar für Adrenalin im Blut!

Multiplayer-Modus? Gerne doch!

Eine weitere Besonderheit ist der Multiplayer-Modus. Dieser ist natürlich keine Pflicht, sondern rein optional für interessierte Spieler und sogar relativ leicht erklärt. Spielt ihr mit diesem Modus, könnt ihr von anderen Spielern in Form von Julianna gejagt werden. Ein ähnliches System dürfte vielen Dark Souls Spielern schon bekannt sein. Hierfür besitzt Julianna ein gleiches System wie Colt: Es bestehen eine bestimmte Menge an Waffen, Tafeln und Talenten, mit welchen Julianna ausgestattet werden kann. Ihre Aufgabe ist dann schlussendlich die Gleiche wie im Singleplayer Modus: Colt finden und ihn um die Ecke bringen.

Natürlich ist es euch auch möglich, Julianna zu spielen und in das Spiel von anderen einzudringen. Durch erfolgreiche Jagden oder das Erfüllen besimmter Ziele, steigt man selbst im Jägerrang auf und erhält dadurch neue Ausrüstung und Waffen. Wir finden den Multiplayer-Modus deswegen so interessant, weil es dem Spiel ebenfalls noch einmal zusätzliche Würze verleiht. Auch ist es interessant zu sehen, wie manche Spieler genau vorgehen, um ihren Widersacher auszuschalten. Sei es aggressiv oder taktisch, versucht euch hier in verschiedenen Bereichen aus!

Allerdings müssen wir erwähnen, dass man nicht von Anfang an im Multiplayer-Modus spielen kann. Hierfür müssen zunächst in der Hauptkampagne einige Ziele erfüllt werden und es funktioniert nur in bestimmten Missionen! Dies tut dem Spielspaß allerdings keinen Abbruch!

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Technisch und grafisch absolut top!

Besonders gut hat uns auch der Stil bzw. die Grafik von Deathloop gefallen. Man hat hier auf eine gute Mischung aus SciFi- und nostalgischem Flair gesetzt. Auch gibt es viele verschiedene, teils bunte und teils eintönig gehaltene Gebiete, welche sich dann schlussendlich auch in den Tageszeiten sehr voneinander unterscheiden. So besuchen wir einmal eine Küstengegend, welche farblich dezent gehalten wurde und das Setting einer rauen Küste gut rüberbringen kann und bei einem anderen mal sind wir mitten auf einer bunt gehaltenen Party.

Technisch gesehen ist Deathloop vollkommen akzeptabel. Die Steuerung funktioniert sowohl mit Maus und Tastatur einwandfrei, als auch mit dem Controller. Zu Release des Spiels gab es teilweise noch extreme FPS Einbrüche, welche allerdings zum aktuellen Zeitpunkt weitgehend behoben wurden. Die Kantenglättung sieht sehr gut aus und größere Grafikbugs konnten wir nicht erkennen. Gemixt mit dem ansprechenden Soundtrack hat Bethesda mit Deathloop sehr gute Arbeit geleistet!

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Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
90 %
QuelleDEATHLOOP
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Bevor ich das neue Online-Gamingmagazin Alpha-Omegagaming mit aufgebaut habe / am Aufbauen bin, war ich ca. 2 Jahre bei Game2gether als Redakteur dabei. Toni und ich haben uns nach reichlicher Überlegung dazu entschlossen, ein eigenes Magazin auf die Beine zu stellen. Meine Interessen liegen hauptsächlich im MMO und RPG Bereich.