Merek’s Market – Test / Review (PC)

Koop-Spiele erfreuen sich nun seit geraumer Zeit immer stärker werdender Beliebtheit. Diese gibt es in unterschiedlichen Spielarten und Varianten wie RPGs, Strategie-Spielen oder auch in Indie und Arcade-Varianten. Eben in diesen letzten beiden Kategorien wird das Spiel, in welchem es in diesem Review geht, eingeordnet. Die Rede ist von „Merek’s Market“, welches vor weniger als einem Tag veröffentlicht wurde. Merek’s Market wurde im übrigen von Big Village Games entwickelt und veröffentlicht. Wir haben uns das Spiel nun genauer angeschaut, um für euch diesen Review verfassen zu können!

Zurück zum Mittelalter

Merek’s Market bietet dem Spieler zwei verschiedene Spielmöglichkeiten: Eine Kampagne, welche man als Einzelspieler erlebt und einen Multiplayer-Modus, welcher von dieser Kampagne unabhängig stattfindet. Aber fangen wir doch von vorne an und erklären euch erst einmal, worum es in der Kampagne genau geht:

Wir als Spieler schlüpfen in die Rolle von Merek, einem Schmied bzw. Händler im Mittelalter. Dieser führt seinen Laden komplett allein, wobei man eine Art Straßenstand nicht unbedingt als richtigen Laden bezeichnen kann. Zu Beginn könnt ihr auch nicht viel verkaufen oder herstellen, was nicht zuletzt daran liegt, dass ihr nur wenige Rezepte und Materialien besitzt. Anhand eines Buches kann Merek sich Rezepte anzeigen lassen, allerdings sollte man diese nach einer Weile im Kopf haben, da man nicht unendlich Zeit hat, Bestellungen „auszuliefern“. Gerade zu Beginn ist Merek nur dazu in der Lage, drei Objekte herzustellen. Aber dazu später mehr. Je weiter wir anhand der Level voranschreiten, desto mehr Möglichkeiten für neue Crafting-Gegenstände erhalten wir.

Diese fallen uns natürlich nicht einfach ein. Stattdessen besuchen uns an einem bestimmten Datum direkt zur Öffnung des Ladens bestimmte NPCs im Spiel. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Len und Tess. Beide bringen neue Herstellungsmöglichkeiten mit sich, aber auch Verbesserungen für unseren Laden oder im Verlauf des Spiels sogar neue, bessere Läden, welche wir übernehmen müssen. Dies baut sich im Spiel allerdings nacheinander auf und man sollte jederzeit bedenken, dass dies auch mehr „Stress“ für Merek und damit euch bedeutet! Was wäre allerdings ein Laden ohne eine gute Konkurrenz? Richtig, ziemlich langweilig. Problematisch ist es jedoch, wenn der Konkurrent nicht fair spielt, wie es bei „Merek’s Market“ der Fall ist, was euch schnell auffallen wird. Dieser wird euch sabotieren, wo er nur kann. Sei es, indem er euren Nachschub an Materialien unterbindet, Ratten in eurer Schmiede aussetzt oder einfach versucht, eure Zeit zu verschwenden!

Das besondere an Merek’s Market ist jedoch, dass die Geschichte, welche innerhalb der 50 verfügbaren Level erzählt wird, durchaus zu begeistern weiß. Dies liegt nicht zuletzt am vorhandenen Humor und den Witzen, welche die NPCs und auch Merek von sich geben. Hin und wieder gibt es sogar kleine Wendungen in der Geschichte, aber dazu sagen wir nichts, da ihr dies selbst erleben solltet!

Von gähnender Leere zum Massenansturm

Gerade zu Beginn hat man keinen Zeitdruck, da sich die Kunden nicht gegenseitig die Klinge in die Hand drücken, wie man so schön sagt. Innerhalb eurer Werkstatt gibt es, je nach Fortschritt folgende Werksstationen:

  • Werkbank
  • Ofen
  • Amboss
  • Braukessel

Zu Beginn betreten Kunden euren Laden und begeben sich zum Bedienung-Tresen. Dort wird dann deren Bestellung angezeigt. Für Neulinge oder auch allgemein für neue Rezepte gibt es eine Art Schreibstation mit einem daraufliegenden Buch. Dort könnt ihr jederzeit Rezepte nachschlagen und darstellen lassen. Dies ist allerdings wirklich nur für eine kurze Lernphase gedacht, da man im späteren Verlauf wirklich nicht die Zeit hat, durchgehend am Buch nach Rezepten zu blättern. Anfangs könnt ihr lediglich Tonkrüge, Zauberstäbe und Stühle erschaffen. Natürlich benötigen die Rezepte unterschiedliche Werksstationen. Einige nur eine bestimmte, andere dagegen mehrere hintereinander. Beispielsweise wird der Zauberstab mit Holz an der Werkbank hergestellt, während der Stuhl sowohl mit Leder und Holz an der gleichen Station hergestellt werden kann. Herstellungsaufgaben, welche am Amboss oder an der Werkbank stattfinden, müssen von euch selbst durchgeführt werden. Selbiges gilt natürlich auch für das Transportieren der Güter zu diesen Werksstationen. Bei einer Schmiede bzw. einem Ofen beschafft ihr lediglich die Rohmaterialien und startet den Schmiede/Herstellungs-Vorgang, welcher dann vollautomatisch läuft.

Im Verlauf des Spiels jedoch erhaltet ihr auch fortgeschrittene Aufträge wie das Schmieden von Rüstungen, Schwertern, Gläsern oder Laternen, welche viele verschiedene Arbeitsschritte benötigen. Nehmen wir doch als Beispiel die bereits erwähnten Laternen. Für diese werden sowohl Glas als auch ein Metallbarren benötigt. Dies bedeutet, dass ihr mithilfe von Erz und Kohle einen Herstellungsvorgang an einer Schmiede startet, damit ihr nach einigen Sekunden einen Metallbarren in der Hand halten könnt. Fehlt nun noch das Glas. Dieses erhält der Spieler durch einen Verarbeitungsvorgang in der Schmiede, wenn ihr diese mit Kohle uns Sand füllt. Allerdings besitzt ihr keinen Sand, sondern nur Sandstein, welcher zunächst an einer Werkbank zu Sand verarbeitet werden muss. Hier sieht man klar und deutlich, dass diverse Objekte durchaus 3-4 Arbeitsschritte mit sich bringen können. Ihr solltet also vorausschauend denken und versuchen, beispielsweise immer 1-2 Metallbarren auf Vorrat zu haben, um Bestellungen schnell abwickeln zu können.

Die Braukessel dagegen schaltet man erst relativ mittig im Spiel frei. Die NPCs können Tränke bestellen, welche ihr zunächst brauen müsst. Hierfür gibt es ein Grundmaterial, welches dem Kessel hinzugefügt werden muss. Anhand einer „Timeline“ seht ihr, wann ihr weitere Zutaten hinzufügen müsst und falls der Trank fertig gebraut ist, hört ihr dies anhand eines Geräusches und habt eine bestimmte Menge an Zeit, um diesen in ein Glas umzufüllen. Fügt ihr Zutaten nicht schnell genug hinzu oder füllt den Trank nicht um, ist dieser unwiederbringlich verloren!

Selbstbedienung und Zahlvorgang

Auch gibt es später Level, in welchem der Laden eine Art Selbstbedienungs-Station besitzt. Diese müsst oder vielmehr könnt ihr mit bestimmten Gegenständen füllen. Die Ladenbesucher gehen im Verlauf des Levels durchgehend zuerst zu diesen Stationen und versuchen, sich den Gegenstand dort abzuholen. Sind eben jene gewünschte Gegenstände dort vorhanden, sind die Käufer glücklich, was man anhand eines lächelnden Gesichtes neben der Person sieht. Dies bewirkt, dass der jeweilige Käufer nicht auf eure Bedienung warten muss, sondern sofort zur Kasse geht, um dort den Einkauf zu bezahlen. Die Selbstbedienung bewirkt im Übrigen auch, dass der Käufer mehr bezahlt als üblich. Achtet also darauf, nach Möglichkeit diese Selbstbedienungsstationen gefüllt zu halten!

An der Kasse angelangt ist es nun eure Aufgabe, die Zahlung zu empfangen. Dies funktioniert nicht automatisch, sondern mithilfe einer bestimmten Tastenkombination, welche zufällig ist. Diese wird über dem Kunden angezeigt. Wenn ihr mit der Maus und Tastatur spielt, ist dies ein Wort mit zwischen 3 und 8 Buchstaben, während es beim Controller eine Tastenkombination darstellt. Diese solltet ihr so schnell wie möglich, aber auch fehlerfrei eingeben. Ersteres bewirkt ein höheres Trinkgeld und die fehlerfreie Eingabe eine Art Bonus, welcher sich immer weiter stapelt und eben zusätzliches Geld gewährt! Ohne diesen Bonus ist es im übrigen nicht möglich, in den verschiedenen Level eine Goldwertung zu erreichen!

Feilschen will gelernt sein… nur nicht mit Boss-Aufträgen!

Innerhalb der verschiedenen Level lernt ihr auch, einen Laden mit verschiedenen Gütern zu führen, welche ihr nicht erst herstellen müsst. Dies sind dann zumeist einfache Güter wie Milch und Brot, Steigbügel, Kerzen, Truhen, Pergament oder ähnliches. Neben euren Herstellungsaufträgen kommen auch gelegentlich Kunden in den Laden, um schnurstracks zur Kasse zu gehen. Dort erzählen sie euch, was sie kaufen möchten. Hin und wieder verschwenden diese zwar eure Zeit und ihr müsst sie wegschicken, aber oft könnt ihr ihnen so Objekte verkaufen. Hier ist es wichtig, auf den Wert des Objekts und den jeweiligen Käufer zu achten. Anhand eines Balkens mit mehreren „Checkpoints“ könnt ihr entscheiden, welchen Preis ihr verlangt. Nun kann eine der folgenden Möglichkeiten passieren:

  • Der Käufer ist zufrieden und kauft es für einen akzeptablen Preis
  • Der Käufer ist zufrieden und kauft es für einen erhöhten Preis
  • Der Käufer ist zufrieden und kauft es für einen zu niedrigen Preis
  • Der Käufer ist unzufrieden und verlangt einen niedrigeren Preis

Natürlich wäre die zweite Option für euch am sinnigsten, da diese euch mehr Geld verspricht. Ihr solltet immer versuchen, mindestens den akzeptablen Preis zu erreichen, um kein Verlustgeschäft zu machem. Ist der Käufer mit eurem Preis unzufrieden, könnt ihr diesen zwar anpassen, allerdings gibt er euch im Nachhinein weniger Trinkgeld. Versucht also, immer den passenden Preis einzuschätzen und zu verlangen! Im Verlauf der Zeit lernt ihr automatisch einzuschätzen, was welchen Preis wert ist!
Schwierig ist dagegen schon, nicht zu wissen, welche Kunden was verlangen und wieviel ihr beispielsweise herstellen müsst. Im Verlauf des Spiels bekommt ihr aber anhand der Story eine Hilfestellung zur Hand gegeben, lasst euch überraschen!

Neben den verschiedenen normalen Level gibt es auch sogenannte Bosslevel. Diese umfassen immer einen größeren Auftrag. Das bedeutet, dass dieser aus mehreren Teilen zusammengebaut werden muss und dies nach Möglichkeit in kurzer Zeit, wenn ihr die Goldwertung und damit einen Erfolg erhalten möchtet. Diese einzelnen Gegenstände können wie normale Rezepte im Buch angezeigt werden, aber auch hier gilt, dass ihr diese am besten schnell auswendig lernen solltet. Um Zeit zu sparen ist es wichtig, auch die Aufträge nebenbei zu erfüllen, welche normale Kunden an euch richten. Erfüllt ihr diese und kassiert den Betrag ein, wird die Zeit für eine bestimmte Zeit eingefroren, was euch die Möglichkeit gibt, längere Herstellungsschritte durchzuführen, ohne das diese Zeit kosten. Das Platzieren der Einzelteile der großen Auftrags passiert immer in Minispielen. Beispielsweise müsst ihr die richtigen Tasten während eines Tanzes drücken, ein großes Brett balancieren oder euren brennenden Haarschopf durch ryhtmisches Klopfen auf euren Kopf „löschen“. Dies alles ist ziemlich lustig gehalten und bringen euch eben bereits erwähnten neuen „Besitz“, also einen neuen Laden, mit sich!

Mehrspielerspaß und geheime Objekte

In den normalen Leveln in der Kampagne gibt es in jeder der 5 Einstufungen, was die Monate angeht, ein geheimes Objekt, welches ihr erschaffen könnt. Hierfür ist es nötig, dass ihr das Grundobjekt in dem jeweiligen Level findet und dann natürlich durch simples Ausprobieren herausfindet, mit welchen Objekten ihr dieses entweder auf dem Amboss oder auf der Werkbank zu einem neuen Objekt weiterverarbeiten könnt. Dies gewährt euch bei dem gelungenen Herstellen im übrigen auch einen Erfolg. Dies könnt ihr natürlich während dem normalen Durchspielen der Kampagne machen oder einmal im Nachhinein. Wir empfehlen letzteres, da man genug zu tun hat, die normalen Aufgaben zu erledigen und im Zweifelsfall noch Ratten zu vertreiben hat, welche euch die Kronen, also das Geld, aus der Hand fressen. Wortwörtlich!

Neben der Einzelspieler-Kampagne und den dort zu erledigenden Aufgaben gibt es natürlich den bereits erwähnten Multiplayer-Part. Dort könnt ihr mit bis zu 4 anderen Spielern antreten. Das normale Feilschen und die Minispiele entfallen, welche man in der Einzelnspieler-Kampagne machen musste, allerdings ist es häufig der Fall, dass die Spieler getrennt voneinander agieren müssen, da der Weg zwischen diesen geblockt ist, wie man es aus ähnlichen Spielen dieser Art kennen dürfte. Das bewirkt natürlich, dass man auf eine Kommunikation zwischen den Spielern angewiesen ist, da benötigte Materialien oder fertige Objekte per Wurfaktion oder an Tischen hin und her gereicht werden müssen! Dieser Koop-Aspekt ist eine gute Abwechslung zur Kampagne und bietet eine Menge Spielspaß!

Grafik, Sound und Technik? Tipp topp!

Zumindest abgesehen von einer Kleinigkeit, auf welche wir gleich zu sprechen kommen. Aber fangen wir erst einmal mit der Grafik an. Das Merek’s Market grafisch relativ simpel gehalten wurde, bedeutet nicht unbedingt etwas schlechtes, zumal nur wenige Personen an dem Titel mitgearbeitet haben. Es wurde trotz einer einfachen Darstellung viel auf Details geachtet, was einem auch sofort ins Auge fällt, ferner ist es den Entwicklern sogar gut gelungen, Gesichtsausdrücke und Emotionen umzusetzen, sodass man diese dennoch erkennen kann.

Bei der Musik dürften die Spieler zwiegespalten sein. Einige könnten möglicherweise nach einiger Zeit von der Melodie genervt sein, während andere diese nach Stunden problemlos hören können. Unserer Meinung nach stört diese jedoch auch nach Stunden nicht sondern untermalt das Geschehen perfekt. Gemixt mit den Soundeffekten der Herstellung und dem Gameplay ansich vergisst man irgendwann die Zeit und aus einer Stunde Spielzeit werden schnell mehrere, ohne dass man es bemerkt. Eine gewisse Art von „Sucht“-Potential besteht hier definitiv.

Lags oder Grafikbugs hatten wir in Merek’s Market keine. Weder im Singeplayer-Modus noch im Multiplayer Modus sind uns Probleme dieser Art aufgefallen. Selbst als es im Laden wirklich stressig wurde, haben wir hier keine Probleme bemerkt. Wirkliche technische Schwierigkeiten hatten wir keine, abgesehen davon, dass hier und da noch eine Übersetzung fehlte. Die einzige Problematik, auf welche wir hinweisen wollen ist eine, für die das Spiel oder vielmehr der Entwickler in dem Sinne nichts kann: Wenn ihr das Spiel mit einer kabellosen Roccat-Maus und Tastatur spielt, kann es passieren, dass die dargestellten Knöpfe nicht funktionieren oder nicht angezeigt werden. Dies kann im Zweifel daran liegen, dass diese Wireless-Maus von eurem System als Controller erkannt wird. Hier hilft es, den HID-Controller im Gerätemanager zu deaktivieren, für das Spiel auf eine kabelgebundene Maus zu wechseln oder die Wireless Maus abzuschalten und auf den Controller zu wechseln.

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Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
85 %
QuelleMerek's Market
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Bevor ich das neue Online-Gamingmagazin Alpha-Omegagaming mit aufgebaut habe / am Aufbauen bin, war ich ca. 2 Jahre bei Game2gether als Redakteur dabei. Toni und ich haben uns nach reichlicher Überlegung dazu entschlossen, ein eigenes Magazin auf die Beine zu stellen. Meine Interessen liegen hauptsächlich im MMO und RPG Bereich.