The Survivalists – Test / Review (PC)

Seit einigen Jahren gewinnen sogenannte Survival-Spiele unter den Gamern immer mehr Beliebtheit und viele Publisher springen, mal gut mal schlecht, auf diesen Zug auf. Team17 bildet hier keine Ausnahme. Das Studio, welches für Titel wie „The Escapists“ bekannt geworden ist, hat sich nun an ein solches Spiel im Pixeldesign gewagt und nach einer Testphase wurde es nun vor wenigen Wochen für Steam, Playstation 4 und Nintendo Switch veröffentlicht. Das Spiel trägt den Titel „The Survivalists“ und entführt euch auf eine einsame Insel. Was wir hier erlebt haben, könnt ihr in diesem Review nachlesen!

Eine Schifffahrt, die ist lustig…

Oder auch nicht. In diesem Fall sogar definitiv nicht. Denn genau diese Schifffahrt, allerdings in einem wir schätzen einmal tropischen Sturm, hat uns durch einen Schiffbruch über Bord gehen lassen. Lediglich durch ein kleines, halb zerstörtes Floß konnten wir überleben und wurden schließlich an den Strand einer Insel gespült. Was genau während dem Sturm passiert ist, erfahren wir nicht und es ist uns natürlich auch egal, denn zum Überleben würde uns dieses Wissen wohl kaum helfen.

Auf der Insel sieht man relativ schnell, dass es Sandstrände gibt, Grasgegenden oder auch Gebirge. Bei genauerem Umschauen finden wir hin und wieder eine Flaschenpost, die uns kleine Infohäppchen gibt, welche uns meist allerdings mehr verwirren als sie helfen. Lediglich zu Beginn des Spiels geben sie uns nützliche Hinweise, wie wir mit unserer Situation umgehen. Also ran an den Speck: Sichert euer Überleben.

Aller Anfang ist schwer

Aber immer langsam mit den jungen Pferden. Zu Beginn können wir ein kleines Tutorial spielen, was uns in die Grundzüge des Spiels einweiht. Diese schneiden viele Themen aber nur leicht an. Ausprobieren und Lernen ist der beste Weg, in The Survivalists voran zu kommen. Wichtig ist hier, sich zunächst einmal ein Bett und ein Unterstand zu bauen, wofür wir natürlich Ressourcen benötigen, welche wir gerade bei dem Spielstart natürlich nicht haben. Im „Herstellungs“-Menü finden wir zu Beginn lediglich eine Handaxt und andere Kleinigkeiten, die jedoch erstmal uninteressant sind. Wir empfehlen definitiv, diese mit Kieselsteinen herzustellen, welche entweder im kaputten Floß hinterlegt sind oder auf dem Boden gefunden werden können. Mit der Axt können wir dann Bäume oder Gräser fällen, um Material zu sammeln.

Bei jeder Handlung wird uns Ausdauer abgezogen. Diese sieht man am unteren Bildschirmrand und sie füllt sich sofort wieder auf, wenn wir nichts tun. In dieser Zeit sind wir praktisch nicht dazu in der Lage, etwas zu tun. Durch die gesammelten Holzstücke und Gräser können wir uns nun an das Bauen wagen. Dafür öffnet man das Bauplan-Menü. Wichtig ist zunächst einmal das Bett, denn nur durch dieses kann gespeichert werden. Dafür müssen beispielsweise Gräser zu Strohballen gebündelt oder zu Seilen verknüpft werden. Dies passiert dann wieder über das normale Herstellungsmenü. Wurde der Bauplan ausgewählt, könnt ihr diesen nun auf dem Boden platzieren. Anschließend müssen hier die Materialien hinzugefügt werden und das Bett wird anschließend, wie alle anderen Bauplan-Gegenstände auch, mit einem Allzweck-Werkzeug hergestellt.

Je mehr Gegenstände man als Spieler herstellt und platziert, desto mehr Objekte werden in den Menüs auch freigeschaltet. Durch das Bett bekommt man zum Beispiel Zugang zu Strohmauern, Steinböden, einem besseren Bett oder auch zum Lagerfeuer. Es empfiehlt sich, relativ schnell zu Beginn Mauern zu errichten, um Gegner fernhalten zu können. Auch ein Lagerfeuer ist überlebenswichtig, da ihr neben dem Lebensbalken auch eine Hungeranzeige habt. Ist diese leer, segnet ihr anschließend das Zeitliche. Im Laufe der Zeit lernt ihr so auch Stein oder Metallmauern zu errichten, eine Werkbank zu bauen, Flöße herzustellen oder Öfen zu befeuern, welche ihr errichtet habt. Dies dauert natürlich eine Weile, aber da kommt man schnell dahinter.

Bei dem Tag und Nacht-Wechsel werden häufiger auch Ressourcen aufgefüllt. Das bedeutet, dass neue Bäume, Büsche, Gräser und anderes Material neu erscheint, aber auch die Gegner, welche bereits das zeitliche gesegnet haben, spawnen erneut. Gelegentlich wird dann auch ein Angriff auf eure Basis durchgeführt, welchen ihr unbedingt abwehren solltet, da die Orks sonst eure ganze Basis zu Kleinholz verarbeiten können.

Affen mit Waffen.. das ist affengeil!

Euch alleine gegen viele Feinde zu wehren, dürfte vor allem zu Beginn schwierig sein. Gott sei Dank gibt es auf der Insel Affen, welche euch zur Seite stehen. Diese müsst ihr entweder aus Käfigen befreien oder aber auch mit Objekten wie Affenfutter bestechen. Habt ihr dies getan, gehören diese Affen von nun an euch und ihr könnt sie befehligen. Dies ist leichter gesagt als getan und ihr werdet trotz Anleitungen eine Weile brauchen, bis ihr herausgefunden habt, wie das geht und was Affen für euch tun können.

Diese Affen könnt ihr folgende Dinge beibringen:

  • Objekte herzustellen
  • Bauplan-Objekte herzustellen
  • Material für Herstellungen zu liefern
  • Objekte zu sammeln
  • Material abzubauen
  • Lieferketten zu bilden
  • Mit/Für euch zu kämpfen

Insgesamt könnt ihr bis zu 20 Affen befehligen. Dies ist auch nötig, denn vor allem das Herstellen von Gegenständen oder das Bauen können, je „seltener“ es ist, ziemlich lange dauern. Affen hingegen sind schneller als ihr und dafür natürlich prädestiniert. Wir haben meist 2 Affen beigebracht, Objekte herzustellen. Zwei weitere waren für die Baupläne zuständig, 2 haben Material abgebaut, 2 haben gesammelt und 2 diese dann zu den Herstellobjekten geliefert. Damit waren 10 Affen beschäftigt. 5 weitere waren als Hersteller gekennzeichnet, sollten aber nur unsere Nahrungsmittel verarbeiten. Die restlichen 5 sind Kämpfer geworden, welche uns in der Natur geschützt haben.

Je häufiger Affen aufgaben erledigen, desto mehr haben diese ihre „Skills“ gelevelt und wurden dadurch schneller und effektiver oder haben mehr Schaden verursacht. Im Menü kann man diese Skills dann einsehen, die Affen farblich umgestalten, anders benennen oder ihnen sogar Hüte aufsetzen, die man sich mit dem Survival-DLC freischalten kann für knapp 3€.

Von Sümpfen über Lava…

Natürlich ist es euer Hauptziel zu Überleben und schlussendlich einen Weg zu finden von der Insel zu fliehen. Das wir euch aber nicht gelingen, wenn ihr eure Insel und die benachbarten Inseln nicht erkundet. Hier findet ihr allerlei nützliche Sachen, könnt auf eurem Ausflug Tiere jagen, um euch mit Nahrungsmitteln zu versorgen oder Schätze finden, welche man anhand von Schatzkarten ausfindig machen kann. Natürlich gibt es auch viele Gegner die euch ans Leder wollen. Neben wilden Tieren wie Wildschweinen, Panther, Tigern oder auch großen Hirschen gibt es Orks und Zombies, welche euch attackieren. Habt hierfür also immer eine Waffe dabei und Kampfaffen, welche euch unterstützen. Als Waffen stehen euch Keulen, Schwerter, Lanzen und Bögen zur Auswahl, aber auch mit manchen Werkzeugen könnt ihr euch gegen leichte Gegner verteidigen. Diese können aber ebenfalls kaputtgehen und ihr müsst sie euch neu herstellen oder eben in Schätzen finden.

Zusätzlich gilt es neben dem Lebensbalken auch auf den Hunger zu achten. Jagd deshalb regelmäßig Wild, sammelt Beeren von Sträuchern, Kokosnüsse von Palmen und Obst von Bäumen, um daraus Nahrung herzustellen. Da diese nicht kaputtgeht, könnt ihr euch durchaus einen Vorrat herstellen lassen und diese in einer Kiste einlagern. Auch empfiehlt es sich, relativ schnell Gegengift-Flaschen und Wasserflaschen herzustellen. Erstere benötigt ihr, um in Sümpfen durch die Mücken und so weiter keinen Schaden zu erleiden, die andere sorgt dafür, bei heißem Boden in der Nähe von Lava nicht zu verbrennen. Beides werdet ihr vermutlich nicht auf der ersten Insel bereisen, sondern erst dann, wenn ihr mit einem neu erstellten Floß die anderen Inseln bereist. Dies ist sowieso Pflicht, da es nur dort andere Gegenstände wie Metall, Gold, Edelsteine und anderes gibt, um seltene Objekte herstellen zu können. Später ist es sogar möglich, Teleporter zu erstellen und durch diese auf andere Inseln schnellreisen zu können, was natürlich Zeit spart.

…bis hin in Gewölbe und Labyrinthe

Unterwegs findet ihr auch regelmäßig sogenannte Gewölbe. Hierbei handelt es sich um kleine Keller, in welchen ihr ein wenig Material findet. Im letzten Raum jedoch warten ein paar Skelettgegner auf euch, die besiegt werden müssen. Auch ein schwebender Skelett-Schädel ist dabei, welcher euer Hauptziel sein sollte, denn dieser kann getötete Skelette wieder auferstehen lassen. Habt ihr den Raum abgeschlossen, also alle Gegner getötet, wird euch dies auch dargestellt durch eine Anzeige und es wartet neben Schatzkisten mit interessantem Loot auch ein Affe darauf, von euch befreit zu werden, wenn ihr noch keine 20 Affen besitzt. Zu guter Letzt gibt es im letzten Raum auch noch eine Art Schmiede, bei welchem ihr mit einem Reparatur-Edelstein legendäre Ausrüstung reparieren könnt. Dazu aber später mehr.

Auf einer Insel werdet ihr auch irgendwann dem Mysteriösen Händler begegnen. Dieser erwartet von euch, dass ihr eine Quest erledigt, welche zumeist mit dem Liefern bestimmter Gegenstände einher geht. Habt ihr diese Quest erfüllt, bekommt ihr beim ersten Mal als Belohnung ein Fernglas, mit welchem weit entfernte Inseln entdeckt werden können. Auch kauft dieser eure Materialien und Objekte an. Das Gold, welches ihr in Schatzkarten oder beim Verkauf von Gegenständen erhaltet, könnt ihr hier nun gegen andere nützliche Objekte oder sogenannte Labyrinth-Schlüssel eintauschen. Habt ihr solche Schlüssel erworben, wird auf der Karte das jeweilige Labyrinth dargestellt. Insgesamt gibt es hier 4 verschiedene, welche bereist werden können. Diese Labyrinthe sind um ein vielfaches Größer als Gewölbe und es gibt um einiges mehr Gegner darin. Nehmt also unbedingt 2-3 Kämpferaffen mit und vielleicht noch einen weiteren, welchem ihr eine Kiste zum Tragen gebt, da man in diesen Labyrinthen eine Vielfalt an unterschiedlichen nützlichen Gegenständen, Werkzeugen und Waffen findet und man nicht unbegrenzt Platz im Inventar hat. Auch solltet ihr etwas zu essen mitnehmen, um euren Hunger stillen und die Lebensanzeige auffüllen zu können. Während dem Labyrinth-Durchlauf erwarten euch Rätsel wie das Abschießen von Zahnrädern in bestimmten Reihenfolgen, dem Emote nutzen auf Plattformen oder andere Sachen, um an zusätzliche Schatzkisten kommen und zum Ende des Labyrinths vordringen zu können. Dort gibt es wieder die bekannten Skelettgegner, viele Schatzkisten und sogar ein legendäres Werkzeug oder eine legendäre Waffe, welche ihr nun euer Eigen nennen könnt. Diese Gegenstände gehen im Vergleich zu den anderen nicht kaputt und verschwinden dann, sondern ihr könnt diese wie bereits erwähnt am Ende jedes Gewölbes mit einem Reparatur-Edelstein reparieren.

Einsam oder lieber gemeinsam?!

Interessant finden wir auch, dass man „The Survivalists“ sowohl alleine als auch im Koop spielen kann. Habt ihr also keine Lust mehr, die Inseln alleine zu bereisen, könnt ihr über das Internet mit fremden Spielern oder mit Freunden zusammenspielen. Dies ist mit bis zu 3 anderen möglich, sodass man dann zu 4 auf den Inseln ist. Einen Couch-Koop gibt es jedoch nicht.

Bei einer Koop-Runde könnt ihr entscheiden, mit welchen 5 Affen ihr einem anderen Spieler beitretet, wenn ihr diese in eurem Spiel vorher als Favorit markiert habt. Insgesamt ist es euch möglich, mit 5 eigenen Affen, eine andere Insel eines Spielers zu betreten. Diese Koop-Runden können in verschiedenen Spielmodi gestartet werden. Hier gibt es „Erkunden, Bauen, Kampf, Schatz oder auch Egal. Bei dem letzten Modus könnt ihr die Regeln und Rahmenbedingungen selbst auswählen.

Am Ende geht es dann darum, eine Galeone zu finden, diese notdürftig zu reparieren und dann von der Insel zu verschwinden. Ob euch dies gelingt, hängt ganz allein von euch ab!

 

Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
75 %
QuelleThe Survivalists
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Bevor ich das neue Online-Gamingmagazin Alpha-Omegagaming mit aufgebaut habe / am Aufbauen bin, war ich ca. 2 Jahre bei Game2gether als Redakteur dabei. Toni und ich haben uns nach reichlicher Überlegung dazu entschlossen, ein eigenes Magazin auf die Beine zu stellen. Meine Interessen liegen hauptsächlich im MMO und RPG Bereich.