Imperator: Rome – Test / Review (PC)

Quelle: Paradox Interactive

Nach einigen Jahren Pause meldet sich Paradox Intreractive mit seinem neuen Strategie-Titel Imperator: Rome zurück. In diesem Spiel kann man nicht nur die Geschicke und Belange des großen Rom nachspielen, sondern auch deren von anderen Völker. Ob von Großbritannien über Skandinavien bis nach Südasien mit dem heutigen Indien, die große und übersichtliche damalige Weltkarte der Antike umfasst auch über hundert kleine Völker, welche man von einer Lokalmacht mit viel Geschick und Geduld zu einem Weltreich führen kann. Zum Einsatz kam bei dem Strategie Spiel (erneut) eine überarbeitete Clausewitz Engine. Ob Imperator: Rome die hohen Erwartungen der Spieler erfüllen kann oder auch für Anfänger geeignet ist, erfährt man in unserem Testbericht.

Rom wurde, wie es viele aus dem Geschichtsunterricht bzw. der Gründungssage kennen dürften, am 21. April 753 vor Christus (v.C.) von Romulus gegründet gegründet. Im Spiel startet man ab einem Datum vom 1.Oktober 450 AVC (siehe Bild).

 Starten könnte man das Spiel beispielsweise mit großen Mächten wie Rom, Karthago, Makedonien, Ägypten oder ähnlichen Völkern. Beim Tutorial, bei welchem man nur Rom unter entsprechenden Vorgaben mit Zielen spielen kann, erhält man erste Eindrücke von der Komplexität von Imperator: Rome. Wir empfehlen daher dringend das spielen von diesem, auch wenn es mehr Fragen als Antworten, gerade bei Neueinsteigern bzw. Anfängern hinterlassen dürfte. Hier hätten wir uns eher eine weitere Begleitung wie wir es aus Stellaris kennen gewünscht. So kennt man dies aber bereits von anderen Strategietiteln aus dem Hause Paradox Interactive, von daher: keine Panik! Übersichtlich bietet eine Weltkarte der antiken Zeitepoche massenhaft Völker auf. Diese gilt es durch geschicktes taktieren bezüglich Handel, Religion oder Politik und Diplomatie auf die eigene Seite zu ziehen. Schlagen diese Mittel fehl, dann wird das Militär zu Hilfe gerufen, um entsprechend zu erobern und diese dem eigenen wachsenden Reich einzuverleiben. Hört sich zuerst einmal einfach an, dem ist aber nicht so.

Eine übersichtliche Gestaltung der Oberfläche, welche sich grob folgend aufgliedern lässt:

  • Makro-Menü
  • Nationen-Überblick
  • Regierung
  • Militär
  • Technologie
  • Religion
  • Wirtschaft
  • Diplomatie
  • Entscheidungen
  • Handelsübersicht
  • Charaktere
  • Söldner

Kurzum: Man kann sich bei dem Strategietitel auf eine unglaubliche Spieltiefe einstellen, bei welcher der Spieler in der Theorie sehr viele Einstellungsmöglichkeiten hat, welche sich gerade auf lange Sicht auswirken können aber man nicht immer sich dessen sofort bewusst ist.

Gerade am militärischen Bereich dürften viele ihre Freude haben. Denn man kann die eigene Armee taktisch sehr gut einstellen. Begriffe wie Phalanx, Täuschung, Scharmützel, Umzingeln, Nahkampf etc. kratzen hier gerade einmal an der Oberfläche und bieten zusätzlich noch Formationsmöglichkeiten. Hier hat man sich sehr viel Mühe gegeben, weit ins Detail zu gehen, denn auch ein Gelände oder Feindformation spielen wichtige Rollen. Auch wann wer in ein Gefecht eingreifen soll (Primär, Sekundär, Flanke) kann bestimmt werden und beeinflusst eine Schlacht. Eine Berechnung erfolgt hier prozentual und wird, wenn die eigene Armee gegen eine feindliche Armee oder Befestigung bzw. Stadt kämpft, auch so gezeigt. Hier gilt es oftmals probieren, was gegen wen oder was am Effektivsten sein kann. Für Armeen kann man ferner auch automatische Verhaltensweisen (Aufklärung, Grenze verteidigen, etc.) festlegen und vereinfachen das Ganze, gerade im späteren Verlauf und mit wachsendem Reich und größerem Heer etwas.

Wie bereits erwähnt kann man aus einer Vielzahl an Völkern seine spielbare Fraktion auswählen. Man kann bekannte wie Karthago oder Rom nehmen, oder man versucht mit „Außenseitern“ sein Glück. Gerade mit Germanischen Stämmen kann man es versuchen, aber richtig Spaß macht es, Rom mit Karthago oder Ägypten herauszufordern. Reiche, welche geschichtlich ja dem Römischen Imperium unterlagen und entsprechend dem Reich einverleibt wurden.

Unterschiede bei der Oberfläche und den antiken Großmächten sind erkennbar, aber spielen wird es sich nahezu gleich. Ob Entwicklung, Einsatz der Diplomatie oder des Militärs, vieles läuft im Einzelspieler doch irgendwie gleich ab.

Man hätte sich gerade im Bezug auf die Politik vielleicht mehr Spielraum und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft oder auch das Militär gewünscht. Historische Ereignisse und Ergebnisse sind meist auf die antiken Mächte gezielt eingestimmt, wirken mit der Zeit aber etwas kurios, gerade dann, wenn man von der historischen bekannten Geschichte abweicht. Andererseits sind gerade die äußeren oder auch inneren Bedrohungen Roms sehr gut eingefangen. Auch bilden sich oftmals aus kleinen Völkern plötzlich lokale Mächte heran, welche die Herausforderung heraufbeschwören und geradezu suchen.

Die antiken (Groß-)Mächte stehen aber bei Imperator: Rome zurecht im Vordergrund und im Fokus. Dies merkt man aufgrund der Schwierigkeitsgrad gerade im Einzelspieler-Modus, bei welchem Paradox Interactive grobe Empfehlungen aussprach. So bieten Ägypten oder das antike Rom eher einen leichten Einstieg in den Strategie-Titel. Wer die Herausforderung sucht, kann mit Makedonien oder Karthago sein Glück versuchen und mit den restlichen Völkern wird man schon alle Hände voll zu tun haben, um ein Großreich zu etablieren. Natürlich stehen auch fünf Schwierigkeitsstufen zur Auswahl und können, wie schon das Spieltempo und entsprechenden ablaufenden Tagen, angepasst werden. So kann man oftmals in Ruhe Entscheidungen treffen, wenn man einfach das Spiel anhält oder doch lieber einmal wieder abspeichert, bevor man von seinen Gegnern aufgrund Fehlentscheidung (mal wieder) vernichtet wird.

Wir können Rom herausfordern

Gerade mit Rom wird man nach historischen Ereignissen oder Herausforderungen seinen Spaß haben, denn die Geschichte dieser Epoche streift oftmals spürbar den tatsächlichen und historischen Ablauf. Manchmal wartet man zum Beispiel geradezu auf Karthago, welches einst beinahe Rom und den weiteren historischen geschichtlichen Ablauf für immer verändert hätte. Umgekehrt macht es natürlich Spaß und hat seinen Reiz, mit Karthago zu spielen um das zu vollenden, was einem der herausragensten Feldherrn der Menschheitsgeschichte mit Hanibal versagt blieb. Gerade unter diesem Aspekt der bekannten Rivalität dieser beiden Großmächte betrachtet bietet Imperator: Rome eine Menge potential. Man muss von Anfang an eine andere Planung oder Entwicklung in Betracht ziehen als der Gegner. Auch haben die beiden Rivalen andere Landesgrenzen und andere Bündnispartner, aber auch äußere Feinde, welche man beachten sollte.

Der Menüpunkt „Entscheidungen“, welcher auch als eine Zielvorgabe betrachtet werden kann, sollte genauer betrachtet werden, um mehr oder weniger die richtigen Optionen an der Hand zu haben oder man kann natürlich auch Alternativen in Betracht ziehen. Ob das ändern der Gesetze, das Aufbringen von Geld, eine andere Wirtschaftspolitik oder ein Einsatz des Militärs bei versagender Diplomatie. Doch seid gewarnt, denn Mikromanagement der Staatsführung ist das Zauberwort bei dem Spiel.

Gerade ein Makro-Menü hilft dem Spieler enorm, da so umgehend Truppen oder Gebäude gebaut werden können. Aber auch Handel und Bewohner können hierüber optimal gemanaged werden. Eine horizontale Navigation über das entsprechende Hauptmenü (Nationen-Überblick, Regierung, Militär, Technologie, Religion, Wirtschaft, Diplomatie, Entscheidungen, Handelsübersicht, Charaktere, Söldner) rundet einen schnellen Zugriff auf wichtige Bereiche des Titels, über welche wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen, ab.

Was muss noch beachtet werden?

Die Innenpolitik ist wie auch die Diplomatie ein wichtiger Faktor. Neben Rekruten für das Militär oder Geld müssen weitere Werte bzw. Währungen zunehmen und gesteigert werden. Zu nennen wären hier Religion, Redekunst, Militärmacht und Zivilmacht. Ein stabiles Reich ist immer gut. Daher werden Opfer an die Götter benötigt, welches über die Religion erfolgt. Aber auch einen Kriegsgrund kann man nur anzetteln, sollte man genug Diplomatiemacht haben. Aber auch Beziehungen zu anderen Völkern lassen sich so verbessern. Des Weiteren können diese vier Werte durch Technologie positiv beeinflusst werden. Auch hier geht es wieder sehr ins Detail und muss genau beobachtet werden. Die Forscher sollten entsprechend ihren Charakterwerten eingesetzt werden, um Steigerungen erzielen zu können. Gerade eine Forschungseffizienz kann bei richtiger vorgehensweise von 25% auf bis zu 300% gesteigert werden, was natürlich ein enormer Vorteil und damit Fortschritt sein kann. Diese Stufen der Bereiche Religion, Redekunst, Militärmacht und Zivilmacht können damit bei Anstieg stärkere Omen, eine höhere Zivilisation, eine bessere Moral oder weitere Technologien ermöglichen.

Das eigene Reich soll vergrößert und die Karte rot gefärbt werden. Vom Tutorial sollte man sich nicht täuschen lassen. Denn mit Karthago oder anderen Mächten hat man nicht den Vorteil, welcher man mit Rom hatte. So fehlen Bündnispartner, als auch eine volle Schatzkammer und wichtige Ressourcen. Da ging der Ablauf recht schnell vonstatten, da man die eigenen Armeen recht schnell von A nach B schicken konnte, um Italien zu erobern. Gerade Eroberungen und damit eine aggressive Expansion des Reiches hat Auswirkungen auf Nachbarvölker, welche einem nicht mehr so freundlich gesonnen sind. Dies kann sich auf die Diplomatie auswirken, als auch auf Allianzen und zu Kriegen führen. Auch ein Bürgerkrieg ist kein seltenes Phänomen, welchen es dann zu gewinnen galt. Eine gesunde Balance ist hier das A und O.

1
2
Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
83 %
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Projektleiter und Redakteur von game7days, ehemals Alpha-Omegagaming seit 2014. Ich betreue die Infrastruktur, als auch die Gewinnspiele der Webseite. Im Großen und Ganzen kümmere ich mich also auch um die Dinge, welche man eben nicht sieht.