Fallout 76 spielt ca. im Jahr 2102. Nachdem die komplette Außenwelt durch nukleare Einschläge verseucht wurde, haben sich viele Menschen in die sogenannten Vaults gerettet. Dabei handelt es sich um große, gegen Strahlung geschützte Bunker, in welchen Lebewesen viele Jahrzehnte überleben können. Ungefähr 20 Jahre hat es gedauert, bis man die Menschen wieder ins Ödland hinausschicken konnte. Genau diese Zeit ist nun für die Menschen aus Vault 76 gekommen und ihr seid einer der Überlebenden. Was ihr auf der Reise in das euch nun unbekannte Ödland erwartet, könnt ihr in unserem Review nachlesen!

Große, weite Welt

Zu Beginn warten auf den Spieler viele, verschiedene Auswahlmöglichkeiten in der Charaktererstellung. Dort könnt ihr euren Charakter komplett anpassen, wie es euch beliebt und damit meinen wir wirklich KOMPLETT. Die Wangenknochen, die Augenneigung, die Frisur…hier gibt es keine Grenzen für den Spieler. Auch die Farbe der Haare kann man einfärben in natürliche und auch unnatürliche Arten ändern. Nachdem wir mit dem Erstellen fertig sind, können wir noch ein wenig den Vault 76 erkunden und diverse Hilfsmittel und einen C.A.M.P. Bausatz mitnehmen, bevor wir in die offene Welt gelangen!

Bethesda hat sich alle Mühe gegeben, das Ödland im Bezug auf virtuelles Leben und Natur vieles zu „natürlich“ wie möglich wirken zu lassen. Das bedeutet natürlich, es gibt kleine Tiere wie Frösche, Füchse, Glühwürmchen oder ähnliches, aber eben auch gefährliche Gegner, was nach einer nuklearen Katastrophe nur logisch ist. Aber euch sollte es nicht wundern, dass ihr keine NPCs vorfinden werdet. Die anderen Überlebenden sind in Fallout sind andere Spieler, welche sich mit euch auf dem aktuellen Server befinden. Pro Server können immer nur 24 Spieler aktiv sein, daher kann es euch gelegentlich etwas leer in der Welt von Fallout vorkommen wird. Lasst euch davon aber nicht irritieren. Grundsätzlich ist die Welt in Fallout 76 mehr als 4 mal so groß wie jene von Fallout 4.

Was mache ich hier eigentlich?

Ja, die Frage kann man sich am Anfang einmal stellen. Allerdings kristallisiert sich schnell heraus, dass es zumindest im Groben eine Hauptstory gibt, welcher man folgen kann. Allerdings ist es nicht empfehlenswert, nur der Geschichte zu folgen, da es in Fallout 76 ein Levelsystem gibt, auf welches wir später noch eingehen werden. Jedenfalls beträgt das Maximallevel in Fallout 76 100, als Softcap kann man daher natürlich Level 50 ansehen. Im Verlauf der Hauptquest werdet ihr des Öfteren einmal Mutationen auf einem höheren Level oder sogar in einer stärkeren Form (Elite) oder Legende begegnen, gegen welche ihr alleine oder auf einem niedrigeren Level nichts ausrichten könnt.

Um zu Leveln könnt ihr aber neben den Hauptquests auch viele verschiedene Nebenquests erledigen, die euch sowohl interessante Storys und Belohnungen liefern, welche euch den Alltag im Leben enorm erleichtern können. Verzweifelt also nicht, nur weil ihr einmal eine Quest nicht machen könnt…sucht euch einfach eine andere, welche ihr noch erledigen könnt oder absolviert die vielen Events die regelmäßig im Ödland auftauchen und an welchen auch andere Spieler teilnehmen oder es zumindest tun können. Nebenbei gibt es noch tägliche Quests, welche euch einige Items wie Nahrung und Wasser, Waffen oder andere Kleinigkeiten gewähren.

Gerade Nahrung und Wasser sind das A und O in Fallout 76. Ihr solltet stets darauf achten, dass die beiden Balken gefüllt sind, damit ihr keinen Ausdauer-Malus erhaltet. Wichtig ist es aber, dass ihr Wasser vor dem Trinken abkocht und rohes Fleisch zur Nahrung verarbeitet, da ihr sonst in Gefahr lauft, euch mit Krankheiten anzustecken oder auch eine nukleare Verseuchung erhaltet, welchen ihr nur mit RadAway entgegenwirken könnt.

Großes, aber verwirrendes Skillsystem

Das Skillsystem kann anfangs etwas verwirrend sein, vor allem am Anfang. Bis Level 10 erhält man praktisch alle 2 Level ein sogenanntes Boosterpack, danach nur alle 5 Level. Ferner erhält man bis Level 50 bei jedem Level Up einen Skillpunkt, welchen man in einen von 7 Skillbäumen investieren kann. Diese werden auch S.P.E.C.I.A.L. genannt und untergliedern sich in folgende Kategorien:

  • S = Strength (Stärke)
  • P = Perception (Wahrnehmung)
  • E = Endurance (Ausdauer)
  • C = Charisma
  • I = Intelligence (Intelligenz)
  • A = Agility (Beweglichkeit)
  • L = Luck (Glück)

Das besondere an dem Skillsystem aus Fallout 76 ist, dass man die Punkte zwar in den jeweiligen Skillbereich investiert, aber diese nicht direkt aktiviert sind. Stattdessen bezeichnen die investierten Skillpunkte den Gesamtrang des jeweiligen Skillbereiches.

Die Boosterpacks oder auch Karten, welche man zwischendurch erhält, haben einen bestimmten Rang und gelten für einen speziellen Skillbereich. Einige Skills haben ein Maximallevel von 1, wenige 2 und ein paar 3 oder sogar 4. Diese kann man erhöhen, indem man Karten von der gleichen Art kombiniert. Kombiniert man beispielsweise 2 Karten „Eisenmagen“ aus der Kategorie Ausdauer, welche beide Rang 1 haben, wird daraus eine 2-Rang Karte und packt man hier noch einmal eine Rang 1 Eisenmagenkarte hinzu, wird daraus eine Rang 3 Karte. Der Rang der Karte zeigt an, wieviel Punkte sie verbraucht. Hier werden die genutzten Skillpunkte im Baum interessant. Ihr müsst, um die Karten nutzen zu können, also genügend noch verfügbare Skillpunkte zur Verfügung haben. Es ist wichtig, sich zu überlegen, wie man skillt, denn es gibt viele nützliche Skills, welche man mitnehmen sollte.

Anfangs war es problematisch, da man nicht reskillen konnte. Ein Update wurde nun aber vor wenigen Tagen ins Spiel implementiert und es ist den Spielern nun möglich, den Charakter umzuskillen!

Schrott…ich sehe Schrott!

Wenn es eines in der Welt von Fallout 76 im Überfluss gibt, ist es Schrott. Hiervon kann man in Fallout 76 nicht genug bekommen. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass man nur eine bestimmte Menge als Inventarplatz (Gewicht) mit sich tragen kann. Und Schrott oder auch Ressourcen viel Platz in Anspruch nehmen. Daher sollte man am Anfang zwar alles sammeln und regelmäßig an Werkbänken zu Ressourcen verarbeiten, aber im Laufe der Zeit nur das zu sammeln, was man wirklich benötigt. Dafür kann man sich eine Suchinformation anlegen. Dann werden euch nur benötigte Schrottgegenstände mit einer Lupe im Informationsfenster dargestellt. Ressourcen gibt es in Fallout 76 eine breite Palette, die für die unterschiedlichsten Dinge benötigt werden.

Den Anfang machen hier natürlich die Reparatur eurer Nah- und Fernkampfwaffen und die der Rüstung. Darauf sollte natürlich immer geachtet werden, damit ihr nicht schutzlos und ohne Waffen in den Kampf ziehen müsst.

Reparieren könnt ihr Rüstungen und Waffen nur an den zwei richtigen Werkbänken. Außerdem ist es euch dort möglich, die Rüstung und die Waffen mit Mods auszustatten, welche ihr anhand von Bauplänen und dem Zerlegen von Items mit Mods herstellen könnt. Natürlich ist es auch möglich, euch vieles herzustellen:

  • Rüstungen
  • Waffen
  • Mods
  • Chemikalien
  • Munition

Dabei haben wir nun nur ein paar Herstellungsoptionen zusammengefasst. Natürlich könnt ihr eure Gegenstände auch in einer Truhe einlagern, die jedoch auch ein Limit an Gewicht umfassen kann. Solltet ihr einmal überlastet sein, könnt ihr nicht mehr wirklich sprinten und auch schnell reisen sind dann nicht mehr möglich. Aber ihr habt die Möglichkeit, die Objekte an einige Händler , welche Roboter darstellen, zu verkaufen, diese an andere Spieler zu verkaufen/zu verschenken oder wegzuwerfen. Irgendwann könnt ihr auch auf die allseits bekannten Powerrüstungen zugreifen oder diese sogar herstellen, um stärker im Kampf zu sein und mehr mit sich tragen zu können. Achtet aber darauf, dass diese Powerrüstungen einen Fusionskern als Motor benötigen und dieser leert sich im Laufe der Zeit. Daher müsst ihr immer wieder neue Fusionskerne beschaffen.

Schaffe, schaffe, Häusle baue!

Einen wichtigen Aspekt in Fallout 76 stellt das C.A.M.P. dar. Ihr könnt einmalig kostenlos und danach für einen bestimmten Kronenbetrag (Ingame-Währung) ein Lager erbauen, dies geschieht über eine Art kleinen Generator, welcher zeitgleich auch als Lagerkiste agiert. Diesen könnt ihr nicht überall platzieren, sondern nur in nicht besiedelten Gebieten und auch nicht in der Nähe von anderen C.A.M.P.S..

Der Generator stellt den Mittelpunkt des Camps dar. Dort könnt ihr nun mit Hilfe von Ressourcen wie Holz oder Beton und anderen Dingen anfangen, seine eigene Basis zu bauen. Hier kann der Spieler entscheiden, ob er ein normales Haus, eine Basis oder etwas notdürftiges Bauen möchte. Allerdings stehen dem Spieler nur ein bestimmtes Budget zur Verfügung, welches mit jedem platzierten oder gebauten Gegenstand um eine bestimmte Menge steigt (der Balken füllt sich).

Hier stehen dem Spieler viele Möglichkeiten zur Verfügung. Foundations (Fundamente), Wände, Türrahmen, Fensterrahmen…all dies gehört zur Grundausstattung der Basis. Aber es gibt natürlich noch viele verschiedene Variationen davon. Diese müsst ihr aber ebenfalls mithilfe von Bauplänen erlernen. Aber neben den normalen Objekten könnt ihr natürlich auch noch eine Wasserversorgung, eine Stromversorgung, Lampen, Lichtfluter, Dekorationsartikel, Betten, Workstationen und andere Dinge bauen. Auch Fallen zur Verteidigung und automatische Geschütze gehören dazu.

Jedoch sind wir bisher bei der Basis nur einmal von einem anderen Spieler angegriffen worden und sonst nur von NPC Feinden, die uns ans Leder wollten. Den restlichen Spielern, welchen wir begegnet sind, sind wir höflich begegnet, haben gehandelt, zusammen gespielt und sind wieder getrennte Wege gegangen. Wirklich auf Krawall aus war hier niemand.

Zusammenspiel und zusätzliche Aufgaben

Natürlich kann man auch mit Freunden zusammenspielen. Dafür gibt es das Social-System, in welches man seine Freunde hinzufügen kann. Von dort kann man sie in eine Gruppe einladen, deren Welt (Server) betreten und so weiter. Im Normalfall übernimmt man die Quests des Gruppenleiters bzw. bekommt diese hauptsächlich angezeigt. Daher sollte auch immer einer entscheiden, wo es lang geht, denn sonst bekommt man mit mehreren Personen schnell Probleme dadurch, dass man den Überblick verliert. Zusammen mit  Freunden und anderen Spielern kann man sich auch mit hoch-leveligen Gegnern oder sogar Elite Brandbestien anlegen, welche auf einen Atombomben-Einschlag folgen.

Bekämpfen könnt ihr diese mit Nah- und Fernkampfwaffen und natürlich auch mit dem VATS-System, welches euch Gegner anvisiert. Allerdings verbraucht dieses System permanent Ausdauer und sollte nicht durchgehend genutzt werden, da sonst keine Energie mehr zum Laufen oder Angreifen und Blocken bleibt. Arbeitet aber immer mit den Mitspielern eurer Gruppe zusammen, sodass ihr nicht alle getötet werdet. Das gilt auch für den Kampf gegen andere Spieler, da man mit jedem getöteten Spieler ein Kopfgeld erhält ,welches sich ein anderer Spieler durch den jeweiligen Tod des Gesuchten schnappen kann.

Nebenbei gibt es täglich und wöchentlich noch viele verschiedene Aufgaben zu lösen, mit welchen ihr Atompunkte erhaltet. Diese könnt ihr auch für Echtgeld erwerben. Mit den Punkten könnt ihr euch Skins /Kostüme, Emotes oder andere kosmetische Items erwerben. Allerdings bringt euch das natürlich keine spielerischen Vorteile.

Technisch in Ordnung

Grafisch konnten wir bei Fallout 76 definitiv nicht meckern. Es ist sehr detailreich dargestellt, es gibt viele Einstellungsmöglichkeiten für das individuelle Aussehen, unterschiedliche Biome und auch Wetter bzw. Natureffekte, je nach Gebiet. Allerdings sind wir auch auf ein paar Grafikfehler aufmerksam geworden, vor allem im Bezug auf die Schatten im Sumpfgebiet, an welchen noch gearbeitet werden muss. Der Sound bzw. die Soundeffekte passen ebenfalls sehr gut zur Kulisse des Spiels!

Nur gelegentlich kam es zu Rucklern oder FPS Einbrüchen, welchen wir aber mit einigen Einstellungen im Menü entgegenwirken konnten, bis das erste Update aufgespielt wurde. Danach traten Probleme in der Hinsicht nicht mehr auf!