Surviving Mars – Test / Review (PC)

(Quelle: Paradox Interactive, Haemimont Games)

Survival Games gibt es bisher viele auf dem Markt. Aber es sind nur wenige, die im Weltraum oder auf anderen Planeten stattfinden und auch den Spieler begeistern können. Hier sehen Paradox Interactive und Haemimont Games eine Marktlücke und wollen dies mit ihrem Spiel „Surviving Mars“ natürlich auch ausnutzen. Wir haben uns den Titel angeschaut, um euch unsere Eindrücke vom roten Planeten genauer schildern zu können!

Aller Anfang ist schwer

Der Spruch „Aller Anfang ist schwer“ trifft zumindest zum Teil auch auf Surviving Mars zu. Wir empfehlen definitiv das Spiel auf dem Schwierigkeitsgrad „Leicht“ zu starten, da es kein Tutorial gibt, sondern nur kleine Hinweistexte. Dies dürfte leider vor allem den blutigen Anfänger vor eine enorme Herausforderung stellen, wogegen erfahrene Spieler sich leichter zurechtfinden werden. So hat man zumindest die Möglichkeit, das Spiel in Ruhe kennenzulernen und alles Schritt für Schritt zu lernen. Im regulären Spiel kann man frei auswählen, auf welchem Bereich des Mars man startet, welchen Sponsor man besitzt und auch welche nebensächliche Story man erleben will. Wie ihr es nun schon erraten haben dürftet und auch der Name gibt ja schon einen starken Hinweis darauf: Es geht darum, den Mars zu bevölkern und natürlich der Menschheit zum überleben zu verhelfen!

Je nachdem, welchen Standort man gewählt und welchen Sponsor man besitzt, desto einfacher oder schwieriger wird der Anfang im Spiel. Vor allem ersteres ist ein wichtiger Punkt: Gibt es dort Katastrophen oder kommen diese nur in geringer Anzahl vor? Auch ist es wichtig, dass man viel Ressourcen findet. Hat man einen Standort ausgewählt, landet man auf dem Mars und man besitzt 10×10 Sektoren. Dies ist für den Anfang definitiv genug und wird uns im weiteren Verlauf doch vor die eine- oder andere Herausforderung stellen.

Nachdem man den Anfang gemacht hat, sollte man die Rakete mit Gütern und Drohnen landen lassen. Ferner ist diese auch eine Art Basis für Drohnen, bis man eine Drohnen-Basis besitzt. Nun gilt es, in der Nähe Ressourcen abzubauen. Dies kann zum Beispiel Beton sein, was man aus Regolith-Vorkommen gewinnt und damit baut man sich eine anfängliche Infrastruktur, damit der Mars für Kolonisten bewohnbar sein wird.

Wünsche über Wünsche

Natürlich können die Kolonisten nicht von Luft und Liebe leben! Also benötigen sie natürlich eine Stromversorgung, eine Wasserversorgung und selbstverständlich eine Sauerstoffversorgung. Die Drohnen, welche man bereits kennen gelernt hat, besorgen die benötigten Baumaterialien aus dem Lagerplatz, wenn man den Bauauftrag gestartet hat. Diese Lagerplätze muss man im übrigen vorher festlegen und man sieht auch, welche Ressourcen sich hier stapeln und anhand einer praktischen Anzeige sieht man auch den Füllstand des Lagers, welches im übrigen bis dahin auch größer wird.

Wie bereits erwähnt befinden sich auch viele andere Ressoucen auf dem Mars. Eines wäre der bereits erwähnte Beton oder auch andere Metalle. Diese muss man durch bestimmte Gebäudetypen abbauen lassen, welche man nach einem Scan des Sektors an besagter Stelle platzieren muss. Beton wird im übrigen automatisch abgebaut, während andere Ressourcen nur durch arbeitende Kolonisten abgebaut oder erschaffen werden können. Dies geht aber nur, wenn man einen passenden „Raum“ zur Verfügung steht, in welchem die Kolonisten leben und arbeiten können!

Ausgewogenheit ist wichtig!

Natürlich gibt es den Sauerstoff nur in einem abgekoppelten Gebiet. Dies wäre in diesem Falle eine Glaskuppel. Da die Kolonisten aber keine Barbaren sind, die auf dem Boden schlafen wollen, haben sie natürlich auch Bedürfnisse und eine bestimme Moral, auf welche man achten muss. Bevor die Kolonisten landen, wählt man zunächst eine Spezialisiert (Arbeit) aus. Dies kann zum Beispiel der bereits erwähnte „Bergarbeiter“ oder auch ein Botaniker oder ähnliches sein. Auch müssen positive und negative Eigenschaften verteilt werden, welche bei dem Leben des Kolonisten eine wichtige Rolle spielen. Ferner gilt auch, dass die Kolonisten nicht unendlich leben, sondern irgendwann sterben.

Alles, was auf dem Mars passiert, kann die Moral der Kolonisten beeinflussen. Ist die Sauerstoffversorgung nicht gut genug, gibt es keine Einkaufsmöglichkeit, hat man keine Möglichkeit zum Entspannen gebaut oder passt die Behausung nicht und der Kolonist wird nicht satt…ja, dann sinkt die Moral natürlich. Dies kann unterschiedliche Auswirkungen haben. Entweder bekommen die Kolonisten neue negative Eigenschaften, erleiden einen Zusammenbruch und sie können sogar Heimweh bekommen. Letzteres kann dazu führen, dass diese mit der Rakete wieder nach Hause fliegen. Achtet also genau darauf, welche Personen ihr auswählt und beachtet die Ausgewogenheit der Wohnumgebung, um die Kolonisten behalten zu können.

Es wird besser

Auch wenn der Anfang hart ist, wird es im Laufe der Zeit auf jeden Fall besser. Die Standardkuppel bietet beispielsweise auf Dauer wenig Platz und man kann keine Gebäude verbessern. Aber es ist möglich, größere Kuppeln freizuschalten, welche Platz bieten und die Kolonisten glücklich machen. Diese fallen euch aber nicht einfach in den Schoß. In Surviving Mars gibt es einen sehr großen Skillbaum, auch Technologiebaum genannt. Man ist gezwungen, diesen zu nutzen, um neue Kuppeln freizuschalten, bessere Wohnungen bauen zu können oder andere Dinge und Boni erhalten zu können. Man wird in der Forschung besser, wenn man Anomalien untersucht. Dafür braucht man aber ein Erkundungsfahrzeug. Eine zweite Möglichkeit ist die Verbesserung von wissenschaftlichen Gebäuden!

Während man in anderen Simulatoren zwar auch auf Ausgewogenheit achten muss, aber dennoch schnell größer werden muss, ist Surviving Mars hier viel anspruchsvoller. Man muss ein Gleichgewicht zwischen den Gebäuden, den Ressourcen und auch den Kolonisten finden. Ferner sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass man alle Gebäude regelmäßig warten muss. Das gilt auch für Fahrzeuge. Daher passt immer auf, nicht zuviel auf einmal zu bauen!

Toll, aber nicht ganz fehlerfrei

So toll das Gameplay des Spiels auch ist: Ein paar Fehler finden sich auch hier. Beispielsweise funktioniert die Zuweisung der Arbeiter nicht immer so, wie sie soll. Das Spiel versucht zunächst, automatisch passende Arbeiter zu finden, aber es wechselt diese auf einmal grundlos aus und das vollkommen zufällig. Beispielsweise kann es auch passieren, dass es keine bestimmten Rohstoffe mehr gibt, weil der eigentliche Bergarbeiter auf einmal in der Botanik zu finden ist oder sonst wo die Gegend erkundet!

Auch wechseln die Kolonisten die Kuppel nicht automatisch, wenn diese nebeneinander platziert wurden. Es ist zwar möglich, diesen einen Wohnplatz in der anderen Kuppel zuzuweisen, aber sie laufen nicht in eine andere, um beispielsweise Einkaufen zu gehen oder um sich zu entspannen. Man ist also gezwungen, jede Kuppel einzeln ausgewogen zu halten!

Des Weiteren sind weitere kleine Fehler beispielsweise, dass der Transporter oder das Fahrzeug nicht die festgelegte Route durch einen Tunnel nehmen will, sondern lieber in die Luft aufsteigt oder es bleibt sogar irgendwo stecken. Auch wird der Überschuss unserer Ressourcenproduktion nur umständlich in einem Menü dargestellt. Diese Fehler sollte man beheben, dann wird Surviving Mars eines der besten Survival Spiele, welches in den letzten Jahren erschienen ist!

Sehr gute Atmosphäre und komplexes Gameplay

Das es schwierig ist, eine gut funktionierende Kolonie aufzubauen, dürfte euch mittlerweile klar sein. Dies bedeutet aber nicht, dass es unmöglich ist. Durch logisches Denken und strategischem Planen sollte es durchaus möglich sein, das zu schaffen. Man muss nur genau auf seine Kolonisten, auf die Wartung der Gebäude und auch auf die vorhandenen Ressourcen achten, damit wirklich nichts schief gehen kann. Falls man wider Erwarten dennoch mal in einer solchen Situation ist, kann man dennoch versuchen, Sachen zu ändern und eine Lösung zu finden. Alles in allem ist Surviving Mars spielerisch wirklich, abgesehen von den Fehlern, 1A!

Die Grafik ist zwar nicht „realistisch“ sondern eher so, wie man es aus Cities Skylines kennt, nur etwas kantiger. Allerdings läuft das Spiel extrem flüssig und es gibt auch auf der 4K Auflösung keine Performance-Probleme. Stattdessen kann man wirklich beobachten, was in der Kolonie passiert und es legt sich beispielsweise sogar eine Staubschicht auf Gebäude, welche man lange nicht gewartet hat. Auch der Sound wirkt extrem stimmig. Schade ist nur, dass die Vertonung (bisher) nur auf Englisch vorhanden ist. Aber zum Glück gibt es hier deutsche Untertitel und Texte.

Die Features von Surviving Mars

Aufbau einer überlebensfähigen Mars-Kolonie

Auf einem Planeten zu bauen, der nicht für das menschliche Leben geeignet ist, bedeutet die Herausforderung anzunehmen, eine intelligente, funktionale Kolonie zu gründen, die Leben ermöglicht. Schlechte Planung führt in dieser Umgebung nicht zum Verkehrschaos, sondern bedroht unter Umständen das Überleben deiner Kolonisten. Du willst sicher keine Stromausfälle in einer Stadt, die an einem Ort ohne Sauerstoff errichtet wurde.

Einzigartig simulierte Kolonisten

Jeder Kolonist hat seine persönlichen Herausforderungen und Stärken, die die Bedürfnisse und das Verhalten der anderen Kolonisten beeinflussen. Dies kann besonders spannend werden, wenn sich deine Wissenschaftler nach zu vielen langen Nächten im Labor zu Alkoholikern entwickeln und statt Sauerstoff wahren „Moonshiner“ produzieren.

Futuristische Konstruktionen von Weltraumkuppeln

Retro-futuristische Konstruktionen, die Kolonisten, Fabriken und Betriebsgebäude mit eigener „Nachbarschaftspersönlichkeiten“ beherbergen. Erschaffe Siedlungen, in denen die Wissenschaft an erster Stelle steht, während müde Arbeiter ihren Lohn in einer Bar auf den Kopf hauen.

Sci-Fi-Setting mit hohem Wiederspielwert

Inspiriert von den Sci-Fi-Klassikern Asimovs und Clarkes, hält „Surving Mars“ viele „Secrets“ oder „Mysteries“ bereit. Für jeden Durchgang erhält der Spieler ein extra angefertigtes Geheimnis. Großes Glück für die Kolonie oder fürchterlichen Ruin.

Was man sonst noch wissen sollte

Aktuell nimmt das Spiel über 4GB unserer SSD in Beschlag und es gibt 50 Steam-Errungenschaften für die Erfolgsjäger zu erringen.

Surviving Mars kostet aktuell 39,99€ bei Steam. Eine Digital Deluxe Edition oder First Colony Edition kosten je 49,99€ bzw. 74,99€. Letztere enthält demnach auch den Season Pass, welcher einzeln mit stolzen 34,99€ zu Buche schlägt.

(Quelle: Steam)

Wir bedanken uns für das kostenlose Testexemplar von Surviving Mars (PC) bei Paradox Interactive und Haemimont Games.

Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
83 %
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Projektleiter und Redakteur von game7days, ehemals Alpha-Omegagaming seit 2014. Ich betreue die Infrastruktur, als auch die Gewinnspiele der Webseite. Im Großen und Ganzen kümmere ich mich also auch um die Dinge, welche man eben nicht sieht.