Final Fantasy XIV: Fanfest Berlin – Zusammenfassung

Mit dem europäischen Final Fantasy XIV Fan Festival 2026 in Berlin hat Square Enix zahlreiche neue Informationen zur kommenden Erweiterung Evercold veröffentlicht. Produzent und Director Naoki Yoshida präsentierte nicht nur einen neuen Trailer und den ersten der beiden kommenden Jobs, sondern kündigte auch tiefgreifende Änderungen am Gameplay an. Spieler dürfen sich auf eine völlig neue Welt, mehr Freiheiten bei der Hauptgeschichte, überarbeitete Systeme sowie zahlreiche neue Inhalte freuen. Wir fassen die wichtigsten Ankündigungen der Keynote zusammen.

Eine eisige Welt eröffnet ein neues Kapitel

Evercold führt den Krieger des Lichts auf den vierten Splitter, dessen Oberfläche vollständig von einer gewaltigen Eislandschaft bedeckt ist. Die extremen Bedingungen machten ein Leben am Boden nahezu unmöglich. Um zu überleben, errichteten die Bewohner riesige Luftschiffe, die dauerhaft über den Wolken schweben und als Städte dienen.

Jedes dieser Luftschiffe ist einem der Elemente zugeordnet und besitzt eine eigene Kultur, Architektur und Geschichte. Besonders hervorgehoben wurden Naglfar, das dem Wasserelement gewidmet ist, sowie Hringhorni, das für das Feuerelement steht. Im Zentrum jedes Schiffs befindet sich ein mächtiger Kristall, der nicht nur die Bewohner versorgt, sondern auch eine zentrale Rolle in der Handlung von Evercold spielen soll.

Bastion verstärkt die Verteidiger

Zu den größten Überraschungen der Keynote gehörte die Enthüllung des ersten neuen Jobs. Mit Bastion erhält Final Fantasy XIV einen weiteren Tank, der sich auf Verteidigung, Schutz und Unterstützung spezialisiert. Als Besonderheit kämpft Bastion mit zwei Schilden, die sowohl für Nahkampfangriffe als auch für bestimmte Fernattacken genutzt werden können.

Der neue Job startet auf Stufe 90 in Limsa Lominsa und verfügt neben klassischen Defensivfähigkeiten auch über Fertigkeiten, mit denen Gruppenmitglieder geschützt oder kleinere Heilungen verteilt werden können. Bastion wurde vollständig für den neuen Evolved Mode entwickelt und nutzt ausschließlich das modernisierte Kampfsystem. Der zweite neue Job der Erweiterung soll zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt werden.

Mehr Freiheit bei der Hauptgeschichte

Mit Evercold verabschiedet sich Square Enix vom bisherigen linearen Aufbau der Hauptquests. Statt Gebiete in einer festen Reihenfolge bereisen zu müssen, können Spieler künftig selbst entscheiden, welche Region sie zuerst erkunden möchten. Erst nachdem alle verfügbaren Gebiete abgeschlossen wurden, wird die Hauptgeschichte fortgesetzt.

Damit diese Freiheit nicht zu Problemen beim Spielfortschritt führt, kommt ein neues Auto-Balancing-System zum Einsatz. Gegner, FATEs und weitere Inhalte passen sich automatisch an das Level des Charakters an. Dadurch bleiben sämtliche Regionen unabhängig von der gewählten Reihenfolge sinnvoll spielbar.

Änderungen am Fortschrittssystem

Auch beim Belohnungssystem plant Square Enix umfangreiche Anpassungen. Der Fokus soll künftig stärker auf wöchentlichen Aktivitäten liegen, sodass Spieler ihre Inhalte flexibler erledigen können. Gleichzeitig sollen offene Aufgaben nicht mehr automatisch verfallen, wenn eine neue Woche beginnt.

Zusätzlich führen die Entwickler sogenannte Seasons ein, die jeweils zwei Hauptpatches umfassen. Diese dienen ausschließlich dazu, den Fortschritt bei Ausrüstung und Belohnungen übersichtlicher zu gestalten. Ein Season Pass oder zusätzliche Kosten sind ausdrücklich nicht geplant.

Reborn Mode und Evolved Mode

Bereits auf dem Fan Festival in Anaheim kündigte Square Enix zwei verschiedene Kampfsysteme an. Der Reborn Mode entspricht dem bisherigen Spielgefühl und bleibt für alle bestehenden Jobs erhalten. Daneben entsteht mit dem Evolved Mode eine modernisierte Variante, bei der mehrere Fertigkeiten automatisch zusammengefasst werden und dadurch weniger Tastenbelegungen erforderlich sind.

Alle bestehenden Jobs werden zunächst beide Modi unterstützen. Neue Klassen, die ab Patch 8.0 erscheinen, setzen hingegen ausschließlich auf den Evolved Mode. Weitere Details zu den einzelnen Anpassungen möchte das Entwicklerteam in einem späteren Produzentenbrief vorstellen.

Charaktere lassen sich umfangreicher anpassen

Mit Patch 8.1 erhält der Charaktereditor seine bislang größte Erweiterung. Spieler können künftig Farben für Haare, Haut und Augen deutlich feiner auswählen und erhalten zusätzliche Optionen für Gesichtsschatten sowie Gesichtsbemalungen.

Auch einzelne Völker profitieren von neuen Möglichkeiten. So lassen sich bei Miqo’te erstmals die Gesichtszeichnungen ausblenden, während Au Ra die Größe ihrer Hörner anpassen können. Lalafell und Viera erhalten zusätzliche Optionen für Gesichtsschatten. Darüber hinaus wird es möglich sein, bestimmte Ausrüstungsteile gezielt ein- oder auszublenden.

Itemlevel und Animationen werden flexibler

Spieler mit mehreren Jobs profitieren künftig von einem überarbeiteten Ausrüstungssystem. Hat ein weiterer Job die Maximalstufe erreicht, kann das Itemlevel eines bereits ausgerüsteten Charakters übertragen werden. Dadurch wird der Einstieg mit neuen Klassen deutlich erleichtert, ohne dass erneut komplette Ausrüstungssets gesammelt werden müssen.

Ebenfalls neu sind sogenannte Animations-Skins. Diese erlauben es erstmals, verschiedene Bewegungsanimationen für Charakteraktionen auszuwählen. Den Anfang machen Animationen außerhalb des Kampfes, ehe mit späteren Updates auch alternative Kampfanimationen folgen sollen.

Mehr Inhalte für die offene Welt

Die offene Welt soll künftig deutlich lebendiger werden. Neben neuen FATEs, Schatzkarten und Jagdinhalten arbeiten die Entwickler an einem neuen Konzept mit dem internen Arbeitstitel World Raid. Dabei sollen groß angelegte Inhalte entstehen, die direkt in der offenen Spielwelt stattfinden und mehr Spieler gemeinsam beschäftigen.

Darüber hinaus entwickelt Square Enix eine Komfortfunktion, die Charaktere auf Wunsch automatisch zum nächsten Quest-NPC laufen lässt. Das System erscheint zunächst für Evercold und soll anschließend schrittweise auf ältere Erweiterungen ausgeweitet werden.

Raids erhalten einen dritten Schwierigkeitsgrad

Auch das Endgame wird überarbeitet. Bisher bestanden Raids aus einem Story- und einem epischen Schwierigkeitsgrad. Mit Patch 8.0 kommt eine weitere Stufe hinzu, die den Übergang zwischen beiden Varianten erleichtern soll.

Der neue Modus richtet sich an Spieler, denen der Sprung vom Story-Modus zum Epischen Modus bislang zu groß war. Als Belohnung warten spezielle Season-Ausrüstung und Materialien zur Verbesserung vorhandener Ausrüstung. Erfahrene Spieler können den neuen Schwierigkeitsgrad jedoch überspringen und weiterhin direkt den Epischen Modus betreten.

Matchmaking wird erweitert

Square Enix möchte außerdem die Wartezeiten im Partyfinder verkürzen. Künftig soll das Matchmaking nicht mehr nur innerhalb eines einzelnen Datenzentrums stattfinden, sondern alle Datenzentren einer Region miteinander verbinden.

Ein erster Test startet im Oktober 2026 auf den japanischen Servern. Nach erfolgreicher Erprobung soll das System schrittweise auch in Europa und Nordamerika eingeführt werden.

Chocobos erhalten neue Aufgaben

Auch die beliebten Chocobos werden mit Evercold umfangreich erweitert. Ab Patch 8.1 können sie als Inhaltshelfer in Dungeons eingesetzt werden und Spieler bei verschiedenen Aufgaben unterstützen.

Mit Patch 8.2 folgt anschließend eine komplette Überarbeitung ihres Entwicklungssystems. Bereits erreichte Fortschritte bleiben dabei erhalten, sodass niemand seinen Begleiter erneut von Grund auf trainieren muss.

Neue Raids und Patch 7.56

Für die kommenden Inhalte kündigte Square Enix gleich mehrere Kooperationen an. Der neue Allianz-Raid entsteht in Zusammenarbeit mit Evangelion, während der kommende Acht-Spieler-Raid ein Crossover mit Final Fantasy VII bietet. Beide Projekte entstehen in enger Zusammenarbeit der jeweiligen Entwicklerteams.

Bereits am 8. September 2026 erscheint außerdem Patch 7.56. Dieser bildet den Übergang zu Evercold und bringt unter anderem den limitierten Job Bestienbändiger ins Spiel. Zusätzlich erweitert eine Kooperation mit Final Fantasy VII den Gold Saucer um das neue Minispiel Keybound Brawler, das Ende Oktober veröffentlicht wird.

Nintendo Switch 2 und Collector’s Edition

Final Fantasy XIV erscheint am 4. August 2026 auch für die Nintendo Switch 2. Die Vorbestellungen sind bereits gestartet und sollen es ermöglichen, das MMORPG erstmals vollständig auf Nintendos neuer Konsole zu erleben.

Sammler dürfen sich zudem auf eine umfangreiche Collector’s Edition freuen. Diese enthält neben einer hochwertig gestalteten Box unter anderem eine Reaper-Figur, einen Schlüsselanhänger, ein Mini-Plüschtier, einen Wandteppich sowie exklusive Ingame-Inhalte wie ein Reittier, Waffen für Bastion und ein besonderes Emote.

Ausblick

Mit Evercold plant Square Enix deutlich mehr als nur eine neue Erweiterung. Die Kombination aus einer völlig neuen Welt, einem überarbeiteten Spielfluss, modernen Komfortfunktionen und zahlreichen Gameplay-Anpassungen zeigt, dass Final Fantasy XIV den nächsten Entwicklungsschritt gehen soll. Viele Fragen bleiben zwar noch offen, doch spätestens auf dem kommenden Fan Festival in Tokio dürfte das Entwicklerteam weitere Details zu Klassen, Inhalten und der Geschichte der Erweiterung enthüllen. Bis dahin deutet bereits jetzt vieles darauf hin, dass Evercold zu den bislang umfangreichsten Erweiterungen in der Geschichte des MMORPGs werden könnte.

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