ASUS ROG Cetra Open Wireless Earbuds – Test / Review (PC)

Seit einigen Wochen laufen die ASUS ROG Cetra Open Wireless bei uns ziemlich regelmäßig mit, und zwar nicht nur mal kurz zum ReinSeit einigen Wochen laufen die ASUS ROG Cetra Open Wireless bei uns ziemlich regelmäßig mit, und zwar nicht nur mal kurz zum Reinhören, …sondern wirklich quer durch den Alltag. Mal mehrere Stunden am Stück beim Zocken, dann wieder draußen unterwegs, beim Einkaufen, beim Spazieren oder einfach nebenbei beim Videos schauen, wenn man eigentlich gar nicht bewusst auf den Sound achtet. Gerade bei solchen offenen Konzepten merkt man relativ schnell, ob das Ganze nur eine nette Idee bleibt oder ob es wirklich in den Alltag reinpasst. Und genau da waren die ersten Tage ehrlich gesagt etwas seltsam, weil man ständig dieses Gefühl hat, dass „irgendwas fehlt“. Man hört Sound, klar, aber nicht so, wie man es gewohnt ist. Es ist weniger direkt, weniger präsent, und man ertappt sich immer wieder dabei, wie man automatisch erwartet, dass noch mehr kommt.

Mit der Zeit verändert sich dieses Gefühl aber ziemlich deutlich. Nach ein paar Tagen hat man sich daran gewöhnt, dass die Buds eben nicht abschotten, sondern eher begleiten. Und genau das ist so ein Punkt, der sich schwer direkt beschreiben lässt, weil es eher ein schleichender Prozess ist. Man nutzt sie plötzlich in Situationen, in denen man normale In-Ears wahrscheinlich gar nicht drin hätte, einfach weil sie weniger „anstrengend“ sind. Gleichzeitig merkt man aber auch, dass sie nicht in jeder Situation perfekt funktionieren. Es gibt Momente, da wünscht man sich einfach mehr Druck, mehr Abschirmung, mehr Fokus auf den Sound. Und genau dieses Hin und Her zieht sich eigentlich durch die komplette Nutzung, was die Cetra Open zu einem Produkt macht, das man nicht sofort versteht, sondern erst mit der Zeit einordnet.


Am Anfang denkt man: Irgendwas fehlt hier

Das offene Design ist der Kern der ganzen Geschichte, und genau daran entscheidet sich auch ziemlich schnell, ob man mit den Cetra Open warm wird oder nicht. Statt wie bei klassischen In-Ears direkt im Ohr zu sitzen, liegen die Treiber hier davor und geben den Sound in Richtung Ohr ab, ohne ihn wirklich einzuschließen. Das sorgt dafür, dass man permanent mitbekommt, was um einen herum passiert, egal ob Gespräche, Straßenlärm oder einfach nur kleine Geräusche im Raum. Gerade draußen ist das erstmal ein ziemlich ungewohntes Gefühl, weil man eben nicht mehr komplett in seiner eigenen Audio-Welt steckt, sondern irgendwie beides gleichzeitig wahrnimmt.

Was dabei auffällt, ist, dass dieses Konzept Zeit braucht. Am Anfang wirkt der Sound oft so, als würde er nicht komplett „ankommen“, als würde ein Teil fehlen, obwohl technisch gesehen mehr dahinter steckt, als man denkt. Die verbauten 14,2 mm Treiber mit DLC-Beschichtung sind eigentlich genau darauf ausgelegt, möglichst sauber und verzerrungsarm zu arbeiten. Die reagieren schnell, lösen Details gut auf und bleiben auch bei komplexeren Sounds stabil. Das Problem ist weniger die Technik, sondern eher die Art, wie der Sound beim offenen Design überhaupt erst am Ohr ankommt.

Man denkt unbewusst immer wieder, dass man die Buds vielleicht falsch sitzen oder etwas nicht richtig eingestellt ist. Nach einer Weile merkt man aber, dass genau das so gewollt ist. Der Sound soll nicht dominieren, sondern eher begleiten. Das kann unglaublich angenehm sein, gerade wenn man sie länger trägt oder nebenbei noch etwas anderes macht. Gleichzeitig sorgt es aber auch dafür, dass sie in manchen Momenten einfach weniger Eindruck machen, als man es von klassischen In-Ears gewohnt ist.


Sie sehen anders aus, fühlen sich aber ziemlich normal an

Beim Auspacken fällt relativ schnell auf, dass die Cetra Open nicht unbedingt versuchen, mit Design oder Material direkt zu beeindrucken. Das Case ist größer als man es von vielen anderen Earbuds kennt, was im ersten Moment etwas unpraktisch wirkt, gerade wenn man sie unterwegs dabeihaben will. Es ist nichts, was man mal eben schnell in die Hosentasche steckt und vergisst, sondern eher etwas, das bewusst Platz braucht. Auch die Buds selbst wirken durch die Bügelkonstruktion direkt etwas auffälliger, fast schon ein bisschen technisch, weniger elegant.

In der Hand fühlt sich das Ganze aber solide an. Es gibt keine losen Teile, nichts wirkt billig oder schlecht verarbeitet, aber gleichzeitig fehlt dieser Moment, in dem man denkt, dass hier jedes Detail besonders hochwertig ist. Es ist eher dieses ruhige Gefühl von „passt schon, funktioniert“, ohne dass man sich groß Gedanken darüber macht. Und genau das spiegelt sich auch im Alltag wider.

Was man allerdings schnell übersieht: Viele der Designentscheidungen haben einen klaren Zweck. Der Bügel ist ergonomisch geformt, relativ weich und sorgt dafür, dass die Buds auch bei Bewegung stabil sitzen. Dazu kommt optional dieser reflektierende Neck Strap, der erstmal wie ein Gimmick wirkt, aber gerade draußen tatsächlich Sinn ergibt – weniger wegen Style, sondern eher, weil man sie nicht so leicht verliert und im Dunkeln etwas sichtbarer ist. Das Ganze geht also schon in Richtung „Alltag + Bewegung“ und nicht nur „am Schreibtisch sitzen“..

Hier haben wir alle wichtigen Informationen zusammengefasst:

KategorieInformation
BauweiseOpen-Ear Design mit Ohrbügel
Treiber14,2 mm DLC Treiber (Diamond-Like Carbon)
Frequenzbereich20 Hz – 20.000 Hz
Impedanz16 Ohm
KlangprofilStereo
MikrofonQuad-Mikrofon mit AI Noise Cancelling
Mikrofon-Frequenz100 Hz – 8 kHz
Mikrofon-Empfindlichkeit-38 dB
VerbindungBluetooth + 2,4 GHz ROG SpeedNova
DongleUSB-C 2,4 GHz Dongle mit Passthrough Charging
KompatibilitätPC, Mac, PS4, PS5, Switch, iOS, Android
Akkulaufzeitbis zu 16 Stunden (Buds)
Gesamtlaufzeitbis zu ~64 Stunden mit Case
SteuerungPhysische Tasten
FeaturesPhantom Bass, Immersion Mode, RGB, EQ-Anpassung
SoftwareArmoury Crate + Gear Link
Gewichtca. 116 g gesamt
FarbeSchwarz
SchutzIPX5 wasserresistent
LieferumfangEarbuds, USB-C Dongle, Neck Strap, Kabel, Tools

Nach ein paar Stunden merkt man allerdings, warum sie so gebaut sind

Das Tragegefühl ist wahrscheinlich der Punkt, der am meisten Zeit braucht, um wirklich zu greifen. Am Anfang fühlt es sich einfach ungewohnt an, weil man instinktiv erwartet, dass etwas im Ohr sitzt, was hier eben nicht der Fall ist. Stattdessen liegen die Buds außen an und werden über den Bügel gehalten.

Nach längerer Nutzung verändert sich das aber spürbar. Dieses typische Druckgefühl im Ohr fällt komplett weg, und genau das macht sich nach ein paar Stunden bemerkbar. Man kann sie deutlich länger tragen, ohne dass es unangenehm wird. Gleichzeitig ist es aber nicht so, dass man sie komplett vergisst. Man spürt sie schon, vor allem durch den Bügel, aber eher im Hintergrund.

Gerade bei Bewegung merkt man dann, warum dieses offene + Bügel-Design gewählt wurde. Sie sitzen stabil genug für Spaziergänge, Alltag oder auch leichten Sport, ohne dass man ständig Angst hat, dass etwas rausfällt. Dazu kommt die IPX5-Zertifizierung, die zumindest dafür sorgt, dass Schweiß oder Regen kein direktes Problem sind. Es ist also kein reines „Indoor-Produkt“, sondern schon klar dafür gedacht, viel unterwegs genutzt zu werden.


Der Sound ist gut, sobald man sich an das Design gewöhnt hat

Beim Klang merkt man relativ schnell, dass die Cetra Open nicht darauf ausgelegt sind, sofort zu beeindrucken. Stimmen sind klar, Details lassen sich gut erkennen und gerade bei Videos oder Spielen funktioniert das erstaunlich gut, weil nichts überladen wirkt.

Was hier aber interessant ist: ASUS versucht, die typischen Schwächen von Open-Ear zumindest teilweise auszugleichen. Mit „Phantom Bass“ wird der Tieftonbereich künstlich verstärkt – nicht physisch, sondern über Wahrnehmung. Das funktioniert besser, als man erwarten würde, ersetzt aber natürlich keinen echten, drückenden Bass. Es ist eher ein „man merkt, dass da was ist“, nicht „man fühlt es“.

Dazu kommt ein Immersion Mode, der bestimmte Hintergrundgeräusche etwas reduziert, vor allem im unteren Frequenzbereich. Das hilft tatsächlich in manchen Situationen, gerade wenn man draußen unterwegs ist oder nebenbei etwas läuft. Aber auch hier gilt: Es ist keine Abschirmung, sondern eher ein leichtes Gegensteuern.

Insgesamt ergibt sich dadurch ein Klangbild, das eher auf Klarheit und Offenheit setzt. Weniger „wow“, mehr „funktioniert einfach über Zeit“.


Beim Zocken merkt man dann, wofür sie gedacht sind

Sobald man die Cetra Open über den 2,4 GHz Dongle nutzt, merkt man relativ schnell, dass ASUS hier auch an Gaming gedacht hat. Die Verbindung ist stabil, Verzögerungen sind kaum spürbar und insgesamt fühlt sich das Ganze direkt an.

Die sogenannte SpeedNova-Technologie sorgt dabei im Hintergrund dafür, dass die Latenz deutlich niedriger ist als über Bluetooth. Und das merkt man auch. Es ist nicht dieser typische „Bluetooth-Delay“, sondern eher auf dem Niveau, wo man nicht mehr aktiv darüber nachdenkt.

Auch die Ortung funktioniert überraschend gut. Schritte, Richtungen und kleine Details lassen sich gut wahrnehmen, auch wenn das Ganze natürlich nicht ganz an große Headsets herankommt. Dafür hat man aber den Vorteil, dass man die Umgebung weiterhin hört.

Was zusätzlich praktisch ist: Man kann gleichzeitig zwei Geräte verbinden – zum Beispiel PC über Dongle und Handy über Bluetooth. Das klingt erstmal nach einem kleinen Feature, macht im Alltag aber mehr aus, als man denkt, weil man nicht ständig neu verbinden muss.


Nichts drängt sich wirklich auf

Mit Armoury Crate und Gear Link lassen sich die Cetra Open anpassen, aber das Ganze bleibt eher im Hintergrund. Es gibt EQ-Einstellungen, RGB-Anpassung, verschiedene Sound-Modi und auch die Möglichkeit, Tasten anzupassen, aber nichts davon wirkt überladen.

Auch Dinge wie RGB sind eher ein Zusatz. Sie sehen nett aus, gerade wenn man auf dieses Gaming-Setup-Feeling steht, aber sie sind kein entscheidender Faktor. Gleiches gilt für die Mikrofone: Die Qualität ist gut, Stimmen kommen klar durch, und durch die AI-Geräuschunterdrückung werden Umgebungsgeräusche ganz ordentlich rausgefiltert. Es funktioniert einfach, ohne dass man sich groß damit beschäftigen muss.

Am Ende passt das ziemlich gut zum restlichen Eindruck: Die Cetra Open versuchen nicht, in einem einzelnen Punkt komplett zu dominieren, sondern eher ein Gesamtpaket zu sein, das sich in viele Situationen einfügt. Und genau deshalb wirken sie am Anfang auch etwas unscheinbar – bis man merkt, wie oft man sie einfach nebenbei benutzt..

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Unsere Meinung

ASUS ROG Cetra Open Wireless Earbuds sind kein Produkt, das man nach ein paar Minuten versteht. Dafür ist das Konzept zu speziell und zu weit weg von dem, was viele erwarten. Wer klassischen Sound mit viel Druck sucht oder sich komplett von der Umgebung abschotten will, wird hier relativ schnell merken, dass das nicht die richtige Richtung ist. Es fehlt dieser direkte Wow-Moment, der viele bei neuen Geräten überzeugt.
Gleichzeitig haben sie aber etwas, das man erst mit der Zeit versteht. Dieses Gefühl, dass man sie einfach nebenbei laufen lassen kann, ohne dass sie stören, ohne dass sie sich aufdrängen. Sie sind nicht perfekt, sie haben klare Schwächen, aber sie machen genau das, was sie machen wollen, ziemlich konsequent. Und genau deshalb bleiben sie am Ende länger im Kopf, als man vielleicht am Anfang gedacht hätte.
Unsere Gesamtbewertung
93%

„Eigenes Konzept, klare Stärken und genau dieses unaufdringliche Gefühl, das man oft erst nach einiger Zeit wirklich zu schätzen weiß.” – game7days

Game7Days Award Platin
Platin
ProContra
  • Eigenständiges Open-Ear-Konzept mit klarer Ausrichtung
  • Angenehm im Alltag und über längere Zeit unaufdringlich
  • Bleiben auch bei längerer Nutzung angenehm tragbar
  • Gut geeignet für Nutzer, die ihre Umgebung weiter wahrnehmen wollen
  • Konsequent in dem, was sie sein möchten
  • Gewinnen mit der Zeit deutlich an Reiz
  • Kein klassischer Sound mit viel Druck und Abschirmung
  • Der direkte Wow-Moment bleibt zunächst aus
  • Klare Schwächen, wenn man eher traditionelle Earbuds sucht
Name: ASUS ROG Cetra Open Wireless Earbuds
Kategorie: Wireless Earbuds, Gaming-Audio
Bauweise: Open-Ear
Hersteller: ASUS ROG
Einsatzbereich: Alltag, Gaming, nebenbei hören
Verbindung: Wireless
Besonderheit: Offenes Konzept mit Fokus auf Umgebung
Farbe: Schwarz
Anmerkung: Die ASUS ROG Cetra Open Wireless Earbuds wurden game7days für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

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