Auf der gamescom 2025 gehörte Dying Light: The Beast ohne Zweifel zu den Publikumsmagneten. Eigentlich war der Titel nur als Erweiterung zu Dying Light 2 gedacht, doch die Entwickler bei Techland entschieden sich früh in der Produktion, die Idee in ein eigenständiges Spiel zu verwandeln. Dadurch ist kein Vorwissen notwendig, die Handlung steht komplett für sich – und trotzdem spürt man in jeder Minute, dass es sich um einen echten Serienableger handelt. Mit einem auf September verschobenen Release-Datum konnte die Messeversion bereits zeigen, dass sich die zusätzliche Entwicklungszeit lohnen dürfte.
Die Demo führte uns in das Bergdorf Castor Woods, das mit seiner Architektur stark an die Alpenregion erinnert. Kopfsteingassen, kleine Häuser mit Fachwerk und eine malerische Umgebung aus Bergen, Wäldern und Seen bilden den Kontrast zu dem, was sich in der Dunkelheit abspielt. Bei Tageslicht herrscht zwar immer noch Gefahr durch Untote, doch man kann sich vorsichtig fortbewegen. Sobald jedoch die Nacht hereinbricht, ändert sich die Stimmung radikal. Mit Taschenlampe unterwegs zu sein, zieht sofort die Aufmerksamkeit der gefährlichsten Kreaturen auf sich – die Schattenjäger. Und in dieser Atmosphäre wird schnell klar, dass der Fokus deutlich stärker auf purem Horror liegt als noch im direkten Vorgänger.
Beim Gameplay blieb vieles vertraut, doch spürbar verändert. Parkour ist nach wie vor das Herzstück, allerdings fühlt sich Kyle Cranes Bewegungsschwerpunkt anders an. Seine Sprünge wirken etwas schwerer, sein Klettern langsamer, was insgesamt einen realistischeren Eindruck vermittelt. Im späteren Spielverlauf kann das durch freischaltbare Fähigkeiten wieder ausgeglichen werden, doch in der Messeversion war der Held klar verletzlicher. Gerade dieser Aspekt machte die Jagd durch Castor Woods noch intensiver, da man gezwungen war, jeden Sprung genau zu planen, statt einfach in höchstem Tempo über die Dächer zu jagen.
Eine große Neuerung sind die Fahrzeuge, die nun wieder eine tragende Rolle spielen. Mit Jeeps lässt sich das bergige Umland schneller durchqueren, was besonders dann hilfreich ist, wenn Missionen weiter außerhalb liegen. Allerdings müssen die Wagen gepflegt werden – sie verbrauchen Treibstoff, können bei zu vielen Zusammenstößen beschädigt werden und sind in ihrer Funktion erweiterbar über einen eigenen Skill-Tree. Gerade für die Erkundung des ländlichen Raums wirkt das wie ein sinnvolles und motivierendes Feature, das auch spielerisch Abwechslung hineinbringt.
Richtig eindrucksvoll wurde es beim ersten Auslösen des Beast Mode. Indem Kyle während der Kämpfe Wutpunkte sammelt, kann er in eine monströse Gestalt wechseln, die ihn kurzzeitig beinahe unaufhaltbar macht. In dieser Form schlägt er Zombies mit bloßen Händen in Stücke, löst Druckwellen aus oder reißt ganze Gruppen auseinander. Natürlich ist dieser Zustand nicht unbegrenzt verfügbar, was ihn zu einer taktischen Ressource macht, die man sich für die härtesten Situationen aufsparen sollte. Techland hat dazu einen eigenen Fähigkeitenbaum eingebaut, sodass sich dieser Modus über die Kampagne hinweg weiterentwickeln lässt.
Das Kampfsystem selbst wirkt brutaler denn je. Abgetrennte Gliedmaßen, blutige Nahkampf-Finisher und die Rückkehr klassischer Waffen wie Macheten oder Baseballschläger geben den Gefechten ein kompromissloses Gewicht. Gleichzeitig setzen die Entwickler stärker als zuvor auf Schusswaffen. In der Demo standen uns bereits ein Maschinengewehr und der altbekannte Bogen zur Verfügung, wobei Munition knapp gehalten ist. Das verstärkt den Survival-Charakter, während Feuerkraft im richtigen Moment zum entscheidenden Vorteil werden kann. Für die Vollversion sind sogar noch schwerere Waffen wie Flammen- oder Granatwerfer angekündigt, die das Arsenal deutlich erweitern.
Nicht fehlen durften auch Bosskämpfe, bei denen das Ausweichen und das clevere Nutzen der Umgebung wichtig ist. Besonders ein Duell gegen einen Goliath zeigte, dass Kyle in „The Beast“ deutlich schneller außer Atem gerät. Ausdauer ist nun ein Faktor, den man viel bewusster im Auge behalten muss. Ständige Sprünge und schnelle Attacken bringen den Helden schnell an seine Grenzen, sodass Rückzüge nötig werden. Diese Einschränkung passt aber perfekt zum neuen Horror-Fokus, weil sie die Hilflosigkeit stärker hervorhebt und jede Begegnung riskanter macht.
Mit dem Release am 19. September 2025 verspricht Techland einen Ableger, der sich zwar etwas kleiner anfühlt als „Dying Light 2“, dafür aber in Atmosphäre, Horror und Detailtiefe deutlich konzentrierter auftritt. Dying Light: The Beast wirkt bereits jetzt wie eine kompromisslose Mischung aus Parkour-Survival und Horror-Thriller, die für Fans der Reihe wie auch für Neueinsteiger gleichermaßen spannend sein dürfte.
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